Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 6 (1927-1928)
- Issue
- 1-2 (9.1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
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Doed Bilder derart Lndsn Lied aued in den Nüssen und Lammlungen. Allein das ki^ksmuseum in Amsterdam besitzt etwa dreiüig; ein groüer Laal ist käst aussedlieLlied. Israels gewidmet. Vornedmlied Werks der mittleren Tpoelis sind disr 2u seden, Nädeden und Trauen des Tisedervolkes, nädsnd, Kartoffel sedälsnd, dei 6er Nadlseit, oder aued nur sinnend, sitxend wie in stiller 'Trauer, meist in den Dünen, den Bliek auks Zleer geriedtet, und die Kinder sind immer dadsi, an die Alutter gesedmiegt oder Lisi im Nasser plätsedernd nnd mit dem Ledikklein spielend. Da lednen xwei .^lte üder den?aun xur adsndlieksn Ilnterdaltung, da xerrt ein Hund den Karren dured die Dünen, nnd eine starke Tisederskrau treibt?ur Tile, xur Tluedt vor dem deraukxiedenden Unwetter. Da sitxt sedlueli- /end ein Wsid am Lterdedett idrss Nannes, oder der Uann dleidt erstarrt am l'otendett seiner Trau: ..Allein auk der Welt!" (Dies Bild ist im Nesdag Nuseum.) /^.der du ündest disr aued Bilder anderen Inhalts: Tin Taradiss, ^dam nnd Tva im (Zarten, mild nnd sankt, — man mäedte an l'doma denken. Und dann ein groLes Lild aus der späten Tsit: Die dudendoed^eit. Das l'vpisede in Gestalt nnd Haltung und ^.ntlit^ ist stark detont, aus dunklem Raum tauoden (Gestalten auk, dell deleuedtet wie von einem unwirklieden goldenen Dient stedt das Brautpaar da, die Keilas Handlung naod der vorgesedriedsnen Zeremonie erwartend. Ts ist in der Nalsrsi von Remdrandtsoder Ledöndeit. Ltärker nood als im KiMsmuseum ist der Tindruek von Israels' Kunst im Ltädtisensn Nuseum 2U Amsterdam. Hier sind weniger Bilder, ader Hauptwerke in einem groken liellsn Laal vereinixt. Hier dängt aus der distoriseden Tpoeds „Nargarste vonTarma deim Tnter^siednen des Todesurteils", sorgkältest. gexeiednst und gemalt, die distoriseden Kostüme neinliedst studiert, das Han^s ader deledt durod ausdrucksvolle (besten und ledendiges Nienenspiel. Hier dangen die ersten Bilder aus der „Tiscder"-Tpocds, das mäcdtig groöe „^.m l^rade vorder", das ^arte, innige „I>sacd dem Lturm" Bilder, die nocd niedt krei sind von der romantiscn-sentimsntalsn Tmpündung des iungen Künstlers. l>locd ist das Titerari8cds nicdt völlig üderwunden, nocd scdimmsrt die „Bildung", die keingeistige und?ait smptindsams, dindured! Dies ist anders deim „Lodn des alten Volkes"! Hewiü aued dier eins Lteigerung, ader sie wäcdst so gan2 deraus aus der (Gestalt seldst. ^si<:lrts ist versedönt, nients veredelt, und doen ist diese ^IltaAserselieinunx ein?vnus — es erstens ^vie duron ein Wunder aus dieser trüdsn ^irkliokkeit des l'rödsljudsn eins -wsltoe^vexends Idee. Das Lild. solider und 'wuvdtix gemalt, in xanen, dicken Warden, aber in warmen Ikonen — das liot) in dem Timer wie Her^dlut —, dekerrselit duren seine äulZers und innere Oröüe die ^Vand, den Laal — läkt aUes anders surüekdrstsn, seldstdas an ^.usdeununA weit xröüero Lild „Laul und David". Lin Rissenxemälds — es küllt allein sine ^and —, külrl in den?ardsn, doon nraont>vo11 im Oexensat,? des düsteren, vom „dösen (?eist" dekallensn Königs und des nsllen sonnenliakten Rarkensvielers. Der Neister moodts in diesem Lild -wolil seldsr sin Hauptwerk erdlieken — er datdie Lsens 