Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 11 (7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Kommission, bestehend aus ^rau Wronsky, Dr. Peyser, Dr. Eschelbacher und Dr. Theilhaber hat es übernommen, Borbereitungen dafür zu treffen. Dem Rate wird ein Antrag übergeben, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die jüdischen Gemeinden, besonders die Größgeineinden, durch die Gründung von Kommissionen für Wohnungsfürsorge und Wohnungsbeschaffung durch Unterstützung öffentlicher Wohnungsfürsorgemaßnahnren den schweren 'Mißständen, die aus der Wohnungsnot innerhalb der jüdischen Bevölkerung entstanden sind, abzuhelfen suchen. Die von Herrn CasPary' und Dr. Ollendorff ausgearbeiteten Richtlinien für die Verteilung von Subventionen -wurden mit wenigen Aenderungen angenommen. Danach werden nur überörtliche Organisationen, nicht lokale, unterstützt. Bei gleichgerichteten und verwandten Einrichtungen ist allmählich und organisch auf engere Zusammenarbeit hinzuwirken. Bewilligt wurden Vorschüsse für die Zentralwohlfahrtsstette der deutschen Juden, die Hauptstelle für Wandersürsorge, den sozialen Ausschuß des Rabbinerverbandes für Gefau'geneilfürsorge, den D. I. G. B., für das Arbeiterfürsorgemnt und eine Anzahl Mischer Wohlsahrtseinrichtuugen. Endlich beschloß der Wohlfahrts-Ausschuß, eine Kommission zur Verteilung von Stipendien an junge Mädchen, die sich für soziale Berufe ausbilden wollen, einzusetzen. Schächte r s ch u l e. Am 25. Mai d. I. fand die erste Sitzung des Kuratoriums der neuen Schächterschule, welche vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden gegründet wurde, statt. Die Mitglieder «waren fast vollzählig versammelt. Zum Vorsitzenden wurde Herr Bruno Galewski-Berlin und zu dessen Stellvertreter Herr Rabbiner Dr. Loewenthal-Berlin gewählt. Die reichhaltige Tagesordnung wurde durchgesprochen, und mit Rücksicht auf die Menge der Borlagen wurden nur Richtlinien festgelegt. Danach sollen nur jüngere Leute, nicht ältere Herren, die sich in großer Anzahl gemeldet hatten, znr Ausbildung zugelassen werden. An die sittliche Reife und die geistigen Fähigkeiten der zukünftigen Schüler sollen selbstverständlich entsprechende Ansprüche gestellt werden. Ebenso sollen zum Beruf gehörige gewisse Kenntnisse aus Thora und Talmud vorausgesetzt werden. Die Ausbildung soll sich auch auf veterinäres Wissen erstrecken und Wert darauf gelegt werden, daß die Gesamtausbildung eine Hebung des Mnzen Schächterstandes nach außen und innen erreicht. Die Prüfung der vorliegenden und noch eingehenden Meldungen wird einer' Kommission überwiesen, außerdem sotten Interessenten durch ein Inserat nochmals darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Eröffnuna der Schule zum 1. Juli d. I. stattfinden wird, daß also Meldungen möglichst umgehend zu erfolgen haben. Die Vorschläge für die Aufnahme werden daun sämtlichen Mitgliedern der Kommission zugehen, worauf nach Abstimmung über die Aufnahme oder Ablehnung 'endgültig beschlossen werden wird. Auch für den LehrpIan wurde eine Kommission eingesetzt, die sofort in Tätigkeit tritt. Mit Rücksicht darauf, daß nnr solche Schüler als ausgebildete Schochtim entlassen werden sollen, die in jeder Beziehung 'den höchsten Ansprüchen für dieses wichtige Amt entsprechen, dürfte die L ehrzeitim allgemeinen mindestens >anf zwei Jahre bemessen werden. Rabbinerverband. Am 24. und 25. Mai fand in Kassel die Sitzung des Zentralausschusses des Deutschen Rabbinerverbandes statt. Den wissenschaftlichen Teil bestritten Vorträge von Levh-Mainz und Rosenthal-Köln über Rabbi Jakob Halevi (Maharil) aus Anlaß seines 500. Todestages. Dienemann-Offenbach erstattete den Geschäftsbericht und hob insbesondere hervor, daß der Rabbinerverband in steigendem Maße von Gemeinden und Rabbinern als maßgebende Stelle für die Regelung aller gemeinsamen Angelegenheiten betrachtet werde. Baeck-Berlin berichtete über