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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1928-01-01 · 5 (1.1928) · p. Seite 141

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
5 (1.1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 141 (sequence 9)
Language
German
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5Iekemia8 ^nton ^lobel. (Tur sechsten >V!ederkenr des l'odestsges: 2^. Januar/24, lewet) Von vr. Dugon Atavsr,?rankkurt a. N. vis vsrdorgsns Ilnruds, von der Rodel 2uwsilsn getragsn sedisn, ist 2um?eil aued kür sein äuüerss Leben dessiedvend. In Ungarn am ß. Rovemdsr 1871 geboren, 2iedt er als LisbenMdriger mit den Litern naod Lalderstadt, wo gleiek2eitig Xlaus und vomgvmnasium den Orund 2u seiner Bildung legen. Dann von 1892 ad drei ^adrs Raddinerseminar und Universität in Berlin, wo er das Olüek datte, eine ein2igartige?ülls dsrvorragender Uänner als Innrer Tin ünden: Lsriel Lildesdeimsr, David Lokkmann, Bartd, Berliner am Leminar und an 6er Universität Teller, 'I'rsitsedke und Lodmol- 1er, viltdev, Lried Lodmidt und Ourtius, Lteintdal, La2arus und Vu-Lois-Revmond. IZier erward der Mnge Ltudent seine reieds dumanistiseds Bildung, ader 2Ugleiod datte er in den talmudiseden Ltudien einen so doden <?rad erreiodt, daü er 2eitwsiss IZildesdeimer ssldst im Lekiur vertreten durkte, und aued als Redner ragte er sedon damals unter den Lsmina» ristsn kervor. Vor dem ^dgang vom Leminar im Leptemder 1895 war er in Berlin als?rivatrabdinsr tätig gewesen, er wurdo dann in Mresoden gswädlt, konnte ader wegen des Militärdienstes die Stelle niedt antreten und kam 1897 naed X^oln an die (Zdevra „lalmud 1?ora". In Bonn promovierte er mit einer ^rdeit üder Lodopendauers l'deorie des Lodönsn, in der er die Mdängigkeit der ^.estdetik Lodopendauers von Hant naed2Üwsissn suodts. Raekdem er dald därauk gedeiratst datte, wurde er an die Oemelnde ^daL Hsroe! in I<Snigsber? dsruksv, sodsint sied ader dort niedt eingelebt 2u daben und viellsiedt 2weikelte er damals üderdaupt an seiner Berukung zum Rabdinsr — zedsnkaUs verlieü er die Ltells naed einem dalden ^ladr und 20g, noedmals Ltudent, naed Nsrdurg, um seine Ltudisn vor allem de! Hermann Ooden 2U ergäN2en. Tu Loden trat er, trot? aller (?6g6N8ät2liedkeit6n, in näedsts Bs- 2isdungsn, und er -war es, der dem grolZsn Denker die sedöne. Oradsekrikt sekreiden durkts. ^.us der gleioden Teit stammt die k'rsundsedakt mit Leo Nunk, dei dessen künkund?wan2igz'ädrigem B-addiner-^Iüdiläum Rodel die?estpredigt dielt. Ileder ein .ladr datte er so gan2 der Missensedakt gelsdt, lnadm ader dann 1901 wieder eins Rabdinerstells in Leip2ig an. Iv2wiseden 'war man auk den iuNgen Raddiner aufmerksam Akkorden, im ^ladr 19V6 ^vurds er als suvsiter Raddiner naek 1?amdurZ> und 1910 naed Frankfurt a. N. deruksn. Hier dlied er dis?u seinem lod am 24. Januar 1922. vis Versuede Uermann Oodens, ikn naod Berlin?u mieden, datte er edenso ausxesedla^en, 'wie den Ruk auk das wiener 0derraddinat. Die elk ^sadrs in?rankkurt braodten alle Xräkte seiner?srsonliodkeit voller^ Reike, und ^enixe Moeden vor seinem l'od, als dätts das drodsnde Ledieksal ssldst dsn adnun?slosen freunden und Lodülern einen Mink ^e^eden, kaLts dis k'sisr seines kUnki^sten Oedurtstaxs nood einmal die 'weitausstrahlende Mirkunx seines Lodakksos in deAlüekendsm V^iderkall Zusammen. ^us drei Yusllsv strömte idm die Xrakt 2u soledsm wirken?u: aus dem Ltudium und der Erkenntnis des (Ze- Sethes, aus dem 'Wort, aus der Verdundendeit mit der jüdiseden Mirkliedkeit. Der kostdare Rinx, der die Quellen kakts und einte, ^ar die sedr reine und adeliFs Nensodliodkeit, die üder diesen kleinen XNrpsr mit der derrliodsn Ltirn, den tieksn, dunklen ^.uAsn, den keinen Händen ausgegossen ^ar. vis glei'ode Nensedliekksit, die sied in der dankdaren I^iede kür die treue I-sdensgenossin, in der Tärtliodksit kür sein Xind, in der ^.ndängliodksit an seins?rsunds kundgad. Lei all dsm ivar er im Orund eine einsame Mtur. In seinem Raddinerdsruk ging er vollständig auk, /weit entkernt ader von Heder sedadlonsndakten Betätigung, der denkdar grvkte <?egensat2 2um Rsligionsdsamtsn. 'war ein sodönss Tsugnis kür dis Ilrtsilskrakt seiner ^mtsgenosssn, da.^ der vsutsoks Räddinsrverdand idn 1919?u seinem "ersten Vorsitzenden ^väklts, vislmsdr, ^vis Laeok später sagte, idn gar niedt erst 2u 'wäklen drauodts, -da er dood als gegedensr l^üdrer dastand. ^ls Narkus Hyrovit? 1910 stard, -war dis Nvoede innerer Xämvko in der?rankkurtsr (Zemeinde, dis gegen die Hütts des 19. ^adrkundsrts begonnen datts, -im -wes.entüedsn adgesodlossen. vas orgavisawrisodo Merk ^var von Morovit? klug und 2iels!odsr 2u I?nde gekükrt worden, und Rodel "war es nur vordsdalten, die niedt gas? leiekts FodluSsteinlegung in Der vorstellende ^ukssts ist Zuerst in der ffestsckrikt ^isrscdi". öerlin^K687. ersckienen. der neuen Oemsindsverkassung 2u üderv^aedsn. vas üderliekerts Judentum ^var in seins vollen Reedts eingesetzt, >viodtige (^emeindeeinriedtungeo Ovaren ssiner nadexu autonomen Verwaltung anvertraut,?rankkurt wurde medr und mekr 2um Vordild kür anders deutsode und ausländiseke (Gemeinden. In diese politisod dekriedete ^.tmospdärs trat Rodel, sie dot idm eins?rsideit des Ledakkens, wie er sie sied nur wünsoden konnte, und er dskruedtets die gärige (Gemeinde, weit über seinen engeren Xrsis dinaus. I^iedste Betätigung war idm die Halaeda, das Ltudium des lalmuds und der anderen Religionsyuellen. Rur dei odsrnäedliedsr Bstraedtung konnte es sodsinsn, daü mit dem Mort „^ggadist" der l^ern seines Msssns gstrokksn wäre, weil er es liebte, seine (bedanken in romantiseder k'reidsit aus2udrüeksn. ^.bsr wer ikn beim Lernen sad, der wuLte, wie ungsdeuer ernst es idm damit war, gerade weil er sied der Ledwierigkeit, sin unsrmsüliedss Ltokkgebiet aued nur in seinen Laupttsilen 2u dederrseden, duredaus dewulZt dlied. Ds war einer der unerkülltsn Münsods seines Lebens, datZ er sied niedt als Nann noed sin ^adr oder länger in Litauen aussedlieLliod der (Femara widmen konnte. Von Tugend an glänsend vorbereitet, wuüte er dieser (Femara immer neue Leiten abzugewinnen; spezielle Ltudisn, besonders im römiseken Reekt, dattsn idn dis auksedluüreieds Netkode der Verglsiedung geledrt. Lein grolZss Missen, aued auk klässiseden und pdilosopdisedsn Osdistsv, maedts Hede Lekiurstunde dei idm niedt nur?u einer Quelle der Missensdersiekerung, sondern — was den