2um Hintergrund eines Leldstdildnissss Aswädlt, das er als 85Mdrjxer noed gemalt, das liier wie ein Bekenntnis, wie eine ^.rt 'lestament?u uns sprielit. Und nooli an einer dritten stelle kannst du Israels' Kunst in ilirer tieken Innerliedkeit, in inrer seeliselion HröLe erleden: im Oemeende Nuseum im HaaA. Drst vor kurzem dat es das groös Bild „Wenn man alt wird" erworden, das ZZild der ^ltsn im Ltudl mit krummem Rücken und. sinkendem Kopk, mit den knöoliernen Händen, die witternd?um?euer sied strecken, als lledten sie um dsledende ^Väime. Und daneden dängt das Lild, das so mäodtjg ist, niedt dured das Körperliede der Drsedeinung, sondern dured ein geistiges (^esokelien: der ^oraselireider. Ts ist, als würde aus drodslndem Dunkel der Kaum seldst diese Taudergestalt xum Dasein kormen, als sedreide sie wie auk dödsrss (Zsdot, und als müLte — naod Vollendung des Werkes — der Raum sie wieder verseldingen. Tin Trinnerungsdild ist's, an ein so dedeutsames Trlednis, daL der greise Künstler meinen konnte, die Iräume der Kindneit wären idm?ur ^Virkliel^keit geworden. Doed nun noed einmal Zurück 2u dem stillen Haus in dei' Koninginnegraedt, aus dem so viele dieser Werke den Weg in die Welt gekunden. led datte gedokkt, liier vor allem das?u iindvn, was man in den groken (Gemäldegalerien niedt rindet: Ltudien der Trüdxeit, Land^eiednungen, Tntwürke. Und ied täusodts mied nielit.?.war sind deide ^tslierräume, das dunkle im TrdgesedolZ wie das grolZe kelle im ersten Stoek, angeküllt mit Bildern des ledenden und sedakkenden Lolines, ^war dangen in der langen (Valerie, die von den Wodnränmen Tum Atelier külnt, dem Neister gewidmete grapdisel^e IZlätter — ieii seds einen Nillet, einen Teidl, aued einige Blätter von il^m seldst —, ader in den Ledränken versteckt liegen aukgestapelt alte kleine öildolien, Studien naeli?kerden, naed Dünen und Wolken, dünn und kein in trüden Tarden auk II0I2 oder glatter l^einwand gemalt. Und dann entdeckt man xwei IZlätter, die wie ein Xaudersedlag wirken, eins Studie 2ur ,.dudendoel^eit" und sine 2um „Lodn des alten Volkes". s)kksndar die ersten Tntwürke! Xur leiedt, wie tastend gsxeiednet und wenig mit ^Vyuarsll getönt, ader sedon ist das Wesentliol^s da, das l^iodt, der ^.nsdruek. Hier spürt man das unmitteldare Trlednis, glaudt die Lpraods des Künstlers seldst?u vernelnnen und ilnn in die guten, kellen ^ugen xu dlieken. Lin Lokn 6es alten Volkes. Tins erwünsekte Lrgän^ung?u alledem dot das gastlieds Laus der loenter des Äleistsrs, die gar vieles vom Vater gserdt — aued das Lodönste, sedeint mir: das (Zreküdl Mr edle Nensedliedkeit; es wird dei idr 2u praktiseder?at. Sie ist politisek und sozial tätig, ist liderales Mitglied des?rovin2ial- Dandtaxs und ist Oründerin und Deiterin eines Heims kür gekätirdeto Kinder; eins keine kluge Trau, die mit der?1ieder Vsrelirung von ilnem Vater sprielit und manod sedönes Ltüek von idm bewalnt. Die Lilder der Tltern von ^so^ek Israels nnden sied aued dier (in klsinsrsr Torm), sin Kinderdildnis, eine dämmrigs Tandseliakt, ein Bildnis des Künstlers vom Lonne gsmalt, alles persönliede (^adsn und darum dem Hause desonders lied und wert. Und dann wieder sin seltenes Blatt: Noss sodaut das gelodts Tand. In dedräisoder Lodrikt ist die Lidelstelle angekügt. Nit wenigen Tinien im Ltradlenglanxe, wie. körperlos ersedeint die Oe8tÄlt — eine Vision.