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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-02-01 · 6 (2.1928) · p. Seite 184

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
6 (2.1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 184 (sequence 16)
Language
German
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184 sende Verstorbene nach dem strengsten Sinn des Religionsgesetzes nicht als Jude angesprochen werden könne, doch habe er bezw. sein Bater durch die Vornahme der Beschneidung, durch die Barmizwah und die Teilnahme an dem Religionsunterricht die Zugehörigkeit zum Judentum bekundet. Herr Dr. Mainzer berührt alsdann die religwnsgesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich eines Ger zedck und weist auf die Liturgie des Kol-Nidre-Abends hin, aus der die allumfassende Menschenliebe des Judentums hervorgehe. Abgesehen davon aber, daß der Junge als Ger zedek hätle lulrachle: werden müssen, lagen auch staatsgesetzlich zwingende Gründe vor, ihn als Juden zu behandeln, und das Staatsgesetz ist m nach jüdischem Recht Religionsgesetz. Redner deutet alsdann n^>ch an, was geschehen wäre, wenn der Vater einen Anwalt mit der Erlediguno der Angelegenheit betraut hätte, und welchen Eindruck dies in der Öffentlichkeit gemacht hätte und weist auf die einhellige Meinung einer Bereinigung, deren Name er nicht nennen wolle, der aber Gemeindemilglieder aller Richtungen angehören, über die Frage, ob Kinder aus gemischten Ehen, in der der Vater Jude ist, als Inden zu betrachten sind, hin. Diese Communis opwio müsse beachtet werden. Was die Benutzung der gemeinschaftlichen Einrichtungen durch den konservativen Teil der Gemeinde betreffe, so sei selbstverständlich diese gewährleistet. Das besage aber nicht, daß in zweifelhaften Fällen so Versahren werden muß, wie es geschehen ist. Herr Dr. Mainzer deutet weiter an, daß ihn der Vorstandsbeschluß nicht voll befriedige im Hinblick auf die im Slädt. Friedhof übliche Abräumung der Neihengräber nach 25 Jahren. Herr Fromm erklärt, daß an und für sich Zweifellos die Art der Erledigung dieses Falles als Härte angesehen werden müsse. Eine andere Art der Erledigung sei unier den obwaltenden Umständen leider nicht möglich gewesen. Mit dem Vorstandsbescbluß müsse man einverstanden sein. Herr Werner meint, daß im Interesse der Erhaltung des Friedens und der Einhcitsgemeinde festgestellt werden müsse, daß für den konservativen Gemeindeteil lediglich eine Entscheidung des Ritualrabbiners in Betrach: käme, worauf Herr Dr. Mainzer vor der in den Worten des Herrn Werner enthaltenen Andeutung warnt. Herr Grünstein: Maßgebend ist das Religionsgesetz und die Entscheidung des konservativen Rabbiners. Andere Momente, insbesondere finanzielle, können nicht berücksichtigt werden, jedoch sind aus dem Umstand, daß es auch Gemeindemuglieder gibt, die das Rcligivnsgesetz nichl in allen Teilen als verbindlich ansehen, bestimmte Konsequenzen zu ziehen, zumal in Fällen wie dem vorliegenden durch die Slaatsgesetze ein Zwang auf die Gemeinde ausgeübt werden kann. Tamil ist die Interpellation erledigt. Der Vorstand wird gebeten, dem Großvater und dem Vater des Verstorbenen entsprechende Mitteilung zu machen. Schließlich wurde von dem Bericht des Gefängnisgeistlichen für die Zeit von: Z. Oktober bis 31. Dezember 1927 Kenntnis genommen. /ckvvinn H/torck vo«S»estr. tS. TdpstewI^oleMy Aus den Gemeinden. Berlin. Die Berliner Jüdische Gemeinde ist in dein Rat des Preußischen Landesverbandes mit 10 Mitgliedern vertreten, von