Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 5 (1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 10)
- Language
- German
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dak »eins berüdmtsn Vorträgs Uder „Oegenständs", selbst wenn diese (Gegenstands Xaboala oder Oabirol oder (Zostks disksn, aus einem gan2 anderen Le2irk seines Uesens kamen, trot2 idres Reiodtums im Indaltlioden und Normalen niodt dsn glsiodsn ^.uktrisb dattsn wie seine Rredigt. ^.uod bei der predigt kreilied konnte es — selten genug! — gesodsden, dak dieser ^.uktrieb kedlts, sie stand auod dann nood weit übsr dsm vurodsednitt, aber es war, als säde man einen leerlaukenden l^otor. ^enes „Ts" konnte auod er niodt derbezwingen. Vorbereitet im üblioden Linn Ovaren seine Rrsdigten käst nie. Neist kand er erst in dsr Naodt 2uvor dsn?Ian, naod dsm er spreoden würde, und diese durod waodtsn Meute waren von der Rein des Lodakkens erküllt. Wenn er aber dann auk der Xan2sl stand, dann war er dsm Wort so ssdr Untertan, dak es vergebens gewesen wäre, es bedsrrsoden 2u sollen. Dieser gewaltige Rrediger war niodts weniger als ein gewandter Redner, ^.us zenem Ilntertavssm kolkte mit Notwendigkeit, dak es idm unmögliod war, sied naod den ^udörern 2u riedtsn, siod etwa auk ein destimmtss Niveau 2u stellen, das allen erreiokbar gewesen wärs. 8olods Xon2ession an die Ropularität wärs bei idm niodts anderes als 8slbLtvsr1sugnung, das dsikt Ilnwadrdaktigksit, gswssen. 80 vis er jene Ltells von Rinodas beutete, wollts sr über dsr Osmsinds Steden, sie 2u sied smporrsiksn. Niodt aus IZoodmut, sondern gsrads weil sr mit dieser (Gemeinde im?isksten verbunden war, weil in Mad.rd.eit die (Zemsinds es war, dis ikn trug. Ds waren niodt nur sodöns, okt ersodüttsrnds Worts, dis man 2u dören bekam, niodt nur küdns, belskrends Auslegung des 8odriktworts, es war ein kestlioder ^ug von <?s- Zanken und tisksn Erkenntnissen, die er dsm IZörsr Zarbot, ^gav? odns zsns vorsiodtigs Dosierung, die sied kür Ais vielen nood bsvorstsdsnden Rrsdigtsn aukspart. Da konnte sr am Nsuzadrstag mit dsr?rags beginnen, warum niodt dsr ersts ^bsodnitt 6er Lokrikt vorgetragen vüräe, unÄ kanü in 6er IZaktara von Odanna 6is Erklärung, 6a6 äie (Geburt cles Älensoken viektiger sei als Äie (Geburt 6er Melt, unä von äa küdrte es idn?ur Apologie Äes Volks unÄ ssiner KlAudigksit gegenüber 6em beamteten?riestsr. O6er es ilbernel idn 6is <5evslt Äes Latzes LZ^IPN N'NI ^1^2 unä am eigenen >Vort sied ent^ünäenä, lislZ er seine übsr^ältigenäe Vision 6sr göttlioden Ledöpkung leibdaktig ersteden. Religion var idm, vis er es ausÄrüekts. Äas svigs Usimvsd Äer Lsels naod idrer göttlieden Heimat unA Zsr Labbat Aie Verkörperung 6ieser Lednsuedt, ein Ltiiek göttlieder Melt auk IZrZsn. vabsi var er Zuredaus niedt Äer vsltabgevanüts Uvstiker, kür Zen idn maneder dielt. Immer vieAer vies er auk 6is l^otvenäigksit Äsr praktisedsn Hebung 6ss Oeset^es din, xugleiod aber auod auk 6is Verwurzelung im Oegsnwärtigsn. Mie sr es an Rabbi ^kiba bswunäerts, 6aL sr so sskr in ssiner Tsitliedkeit gestanden datts, so meinte er einst, 6sr Leginn <Zsr l'eülla, laute „Unser Oott unä Oott uusrsr Väter" statt 6er umgekedrten, edrovologisod riedtigeren Fassung, weil eben nur unser (?ott auod üsr Oott dsr VAtsr gevsssn sein konnte. .