Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 12 (8.1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Ausbildung von R e li g i o n s l eh r e r n. Der Rat des Landesverbandes beabsichtigt, in Kürze besondere Vorkehrungen für Vie Ausbildung von Religlonslehrern zu treten und zwar ni der Art, daß jungen Leuten, welche die pädagogi-iche Akademie besuchen wollen, die Möglichkeit geboten wird, in Verbindung mit der Ausbildung für die Reifeprüfung zugleich eine möglichst gründliche Ausbildung in der Religionsbunde und im Hebräischen zu erhalten. Zu diesem Zwecke ist die Einrichtung besonderer Klassen vorgesehen, in die Schüler mit der Reife für die Obersekunda einer höheren Lehreranstalt Aufnahme finden. Neben der Darbietung des Unterrichtsstoffes der drei oberen Klassen einer höheren Lehranstalt soll besonders darauf hingearbeitet werden, Vertrautheit mit der hebräischen Bibel und dem Gebetbuch, sowie der jüdischen Geschichte und der Religionslehre herbeizuführen. Der erste Entwurf eines Unterrichtsplanes, der von einem Ausschusse des Landesverbandes ausgearbeitet worden ist, liegt nunmehr vor. S ch ä ch t e rs ch u l e. Am 3. Juli d. I. fand idie erste Sitzung des Aufnahme- Ausschusses d>es Schächterschul-Kuratoriuins unter dem Borsitze des Herrn Bruno Galewsky-Berlin statt. Es lag eine sehr große Anzahl von Gesuchen vor, von .denen nur ein kleiner Teil berück- Anwärcher im Alter von mehr als 25 Jahren -wurden nur dann berücksichtigt, wenn eine ganZ -besondere Eignung zu diesem Beruf nach den vorhandenen Zeugnissen und Auskünften .gegeben schien. Es wurden Herren aus fast allen Teilen Preußens.aufgenommen, darunter aus Frankfurt a. M. -alle-in vier. Ferner wurden auch noch zwei Hospitanten zugelassen. Die -vorhandenen Stipendien wurden verteilt. Sämtliche Schüler müssen sich damit einverstanden erklären, .daß -das Kuratorium das Recht habe, Kandidaten, die sich im Laufe der ersten drei Monate als ungeeignet erweisen, ohne jede Entschädigung wieder zu entlassen. Mit Rücksicht auf die Ferien ist die Eröffnung endgültig auf Montag, den 15. Augusts festgesetzt worden. An diesem Tage, 9 Uhr' vormittags, imrd in den Räumen der Schule, Berlin, Rosenstratze 2—ä, der Unterricht beginnen. Bis dahin wird auch die Ausarbeitunig des Lehrplans und die Heranziehung der Lehrer endgültig durchgeführt sein. Es -ist sehr zu begrüßen, diaß der Gedankt in Deutschland Schächter nach neuzeitlichen Grundsätzen heranzubilden, endlich,in die Tat umgesetzt wird, damit in absehbarer Zeit dem fühlbaren Mangel >an Schächtern .abgeholfen sein wird. Die Schüler der Anstalt werden sowohl in ideeller als auch in technischer Beziehung allen Ansprachen genügen können, die man an diesen schweren und verantwortungsvollen Beruf stellen kann. Vor allem werden sie mit sämtlichen modernen hygienischen und sanitären Maßnahmen vertraut -gemacht werden. Die religiöse Ausbildung wird sich .auch darauf erstrecken, die Kandidaten zu Vorbetern in Keinen Gemeinden 'auszubilden. Wohlfahrtsausschuß. In voriger Woche trat der vom Wohlfahrtsausschuß des Pveuß-ischen Landesverbandes südischer Gemeinden Angesetzte Unterausschuß für Beb ö lkern n g sp o l i t^k unter dem Vorsitz von Frau Wronskh-Berlin zusammen. Als wichtigster Punkt der. Tagesordnung wurde >der von Herrn Sanitätsvat Dr. Pehser und Frau Wronsky ausgearbeitete Entwurf eines Flugblattes durchberaten, das in -großem Umfange an weiteste Kreise der jüdischen Bevölkerung verschickt werden und Aufklärungüber die bevölkerungspolitischen Gefahren, die das Judentum bedrohen, bringen soll. Ein zweites von Herrn vr. msä. Theilhaber entworfenes Flugblatt, .das