Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 10 (6.1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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10 sind, das Wohl der Gemeinde zu fördern, und daß sie nur das eine Ziel haben, dahin zu wirken, daß auch in der Zukunft wie in den vergangenen Jahrhunderten die Gemeinde Frankfurt sei und bleibe eine Muttergemeinde in Israel. Herr Jacob Wolfs (Volksv.) schließt sich namens der Fraktion der jüdischen Volkspartei dem Dank für den ausführlichen Bericht des Herrn Dr. Geiger an. Er ersucht ebenfalls den Vorstand, die ausführlichen Protokolle der einzelnen Referenten vorzulegen, weil es ohne diese außerordentlich schwer sei, in die Materie einzudringen. Außerdem schasse es einen unnötigen Gegensatz zwischen Vorstand und Gemeindevertretung, den er unter allen Umständen vermieden wissen wolle. Im Interesse des Vorstands liegt es, den Finanzreferenten Aufklärung zu geben. Der Etat einer jüdischen Gemeinde verkörpere das Sinnbild ihres jüdischen Lebens, und er könne mit Befriedigung feststellen, daß es in vielen Teilen besser geworden sei, wenn auch noch nicht durchweg gut. Die jüdische Volkspartei sei die Partei der Sammlung, die alle Richtungen aufnehme. In der letzten Zeit kämen sogar die liberal-religiösen Führer zu ihr herüber. Eine Verbindung des Judentums habe immer bestanden und bestehe heute noch. Die Triebfeder, die das liberale Judentum in London zusammengeführt habe, ist auch nur das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schicksalsgemeinschaft oder der Volksgemeinschaft. Die Befriedigung der Beamten der jüdischen Gemeinde fei eine ihrer vornehmsten Aufgaben. Die Beamten müßten das Gefühl haben, in einer gesicherten Position mit befriedigendem Auskommen zu leben, wenn die Arbeit, die sie leisten, erfolgreich sein wolle. Redner wünscht auch die Befriedung in der Gemeindearbeit, er wünscht, daß unter Aufrechterhaltung der eigenen Interessen praktische Arbeit zum Wohle der Gemeinde geleistet werde. Eine Wahlnervosität bestehe in seinen Kreisen nicht. Das Philantroxpin müsse, einerlei, wie man zu ihm politisch stehe, derart in die Höhe gebracht werden, daß es als eine Musteranstalt der Stadt zu gelten habe, jedoch müßte sich die Jüdischkeit viel verbessern. Es wundert ihn sehr, daß der Staat keinen Zuschuß mehr gebe wie in früheren Jahren, und er glaube, daß von feiten des Schulrats nicht genügend getan worden sei, um diesen Zuschuß wieder zu erhalten! Er halte es für möglich, wenn nicht vom Staat, so doch von der Stadt für die Schule einen Beitrag zu erhalten, wie auch die hiesige Religionsgesellschaft einen Beitrag für ihre Volksschule erhalten habe. Er bittet, nachzuprüfen, ob der Vertrag von 1843, den seinerzeit der Schulrat mit dem Vorstand abgeschlossen habe, noch gültig sei. Er bedaure sehr, und es liegt nicht im Interesse der Schule, daß nach 6 Jahren die Schulordnung noch nicht fertiggestellt sei,- wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Die Forderung nach einem weiteren Schulwerk, das den anderen Richtungen innerhalb der Gemeinde Rechnung trägt, da ja das Philantropin in erster Linie als eine liberale Einrichtung zu betrachten sei, sei ernstlich zu prüfen; sie müsse gewährt werden, wenn der Nachweis erbracht würde, daß eine bestimmte Anzahl der Gemeindemitglieder den Wunsch und das Verlangen haben, ihre Kinder in einem anderen Sinn erzogen zu sehen, als dies im Philantropin möglich sei. Die Gefahr, in ein und derselben Schule nach zwei verschiedenen Weltanschauungen zu unterrichten, sei eine außerordentlich große und könnte leicht dazu beitragen, die Kinder mit dem Elternhaus in Konflikt zu bringen, was unter allen Umständen vermieden werden müsse. Redner wendet sich dann gegen die Ausführungen des Herrn Dr. Geiger über die Finanzlage der Gemeinde. Er gebe zu, daß Mk. 73 000.