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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1927-09-01 · 1-2 (9.1927) · p. Seite 27

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
6 (1927-1928)
Issue
1-2 (9.1927)
Date
1927-09-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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liedsts?ag; aber ied din AM meisten niedergedrückt am „Limelias-^dora". /Vis in meiner dugsnd alle um mied lierum die l'dora kannten, daodte ied okt daran, wie däuüg die l'Iiora vvrdrannt worden war und wie okt duden mit il>r. detzt Pudeln wir, odwolil das ^dorawissen immer meinsedwindet. Weleliv Korten von duden können wir Iialien oline die liolien Grundsätze des Judentums? Warum sollten wir Tivoli ein kleines Kevantiner-Volk zu all den sedon vorliandenen liinzukügen?" 'VVir erörterten 6ara.uk die?rage eines iiedräiseilen Kluds und od etwas derartiges im .Altertum destanden dätte, wozu er meinte: „Der walire Mdiseiie Klud war das ..Betd-Ramidrased", das Kelirliaus, und die eigentliede Ilrsaelis kür den Niedergang des dudentums war, dak wir das „Letd- Ramidraseli" aukgaden und nur die Lvnagoge deideliieltsn." ^cn!?d dia-ain seldst szli sein : llssa^s kils dss ^Vesentlicde seines Redens an. Leine ^Vuksätze üner vorüliergeliende Kreignisso nannte er kurz „Lpäne aus einer livliräiselieii Werkstatt". Vder er liokkte, sein „denseits" dnred sein eigontlielies Redenswerk, das den litel „Die Lntwieklung der Mdiseden Norallelire" küliren sollte, zu gewinnen. ..llir dort drüden". selireilit er an einen freund in Palästina, ..dereitet eine groüe Litzung vor und diskutiert dann darüder. was llir wold in der näodsten Litzung diskutieren wollt. ^Vder wenn ieli naeli Palästina komme, selilieks ieli mioli in meinem ^rdeitszimmer ein und vollende mein Werk. Ieli trage (bedanken in meinem llerzen, <lie auszudrüeken mir dis .jetzt noeli nieiit inöglicll war und die ieli nieiit gern mit in mein Grad nelimen möoiite. Lis müssen Gestalt tiekommen kür mein Volk." .Vdsr die letzten dalire unseres ^ee-Kaukmannes ^. II. waren eine ledende Tragödie. I^r kand keine Gelegendeit, sein I^edenswerk zu vollenden, und er seldst sagte: „Leitder liatte ied keine Gelegeniieit, und .jetzt, da sie da ist, kann ied niedt arkeiten. Ieli trug kein Leliwert, ader der Weltkrieg mordete mied. Worte wie „Kultur, Gereelltigkeit, Walnliaktigkeit, Ideal" daden kürniied idrs Reindeit verloren. 1.1m den Himmel gegen ilne trügen lierunterzuiiolsn, dazu drauelien wir einen Rroplieton mit einer mäelitig'yn Ltimme. Warum widmete ieli mein I^eden dem Ltudium des elenden Gesedöpkes, das man mensedliedes Wesen nennt?! 'Warum nieiit lisder dem Ltudium der Insekten! Da ied nun in ein Werk nielit vollenden kann, ist mein l'od desser als mein Keden." Lo daelite e r. /Vder kür uns, die wir 1000 Leiten seiner l^savs^) desitzen, von denen .jedes als Reils in .jedweder Kitsratur an^eseden werden würde, aukerdem nooli 2000 Leiten seiner IZrieke-), eine Ledatxkammer solelier ^Valn'liakti^keit-, IZeselieidenlleit und Frömmigkeit, dak sie auell den Vsrgleied mit der „^laedadmung- Odristi" von lliomas a Xempis nielit 'xu selieuen liaden, — kür uns dat, der Lelniktsteller /Veliad Ha-am sein I^edenswerk vollendet, wädrend der Alensed isolier (sinxderg', gleieli l^edemia, unseren (^eistes-l^emnel erdauen lmlk, dessen tZröko noed nieiit vollkommen erkenndar ist, so wie die (?j'«ke eines lümmelanstrebenden Kermes niedt wadrnedmdar ist, wenn man diedt vor idm stelit^ M paraseliat. äera.vkim. LAiule (kodr.). Rellin ^ü<t. Verl. — /Vin Leligiclö^oFk. Lerlin 1923, -Incl. Verl, (dislisr 2 Lä<z. ei'5<?1üknizn). 2) IZrot ^edacl Illl-um. 6 Lanäe (keliir.). LeiUn-^eruLalem 1923—1925, Veil. ^osigl,. Lei ^lo^ef l8rae!s. Von Dr. (Zsllinel-. I^igsntlied mükte es deilZen: IZei Isaae Israels, denn .Io?ek ist dereits vor seedxedn dalnen gestorden und der Lodn — aueli <>insr der desten Naler Hollands — dewodnt nun das Haus. I)oed der Lodn war verreist und. so sedr er aued dier die Räume seinem modernen Oesedmaek entsmeedend umgestaltet liat, so atmet doed auel> noell lieute das ganxe Haus den t^eist des Vaters. IZine kreundlielie r^mpksldung Nax Biedermanns liatte mir leiedt die 1?