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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1927-07-01 · 11 (7.1927) · page 14

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
5 (1926-1927)
Issue
11 (7.1927)
Date
1927-07-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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14 mulieren, wie die Gesamtinteressen des deutschen Volkes und damit auch der jüdischen Deutschen es auf Grund unserer Erfahrungen verlangen. Rechtsanwalt Dr. Erich Eyck-Berlin beleuchtete in seinem Referat „Die Stellung der Rechtspflege zu Juden und Judentum" an Hand einer sehr großen Zahl von Einzelfällen, die einer eindringenden juristischen Würdigung unterzogen wurden. Er lehnte jede unzulässige Verallgemeinerung bewußt ab, suchte aber die Gründe zu ermitteln, die zu den festgestellten Fehlgriffen geführt haben. Der Vortrag gipfelte in der Forderung unparteiischer Gerechtigkeit, nicht nur um der deutschen Juden, sondern um des gesamten großen deutschen Vaterlandes willen. Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil-Berlin schilderte Wesen und Bedeutung des „Politischen Prozesses". Er wies darauf hin, daß dieser mehr und mehr nach der Revolution auch in Deutschland ein Faktor des politischen Lebens geworden sei. Diese Tatsache erfordere die Heranbildung von Verteidigern, die die besonderen Erfordernisse des Politischen Prozesses zu meistern verstünden. Wer in politischen Prozessen tätig sei, in denen es sich um deutsche und jüdische Fragen handle, müsse sich bewußt bleiben, daß sittliche Eigenschaften", geistige Gaben und Pflichterfüllung, nicht zum mindesten aber vaterländisches Empfinden den deutschen Juden das Recht und die Pflicht geben, ihre tatsächliche und rechtliche Gleichstellung mit allen nichtjüdischen Deutschen zu erkämpfen. Eine vielstündige Aussprache, an der Juristen aus allen Teilen des Reiches, darunter auch Universitätsprosessoren und zahlreiche Richter, teilnahmen, brachte eine Fülle neuen Materials zu den behandelten Fragen. Jnstizrat Brodnitz konnte in seinem Schlußwort darauf hinweifen, daß die Tagung, wie erwartet, nicht dem spezifisch-jüdischen Interesse, sondern dem großen Rechtsinteresse unseres gesamten Vaterlandes gedient habe. Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Die Hauptversammlung des Vereins, die am 30. Mai unter Teilnahme von Vertretern aus allen deutschen Gauen in Frankfurt a. M. stattfand, nahm einen erfreulichen Verlauf. Der Geschäftsbericht stellte eine erfreuliche Steigerung in der Wirkung der Bereinsarbeit fest. An die Tagung schloß sich ein stark besuchter Vortragsabend. Neichsminister a. D. Dr. Gothein sprach über die Verwerflichkeit des Antisemitismus und die Gefahren der Nassentheorie. Das Hauptreferat hielt Universitätsvrofessor Dr. Götz-Leipzig über den Antisemitismus im neuen deutschen Reich seit 1870. Er kam zu dem Ergebnis, daß mit Antisemitismus irgendeine Neuerung im wissenschaftlichen, geistigen oder staatlichen Leben nicht herbeizuführen wäre. Regierungsrat Dr. Steiger sprach über Antisemitismus im Lichte des Christentums, und zuletzt entwickelte Rabbiner Dr. Salzberger einen Abriß der Geschichte der Juden in Frankfurt. Krankenhaustagung. Der Bund der jüdischen Kranken- und Pflegeanstalten Deutschlands hat auf Sonntag, den 3. Juli, zu einer Sitzung in Köln eingeladen. Neben den geschäftlichen Angelegenheiten wird sich die Tagung vor allem mit der Frage befassen: Wie werden Pfleglinge ritueller Anstalten nahrhaft, abwechslungsreich und dabei fparsam ernährt? Mehrere Referenten werden diese Frage, ebenso wie die Belieferung mit Lebensmitteln und die Küchenführung vom Standpunkt der verschiedenen Anstaltstypen aus behandln. „Heim des Jüdischen Frauenbundes in Wyk a. Föhr". (Heilstätte f. tuberkulosgefährdete Kinder u. weibliche