— an den Staat zurückgezahlt und das Darlehen an die Religionsschule gegeben werden müsse. Es sei aber keine Finanzgebarung, daß der Ueberschuß der Passivüber die Aktiohypotheken in Höhe von Mk. 130 000.— aus den Einnahmen von Steuern bezahlt werden müsse, zumal die Forderungen erst im Jahre 1932 fällig seien. Er bemängelt ebenfalls, daß Mk. 30 000.— für etwaige Kursverluste flüssig gemacht werden müssen. Gerade in der letzten Sitzung der Finanzkommission habe er betont, daß die Effekten zu den Kursen eingesetzt werden sollten, zu denen sie gekauft wurden. Für die soziale Fürsorge müßte sich die Gemeinde bedeutend mehr einsetzen. Es sei kein Parteistandpunkt, sondern es sei die Pflicht eines jeden, das Elend des Mittelstandes zu mildern, die Not der Kranken und Erwerbslosen zu lindern. Es sei unmöglich, für die offene Wohlfahrtspflege mit Mk. 50 000.— irgend eine Linderung zu schaffen. Deshalb habe auch die Finanzkommission beschlossen, den Posten für Wohlfahrtspflege insgesamt auf Mk. 150 000.— heraufzusetzen. Man dürfe auch nicht vergessen, den jüdischen Handwerker, der vollständig verarmt sei, zu unterstützen. Herr Dr. Merzbach stellt fest, daß die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen hat, den Vorstand zu ersuchen, die Vorstandsprotokolle sowie alle Materialien, die beim Vorstand bei der Etatberatung entstanden sind, den Referenten vorzulegen. Sodann wird in die Spezialdebatte eingetreten. Kap. I: Allgemeine Verwaltung. 1. Der Beschluß der Finanzkommission, Mk. 3000.— in den Etat für Druck des Bibliothekskatalogs einzusetzen, wird angenommen. 2. Dr. Hahn stellt den Antrag, die Jnseratenverwaltung nicht der Firma Rudolf Mosse zu übertragen, sondern sie in eigener Regie zu behalten und nicht ohne zwingenden Grund einen derartigen Einnahmeposten aus der Hand zu geben, zumal genügende Kräfte zur Bearbeitung dieser Abteilung vorhanden seien. R.-A. Simon vertritt den Standpunkt der Finanzkommission, die die Angelegenheit eingehend geprüft habe und zu dem Ergebnis gekommen sei, der Gemeindevertretung vorzuschlagen, den vorliegenden Vertrag abzulehnen und den Gemeindevorstand zu ersuchen, das Abkommen mit der Firma Rudolf Mosse auf 5 Jahre zu tätigen, wobei der Gemeinde ein möglichst jährlich steigender Prozentsatz aus den Einnahmen der Annoncenwerbung zu garantieren sei. Beschluß: Die Anträge der Finanzkommission werden angenommen. Kap. II: Besoldungen. Die Finanzkommission beantragt, in einer Reihe von Punkten den Vorstandsbeschlüssen zuzustimmen, bei anderen Positionen weitere Erhebungen bzw. Abänderung des Etats auf Grund von neuerdings?«I<ZI05I»k cler n^eieniscli, elektnscn-automatiscne xu«».5c«ila»iic tur jeäen Hausnalt unci kür jedes Qeiverde Absolut xekanrlos» kein Ammoniak, kein Künlvassel-, keinerlei LeäienunA. Stets Aleicndleibenäe, trockene KSlte. veber 300000 k>iKiäsil-e, im verrieb. (Zenerslvertretunx: riau8u. 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