Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 10 (6.1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3094266-3094312-3094321--1022-3095737- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
16 der Kandidaten werden gewisse Mindestforderungen gestellt. Auch ist eine vierwöchige Probezeit vorgesehen. Die neue Schächterschule wird einem längst gefühlten Bedürfnis abhelfen, denn bis jetzt ist man in Deutschland fast ausschließlich auf ausländische Schächter angewiesen. Ueber die Entwicklung dieser ersten wichtigen Gründüng des Landesverbands soll die Öffentlichkeit fortlaufend unterrichtet werden. .Junge Leute, die sich dem Schä ch t e r b e r u>f widmen wollen, mögen sich beim Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden, Berlin N. 24, Oranienburgerstraße 29, melden. Reichsverband. Am Sonntag, den 22. Mai, fand in Dresden eine vom Landesverband gemeinsam mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindcbund einberufene Besprechung über die Gründung eines Reichsverbands statt. Nachdem der erste Verfassungsentwurf in der Preußischen Berbandstagung am 21. November 1926 abgelehnt wurde, hatte die Zusammenkunft der Vertreter der einzelnen Landesverbände die Aufgabe, einen Weg zu finden, der den Wünschen aller Beteiligten Rechnung trägt und die baldige Schaffung einer Neichsorganisation ermöglicht. Vertreten waren die Landesverbände von Preußen, Bayern, Sachsen, Anhalt, Braunschweig, Hamburg und Bremen. Die Erörterungen betrafen zunächst die Gründe, aus denen die Tagung des Preußischen Landesverbands im November 1926 den ihr vorgelegten Verfassungsentwurf abgelehnt hatte. Es stellte sich heraus, daß über die bestehenden Meinungsverschiedenheiten eine Einigung sehr wohl möglich erscheint. Die Beratung endete mit der Einsetzung einer Kommission zur weiteren Vorbereitung der Schaffung einer Reichsorganisation. Nach den der Kommission «v.tT^T^y.^v. i^all. der Neich.sverba.nd ein Verband der Landesverbände und derjenigen Einzelgemeinden, die keinem Landesverband angehören, sein. Als Organe des Reichsverbandes find in Aussicht genommen der Rat und die Reichslagung; an die Stelle der letzteren tritt für die Zeit zwischen den Tagungen ein ständiger Reichsausschuß. Die Zusammensetzung der Reichstagung soll grundsätzlich auf dem allgemeinen und Verhältniswahlrecht beruhen. Die Kommission wird ihre Arbeiten sofort aufnehmen. _ Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Luden. Gefährdetenfiirsorge. Am 12. Mai trat in Berlin die Arbeitsgemeinschaft fürGefährdetenfürsorge zusammen. In der von Sanitäts-- rat l)r. Seeligsohn geleiteten Sitzung waren die Vertreter aller angeschlossenen Organisationen, sowie die der Kommission ungehörigen Sachverständigen anwesend. Hauptgegenstände der Verhandlung waren die Fragen des Ausbaues der Psychopathenfürsorge und der Gefangenenfürsorge, sowie ein Bericht über den Stand der Reform der Fürsorgeerziehung. Zur Frage der Psychopathenfürsorge konnte mitgeteilt werden, daß erfreulicherweise sowohl in den Kreisen der Lehrer, wie der Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen das Interesse für diese Spezialaufgabe in ständigem Wachsen begriffen ist, und daß eine Reihe von Anmeldungen zur Spezialausbildung vorliegen. Die Zentralwohlfahrtsstelle wird bemüht sein, durch Ausbildungszuschüsse, die sie entweder selbst geben oder vermitteln kann, diese Bestrebungen möglichst zu fördern. Ebenso ist sie zu eingehender Auskunftserteilung über die Ausbildungswege und -Möglichkeiten bereit. Sodann wurde die Frage der Beratungsstellen für Heilerziehung eingehend besprochen und auf die Notwendigkeit ihrer Einrichtung, gegebenenfalls in Angliederung an die bestehenden Einrichtungen der allgemeinen Psychopathenfürsorge, hingewiesen. Ein Verzeichnis der bestehenden Beratungsstellen — bei denen auch eine Umfrage über ihre Tätigkeit und deren Ergebnisse eingeleitet ist — wird veröffentlicht werden. Schließlich wurde von den Plänen der Errichtung eines Heilerziehungsheims Mitteilung gemacht und eine besondere Sachverständigenkommission für Psychopathenfürsorge gebildet, der insbesondere Rabbiner, Anstaltsleiter, Lehrer und Fürsorgerinnen angehören werden. In der Frage der Gefangenenfürsorge ist eine Abgrenzung der