Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 11 (7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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von SyNÄgogenPlätzen und Friedhofsstellen beizumessen ist. Den Schluß der Verhandlungen bildete eine sehr eingehende Durchberatung des ganzen Fragenkomplexes der Steuererhebung durch die Shnagogengemeinden. Die Zulässigkeit einer Staffelung der Kultussteuern wurde anerkannt. Für die Frage der Doppelbesteuerung wurde eine gesetzliche Regölung für notwendig gehalten. Hauptgegenstand der Beratungen bildet die Kon den Gemeinden immer 'wieder betonte Notwendigkeit der Erfassung solcher Genreindemitglieder, die zur Einikommensteuer gar nicht oder in einem Umfang herangezogen sind, der ihrer wirklichen Leistungsfähigkeit nicht entspricht, von Geschäftsführern einer G. m. b. H., Direktoren einer A.-G. u. a. Es werden verschiedene Wege und Möglichkeiten zu einer ausreichenden Heranziohnng dieser Kreise zur Kultussteuer erörtert. Bevor jedoch den Gemeinden Vorschläge gemacht werden, soll eine Fühlungnahme mit dem Ministerium stattfinden, um festzustellen, welche Statutenänderungen dortseits ^Aussicht, auf Genehmigung haben. Unterrichtsnnd Kultus-Ausschuß. , In der vorigen Woche traten drei Ausschüsse des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu Sitzungen zusammen, der liberale und der konservative Unterrichts-Ausschuß sowie der konservative Kultus-Ausschuß. Der liberale Unterrichts- Ausschuß tagte unter dem Vorsitz des Herrn Rabb. Dr. Vogelstein-Breslau. Es wurde dabei auf die Notwendigkeit hingewiesen, eine eigene jüdische Lehrerbildungsanstalt ins "Leben zu rufen, da in kurzer Zeit ein Mangel an jüdischen Lehrern eintreten dürfte. Demgemäß wurde ein Antrag angenommen, der den Rat des Landesverbandes ersucht, spätestens bis zum 1. Oktober dieses Jahres in Berlin eine Religionslehrer-Bildungsanstalt zu errichten. Herr Studiendirektor Dr. Driesen - Frankfurt a. M. erstattete Bericht über die Dozentur bei der jüdischen Sektion der Frankfurter Akademie, über ihre Einrichtung und ihren Lehrplau. Es wurde beschlossen, diese Anstalt zu fördern, für den Ausbau des Lehrplans Sorge zu tragen und auf die Heranziehung auch von Lehrkräften liberaler Richtung hinzuwirken. Dem Ersuchen des Allgemeinen deutschen Kantoren-Verbandes, eine Kommission einzusetzen, die von den anzustellenden Kantoren ein besonderes Examen abnehmen soll, wurde stattgegeben. Zur Frage der Hilfsbücher für den jüdischen Religionsunterricht wurde die Schaffung einer pädagogischen Zeitschrift für jüdische Lehrer, ferner die Verbreitung der Werke: Baeck, „Wesen des Judentums", Spanier, „Psalmen", Elbogen, „Geschichte des Judentums", in Aussicht genommen. Die Schaffung von Pflegschaftsbezirken für den südischen Religionsunterricht wurde den lokalen Instanzen überwiesen. Zum Vorsitzenden des konservativen Unterrichts- Ausschusses wurde Herr Rabb. Dr. Rosenthal-Köln, zu seinem Stellvertreter Herr Bruno Galewski-Berlin gewählt. Als Hauptpunkt dieser Sitzung wurde die Errichtung der pädagogischen Simultan-Akademie, Frankfurt a. M., und im Zusammenhang damit die Dozentur des Herrn Ra b b. Dr. Horovitz, Frankfurt a. M., erörtert. Namentlich aus Lehrerkreisen wurde gefordert, daß bei der Ausbildung der jüdischen Religionslehrer in Zukunft die gleichen Voraussetzungen innegehalten werden müßten , wie bei derjenigen der preußischen Volksschullehrer, also Abiturientenexamen und Akademiebesuch. Es wurde ein Beschluß des Inhalts gefaßt, die jüdische Sektion der neu errichteten simultanen Akademie, Frankfurt a. M., mit allen Mitteln zu fördern und den auf diesen Lehrstuhl berufenen Dozenten, Herrn Rabb. Dr. Horovitz, weitgehendst bei seinen Bemühungen bezüglich der Ausbildung jüdischer Neligionslehrer zu unterstützen. Ferner wurde auch von diesem Gremium eine Kommission zur Prüfung geeigneter Literatur für den Unterricht in jüdischer Religion und Geschichte bestellt. Auf die Eingabe des Allgemeinen deutschen Kantoren-Verbandes hin wurde beschlossen, in die beantragte Prüfungskommission für Kantoren hinsichtlich ihrer fachlichen und anderen Eignung einen für diese Aufgabe besonders interessierten Gelehrten zu delegieren. Der Landesverband soll ersucht werden, die direkte Subventionierung von jüdischen Schulen durch den Staat anzuregen und zu fördern. Schließlich einigte man sich dahin, daß die beiden Unterrichts-Ausschüsse (liberaler und konservativer) in allen nichtreligiösen Fragen in Zukunft gemeinschaftlich beraten sollen. Eine ganze Reihe von wichtigen Schulfragen wurde eingehend