Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 4 (12.1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 98 (sequence 10)
- Language
- German
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98 Haus ^Rothsct)ild^ besitzen,^ si^ Pamphlete ^antisemitischer, antialso die Ob^k^^ gl^ e^b^ Ma^ wird^ die ^nüht nur ^e Kur^der Swatspapiere ^ktie^t, schaftsgefchichte Juden hat es ^seit dem Mitallen Zeiten gegeben. Das kanonische Zinsverbot der Kirche, das es de^n^ Katholiken ^nicht ^gestattete, Geldb^ndel zu treiben, eine^Zunft aufnehmen zn lassen, wirkten schon frühzeitig in gleicher Weise dahin, die Juden zu zwingen, sich Durch den' einzigen Erwerbszweig zu ernähren, der ihnen gelassen war, den Handel, und zwar, da auch der Großhandel ihnen nicht frei war, den Trödel- und Geldhandel. So ist denn nicht erstaunlich, daß sie diese Geschäftszweiges ihr^r^Energie^und Zähigkeit'aufnicht unbedeutendem Reichtum brachten. Mit der wachsenden Entwicklung der Geldwirtschaft und der Ausbreitung des Warenhandels mutzte^ sich^ihre^wirt schaftliche Bedeutung steigern, da sie als Träger de/ absolutistischen Staates der?^i Nanz technik^^ und Mittel der Juden bedienten, um sie ihren Staatszwecken und Privatbedürfnissen zn nutze zu machen. Dies erklärt, daß wir seit dem siebzehnten Jahrhundert überall in Deutschland und Frankreich Juden als Finanziers der Fürsten finden, als „Hofjuden", von denen der Hoffaktor Karl Alexanders von Würtenberg, der Jud' Süß Oppenheimer. der bekannteste geworden ist. Auch. Meyer Amschel Rothschild verdankt seinen Reichtum und seine geschäftliche Bedeutung vor allem der Verbindung mit einem deutschen Landesfürsten, dem Landgrafen Wilhelm dem Neunten von Hessen-Kassel. Aber während die deutschen Fürsten im allgemeinen sich ihrer Hofjudcn zur Finanzierung ihrer übermäßigen Luxus- und Machtbedürfnisse bedienten, brauchte der Landgraf nicht solche „Konsumtivkredite". Durch ihre Subsidienverträge mit der englischen Regierung, die berüchtigten Soldatenverkäufe für die amerikanischen Kolonialkriege, hatten die hessischen Landgrafen verstanden, sich das größte deutsche Fürstenvermögen zu schaffen, das sie in kluger Weise Verlag ^27) AnAg?nte?l°d^ Rothschild (Jirselals ^Kapitalisten anlegten und verwalteten.^ Meyer ^Amsch^el ver- und seiner Beamten zu erwerben, so daß er in steigendem Maße für die hessische Vermögensverwaltung zugezogen wurde.^Es^ist jüdisch^ t^ar ^ni^t^ son^ die verwandtschaftliche ^Beziehung Hessens zu Dänemark war es Rothschild möglich, 1803 eine große dänische Staatsanleihe unter- . zubringen und durchzuführen, das erste bedeutende Emissions- ^ch^ näml^. große ^r Währung des za^lenden^in lci?tenden^ Lande^ln nnin bedenkt,^ Lösungen^ waren, die Nathan erfand, um die^Zahlungen durchzuführen,^ ohne daß der^ Pfundkurs allzusehr siel. Die ^inanglänzendsten'^und amüsantesten ^apttel^der Finanzg'esc^ichte aller schastliche Dinge 'in ihrer Bedeutung zu erkennen und zu' beeinflussen. Hierbei war für Nathan von großem Nutzen, daß sein lüngerer^ B^rude^ I a m e s seit 1811 in P ar^is war, und von vollständig^fiel. Auch hierbei war'für das^Haus Rotl)fthild seine internationale Ausdehnung von großer Bedeutung; dadurch, daß seine^ Vertreter in^Frankfurt. London und Paris zugleich saßen, Clearing gewissermaßen „in sich^ machen, wodurch die gefährlichen Verschickungen der Gelder in^Mewll oder Tratten^auf Lontrug nicht wenig zu dem sthnel?en ^Sieg der Koalition ^b?^:nd brach te zugleich ^zum ersten Male das Haus ^Rothschild w eine enge die dadurch stark befestigt wurde, daß Rothschild von der französischen Regierung mit der Auszahlung der Kriegsentschädigungsgelder beaustragt wurde und so mit den Finanzministerien aller der Länder in intime Geschäftsbeziehungen treten konnte nnd mußte, die jetZt nach dein Sieg über die Revolution das Schicksal Mit der Befriedung Europas mußten jene Balutengeschäfte aufhören, die wirtschaftlichen Probleme, die jetzt an die europäi- -sclMerige. Die Kontinentalstaaten hatten ^en^Krie^ ge^chrt^durch Aufnahme kurzfristiger, schwebender Schulden, deren hohe Zinsen ihre Budgets belasteten, die Stabilisierung der zerrütteten Wahrungen und den Wiederaufbau der zerstörten Volkswirtschaft verhinderten. Andererseits hatte Englands Privatwirtschaft durch den Krieg nicht gelitten, im Gegenteil, sie hatte aus der Zerstörung des europaischen Handels Profitiert. Da nun der starke Finanzbedarf des englischen Staates mit Friedensschluß aufhörte, mußte