Arbeit mit dem „Sozialen Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes" dahin erfoIgt, daß diesemdiese elsorgerische, der Zentralwohlfahrtsstelle bezw. den zuständigen Wohlfahrtsstellen im Reiche die fürsorgerische Arbeit obliegt. Beide sollen in dauerndem engem Zusammenhang miteinander und mit allen Organisationen der allgemeinen Gefangenen- und Strafentlassenenfürsorge wirken. Diese Notwendigkeit der Zusammenarbeit gilt natürlich ebenso für alle anderen Gebiete der Gefährdetenfürsorge. Im übrigen sind die Zentralwohlfahrtsstelle und der Soziale Ausschuß des Nabbineroerbandes zur Zeit mit der Aufstellung von Verzeichnissen der in Frage kommenden Strafanstalten und Gefängnisse mit Angabe der für sie zuständigen Rabbiner und jüdischen Wohlfahrtsstellen sowie allgemeinen Gefangenen-Fürsorge-Organisationen beschäftigt. Endlich wird ein Merkblatt für die Durchführung der Arbeit aufgestellt. Auf dem Gebiet der Reform der Fürsorgeerziehung konnte über das Fortschreiten der Arbeiten sowohl bezüglicb der Anstalten für männliche wie für weibliche Jugendliche berichtet werden. Die Reformarbeiten sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Schließlich beschäftigte sich die Arbeitsgemeinschaft noch mit der Delegation zur Konferenz über Fragen des Mädchenschutzesund Mädchenhandels in London im Juni d. I. Die zu entsendenden Vertreter werden mit den beteiligten Organisationen voraussichtlich noch kurz vor der Londoner Konferenz zu einer Vorberatung in Verlin zusammentreten. Kürsorge sür jugendliche Psychopathen. Der Mangel an geeigneten Einrichtungen für psychopathische Kinder und Jugendliche macht sich immer empfindlicher geltend und hat die Zentralwohlfahrtsstelle wiederholt befchäftigt. Zu einer grundlegenden Erörterung des ganzen Fragenkomplexes kam es im vergangenen Jahr aüf der Düsseldorfer Tagung. Das Ergebnis der interessanten Aussprache wurde in nachstehenden Resolutionen zusammengefaßt, deren Durchführung sich die Zentralwohlfahrtsstelle und die Arbeitsgemeinschaft „Jüdische GeMrdeten^ür^or<ze" angelegen 'fein lassen: 1. Durch Sachverständige auf dem Gebiet der Psychopathenfürsorge soll geprüft werden, wo evtl. an interkonfessionellen Anstalten jüdische Abteilungen angegliedert werden können und in welcher Art jüdische Anstalten erforderlich sind. 2. In jeder größeren Gemeinde sollen möglichst Kinderhorte zur Beobachtung und Anleitung von psychopachischen und schwererziehbaren Kindern eingerichtet werden. 3. Für die rechtzeitige Erkenntnis psychopathischer Veranlagung ist die Errichtung von heilpädagogischen Beratungsstellen (Erziehungsberatungsstellen) erforderlich, welche die Indikation für die in Frage kommenden Maßnahmen zu geben haben. 4. Die heilpädagogiische Ausbildung von Erziehern, Lehrern und Wohlfahrtspflegern in Anstalten und durch Kurse soll ideell und materiell gefördert werden. Mit Rücksicht auf die große Bedeutung einer umfassenden Fürsorge für psychopathische Kinder und Jugendliche bittet die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, ihr Praktische Vorschläge und Anregungen zur Lösung der erörterten Fragen entweder mitzuteilen oder sich in der Mischen Presse darüber.zu äußern. Lüdische Tuberkulosensiirsorge. Tätigkeitsbericht für das Jahr 1926. Die Arbeit erstreckte sich in der Hauptfache darauf, Tuberkulosekranken durch Bereitstellung der erforderlichen Mittel den notwendigen Aufenthalt in einer Heilstätte oder einer Kranken« anstatt zu ermöglichen. Der sogenannte „Offene Fonds", der von der Arbeitsgemeinschaft 1925 zu diesem Hweck geschaffen worden ist, erwies sich auch weiterhin als eine überaus segensreiche Einrichtung. Gemeldet wurden 187 Fälle, von denen in III Fällen Beihilfen zu Hei l stä tt e nk ur en gewährt wurden. Für diese III Patienten wurden M. 20 296 50 ausgegeben, sodaß durchschnittlich auf einen Patienten eine Beihilfe von M. 183.— entfiel. Da die Kurdauer durchschnittlich auf drei Monate vorgesehen ist, und die Kosten für einen Monat /^^in»^ ^/kotc^ VosMestr. 19. A^petery Itlvoleum »ec>sIveiss"-Qrsk^fsscksrsi ksunusstesa« IS Innader: cs?I eisnar »snss 1 »SV/KI Lf8tlcla88igv Hllsjükrlmg in ttsi-penLtsl-lckwssetie, vamsnu. ttsuskaltllngLnÄscks ^bnolunZ unä l.ieterunL kre! ttsus.?ostver82ll6 nsck susvArts.