Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 12 (8.1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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15 Die rituelle Wirtschaftsführung in Anstalten verteuert den Gesamtbetrieb nicht erheblich. Tie würde sich noch verbilligen, wenn die Koscherwaren-Händler sich zu einer Herabsetzung der zum Teil viel zu hohen Preise verstehen würden. Der Bund jüdischer Kranken- und Pflegeanstalten wird beauftragt, Schritte zur Abhilfe zu unternehmen Die neuzeitlichen Ergebnisse der Ernährungs- und Diät- Wissenschaft, welche eine größere Individualisierung verlangen, sind von den Anstalten mehr zu berücksichtigen. Die Ausbildung von Diätschwestern in Krankenhäusern und hauswirtschaftlichem Personal in allen Anstalten der Gesundheitsfürsorge, sowie vertiefte Vorbildung der Anstaltsärzte auf dem Gebiet des Ernährungswesens ist durch lokale Kurse und praktische Unterweisung im Anstaltsbetriebe zu fördern Kinderheim in Wyk. In dem Tätigkeitsbericht der Jüdischen Tuberkulosenfürsorge, der vor einigen Wochen an dieser Stelle abgedruckt war, wird das neue Wyker Kinderheim des Jüdischen Frauenbundes als Heim für t u b erkulosekr a n k e Ki -n d e r bezeichnet, wodurch Mißverständnisse hervorgerufen wurden. Zur Richtigstellung muß folgendes gesagt werden: Die Nordsee ist für Lungentuberkulose absolut ungeeignet, schon aus diesem Grunde können Lungenkranke in Wyk überhaupt nicht aufgenommen werden. Ausgenommen werden in erster Ltnie nur sogenannte t u v e r k >u l o!se>g ef ah. r - dete Kinder, d. h. solche, deren schlechter Gesamtzustand eine Tuberkulosebereitschaft befürchten läßt oder in deren Umgebung sich ständig Tuberkulose-Erkrankte befinden. Ferner finden Ausnahme in Wyk sogenannte skrofulöse Kinder und gelegentlich solche, die leichtere Formen von Drüsen- oder Knochentuberkulose zeigen, bei denen aber eine Ansteckungsgefahr ganz ausgeschlossen ist. Jeder irgendwie ansteckungssähige Fall wird unbedingt abgewiesen, wofür zunächst die erste ärztliche Untersuchung auf Grund der festgesetzten Aufnahmebedingungen, dann die genaue vertrauensärztliche Durchsicht der einzelnen Aufnahmeatteste und drittens schließlich noch der leitende Arzt in Wyk sorgt. — Bei dieser Handhabung ist es deshalb ganz unbedenklich, falls dringende Fälle nicht vorliegen, einzelne Kinder mit Asthma oder immer wiederkehrenden Katarrhen, die für das Nordseeklima besonders 'geeignet sind, im Hvim unterzubringen. Es sei z,u m Schluß nochmals betönt, daß ansteckungsfähige Kinder im Heim nicht aufgenommen werden. Äerein Synagoge Königstetnerstraße. Der am 2. Oktober 1926 gegründete Verein wendet sich mit einem Aufruf an die der Westendsynagoge nahestehenden Kreise und fordert zum Erwerb Her Mitgliedschaft auf. In dem Aufruf heißt es u. a.: „Der Verein bedarf Ihrer Mitgliedschaft dringend, wenn er bestehen und seine Aufgaben erfüllen soll, das Interesse der Platzinhaber der Synagoge zu vertreten, durch Vorträge und Veranstaltungen einen engeren Zusammenhang zwischen den Besuchern der Synagoge zu schaffen und die Indifferenten unserer Glaubensbrüder wieder für die Wahrheiten der jüdischen Religion zu gewinnen". Der Mitgliedsbeitrag beträgt für ein Einzelmitglied M. 3.—, für jedes weitere Familienmitglied desselben Hausstandes M. 2.