Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 12 (8.1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Einen reichen Glauben an Israels Zukunft und lockende Lebensgipfel hatte die italienisch-hebräische Dichterin Rahel Marpurgo. Eine unstete, merkwürdige Erscheinung war Samuel Romanelli. Es trieb ihn von Mantua nach Marokko. Er berichtete von seinen Wanderungen durch die Barbareskenstaaten in einem vielgelesenen, auch ins Englische übertragenen Buch. Romanelli übersetzte viel, auch deutsche Klassiker in die Sprache Goldonis und Alfieris. Und dichtete hebräisch ein Melodram in der Weise Mose Chajim Luzzatos. Ausgesprochener Repräsentant der Aufklärung in Italien war Isaak Samuel Reggio. In der etwas hochmütigen „Vechinat Ha-Kabbala" behauptete er, Thora und versiegelte, verschlossene kabbalistische Mystik widersprächen, einander. In „Ha-Tora w'ha- Pilusuphia" sucht er die mächtigen Kraftmittelpunkte — jüdische Religion und moderne Wissenschaft— miteinander zu versöhnen. Immanuel Congliano, in Treviso zu Hause, der als katholischer Christ Lorenzo da Ponte hieß, wurde Rivale Casanovas und Giambattista Castis, Hofbühnendichter Josefs II. in Wien, was die Hauptsache ist — Librettist Mozarts, zum Schluß Professor und Theaterdirektor in New Jork. Der italienische Jude Isaak d'Israeli wanderte nach England aus und schrieb da die fürsorglich und wertvoll ausgestatteten „Curiosities of literature" und ein merkwürdig frisches Buch über den Genius des Judentums. Sein Sohn wurde Lord Beaeonsfield, berühmter Romanschriftsteller und einer der größten Staatsmänner Europas. Eine reich dotierte, wie wohl epigonale Begabung, eine rührende Figur, war der Triestiner Arzt Formiggini, der vierzig Jahre seines Lebens darauf verwandte, Dantes „Hölle" ins Hebräische zu übersetzen. Jüdisches Buchwesen in alten Zeiten. Von B. Saphra. Als die Juden noch ein Volk der Tat und des lebendigen Wortes waren, dachten sie so wenig an die schriftliche Erhaltung ihrer Literaturschätze, daß die Bibel nur einen geringen Bruchteil der geistigen Besitztümer Israels auf uns gebracht hat, wie uns viele in der Bibet selber enthaltene Hinweise belehren. Zu jenen Zeiten müssen Bücher unter den Juden zu den größten Seltenheiten gehört haben. Vom König Josaphat erzählt uns die Geschichte, daß er eigens hierzu angestellte Beamte aussandte, die die Bücher der Lehre Gottes bei sich führten und im Lande herumreisten, um das Volk zu belehren. Im Buch Nehemia ist eine lebensvolle Schilderung jener großen Volksversammlung enthalten, in welcher der aus Babylon heimgekehrte Esra, der Erneuerer des Judentums, dem Volke das Buch des Bundes vorzeigt. Die große Erregung, welche der Anblick des Buches hervorruft, beweist ebenfalls, daß Bücher und also auch die Kunst des Lesens und Schreibens im damaligen Israel nicht zu den Alltäglichkeiten gehörten. Kein Wunder, daß das Volk seinem treuen Führer und Lehrmeister Esra den Titel eines Buchschreibers oder Buchkenners (Sopher) beilegte, „der in der Lehre sehr bewandert war". Im Verlaufe der folgenden drei Jahrhunderte vollzog sich in der Seele des jüdischen Volkes jener große und weittragende Pro- ^ch„ dlü,i,ao. E.roMy.i.s. ^y.^ H^-z.'.'AM'V.'.'.'H „Judentums" war. Die Erinnerung an die alten Sagen und die Ereignisse der Vergangenheit nahmen die geschlossene Form eines historischen Bewußtseins an. In dieser Epoche wird das Buch als Organ der Ueberlieferung wie auch der Propaganda allmählich eine Macht. Im Zeitalter der Hasmonäer „sinnt Daniel über den Büchern". Man darf daraus folgern, daß damals Bücher sich auch schon im Besitze von Privatpersonen befanden. Das erste Makkabäerbuch erzählt, daß die Graecosyrer im ganzen palästinensischen Lande oftmals eine Razzia nach Mischen Büchel-l unternahmen, und alle, deren sie habhaft wurden, in Stücke rissen und verbrannten, die Besitzer aber wurden auf Grund eines Ediktes des Königs Antiochus III. Epiphanes mit dem Tode bestraft. Dieser König war der erste, aber lange nicht der letzte, der jüdische Bücher, ohne Rücksicht auf ihren literarischen Wert, der Vernichtung Preisgab. Im zweiten Makkabäerbuch ist ein Brief aufbewahrt, den die Juden von Jerusalem an ihre Brüder in Aegyp- IM IM ^UAUSt IM > »MM U WklMWle D > „cM//^-^ec,s/" I ------ >>>l!!»»!>!>>>Utt!»!>!!>tt>>MNM»>!!>>W!W JIM feinste LemberA-Vascnseills von «lenkbar grSüter IW M Naltbarkeit. W W I. Wanl II. VVanI III. VVanI W W Z.40 2.S0 2.15 D W a»«»5? W I pssv^LK I M «SVK?»L57««Se IS M Altbekanntes Gpezialhaus feiner Lederwaren, Koffer und Reise-Effecten Loewenherz gegk.1881 Gocthestrape 13 gegk.1881 Große Auswahl Billige preise (^ÄfS-VVSStS^cl-LO^clitOs'Si Opsf-nplsr? 3 Tsl. Balisa SSSS SsrnürIic:liSS ^srniIie»nc2s.fS ^figsnsIirnSl' /Xursrirliali / Oivils f^rsiss /^ufrnsk'kssmS Vscliskiung /Xugust IVjÄs-Kus-g (l^Isusl' InliadSn) gene ieti tun, um meinen Lubikopf modern ernslten 2U OSK^K ^NMQLK OoetrieitraÜS 28, Lntre^vl / l elekon r^ania 4757