erörtert. Der konservative Kultus-Ausschuß, dem verschiedene der bekanntesten jüdischen Theologen angehören, wählte zu seinen: Vorsitzenden Herrn Rabb. Dr. Hoffmann-Breslau. Die Versammlung wurde zuerst von dem Abgesandten des Großen Rates, Herrn Bruno Galewski, begrüßt und auf die Größe sowie auf die Wichtigkeit ihrer Aufgaben hingewiesen. Es wurde daran erinnert, daß sowohl der Kultus-, als auch der Unterrichts- Ausschuß bedeutende Fragen, die zurzeit die Preußische Judenheit beschäftigen, zu lösen habe. In der Hauptsache beschäftigte sich diese Kominission mit religiösen Forderungen bei Abhaltung von Trauungen, bei Ehescheidungen und Uebertritten zum Judentum. Es wurde lebhaft darüber Klage geführt, daß (meistens aus Unkenntnis) oft die wichtigsten religionsgesetzlichen Bestimmungen über die Ehegesetze nicht beachtet würden. Nach längerer Debatte wurden verschiedene Entschließungen gefaßt, welche dem Großen Rate des Preußischen Landesverbandes zur weiteren Bearbeitung übergeben werden sollen. Verschiedene auf dem Nachtrage zur Tagesordnung stehende Referate wie z. B. Verkauf von Synagogengrundstückcn, Tätigkeitsbereich der Ritualkommissionen der Großgemeinden usw. konnten nicht erledigt werden, da ein Teil der Mitglieder ans eine Erörterung über diese Angelegenheiten nicht vorbereitet war. Mit Bezug auf die bestehenden Einrichtungen wurden Verbesserungsvorschläge nach verschiedenen Richtungen hin gemacht. Subventionskommission. In der Sitznng am 20. Juni wurde zunächst größte Sorgfalt auf die U n t e r st ütz u n g und Erhaltung einer ganzen Reihe wichtiger jüdischer B"i l d u n g s a n st a l ten verwandt. Die Zahlungen an die drei theologischen Bildungsinstitute in Berlin und Breslau werden einstweilen fortlaufend überwiesen. Für die Wiedererrichtung eines Lektorats für rabbinische Wissenschaft an der Universität Gießen wurde ein Betrag bereitgestellt. Der Verein zur Förderung des Handwerks und der technischen Berufsarten unter den Juden erhielt eine Subvention, ferner wurden zwei Jeschiwaus in Frankfurt a. M. sowie die jüdischen Lehrerseminare in Münster, Köln, Würzburg und die israelitische Präparandenschule in Höchberg mit Beihilfen bedacht. Für die den jüdischen Sportvereinen, die im Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände nicht vertreten sind, zu gewährenden Beihilfen wurde ein Verteilungsplan aufgestellt. Zehn leistungsschwache Gemeinden erhielten Beihilfen bezw. zinslose Darlehen zur Instandsetzung ihrer Friedhöfe, Synagogen oder Neuerrichtung von Bethäusern und Mikwaus. Einer Gemeinde wurde teilweise Erstattung der Beerdigungskosten von armen jüdischen Insassen der in ihr befindlichen Provinzial- Jrrenanstalt zugesagt. Fünf Gesuchen um Pensionsbewilligungen bezw. Unterstützungen von Lehrer- oder Rabbinerwitwen und einer Bitte um Gehaltsaufbesserung eines Lehrers wurde stattgegeben. Ein Flüchtlingsrabbiner erhielt eine monatliche Beihilfe. Zwei Gesuche jüdischer gemeinnütziger Anstalten wurden dem Wohlfahrts-Ausschuß überwiesen, und nur drei Anträge mußten mangels substantiierter Unterlagen zurückgewiesen bezw. vertagt werden. Die Inspektion des Religionsunterrichts in den unterstützten Gemeinden wird in die Wege geleitet. Zu diesem Zwecke sind den betreffenden Inspizienten (Rabbinern und geeigneten Lehrern), sowie den Gemeinden selbst Formulare zur regelmäßigen Ausfüllung und Uebersendung an den Landesverband übermittelt worden. Auch über die kulturellen Einrichtungen soll von den Gemeindevorständen halbjährlich einmal berichtet werden. Wohlfahrtsausschuß. Am Sonntag, den 12. Juni ds. Js., fand unter dem Vorsitz des Herrn Prof. Dr. Türk eine Sitzung des Wohlsahrts-Ausschusses statt. Einen großen Teil der Beratungen nabmen bevöIke - rungspolitis che,Fr >agen in Anspruch, wozu als Sachverständme >die Herren Dr. med. Theilhaber und Dr. med. Tugendreich hinzugezogen waren. Der Wohlfahrts-Ausschuß wird unabhängig von den: Beschlüsse des Rates, eine Konferenz aller Organisationen zu einer Beratung über Maßnahmen gegen Taufen, Austritte und Mischehen einberufen, eine Aufklärung der jüdischen Bevölkerung besonders über die Gefahren des Geburtenrückganges in die Wege leiten. Es sollen Flugblätter an die jüdische Bevölkerung versandt und insbesondere die Mitwirkung des Rabbiner- und Lehrer-Verbandes in Anspruch genommen wenden. Eine IssK I^j I. u.M55^öM6e5^^c^fImb« MUMM >>> MK ünesieZ s-k/^ki-un'M ^^ei^isu^s^^sili-ui 6 9 1395 ö ^^k5O»-!-»S ^3S3 7-U. ^Z S3S. kZN3llS3NON-IZNSl'2!!3t'i()N — 3 3 51 j »'S —l.3 N. ^bvsi^smS^tfürünsts^ct^iZltung cie»^ u. WsssenlS«t'ungen.