ür geölknet und mir aued die Lekaiurtsedakt von Israels' 1"oedter vermittelt, deren Lodn nun gern die l^iilirung- Im Hause seines Orokvaters üdsrnadm. Das Haus ein sedliedter. vorneliiner. lieller Lau, lieg-t an der XoninZinnegraedt im Haag-, an einem dreiten Kanal; gegenüdvr dednen sieli weite dellgrüne Rarkanlag-en aus. Hier dat der Äleister etwa vier dadröednte gslsdt und gewirkt — er dat es ^.nkang der 70sr dalire dexogen, dat nur xu wenigen Reisen und Ltudientadrten sieli daraus entkernt, dat es erküllt mit der stillen Versonnendeit und keinen (rsistig'keit, die idm?u ei?en war und die sieli in all seinen Werken spiegelt. IZeim Eintritt ins l'rennendaus griikt als erstes eins Reproduktion von Remdrandts ..Ltaalmeesters", ein Dokument des Dankes, den der Ledüler dem groKen I^edrer ^ollt: denn dieses IZild draedte dem Hungen ^kademiesodüler einst die Befreiung von der streng-en (ledundendeit: Iiier fand er eine t>eidejt und I^eielitigksit künstleriselier (?estaltuug. wie sie in der.Vkademie nielit geduldet wurde. Damals vrgrikk idn die I^iede xii Remdrandt. die ilin nimmer verlassen dat. ^Vls ^eielien dieser liuldigendeil I^iede dangt den Ltaalmeesters gegenülier Reindrandts Leldstdildnis. Und weitere Renroduktionen Romlirandtseder (Gemälde und Radierungen Iiängen im l'rennendaus, daneden ader aueli manelierlei andere: Rdotograpdikn naeli Rildern Rakfaels und Delaeroix', in desonders sedönen Xaelidildungen die groken Rorträtxeiednungen Iloldeins: es sind Alaler, deren «d'amatisede Gestaltungskrakt iliM wolil imponierte, die er ader vor allem um idrer undesteodlieden I?I,rlielike!t willen liedte. Von selideliter I^Inlielikeit xeugt aueli die Oesamtausstattung' der Räume dieses Hauses: kein Rrunk, keine I^xtravagnnx, gutes, solides Alödel noed aus der Teit. da er dier sein Heim auksedlug'. dlode, lielle Räume sind's, desonders die Wodnräume im ersten Ltoek. doeli dellaglieli warm dadei dured die seliönsn Iloli^deeken, die seinerzeit der Neister seider demalt dat. Das Atelier ist mit der Wodnung verdunden, und als idm das Treppensteigen im liolien ^Vlter seliwer wurde, liek er noed im letzten l^edens^aiir sieli einen ^Vukxug liineinlzauen — er dat idn nielit medr denütxt. I^ur wenige Ltuken küdrsn vom Eingang liindureli xu den wimmern des l^rdgesedosses. den eig'entlielien I?mpkangsräumen. Hier aueli findet sied noed sine stattliede Tadl von Vildorn des verstordenen Nsisters. ^aliexu alle Dpovden sind vertreten:?wei Bildnisse — deinade noeli konventionell in der Älanier der 40er dalne gemalt — sind an dis Wand gelsdnt; es sind die IZilder der Intern. Der Vater in dewuktsr Haltung-, glatt rasiert, mit dlauen .Vugen und wolilgedildsten Gesiedtskormen ist ein modeiner Älensed, ist — das siedt man idm an — dem Zeitgeist -zugewandt, ist erküllt mit literariseden Interessen — er könnte ein Diedter sein. Doeli war er — wir wissen es — erst Beamter an der kranxösiselien Rräkektur, dann ein sedlieliter Kaufmann in Oroningen. Das Oedurtsdaus des Alalers — ein kleiner Bau, der an der Giedelsoite auöer der lür nur insgesamt drei Fenster xeigt — ist dier in einer Xeiednung?u ssdsn. Das Bildnis der Älutter verrät deutlied einen keinen jüdiseden Ivpiis mit dunklen .Vugen, seiiwarxen Haaren, üdsr denen eine Lpitxendaude liegt, es ist eins stille kromme?rau. .Vuker den Klteim sind aueli die anderen Mitglieder der Familie im Bilde dier zu finden: eins zarte Teiodnung seiner i?rau aus dsm dadrs 1864 — er datts das dadr vorder sieli vermälilt —^ ein dugenddildnis seines Lodnes Isaae. weied geinalt. und ein desonders keines ^cpiarell seiner 1"oedter: das Linnig- Verlialtene der Hungen Uädeliennatur ist liier von köstliedem Reiz. lind es zeugt von rüdrender Rietst, dak diese Familienbilder im Hause verdlieden sind. ^Vder aueli Bilder von allgemeiner Bedeutung linden sied dier noed: ein großes Gemälde: von Rkerden gezogen kädrt ein Wagen, deladen und liegleitet von Älenseden langsam und müde dureli die I-andsedakt. eingeliüllt in Dunst und Xedel. I^in Kleineres Bild aus der letzten Ü5eit: eine alte und eine .iungv Risederskrau sitzen liei 'I'iselis, in einem unsiedtdaren Raum, in grüngoldene diedtv I^ukt getauelit. Ks ist eines von den unvergleiedlieli sedönen ^cjuarelleu, wie er sie in der letzten Kedenszeit medrkaed Z-emalt dat.

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