die Sübventionierung leistungsschwacher Gemeinden durch den Landesverband. In der Aussprache wurde insbesondere auch die Forderung der Zugehörigkeit des Rabbiners zum Gemeindevorstand erhoben. Ein Korrespondenzblatt soll über die Arbeit des Verbandes unterrichten. In einem vor den Feiertagen zu veröffentlichenden Rundschreiben an die Gemeinden soll auf die Heiligung des Sabbats und der Festtage mit Nachdruck hingewiesen werden. Ein Referat von Wilde-Magdeburg über die Friedensbewegung führte zur Annahme folgender Entschließung: „Der Ausschuß des' Nabbinerverbandes in Deutschland begrüßt, getragen - von dem Gedanken des Judentums alle Bestrebungen der Religionen, gemeinsam auf dem Boden der Gerechtigkeit den Frieden unter den Völkern zu fördern. Der Nabbinerverband in Deutschland ist bereit, sich an der gePlanten Weltkonferenz aller Religionen für Frieden in der Welt zu beteiligen." Schließlich wurde eine wirksame Förderimg der jüdischen Abteilung bei der 'Internationalen Presseausstellung in Köln beschlossen. Ein neues Altersheim. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden teilt mit, daß in Landsbcrg a. d. W. noch in diesem Jahre ein neues und nach modernen Grundsätzen eingerichtetes, rituell geführtes jüdisches Altersheim eröffnet wird. Als Insassen kommen Personen aus den Provinzen Brandenburg und Grenzmark, den abgetretenen Gebieten, aber auch ans Berlin in Frage. Auch aus anderen Bezirken ist der Borstand bemüht, soweit der Platz reicht, Aufnahmen zu ermöglichen. Es ist aber für Anmeldungen dringende Eile geboten, da die zunächst zur Verfügung stehenden 42 Einzelzimmer aller Voraussicht nach schnell besetzt sein werden. Hingewiesen sei nur noch daraus, daß die gesamte Unterbringung, Verpflegung und Lebenshaltung allen Ansprüchen gerecht werden will, und daß das Heim eine überaus behagliche Ruhestätte bietet. Anmeldungsgesuche sind sofort zu richten an Herrn Rabbiner Dr. Martin Salomonski, Berlin W. 10, Bendlerstraße 18, der alsdann die näheren Aufnahmebedingungen mitteilt. Luristentagung des Central-Vereins. Am 18. und 19. Juni d. I. veranstaltete der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glanbens eine von annähernd 400 jüdischen Juristen aus Berlin und aus dem Reiche besuchte Tagung, die sich mit den Fragen der deutschen Justiz, soweit sie Juden und Judentum betreffen, in eingehender Beratung beschäftigte. In seiner Eröffnungsrede betonte der Vorsitzende, Justizrat Dr. Brodnitz, daß der Zweck der Zusammenkunft nicht eine von politischen Tagesgesichtspunkten veranlasste Demonstration unter dem Zeichen irgendeines Schlagwortes sein, sondern daß das Material des Vereins in ernster Arbeit geprüft und zur Förderung der deutschen Rechtspflege ausgewertet werden solle. Selbstverständlich bedeute die Tagung keine Absonderung der jüdischen Juristen von ihren nichtjüdischen Kollegen. Landqerichtsrat Dr. Jacques Stern-Berlin zeichnete das Bild der „volkischen Rechts- und Staatsphilosophie" unter besonderer Würdigung ihrer führenden Köpfe. Er kam zu dem Ergebnis, eine völkische Weltanschauung als Grundlage von Recht und Staat mit dem Ziele der Entrechtung der deutschen Juden sei weder philosophisch noch geschichtlich zu begründen. Ihre Durchführung würfe Deutschland um Jahrhunderte zurück, isoliere es im Kreise der übrigen Nationen und mache so seinen Wiederaufstieg für alle Zeiten unmöglich. Justizrat Dr. Siegfried Löwenstein-Berlin beleuchtete den „Entwurf eines Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches" und wies auf die Notwendigkeit hin, gewisse Bestimmungen, wie z. B. „Anreizung zum Klassenkampfs so zu for- LMWW illM MlW WI8 k-vc«5, 0der!m6au 17 Voge!8bkl'g-Drögens Or. L. NLVLVKQLK 5 » u o w e o so?e«n5p«iec«e« - c^«vi.u5 «ssss empkienlt sick bestens (sucn Mr koscliere Artikel). Mann Vorbonus Obst, Gemüse, Südfrüchte «nterlmdau69,Tel.Mg.60S5 Färberei unä Lkem. kieinigung ^äcisn in sllsn 5ts«Msi!en