Neister über den vurekseknitt seiner Tunkt dinausdebt — 2u einer einzigen k'ülls von Anregungen?um sslbständigen Msiterlsrnen. vis Bedeutung, die er gerade dieser Leite ssiner Arbeit Zuwies, xeigts sied in dem gswisssndaktsn Liksr, mit dsm er seine Lediurim vorbereitste, mit dem er auk Hedsn Linwand der Ledüler weitausdolsnd einging. Lr sad sedr klar, dak das „Lernen", das Missen vom <Zeset2 dured keine Ksdankendaktigksit, kein ekstatisedes Erlebnis ersetzt werden kann. Linigs ssinsr dalaekiseksn I^ntsrsuedungsn sind gsdrriekt und werden dokkentlied noed mit seinem üdrigen dandsedriktlieden RaedlaL gesammelt derausgegsben. Tweimal wurden solods Arbeiten 2um Nittelpunkt ausgededntsr viskussion, das sins Zlal, als sr die Linriektung des Lruw degründete, das anders Nal, als er sied kür die Verleidung des Madlreodts an die weidd'eden Nitglieder seiner (Gemeinde ausspraed. Leine Lsdrmetdods war niedt, was man svstematised nennt, und bewegte sied keineswegs immer auk dem alten ^IIH^N Lr xtlegts um wiedtige Tusammendänge auk2U2eigen und durok2ulernen, gan2s Leiten 2U üdsrsedlagsn und nis msdr 2u idnsn 2urüek2uksdrsn, absr dafür datte diese Nstdods den Vor2ug, dem Ledüler ein2slns Institutionen des Re1igi0nsg6S6t268 bis in idrsn innersten Oedalt vor ^ugen 2U küdren, wie etwa, die Bürgsedakt, das?kandreedt, das Tinsvsrdot. Und auk diesen inneren (Zekalt des (?eset268, auk ,,öeist und Lesls und letztes Ledensgedeimnis der religiösen Ledriktdeiuimäler" kam ss idm duredaus an; sis ins Leden din2ustellen, am Lsdsn 2U bswädrsn, dies er8t und dies allein sedien idm den Naedtansprued des mündliedsn Oeset2es divrsiedend 2U rsodtkertigsn. Leine Vorträgs über den (Zeist der IZalaeda maedtsn manedem okkenkar, dalZ es sied dadsi um ^.ndsres und (5rölZsrs8 dandslt, als gerade nur um die Miederdolung von^ venküdungsn. ^us dieser Orundsinstellung stellts er der l?rlösungsreligion dis Oesetsesreligion entgegen und küdrte an den einzelnen Ltadien der däusliedsn Labbatkeier den Raedwsis der immer neuen, sodöpk6ri8eden Xrakt des (5eset26S, um mit dem ^.usruk 2u sedlieüen: „vsr Laddat ist die Beladung des diesseitigen Lsbsns und somit der 6sist der Kalaoda das groks ,,^a", das wir der Melt 2uzuds1n". Im landläutlgsn Linn dat Rodsl wenig „gesodriedsv". k'ür diesen grolZen Leser, dsm am wodlsten war 2wisodsn ssinsn Lüodsrn und seinen LZ^^D ^i« er sis gern sedsr^end. einteilte, kür idn gab ss in Madrdsit nur sins .^.usdrueks-. korm: das Mort, dis Rede. Lsins Bredigt, okt von ditdvramdisodem Lodwung getragen, war sedon rein spraedlied ein l?reigni8.! Va8 Mort draed aus idm dervor wie ein Lsrgbaod, es^ überüutete den Tudorsr und — idn ssldst. va türmte sied Bild auk Bild, 6esiodte wurden (Gestalt, und demütig muLte, aued wer idn niodt vorstand, idm. kolgen, dingerissen vom ^ndliek des mit der?1ut Ringenden. In der l'at, diese sekeinbar-- so mudelos 8trömsnds Rede war der unausgeset2ts Tampk sines Atensoden mit einem dämoniseksn „Ls", von. dem er desessen war, das idn reden diek und aus idm spraed.. ^der es war immer nur das religiöse Clement, das idm diese Xrakt 2uküdrte, und es mag, nun aus der Rüeksodau, sodeinen,

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