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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1927-06-01 · 10 (6.1927) · page 15

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
5 (1926-1927)
Issue
10 (6.1927)
Date
1927-06-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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15 Hilfsverein und Beratungsstelle für jüdische Durchwanderer. Es wird immer wieder versucht, mittels fingierter Telephonanrufe hiesiger Organisationen nnd bekannter Persönlichkeiten von Gutgläubigen Geld herauszuschwindeln. Wir bitten, in jedem Falle Rückfrage bei uns zu. halten und verweisen auf die von uns herausgegebenen Scheckhefte, die jeden Betrug unmöglich machen. Sprechzeit (Langestr. 30) täglich von 9—IN Uhr und 3—6 Uhr, Hansa 3728. Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege. Am 1. Mai 1927 fand in Marburg die Jahresvers a m in lung des Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hesfen-Nassau statt, die überaus zahlreich sowohl von Vertretern der angeschlossenen Gemeinden als auch von Gästen aus Marburg und dessen Umgebung besucht war. Aus Berlin waren zur Tagung erschienen: Herr Obermagistratsrat Dr. Ollendors, Leiter der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, und Herr Adler-Rudel, Leiter der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge. Nach den Begrüßungen sprach Herr Dr. Ollendorf über „Die grundlegenden Reformen in der jüdischen Wohlfahrtspflege". Er führte aus, -daß dem Inhalt nach sich das Arbeitsgebiet der nächsten Jahre auf die gesundheitliche Fürsorge, für die schon heute recht gut gesorgt sei, auf die Jugendwohlf^hrt und Gefährdetenfürsorge, die noch sehr auszubauen sein werden und in deren Kreis auch die- Jugendbewegung einzubeziehen ist, sowie auf die wirtschaftliche Fürsorge, zu deren Durchführung auch für die jüdische Wohlfahrtspflege ein Eingehen ans die staatliche Fürsorgegesetzgebung unbedingt notwendig sei, zu erstrecken habe. Er regte noch die Einrichtung jüdischer Rechtsauskunftstellen und jüdischer Darlehenskassen für den Mittelstand als besonders erstrebenswertes Ziel an. Bezüglich der Organisation der jüdischen Wohlfahrt trat er für ein intensives Zusammenarbeiten der jüdischen Verbände ein und mahnte zur Einheit 7n c-er jüdischen Arbeit. Als Reform im Geiste der Wohlfahrtspflege sah er weiterhin die gründliche Schulung der in der Wohlfahrtspflege Arbeitenden an, verbunden mit der Zusammenarbeit mit den Organisationen der Freien Wohlfahrt und der öffentlichen Fürsorge. Nach dem Vortrage, der sehr beifällig aufgenommen wurde, erstattete der Geschäftsführer des Landesverbandes, Herr Dr. Bergel, den Bericht über das abgelaufene Jahr. In einer sehr lebhaften Aussprache wurden Anregungen und Wünsche, besonders zur Durchführung einer guten Propaganda für den Landesverband, vorgebracht. Es folgte ein Referat des Herrn Alex Benjamin-Frankfurt a. M. über „Die Entwicklung der Wanderfürsorge im Bezirke des Landesverbandes". An diesen Vortrag schloß sich eine so ausgedehnte Diskussion, das; es nicht möglich war, die übrigen Punkte der Tagesordnung restlos zn erledigen. Die Beschlußfassung über die neuen Satzungen «des Laudesverbandes mußten einer neuen außerordentlichen Mitgliederversammlung überlassen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt führt ein geschäftsführender Vorstand unter dem Vorsitz des Herrn Rabb. Dr. I. Horovitz die Geschäfte des Landesverbandes weiter. Mit einem Schlußwort, in dem er dk? Ergebnisse der Tagung zusammenfaßte und einige neue Anregungen gab, sowie mit herzlichen Worten des Dankes, vor allem an die Marburger Gemeinde, die die Versammlung gastfreundlich aufgenommen und bewirtet hatte, schloß Herr Rabb. Dr. Horovitz die Tagung. preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Ratssitzung. In