Jugendliche.) Die Beteiligung an der ersten Sitzung des Kuratoriums war aus allen Teilen der Reiches erfreulich zahlreich. Berichte wurden erstattet über die Gründe, die zur Entstehung des Heimes führten von Frau Bettina Brenner-Leipzig, ferner über Ausbau und Einrichtung des Heims, sowie über die geplante Führung von Frau Charlotte Landau-Lübeck. Die Bundesschatzmeisterin, Frau Helene Meyer-Stargard, Berlin. ,gab den Finanzbericht, der Vertrauensarzt des Heims Dr. Rudolf Neumann-Berlin, erteilte über die medizinische Seite der neuen Heilstätte Auskunft. An der sehr fruchtbringenden Aussprache beteiligte sich u. «. die für das Heim gewonnene Oberin Sophie Mamelök, die dank ihrer langjährigen Tätigkeit als Kindergärtnerin, Schwester, Oberschwester und Leiterin gemeinnütziger Anstalten über große Erfahrungen in Anstaltsführung verfügt. Um für diejenigen Fälle, für die keine Organisation herangezogen werden kann, die Möglichkeit verbilligter Kuren Zu schaffen (der' Normalpflogesatz beträgt inkl. Arzt und allen Kurmitteln 4 Mark pro Tag bei sechswöchiger Kurperiode), wurde beschlossen, „Freunde für Wyk" zu gewinnen, die durch jährliche Mitgliedsbeiträge ihr Interesse an oen Aufgaben des Heinis beweisen, lebenslängliche Mitglieder durch einmalige Zahlung von 500 Mark zu werben und die dauernde Mitgliedschaft bei einmaliger Zahlung von 3000 Mark zu verleihen. Anmeldungen zur Mitgliedschaft und Spenden nimmt entgegen die zur Kassenführerin ernannte Frau Käthe Sternberg, Breslau 18, Linden- Allee 6, die gemeinsam mit der Bundesschatzmeisterin die Finanzen zu betreuen haben wird. Zu Kassenrevisoren wurden ernannt die Herren Otto Esreles und Dr. Richard Wolfes. In den Händen von Frau Käthe Sternberg wird später auch die Bearbeitung der „Nachgehenden Fürsorge" der aus dem Heim entlassenen Pfleglinge liegen. Die Eröffnung des Heims, das unter Aufsicht des Herrn Oberrabbiner Carlebach in Altona stehen wird, ist für Ende Juni in Aussicht genommen. Es wird zuerst eine Kurperiode für Knaben eingerichtet, die zweite Kolonie ist für Mädchen bestimmt. Eine kleine Station für weibliche Jugendliche (von 14—18 Jahren) in einer besonderen Etage bleibt durchgehend geöffnet. — Dankbar wurde auf der Tagung der Frau gedacht, die im Jüdischen Frauenbund die erste Anregung zur Bekämpfung der Tuberkulose und für die Errichtung dieses Heims gab. Auch mit diesem Heim des Bundes wird der Name der Bundesgründerin B e r th a P aP P e nheim unlöslich verknüpft sein. Weibliche Kürsorge, Langestraße 3V 1. Arbeitsnachweis, Sprechzeit tägl. 10—12 und 3—41/» Uhr, Sonntag 9i/g—11 Uhr. Gesuchte Stellen 2) für Kontoristinnen, Stenotypistinnen, Verkäuferinnen, Lageriftinnen und Lagerarbeiterinnen; o) für Lehrmädchen mit Volks-, Mittel- und höherer Schulbildung per sofort und zu Ostern; c) für Kochaushilfen, Näherinnen, Hausdamen und Haushälterinnen in frauenlosen Haushaltungen, Haustöchter und Stützen mit Familienanschluß. Sprechzeit für Lehrmädchen: Montag und Donnerstag von 31/2-41/2 Uhr. Offene Stellen für tüchtige Wirtschafterinnen, gut empfohlene Köchinnen, Alleinmädchen und einfache Stützen sind gemeldet. 2. Zimmervermietung. Der Arbeitsnachweis vermittelt billige Zimmer jeglicher Art, möbliert und unmöbliert, mit und ohne Kochgelegenheit, mit und ohne Pension; Sprechstunde: Mittwoch von 101/2—12 Uhr. 3. Fürsorge stelle. Uns liegen so viele dringende Bitten umKoltern vor, daß wir sie der Offenlichkeit zur Kenntnis bringen wollen. Wir sind gern bereit, auf Anruf H. 3725 die Koltern abholen zu lassen. ^i.c).s(2^>^!>llD «Ssg^. 17SS ' Slsi«itSk-»sti'slZS 23 ^QkS Ksiksi-irisripfczi'ts ^W^l_I^ S>l_S^5ZS^Sl^^X^ QO^O- ^«-! SII_S^5SS(5»-IIV>!^»< /^lVIS/^O^r-il^I^ A,^k««iß»W^ ^^»-iSrr. V«s^Hvo>n»5 t/««« c< . z<^S^V^I 5/A«-5«F», WM

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