—. Nähere Auskunft erteilt der Vorsitzende des Vereins, Herr Oberregierungsbaurat Cohen, Bettinastraße 52. Talmud-Thora-Verein. Einst sprach ein Weiser zu Israels Feinden: Ihr wollt wissen, ob ihr das jüdische Volk vernichten könnet? Suchet ihre Lehrhäuser auf! Wenn ihr dort Kinder antreffet, aus deren Kehlen das Thorawort erklingt, dann ist euer Bemühen vergeblich. Denn Gott hat ihnen die Zusicherung gegeben: Solange Israels Stimme im Lehrhaus vernommen wird, kann ihnen kein Feind aus Erden etwas anhaben. (Midrasch Gen Rabba Par. 65.) Getragen von dem Bewußtsein, daß nur eine mit jüdischem Wissen ausgerüstete Generation das Judentum, wie es uns überliefert wurde, mit Verständnis erfassen und den kommenden Geschlechtern erhalten kann, rufen wir alle Kreise unserer Gemeinde auf, uns bei der Erreichung unseres Zieles zu unterstützen. Wir bitten Eltern und Erzieher dringend: führen Sie uns Ihre Kinder zu, damit diese an den Unterrichtskursen des Talmud-Thora-Vereins teilnehmen. Diese Kurse sollen eine Ergänzung des Schulunterrichts sein und den Kindern ein tieferes Eindringen in die Quellen des jüdischen Schrifttums vermitteln, damit sie als erwachsene Menschen in freier Hingabe das Studium der Thora Pflegen und mit Bewußtsein und Begeisterung festhalten an der Ueberlieferung der Väter. Der Unterricht wird in kleinen Abteilungen durch bewährte Lehrkräfte erteilt, so daß jedem Kinde die Möglichkeit geboten ist, sich nach seinen Fähigkeiten weiterzubilden. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß unser Aufruf in weiteren Kretsen Unteren e 'f'm'ven nriv rmleren Te'rMurlen e'me groHe Anzahl neuer Schüler zuführen wird. Anmeldungen wolle man gefl. an Herrn Lehrer S. Unna, Uhlandstraße 58, richten. Hebräische Sprachschule. Der Lehrplan für das Wintersemester 1927 umfaßt folgende Kurse und Lehrgegenstände: 1. Anfängerkurs für Jugendliche, Lehrstoff: Bereschit. 2. Kurs für fortgeschrittene Jugendliche, Lehrstoff: Erste Propheten. 3. Zweiter Kurs für fortgeschrittene Jugendliche, Lehrstoff: ^-efer Haagada; spätere Propheten. 4. Kurs für fortgeschrittene Erwachsene, Lehrstoff: Schriften (Psalmen); Einführung in die neue hebräische Literatur. 5. Fortbildungskurs, Lehrstoff: Mischna; neue hebr. Literatur. 6. Talmudkurs, ausgewählte Abschnitte aus dem Traktat Nesikin. Wenn genügend Anmeldungen erfolgen, wird noch ein Anfängerkurs für Erwachsene eingerichtet. Verein Montefiore. Der Montefiore-Veretn, als Mitglied des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands auf dem Boden unbedingter Überparteilichkeit 'stehend, betrachtet es als feine Aufgabe, die jüdische Jugend aller Richtungen in sich zu vereinigen, um ihre Anhänglichkeit an >das Judentum und chren Sinn für alle rdsalen Interessen zu kräftigen. Der Pflege des Geistes dienen Vorträge belehrenden Inhalts mit anschließender Diskussion sowohl aus dem Gebiete der jüdischen Bevgangenheit und Gegenwart wie aus dem Gebiete des deutschen Kulturlebens. Diese Borträge finden im Sommerquartal nur vierzehntägig am Mittwochabend statt, während die übrigen Mittwochabende >als Heimabende Aussprachen über die gehaltenen Referate, Aufsätzen aus unserer Verbandszeitung NW» >Ietlr. öeiMlWMM WMWMM Vortsilkskts vselinguns«» «micci.»to«»i Aleue ttesSe — «rdsrt kicktsr Kleine LsckenkeimerstraLe 18 feinunc! ttokkekleifervi Helenes I^s^er in Ltsnlvaren aller H.rt Rasiermesser scnleiken 76 Heinrich Kilian Häfnermeifter Bornh eimer Landfir. Tel: Carolus 431?? Sehen von Herden und 6fen aller Art, so« wie alle ins Kach elnfchlagente Arbeiten. S I « S O S Zttgsrren fkäNKssUKI 4!« NäM Knimsbu>'gweg19, Lelcv 1>ut? pernsproeksn?sunu» 1217 I 5 I