^us dieser Aegenwartigksit seines V^essns erklärt sied seine Einstellung?u Oegenwartskragsn und?um Zionismus, vis üblioden Lodlagworts waren idm kremd, kast unverständliod. In seiner leider niedt?u l^ncis gekükrten Auseinandersetzung mit Rads lsdiH er die IZs^eiodnung „ortdodo^" und „liberal" als odristliods Fragestellungen i-undweg ab und küdrt dann aus, des (Asmeinsamen 2wisoden beiden Riodtungen sei so viel, daü das RewulZtsein der Zusammengedörigksit als (^emeillsodakt bildendes Clement ssins gssellsodaktliod, nolitisok und religiös sodöpkerisods Tätigkeit sntkalten könns. vis Nedrdsit der dsutsoden ^udsn, sagt sr, dalts an dem Lalomonisodsn Ltandpunkt ksst, dak die Nüttsrliodksit der Oesinnung siod in der I^iebs>?um (Jansen bswü-dre. ^Var er aber gesodioktskundig gsvug, um?u wissen, daö manodss deuts selbstverständliods Requisit der Ortdodoxis nood vor sinsm ^sadrdundsrt als ^.btrünnigksit gsZodtst wurde, so dätts sr dood niemals 'zugegeben, dak diesem lebendigen?Iuö alles odns Ilntersokied unterworfen sei. Dem „.^llss klislZt" standen auod kür idn unvsrrüokbars Orsn?sn gegenüber. Niedt nisdsrrsiksn, sondern kortsstssn im ^eg der l^rläutsrung, der Anwendung des <?ssst?ss war auod idm die ^.ukgabs, wis stets seit IZillsIs l'agsn. 80 konnte sr, dsr .,Älvstiker", kabbalistisods Snislsrsisn aus dsm Vsbstbuod strsiodsn, absr auod unnaodgisbig sein Vsto ruksn, wenn idm die <?rsn2S gskL.drdst sodisn, wenn es um den 8abbat' odsr den ksiligsn »Bund odsr dis Dksvorsodriktsn ging. Visse Krenae ziu ssdsn und sin^udalten, ist 2U allen Xsitsn die.^.ukgäbe und dis Verantwortung des lebenden Aesodleokts gowssen. Nobel datts den Kinn dierkür im stärksten XusmaL. Tr lednto ebonsosekr die „gewaltsame?lumvdsit sines Tntwsder-oder" ab, wie er etwa Zugegeben dätts, daL eine sogar von protestantisodsr Leite als „kulturssligss Lodsin- Judentum" be^eiokvets ^nsodauung nur durod Nuanoen von seinem Judentum gesodisdsn wäre. Lolodes Vsrantwortungsgskükl war es, das den Jüngling 2um Zionismus küdrte, idn dann aber vorübergedend die Organisation wieder verlassen dieö. Innerlied dat er dsr Nonsbewegung angedort, seit er von idr wuLte, und idr galt sein letztes ^iVort in dsr Todesstunde. Ledon 1898 datte sr mit ^olkksodn, Rülk, Lodendsimer u. a. seinen Namen unter den ersten ^ukruk dsr dsutsoden Aonisten gesetzt, 19(13 war sr XongrelZdelsgierter in Lasel, und seit der (Gründung des Nisraodi gsdörts sr idm an küdrsndsr Ltslls an.?ür einen Hungen Rabbiner bedeutete es 211 seiner?sit kein kleines Wagnis, siod ökksntliod 2um Zionismus 2u bsksnnen, er ^dat dis Dolgen dieses Wagnisses lange?u spüren bekommen, und nood bei dsn Lsrukungsn naod IZamburg und?rankkurt wurde idm die Oswisssnskrage gestellt, wenn auod wodl nur eine kormals Antwort erwartet war. 80 muk es eine Kode <?enugtuung kür idn bedeutet daben, dak der glsiods vsutseds Rabbinsrvsrband, dsr 1897 dsn Zionismus in ^«dt und Lann getan