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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-01-01 · 5 (1.1928) · p. Seite 149

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
5 (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 149 (sequence 17)
Language
German
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149 Die Borkriegsziffern sind zwar noch nicht erreicht, aber wir nähern uns ihnen von Jahr zu Jahr. Man bedenke, daß von den 305 Kassen, die im Vorjahr in Rußland bestanden, allein die 135 von uns subventionierten 73040 Mitglieder, 20 000 mehr als im Vorjahr zählten und sich mit annähernd 365 000 Personen befaßten. 1912 zählten die 341 von uns unterstützten Anstalten 206 071 Mitglieder mit einem Interessentenkreis von einer Million Personen; aber in diesen Ziffern waren die Darlehenskassen von- Polen, Bessarabien und Estland inbegriffen,-während sie innerhalb der Grenzen des heutigen Rußland nicht mehr als 186 betragen. Der Unterschied ist also wesentlich geringer, als es den Anschein hat. Unser L a n d w i r t s ch a f t s w e r k setzt sich in Polen, Rumänien und Rußland unaufhörlich fort. Wir haben uns bekanntlich zur Ausgabe gestellt, in diesen Ländern die alten jüdischen landwirtschaftlichen Zentren wiederherzustellen, die durch den Krieg sehr gelitten hatten und ohne unsere Mitwirkung zum Wiederausbau nicht imstande gewesen wären. Mit verhältnismäßig geringen Kosten haben wir so Taufende von Familien, die seit langem mit dem Boden verwurzelt sind, retten und ihr Wohlergehen sicherstellen können. Während wir so den alten Siedlungen unsere Unterstützung angedeihen ließen, haben wir gerade in Nußland eine vollkommen neue Kolonisationspolitik begonnen. Die zahllosen Schwierigkeiten, auf die der Jude in diesem Lande stößt, wo der nur widerwillig zugelassene Handel fast nur zu Mißerfolgen führt, haben natürlicherweise eine beträchtliche Anzahl von Juden auf das Land getrieben, wo sie ihr Brot zu verdienen hoffen und an der behördlichen Landverteilung teilhaben wollen. Die Sowjetregierung leitet durch ein eigens hierfür geschaffenes Organ den „Komset" dieses Werk neuer Kolonisation und gewährt ihm wertvolle Unterstützung. Seit 1923/24 sind Siedlungen jüdischer Ackerbauern entstanden und vergrößerten so die Zahl der 20 000 jüdischen Familien, die bereits vor dem Krieg Ackerbau trieben. Seit dem letzten Jahr beteiligt sich unsere Gesellschaft an dieser neuen Kolonisation. Wir haben es übernommen, 1926 für uns allein auf den zirka 15 000 von der Regierung zur Verfügung gestellten Hektar, 300 Familien anzusiedeln, eine Zahl, die später auf 900 erhöht wurde. Diese Kolonisation, die für immer einen Markstem an der jüdischen Geschichte darstellt, wird tatkräftig fortgesetzt. Die ersten Schätzungen haben sich sehr bald als unzureichend erwiesen. Seit dem letzten Jahr haben wir es für richtig gehalten, tm Interesse unserer russischen Glaubensgenossen unsere Aktion zu beschleunigen und auszudehnen. Da5 in unseren letzten Sitzungen genehmigte Programm sieht die Ansiedlung von ungefähr 3300 Familien vor. Diese neuen Siedlungen grenzen an die alten Kolonien und mit den vom Agrojoint begründeten Gruppen bilden sie große, von einer beträchtlichen jüdischen Bauernbevölkerung besetzte Gebiete. Es bleibt zu erwähnen die von unserer Emigrations- Abteilung im letzten Jahr abgeschlossene Unternehmung, deren unleugbarer Erfolg die Schaffung der „Hicem" ermöglicht hat. Es handelt sich um Flüchtlinge, die sich in den Häfen osteuropäischer Länder angesammelt hatten. Die Umstände, unter denen sich mehr als 8000 jüdische Emigranten vor drei Jahren in Polen und Rumänien befanden, sind bekannt. Sie konnten sich nicht nach Uebersee einschiffen und waren andererseits von der Ausweisung aus ihren Zufluchtsländern bedroht, bis unter dem Namen ..United Lvacuaiion Lommntee" eine Organisation geschaffen wurde, die sich aus die jüdischen Emigrationsbüros der ganzen Welt stützen konnte. Am 1. Oktober 1926 konnte dieses Komitee nach erfüllter Aufgabe aufgelöst werden. Dieser Erfolg, der die Wohltat -methodischer Organisation und des Zusammenschlusses jüdischer Gesellschaften erkennen läßt, hatte den für die Folge einzuschlagenden Weg gezeigt. Unverzüglich wurden Verhandlungen eingeleitet, die zu einer Verständigung zwischen unserer Gesellschaft, der Hias und dem Emigdirect führten, worauf sich hinsichtlich ihrer Tätigkeit auf dem Gebiet der Auswanderung die drei Organisationen in eine einzige Gesellschaft zusammenschlössen, die fortan gewissermaßen einen „Trust" der jüdischen Ein- und Auswanderung der alten und neuen Welt darstellt. Wir werden in Zukunft das Nebeneinander verschiedener jüdischer Gesellschaften nicht mehr zu bedauern haben, die es sich zum Ziel setzen, den Emigranten in ihren -Herkunftsländern, während ihres langen und schwierigen Reisewegs und schließlich in ihrer neuen Heimat beizustehen Wir beglückwünschen uns zu diesem Zusammenschluß uns sind sicher, daß er für die jüdische Wanderbewegung wertvolle Ergebnisse bringen wird, in einem Zeitpunkt, wo es mehr als je nottut, daß die jüdischen Organisationen Hand in Hand marschieren, um für ihre leidenden Glaubensgenossen mkhr Freiheit und Wohlergehen zu erobern. ich auswärts esse, gehe ich in s . . . Park-Hotel W-Mrel. WM X5i5e«r?«555« sa 2 Xspellsn Vanzedsr XKIN U,k»»ß?HVa»«S <ZelSgsnI,^ts-icsu«Q! I»eignsr po^sllan, Xun8t unll Antiquitäten. Special: feine VIvikrietsIIv, eifenbein-Hilinistunsil unll Silben k ttsinriek. Xsissrstr. 57?SIi!sI«- V,IK5V50L»«, Klviii»« Sieg»«?»»»» « WIM MMM «5-?MUW >vZrm ebeLt3nälA. 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