denen 4 der liberalen, 5 den nichtliberalen Parteien angehören; der 10. Sitz wird durch Herrn Caspary als sachverständigem Fachmann für Wohlfahrtsangelcgenheiten eingenommen. — An Stelle des verstorbenen konservativen Mitglieds des Gemeiudevorstandes Bruno Galewski wurde Dr' Ist Kahn (konservativ, Misrachist) in den Gemeindevorstand entsandt. — Breslau. Die Bresläuer Synagogengemeinde plant die Errichtung eines jüdischen Museums in der schlesischen Hanptstadt. — Erfurt. Die endgültige Festsetzung des Hanshaltsplanes für 1928 wurde in Einnnd Ausgäbet mit 82 846 Mark beschlossen. — Frankfurt a. d. O. Das durch den Fortgang des Herrn Rabbiners Dr. G r ü n nach Danzia erledigte Rabbinat wird demnächst durch die Berusung des Herrn Rabbiners Dr. Jgnaz M a tili a u m ans Bingen neu besetzt werden. — Hamburg. Am 4. Jan. ist das Mitglied des Gemeindevorstandes, Herr Joseph Lippm a n n, im 77. Lebensjahre verschieden. — Königsberg. Am 23. Dezember v. I. verstarb im Alter von 83 Jahren Kommerzienrat George Marx, einer der Führer der Orthodoxie des deutschen Ostens. — Leipzig. In der Sitzung vom 12. Dezember v. I. wurde auf Aulrag des Vorstandes der Gemeinde der Steuersatz auf 12 Prozent festgesetzt. — Durch Entscheidung des Wahlprüfuugsgerichts vom 11. Januar wurde die Wahl der Gemeindevertretung vom 27. November v. I. für ungültig erklärt. — Mainz. Am 27. und 28. Dezember v. I. fand die 5. Sitzung des Verwaltungsrates des Judaistischen Instituts der Universität. Jerusalem "statt, an welcher u. a. auch Herr Prof. Frei mann aus Frankfurt a. M, teilnahm. Es wurde beschlossen, unter Beibehaltung des spezifischen Forschungscharakters des Justituts in den wichtigeren Fächern die Abhaltung von Universitätskursen in einer besonderen, vom Forschungsinstitut getrennten Abteilung zu autorisieren. Zweck dieser Kurse ist, einem'weitereu Kreise von Studenten die Möglichkeit zu geben, sich wissenschaftliche Kenntnisse in den am Forschungsinstitut gelehrten Fächeru zu erwerben und Studierende zum Eintritt in das Forschungsinstitut vorzubereiten. Bezüglich der angeregten Errichtung eines Lehrstuhls für jiddische Sprache und Literatur erkannte der Verwaltungsrat im Prinzip die Notwendigkeit eines solchen an, sprach sich aber für ein vorsichtiges, die friedliche Entwicklung des Instituts nicht beeinträchtigendes Vorgeyen bei der Verwirklichung dieses Planes aus. — Mannheim. Auf Autrag des Synagogenrats wurde die Festsetzuug des Steuersatzes mit 0 Prozeut beschlösse«. — Nürnberg. Der Steuersatz beträgt 11 Prozeut. — Vom 1. Januar ab besteht die Verwaltung der 'Kultusgemeinde Nürnberg aus 33 Vertretern (21 Liberale, 10 Volksparteiler, 1 Ostjude und 1 Vertreter der „Freien Linken"). — Ulm. Am 18. Dezember v. I. ist Rabbiner Dr. Straß bürg er im Alter von 43 Jahren an einem Herzschlag verschieden. — Worms. Am 12. Januar feierte der Ehrenarchivar der Gemeinde, der frühere Hauptlehrer Samson Rothschild, seinen 80. Geburtstag: R. hat sich durch seine Forschungen ans dem Gebiete der Geschichte der Juden in Worms verdient gemacht. — New Jork. Am 10. Jannar wurde hier der 80. Geburtstag des verstorbenen großen Philanthropen Jacob H. Schiff feierlich begangen; Schiff wurde am .10. Januar 1847 in Franks u r t a. M. geboren. vsk- Verkauf o!sr «ecoko xoc«?op>-e un«s vrst pksnnsn stsllt SMSN k^seorci o!sr, cisnn wir vsrkauftsn vis ksuts üksr SSV StS5«K. Das Xociisn mit ctsm k?seoro!-!<Oo!itopf ist sin Vsrgliügsn, 68 srspart ^sit unci Qslci. 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