Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 12 (8.1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3094266-3094312-3094323--1081-3095798- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
13 Martin Meyer geb. 5. Mai 1850 gest. 12. Juli 1927. Nach langer Krankheit verschied im 78. Lebensjahr der im Ruhestand lebende frühere Hospitalverwalter Herr Martin Meyer. Er war im Jahre 19Ol von den Gemeindebehörden als Nachfolger von Abraham Seckbach in die Leitung der Krankenhausverwaltung berufen worden und trat nach 13 jähriger vorbildlicher Amtsführung mit Uebersiedlung des Krankenhauses in sein neues Heim an der Gagernstraße im Jahre 1914 in den Ruhestand. Dem rüstigen, damals 64 jährigen Mann, konnte ein müssiges Verbringen seiner Tage nicht genügen, so suchte er sich eiu größeres Arbeits- und Betätigungsfeld auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge, die durch das Hereinbrechen des Krieges wahrlich tüchtige Helfer gebrauchen konnte. Auf diesem so großen und weitverzweigten Gebiet ist Martin Meyer ein Meister geworden. Er saß in der Verwaltung einer großen Anzahl von Vereinen und wurde überall da herangezogen, wo es galt, Notstände wirksam zu bekämpfen. Dabei entfaltete er ein ihm eigenes Organisationstalent, das besonders bei dem Aufbringen der während der Kriegs- und Nachkriegszeit für die Bekämpfung der immer fürchterlicher werdenden Notlage notwendigen Geldmittel in die Erscheinung trat. Es war deshalb nur natürlich, daß sein Haus in der Königswarterstraße mehr und mehr die Stätte wurde, wo die Bedrängten und Hilfsbedürftigen Rat und Hilfe suchten und fanden. Die Krone seiner Hilfstätigkeit bildete sein vorbildliches Wirken bei der Produktivierung ungenützter Arbeitskräfte. Dieser Teil seiner sozialen Wirksamkeit, bei dem er von dem Grundsatz ausging „Arbeit statt Almosen" lag ihm ganz besonders am Herzen, und er scheute weder Kosten noch Mühe, um Menschen jedes Lebensalters in geeigneten Arbeitsstellen unterzubringen, was ihm dank der Unterstützung der Vertreter der hiesigen Geschäftswelt, bei denen er in hoher Achtung stand, in zahllosen Fällen gelang. Das Hinscheiden dieses liebenswürdigen, gefälligen und wahrhaft gütigen Menschen wird in weitesten Kreisen unserer Gemeinde eine große Lücke hinterlassen. Er ruhe in Frieden! Von der großen Beliebtheit des Heimgegangenen zeugte das zahlreiche Trauergefolge, das ihm die letzte Ehre erwies. In seiner Trauerrede gab Herr Rabbiner Dr. Horovitz ein eindrucksvolles Bild vom Leben und Wirken Martin Meyers, und für die nächsten Angehörigen widmete Herr Rabbiner Dr. May ein von Liebe und Wehmut erfülltes Wort letzten Dankes und Abschieds. Aussprache. So berechtigt die Anerkennung war, die im vorigen Gemeinoeblatt allen an den „Tagen für Jüdische Musik" künstlerisch bewilligten Faktoren unserer Gemeinde Gezollt wurde, so wenig gereicht die überaus unansehnliche Vertretung des Jüdischen in der sonst so umfassend gestalteten Schau „Musik im Leben der Völker" dieser Ausstellung, dem Judentum und vor allem der Frankfurter Jüdischen Gemeinde zur Ehre. Pflicht der Gemeinde vor allein wäre es gewesen, durch Vermittlung des in ihrem Gemeindehaus unterhaltenen Jüdischen Museums nach dem Borbild anderer Museen — an Stelle einer besonderen, womöglich noch unwirksameren Veranstaltung in den eigenen Räumen — der Ausstellungsleitung eine in sich geschlossene, gut, aber ja nicht zu eng ausgewählte Gruppe von Bildern, Drucken, Handschriften usw. zur Verfügung zu stellen. Daß dabei die an Judmcis so überaus reiche Frankfurter Stadtbibliothek ebenso wie etwa die Bibliothek der Gemeinde zu gleichberechtigter Mitarbeit berufen war, daß auch Privatsammler gern Wertvolles beigesteuert hätten, ist — das bestätigt namentlich die kleine Ausstellung in der Fahrgasse — ganz selbstverständlich. Aber nur die offen und einmürig hinter einem solchen Unternehmen stehende Autorität der Jüdischen Gemeinde hätte es verhindern können, daß das Unglaubliche möglich geworden ist: eine Bilderreihe, meist Porträts von Musikern jüdischer Abstammung, mit der ein hilfsbereiter Privatsammler wenigstens die peinliche Blöße an der Wand der sehr sichtbaren Nische „Jüdische Musik" in der großen Ausstellung zu bedecken ermöglicht hatte, verschwand 14 Tage nach Eröffnung der Ausstellung — seltsamerweise gerade vor den „Tagen Jüdischer Musik" — Plötzlich wieder, ohne daß unbefangene Ausstellungsbesucher die Gründe dafür recht einsehen konnten. Wohl aber kann man viele von ihnen jetzt äußern hören, daß das, was nunmehr übrig geblieben ist. besser überhaupt nicht da 'wäre. Aber ganz sicher iist doch, ldaß der Ausstellungsleibung ebenso wie allen in Frage kommenden jüdischen Instanzen die Absicht durchaus ferngelegen hat, den schlechten Eindruck hervorzurufen, der mm bei allen Besuchern der Ausstellung unausbleiblich ist. Prof. Dr. Moritz Werner. Nachbemerkung der S ch r i f t I e i t u n g: Den Ausführungen des geschätzten Einsenders geben wir gern Raum, weil es sich >um eine Angelogenheit von allgemeinem Jnterss-se handelt. Zu seinen kritischen Bemerkungen ist allerdings zu sagen, daß die Verwaltung der Israelitischen Gemeinde die jüdischen Darbietungen im Rahmen , des Sommers der Musik sowohl finanziell als auch organisatorisch weitgehend gefördert hat. Ein Einfluß auf die Gestaltung der kleinen jüdischen Abteilung innerhalb der Musikausstellung, über die an anderer Stelle dieses Blattes berichtet" ist, stand der Gemeindeverwaltung nicht zu, jedoch bietet die aus diesem Anlaß veranstaltete Sonderschau im Museum jüdischer Altertümer, über die wir ebenfalls berichten, ein für das enge Stoffgebiet sehr reichhaltiges'und anregendes Material. Z-M becieutenci unter preis ^smef- Zelten günstise »nsedvte in AS, ß>TIAAVII.I!.AIiÄ, SWWS ^>^j ^OLl-I-^IIX^ VMMMgM «M?»VWa«UB « >MM«UI^NWT»F^ WM PSIÄM- MM »ZMM- IMM ^vSrmebestänäiZ. Lei LtokkneckselerkrankunT,?eßt- »«Sdigkei», I8ckis8, (Zicllt, kk«un»»,ttsut erkraukunZ usv. KMeM« l.Mll. ZS 01.?ern8pr. 1411 Mkonlt beköiwillig kszlclitiglliig erbsien