mehr wissenschaftlichen Charakter trägt, soll zu einem späteren Zeitpunkt besonders in Rabbiner- und Lehrerkreisen verbreitet werden. Der Ausschuß war sich darüber einig, daß eine sofortige Ausnahme der Arbeiten mit aller Energie eine dringende Notwendigkeit ist, wenn den derzeitigen bedenklichen Verhältnissen .abgeholfen' werden soll. Besondere Beachtung verdient die von Herrn Dr. Theilhaber mitgeteilte Sterblichkeitsziffer unter den Juden, welche die Geburtenzahl u m jahrlich 3 0 0 0 üb e r st e i g t. Ter Ausschuß wird -demnächst zu weiteren Beratungen zusammentreten; die Herstellung des Flugblattes soll inzwischen so gefördert werden, daß die Verbreitung noch vor den Herbstfeiertagen erfolgen kann. Der Landesverband im öffentlichen Leben. In den letzten Wochen sind dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden unter anderem drei Einladungen zugegangen, die beweisen, daß der Landesverband entsprechend der evangelischen Landeskirche und der katholischen Kirche von maßgebenden Stellen immer mehr als die gegebene religionsgesellschasUicke Vertretung der Preußischen Judenheit angesehen wird. So ist dem Landesverband eine Einladung zur Eröffnung der Ausstellung ,.D a s junge Deutschland", die vom Neichsauschuß der deutschen Jugendverbände in Verbindung mit verschiedenen Reichs- und Staatsbehörden veranstaltet wird, übermittelt worden. Ferner hat der Bund der Saarvereine den Landesverband zu seinem diesjährigen Bundestag, verbunden mit einer großen Saarkundgebung, nach Würzburg eingeladen. Wie schon in früheren Jahren so hat auch in diesem Jahre die Neichsregierung den Landesverband zur Teilnahme an der B e r f a s s u n g s f e i e r im Neichstagsgebäude gebeten. Für die Feier, die die Neichsregiernng zusammen mn der preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin am Abend des Verfassungstages im Hause der Funkindustrie zu Berlin begeht, liegt gleichfalls ein amtliches Einladungsschreiben vor. Der Landesverband wird in geeigneter Weise vertreten sein. _ Krankenhaustagung. Am 1. Juli 1927 fand in Köln a. Rh. eine Tagung des Reichsverbands der Privaten gemeinnützigen Kranken- und Pflegeanstalten Deutschlands statt. Den Hauptinhalt der Beratung bildete die Bedeutung der Ernährung für die Krankenhäuser, für welche neben Herrn Geheimrat Faßbender, Berlin, Herr Geheimrat Dr. Strauß, der Leiter des jüdischen Krankenhauses in Berlin, referierte. Am 3. Juli 1927 fand eine Mitgliederversammlung des Bundes der jüdischen Kranken- und Pflegeanstalten Deutschlands statt, in welcher wiederum Herr Geheimrat Dr. Strauß dasselbe Thema mit spezieller Berücksichtigung der jüdischen Krankenanstalten, behandelte. Außerdem referierte dort Herr Dr. med. Freimann, Frankfurt, über die Ernährung in Altersheimen, Herr Dr. Stahl, Berlin, über die Ernährung in Kinderheilstätten, und Frl. Laquer, Frankfurt, über die wirtschaftliche Führung in jüdischen Anstalten. Die Tagung brachte für die Delegierten reiche Anregung, die sich in der Führung der einzelnen Häuser Wohl auswirken wird. Zu beiden Sitzungen hatte der Vorstand der Israelitischen Gemeinde Frankfurt Herrn Bernhard Simon als Delegierten entsandt, auch die anderen maßgebenden jüdischen Krankenanstalten (Berlin, Breslau, Hamburg, Köln usw.) waren vertreten. Aus dem Ergebnis der Aussprache seien folgende Feststellungen hervorgehoben: /fZll/? lchtz//?/?^ /S/^ 6o /5Zl//? l//?/' ^6/>?6 /ls//' //?? Ssok MLK^LMKLKQ eMi^L: 5?I??5?K. 19 /M/6/?.' //s/?Sl/6/'/Z/?Ä5^ZSS6 /?6 / l^sZ/sk/ASSö 6 66/^6/^/^556 /ZA / S/'. 5665//A556 9/ D^.vc?^I^i^_—. d>d)tQ^ Kli^S^vn^-p^«. 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