datts, untsr ssinsm Vorsit? im ^ladr 1919 dis Nitwirkung an dsr Lodakkung oinsr Lsimstätts in Lrs? Israel als dsiligs Rtliodt aller ^udsn erklärte. Wis Nobel 2ur ^ionistisodsn Osdankenwslt stand, darüber gibt sin Lriek ^uksodluü, dsn er in seinem letzten Lsbens^adr, im ^.pril 1921, an Nax Warburg in Llamdurg sedrieb und der suglsiod kür seine ^rt 211 ssdsn und 2u reden bszieioknevd ist. In diesem Lriek dsiöt ss: „. . . lod kann niodt dsutliod sagen, wis siod in mir die sodöpkerisods Lvntdesis awisoden meinem religiösen Rositivismus und meiner kreudigsn Beladung rein pdilosopdisoder Werts voll^isdt. lod wsiö nur, daü dis (^svialitat des religiösen 6ed^anksns in mir waltet und iod mied vor idr beuge. Iod kann auod niodt dsutliod sagen, wis iod in der mied beglüokenden 8odau des 8odönen und künstlerisoden die Tusammensodau entlegener, ja siod bekämpkender Elemente bewirke, ^.ber iod weiö, dak meinem ^uge in bsglüokten 8tunden diese Xusammsnsodau gegeben ist. . . . 80 ist ss mit msinsr nationalen (Besinnung. lüs unterliegt kür mied keinem Xweikel, dak dis Ossodiodts Israels niodt nur religiös 211 werten ist. 8is ist xuglsiod l'rägerin nationaler Tntkaltung. vis Rropdeten empfinden den Untergang des züdisoken Ltaatsgebildes als dsn groksn Lruod idrss eigenen vÄseins. Lsi allem l'röstliodsn und (Bröken, was sie und idrs Lisgslbewsdrsr, dis lÄmudistsn und Rabbinen, von der Viaspora sagen, ist es dood nur eben sporadisod. In dieser national-Mdisodsn (Gedankenwelt wur2sle iod. 8is ist mir keine erworbene Ileberssugung. 8is ist msin lieben, ^.bsr iod kann mir dieses mein I^sbsn auod niodA odns Ooetds, dsn viodtsr dsr veutsoden, denken. Ls ist irgend sins Xrakt dsr Lvntdess in mir, dis beids Nationalismen verbindet und verbündst, led verstsde, dak sis beide stark gsnug sind, um bündniskädig 2u sein. . . . Iod begrüks mit Wärms und Her2liedksit Idrs grokangslsgtsn 8ät?s über die religiöso (Gestaltung alles in I?rs2 Israel 2U (gestaltenden. Wis 8is smptinds auod iod: l?rs2 Israel dark niodt ein asiatisodes Lalkanstäätoden werden, auod niodt sine blöke evglisods Kolonie.... Religiöss Wiederbelsbung muK dsr 1et2ts 8inn des neuen Werkes sein. Niodt durod Vngs und Unduldsamkeit werden wir dsn Oeist über Drs2 Israel ausgieken. vis ^ionistisods Organisation, dat' siod verpkliodtet, das Rsligionsg6set2 kür idrs amtlioden (?sstaltungsn als bindend 2u erklären. Nsdr kann man kür jst2t niodt von idr verlangen. Im Alisraodi, dsn iod vor 16 ^adron mitbsgründst dabs, ist eins starke rsligiöss Föderation innerkalb dsr allgsmsinsn 2ionistisoden Organisation erstanden, ^u dsm Nisraodi und seinen?ordsrungsv steds iod in* allem Wsssntliodsn. vurod (?6g6Ngründungen, durod Xsmpk und?wist und gegenseitige IZsrabsetöung Religion sodakksn 2U wollen, dsiöt dis Lssls dsr Religion mikvsrstsdsn. vie" eodtsn l'räger des religiösen (?sdanksns sind niodt so kurodtsam, unduldsam ssin 2u müssen. Religion gedsidt nurauk gewaodssnsm Loden, vis Ortdodoxis. selbst bsdark einer Wiedergeburt. Das dsiligs I^and wird ssins dolde Alütterliodksit sntkalten und die I^rakt des <?sbärsns gsbsn... "