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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-02-01 · 6 (2.1928) · p. Seite 185

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
6 (2.1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 185 (sequence 17)
Language
German
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185 Grabrede an der Bahre des Herrn Michael Moses Mainz von Gemelnderabbiner vr. Jakob Hoffmann. Laßt uns. meine Freunde, an dieser Bahre, der wir mit tiefer Trauer und Ehrfurcht hierher gefolgt sind, das vielsagende, aber nicht zuviel sagende Wort des klagenden Propheten nachsprechen: l^ttl N^O) „Gefallen ist die Krone unseres Hauptes". Wi>r haben einen Mann verloren, der die besten und edelsten und jüdischsten Traditionen unserer alten Frankfurter Gemeinde in sich verkörperte, einen Mann, den wir mit Stolz >den unsrigen nannten und zu dem wir mit tiefer Verehrung emporblickten. Der Talmud erzählt: Als der große Tannaite Samuel, der wegen seiner großen Bescheidenheit „Samuel der Kleine" genannt wurde, verschied, wurde an seiner Bahre der Klageruf erhoben: >N ^52^71 1^ ->'5N „Wehe, der Fromme, wehe, der Demutsvolle, der Jünger Hillels". Auch Michael Moses-Mainz war, wie alle wahrhaften O^^z, von seltener Bescheidenheit und Demut. Er hatte sich allezeit gegen Lob und Dank und Anerkennung gewehrt. Er hat denn auch einmal den Wunsch geäußert, er möchte nicht durch Nachrufe geehrt werden. Und diesem Wunsche wird Rechnung getragen werden. Dürfte an dieser Bahre alles gesagt werden, was gesagt werden könnte und wohl auch gesagt werden sollte, -dann würden die Vertreter vieler Körperschaften,und Organisationen und vor allem der jüdischen Wohlfahrtsanstalten unserer Gemeinde und nicht nur unserer Gemeinde das Wort nehmen, um das ungemein reichhaltige und großzügige und hingebungsvolle Wirken und Schaffen dieses Verblichenen zu würdigen und zu preisen- Allein der Jünger Hillels hat den Lobrednern Schweigen geboten. Wenn ich doch als einziger im Namen und im Auftrage d e s Vorstandes unserer Gemeinde >dem lieben Freunde und dem hochgeschätzten Nestor unserer Gemeinde einen Nachruf widme, so geschieht dies aus der Erwägung heraus, daß wir die Pflicht haben, in dieser wehmütigen Abschiedsstunde uns zum Bewußtsein zu bringen, was Michael Moses Mainz unserer Gemeinde und der jüdischen Gemeinschaft bedeutet hat. Mit den Worten unseres Stammvaters Jakob rufe ich dem Verklärten Zu: ^212 2tt ^N^tt »Ich lasse Dich nicht ziehen, Du habest mich denn gesegnet". Du hast wie nur wenige Begnadete m einem langen und gottgesegneten Leben unermüdlich und unablässig Segen um dich verbreitet. Möge auch dein Scheiden aus unserer Mitte uns zum Segen werden, indem wir dein Lebensbild uns in die Seele pflanzen, um auch in den kommenden Tagen und Jahren uns an deinem Leben und Wirken zu erheben. » Michael Moses Mainz war ein würdiger Sohn des Rabbi Moses Mainz, dieses überragenden ^Isl und großen s?^. Und er hing an seinem Vater mit der schwärmerischen Liebe und Verehrung nicht nur des Sohnes, sondern auch des Schülers. Des Vaters Bild schwebte ihm stets vor Augen, des Vaters Aussprüche lebten auf seinen Lippen. Aufgewachsen in einer von ^Hora-Gelehrsamkeit und tiefinniger Gottesfurcht gesättigten Atmosphäre, war er mit jeder Faser seines Herzens im Boden des überlieferten Judentums verwurzelt. Die Liebe, die heiße Liebe zu unserer heiligen Thora durchglühte ihn, und die Opferfreudigkeit für >das traditionelle Judentum, für die Erfüllung der ^VüO beschwingte ihn. Obwohl er die Liebe auch zum Studium unserer heiligen Thora bis in seine letzte Lebenszeit hinein bewahrte, war er doch schon in früher Jugend von dem innigen Wunsche beseelt, ein Mann der Tat, der praktischen Arbeit im Dienste des Judentums zu werden und das Große und Herrliche, das unser Judentum fordert und fördert, durch Leistungen und Schöpfungen zu verlebendigen. Er hielt sich an das Wort des Psalmendichters: i^!? il^NTI 511L->^H -Ich will vor Gott wandeln in den Landen des Lebens". Und dazu bemerkt der Talmud: TNi^ I^l "i^tt Tis »In den Landen des Lebens" — das bedeutet an den Stätten des flutenden Lebens und der geschäftigen Arbeit. Und er widmete sich der Arbeit für das jüdische Gemeinwesen mit einer Liebe und einer Hingebung und einer Opferbereitschaft die ihresgleichen sucht. Was unsere Weisen den alten frommen Geschlechtern nachrühmen: sT^t^N IN)? daß sie die Thora zu ihrer Hauptbeschäftigung und die Arbeit für ihre eigenen Bedürfnisse nur zu einer Nebenbeschäftigung gemacht hatten, der Verblichene hat es buchstäblich erfüllt. Der größte Teil seiner Zeit und Kraft und Arbeit war immer dem gemeinnützigen Wirken geweiht. Für seine eigenen Geschäfte hatte er nur wenige Stunden und oft nicht einmal Stunden des Tages übrig. Er war keine Kampfnatur. Er war ein ruhiger, sanfter und die friedliche Verständigung liebender Mensch. Er gehörte zu den Jüngern Hillels und hielt sich an dessen Wahlspruch: ^1,"! .^17^ p-pn 7^2!". ^1^1 HZ^N Sis S^r^istag, cjSi^ 11. f^Sk^sr- 1S2S «ßsusrt unser «ttesjsnrigsr Inventur ^usvsrksuk u d S ci S »u t S n> ci sni'sislZigtSri k^i'sisSN?AßIZI!.SRIAVIICIZ k5AI?I?RZsIZIAVIICIZ wsilZss Qsdi'LliUOk^spOr'^Sllsr'»?IZIIIiÄI!tSZKVIICIZ ü M^SCÜÄS^KIiÄIIVÜglAlIIiS lurici visls si^clsi'S SVBIUAWSKSS- ÜSSÄW I.VXVIMAKVU kticvlsus krsni n 5 « « p o u <z k « Frankfurt s. IV!. Steinweg S Ving jr. u. Lv. KsiserstrsKe 4 vsksgkel Qoetnestrske 2? Oscar Sisss I^eue lVlsin?er Strsks 2S

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