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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-02-01 · 6 (2.1928) · p. Seite 177

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
6 (2.1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 177 (sequence 9)
Language
German
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177 Bedenkt man nun auch, daß die Kinder im zarten Alter, trotz des besten Willens der Eltern, in den Stunden, welche diese dem Hauswesen oder ihren Geschäften widmen müssen, oft dienenden Personen überlassen sind, die vielfach nachteilig auf sie wirken, wird sich das Streben unserer Zeit auch kleinere Kinder in Bewahranstalten unterzubringen, als höchst bedeutend darstellen." Diese Mahnung fiel auf fruchtbaren Boden. Am 4. November 1639 wurde die Kleinkind erfchule durch den Leiter Hochstädter mit 20—25 Kindern „einfach und würdig" eröffnet. Die Teilnahme an der Anstalt wuchs zusehends, und jüdische Kindergärten sind seitdem in Frankfurt eine ständige Einrichtung. Nahida Ruth Lazarus. Von Gemeinderabbiner Dr. Arnold Lazarus. Am 12. Januar dieses Jahres hat der Tod einem reich bewegten Leben ein Ziel gesetzt. Die Menge der äußeren und inneren Erlebnisse dieses Daseins ist so groß, daß es unmöglich in einer flüchtigen Skizze zutreffend gezeichnet werden kann. Um so schwerer ist die Erfüllung dieser Aufgabe für einen verwandtschafilich ganz Nahestehenden, dem die nötige Entfernung zur rechten und gerechten Betrachtung fehlen muß. Nur eine Reihe von Merkzeichen, wie sie bestimmte Daten darstellen, kann hier gegeben werden. Am 3. Februar 1849 ward Nahida geboren als Kind einer Tochter des tgl. preußischen Majors Sturmhöfel. Einer der Revolutionäre des Jahres 1848 ist der Vater gewesen. Er hat der Mutter Nahidas bitteres Herzeleid angetan. Aber das stolze, aufrechte Weib sührte den Kampf ums Leben für sich und ihr liebreizendes Töchterchen mit mutiger Entschlossenheit. Nach mancherlei Irrfahrten und schweren Entbehrungen nahm eine italienische Gräfin das geistig hochtalentierte Kind zur Erziehung in ihrem großartig gcführien Hause an. Aber die Liebe zur Mutter war stärker als alle äußere Behaglichkeit und aller Glanz und Luxus im gräflichen Hause. Mutter und Tochter vereinten sich wieder, und die geistige Entwicklung Nahidas.schritt rüstig fort. Schon als etwa zwanzigjähriges junges Mädchen begann sie, die Wohl auch eine Zeitlang der Schauspielkunst sich gewidmet und ganz hervorragende zeichnerische Leistungen vollbracht hat, zu Schriftstellern. Eine stattliche Reihe von Novellen, Romanen und Dramen ist ihrer Feder entflossen. Genannt seien nur das Schauspiel „Konstanze", ihre „Sizilianischen Novellen", und der Roman „Geheime Gewalten". Durchaus eng und innig wurde Nahida Sturmhöfel mir der Literatur verknüpft, als sie den Theaterkritiker der „Vossischen Zeitung" in Berlin Dr. Max Remy heiratete. Ihr Gatte kränkelte — sie wurde auch bald mit dem schweren Los einer Witwe belastet — und sie übernahm willig und gern seine Unterstützung, schließlich auch seine Vertretung in seinen literarischen Arbeiten. So sind in der genannten Zeitung, wie auch in Westermanns Monatsheften viele Aufsätze von ihr über Geschichte, Kunst, Soziologie, auch Theaterkritiken erschienen. „Anfang der achtziger Jahre bestimmte mich," so schrieb sie einst selbst, „die in meiner Geburtsstadt Berlin auftauchende Anfeindung der Juden zu Studien über dieses so interessante Volk. Ich lernte die hebräische Sprache, verschaffte mir Zeit- und Streitschriften für und wider Israel und vertiefte mich in die einschlägige Literatur." Hier tritt der geistige Wendepunkt im Leben Nahida Remys ein. Ihr Interesse für das Judentum erlahmte nicht, e5 wurde gestärkt und gesteigert durch ihre Beziehungen, die sie zu Moritz Lazarus und zu dessen Freund und Schwager Steinthal gewann. Die geistvolle Frau fand Fülle der Aufklärung bei diesen Leuchten der Wissenschaft. Vor allem hat sie in Moritz Lazarus ihren Lehrer und Meister erblickt. Frucht ihrer Studien waren viel besuchte Vorträge, die sie, die Christin, über jüdische Gegenstände hauptsächlich in den jüdischen Literaturvereinen hielt, wie auch ihr bekanntestes Buch „Das jüdische Weib" und nicht zu vergessen die „Kulturstudien über das Judentum", die eine reizvolle Darstellung jüdischen Brauchtums und vor allem jüdischen Gebetslebens darbieten. Es kam das Jahr 1895. Moritz Lazarus halte seine Gattin verloren. Die seelische Bindung zwischen ihm und seiner Schülerin, die ihm in inniger Verehrung zugetan war, steigerte sich. Sie war so stark, daß der Altersunterschied des 71jährigen Mannes und der 46jährigen Frau überbrückt wurde. Die Ehe vereinte die beiden auf der Höhe geistigen Lebens wandelnden Menschen. Daß Nahida zuvor zum Judentum übertrat, war für sie und ihre bereits gekennzeichnete Entwicklung ein selbstverständlicher Schritt. In einer biographischen Erzählung unter dem Titel „I ch oi«ve?iiee« erkalten Kröte, ^lekl, Kompotte etc. 8tets trisck in <Zer Kinkvrn-Apotkeke 5rankfu?t s. IVI. Kstkensuplst? 1?ernspreclier: ljanss 346/347 Verlangen 8ie bitte Lpezisl-Preisliste. II».. Altbekanntes SpezialHaus fetner Lederwaren, Koffer und Reise-Effetten Loewenherz gegt.1881 Goethestraße 13 gegt.1881 Große Auswahl Billige preise Se^M^chli/?s/ ÄwSM >5<s/z^ /ösöe /??6/>? <As5//?/F66o5sF 9oe/Aes//'asse /5 s6 Z^?. As/?5/s^ /?soö AeHestivsse N?. ss ve^/eF/. ----L)?/sH^/'/7?6/'/?6 ^SFe^ L5/ soös^Vtt, F6V^6 /'oö Stt/ ^s^e/? /oio Sx/w-KatM »^l «N/n/NL/Vö/'e//

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