der Sitzung des Großen Rats wurde u. a. beschlossen, dem Beschluß des Verbandstags über den der Regierung einzureichenden Entwurf eines Judengesetzes beizutreten. Bor der Einreichung des Entwurfs^soll jedoch mit dem Preußischen Landesverband gesetzestrener iVynagogengemeinden (Sitz Halberstadt) eine Verhandlung stattfinden, um möglichst eine Einigung mit «diesem Verband herbeizuführen, desgl. soll wegen der Uebergangsbestimmungen für die neuen Provinzen mit deren Vertretern weiter verhandelt werden. Ein Bericht des Herrn Dr. Freund über die Einschränkung der Sonntagsruhe in jüdischen Betrieben wurde entgegengenommen. Die Frage der Doppelbesteuerung der Steuerpflichtigen mit mehrfachem Wohnsitz wird zunächst «von dem Rechtsausschuß geprüft werden, desgl. die Frage der Einsetzung eines Wahlprüfungsgerichts, das bei Gemeindewahlen an die Stelle der staatlichen Behörden treten soll. Zur Verwaltung der neu gegründeten Schächterschule wurde ein Kuratorium eingesetzt, dessen Vorsitzender Herr Bruno Galewski ist, nnd dem u. a. Herr G em e i n d e r a bb i n e r Dr. Hoffmann, Frankfurt a. M., angehört. Für die Schüler der Anstalt wurden eine Reihe von Stipendien ausgesetzt. Der Wohlfahrtsausschuß unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Türk -wird Richtlinien für die Einberufung einer Konferenz aufstellen, die sich mit der Frage der Taufen, Mischehen und A ustritte aus dem Judentum beschäftigen soll. Der Rat bewilligte eine Reihe von Subventionen, und zwar dem Philoverlag M. 1000.— für die Herausgabe des Werkes „Das Judentum und seine Umwelt" von Prof. Dr. Michael Guttmann, M. 5000.— für das jüdische Quellenlesebuch von Dr. Höxter, Frankfurt a.!M., M. 15 000.— für den Verein zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums und M. 1500.— als Zuschuß für die Teilnehmer an der Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbands. Subventionskommission. In der letzten Sitzung wurden 29 Angelegenheiten bearbeitet, darunter die Bewilligung Vau Stipendien an Seininaristen und Präparandenschüler, Beihilfen an Rabbiner- und Lehrerwitwen und Beihilfen zur Instandsetzung von Friedhöfen und Synagogen, sowie Darlehen an leistungsschwache Gemeinden, anch wurde ein jüdisches landwirtschaftliches Lehrgut unterstützt. Eine eingehende Erörterung fand die Frage, wie man sich zu Ken fast unübersehbar gewordeneu Gesuchen aller Art aus Preußen und auch aus anderen deutschen Ländern zu stellen habe. Bei den begrenzten Mitteln der Subventionskommission müssen Gesuche, die nicht nach jeder Richtung ausreichend begründet sind, von vornherein ausscheiden, berücksichtigt können nur Gesuche werden, die sich innerhalb des Aufgabenkreises des Landesverbandes halten, in erster Linie, soweit sie die Erhaltung und den Ausbau des Religionsunterrichts betreffen. Auch die Leistungsfähigkeit der einzelnen Gemeinden spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Schächterschule. Die Eröffnung der neugegründeten Schächterschule ist auf den 15. Mai festgesetzt. An der Spitze der Verwaltung steht ein Kuratorium aus drei Mitgliedern des engeren Rats des Landesverbands und vier Rabbinern. Die technische Leitung wurde Herrn Gerendasi übertragen, der in der Ausbildung von Schülern reiche Ersährungen und alle erforderlichen Kenntnisse besitzt. Tie theoretische Ausbildung wird in die Hand eines Rabbiners gelegt, der als Autorität in Schächtfragen gilt. Die regelmäßige Ausbildungszeit ist auf 154 Jahre festgesetzt worden. An die Beherrschung der einschlägigen talmudischen Literatur, sowie an die sonstigen Kenntnisse und das Vorleben 0 e « ü vkaun vueku. Xunst«>ru«k«rs> «snsusr ^sn«i»trss«e ksrnsprecksr?»ralu» Dß«r»I«IIung v«n 0ru«I»»s«l»«n »sn«t«I, u. iVlÖS^l_-^SI^!kX >X. 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