Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 9 (5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Seh hajaum osso adonio nogilo wenißmecho bau als des Tages, den Gott der Herr geschaffen hat, daß wir an ihm jubeln und uns seiner freuen. Ja, zur Freude ist aller Anlaß gegeben- Was Sie geleistet haben, ist unendlich viel. Was Sie sind, ist mehr, denn die Fülle dessen, was erreicht .worden äst, die kann nur hervorgehen' aus einer in sich geschlossenen Persönlichkeit, sie kann nur geleistet werden von einem Mann von Charakter, der nichts für sich, sondern alles für die Gesamtheit erstrebt, der bei all seinem Tun erfüllt ist von dem, was Sie selbst einmal als den Willen zum Judentum bezeichnet haben, von der tief in der Seele begründeten Ueberzeugung, daß über alle Parteiungen des Tages, über allen Streit der Richtungen hinweg die unvergänglichen Fundamente jüdischen Glaubens der Welt erhalten bleiben müssen. Daß Sie, von solchen Gesinnungen erfüllt, ein Vierteljahr- Hundert kraftvoll Ihres heiligen Amtes gewaltet haben, dankt Ihnen die Gemeinde nnd sie erfleht, daß mit Gottes Hilfe Ihnen noch lange Jahre im Frieden Ihres Hauses Gesundheit und Frische erhalten blleiben zu .gleichem Tun, aus daß durch Ihre Arbeit chaje aulom, Leben der Ewigkeit, gepflanzt werde in unserer Mitte. Amen! In einer groß angelegten Festpredigt feierte sodann Herr Gemeinderabbiner Dr. Salzberg er den älteren Amtsgenossen. Die Predigt, die an den ersten Satz des Wochenabschnitts anknüpfte, ging aus von den Wundern göttlicher Weisheit in Natur und Geschichte, von den Offenbarungen göttlicher Wahrheit im Geiste großer Menschen, insbesondere der Träger und Verkünder der Religion, um den Beruf des Rabbiners in die Kette geschichtlicher Entwicklung einzuordnen. Die 'Propheten Israels, so führte der Prediger aus, sind die ewig unerreichbaren Vorbilder aller Künder von dem, was dem Menschen nottut, um Gottes Kind und Menschenbruder zu werden. Geheimnisvoll von Gott zu Wächtern ihres Volkes berufen, predigen sie das offenbare Gebot der Liebe zu Gott und der Menschenliebe, von dem sie selber ganz erfüllt sind, in dichterischem Schwung und mitreißender Begeisterung. Das Erbe der Propheten treten die Schriftgelehrten, die Weisen an, als deren Prototyp uns Esra entgegentritt. Ihr Verdienst ist es, die Gotteslehre in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gerückt, sie durch Uebersetzung und Auslegung gemeinverständlich gemacht und die Predigt im engeren Sinne als Tchrifterklärung geschaffen zu haben. Nach den Schriftgelehrten wurden die Rabbinen die geistigen Führer unserer Gemeinschaft. Sie waren die Lehrer, die in steter Arbeitsgemeinschast mit zahlreichen Jüngern das Gesetz fortbildeten, um Leben und Lehre immer wieder in Einklang zu bringen. Das Ghetto hat das Bild des „Rabbi" vielfach entstellt. Es gilt wieder anzuknüpfen an die große Ueberlieferung. Wenn kein Prophet, so doch ein „Prophetensohn", wenn „kein Weiser, so doch der Schüler eines Weisen" muß der Rabbiner unserer Zeit sein. Als solchen feierte der Redner den Jubilar, dessen hinreißende Predigten und dessen geistvoller Unterricht das Samenkorn der Frömmigkeit in viele Herzen gesenkt, und der die Gnade erfahren, über das flüchtige Wort, hinaus schöpferisch wirken zu dürfen durch Schöpfung eines Gottesdienstes, der durch Geschlechter Tausende erbauen wird. Tief ergriffen bestieg sodann der Gefeierte die Kanzel, von der er so oft Gottes Wort verkündet hatte, um für die ihm bereitete Ehrung zu danken, wobei er diesen Dank auf alle ausdehnte, die ihm treu znr Seite standen und zum Teil noch stehen. Daran schloß sich ein ganz Persönlich gehaltener Rückblick auf das von ihm Erstrebte und Erreichte. 13 Die sehr eindrucksvolle Feier wurde von Gesangsvorträgen . der beiden Oberkantoren und des Synagogenchors festlich umrahmt. Am nächsten Tag nach Schluß des Morgengottesdienstes brachte eine schier unübersehbare Reihe von Deputationen nnd Freunden dem Jubilar und seiner Gattin Glückwünsche dar. Aus der großen Anzahl der Gratulanten seien erwähnt: Eine Deputation des Gemeindevovstandes, bestehend aus den Herren Dr. Baerwald, Bonwit, Sanitätsrat Ettlinger, Bernhard Simon, Fritz Sondheimer und Syndikus Dr. Mayer; Herr Dr. Richard Merz-- dach für die Gemeindevertretung, Herr Ferdinand Stiefel für den Vorstand der Hauptsynagoge, Herr August Landsberg für den Vorstand der Synagoge an der Königsteinerstraße, die Herren Henry Rothschild und Oberbaurat Cohen für die Vereine Hauptsynagoge und Synagoge Königsteinerstraße, die Logen, die liberalen Vereinigungen und die Lehrerveveinignng. Die Glückwünsche des Rabbiner-Verbandes und der Vereinigung liberaler Rabbiner, letztere mit einer besonders herzlich gehaltenen Adresse, überbrachte Herr Rabbiner Dr. Dienemann, der auch bereits am Festgottesdienst teilgenommen hatte. Die Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland hatte den Jubilar zum Ehrenmitglied ernannt und ließ durch Herrn Dr. Rudolf Geiger eine Advesse überreichen. Auch die Stadtschüldeputation, sowie verschiedene städtische Schulen, die Jüdische Volkspartei und die Studentenverbindung Nassovia hatten ihre Glückwünsche übersandt. Von auswärts hatten das Breslauer Rabbiner-Seminar, die Hamburger Gemeinde, die Londoner liberale Synagoge und Claude Montefiove Glückwünsche übermittelt. Auf jede der zahlreichen Ansprachen antwortete der Jubilar einzeln, wobei seine natürliche Rednergabe und der aus der pfälzischen Heimat überkommene Humor dem Redner gut zustatten! kam. So gestaltete sich auch diese Feier zu einer imposanten Ehrung und zeugte für die weitreichende Wirkung der Lebensarbeit Seligmanns im Kreise seiner Gemeinde. Herr Giegmund Herz, Schächter unserer Gemeinde, war anläßlich seines vierzigjährigen Nienstjuviläums der Gegenstand herzlicher und wohlverdienter Ehrungen. Am Samstag, den 2. April, nach Beendigung des Nachmittagsgottesdienstes, sand sich eine Reihe von offiziellen Persönlichkeiten und Freunden des Jubilars in seiner Wohnung ein. Herr Rabbiner Dr. Hoffmann würdigte in einer tiefempfundenen Ansprache die Verdienste und die Persönlichkeit des Herrn Herz und überreichte ihm für die Ritualkommission einen wertvollen Pokal mit sinniger hebräischer Widmung. Herr Fritz Sondheimer überbrachte die Glückwünsche des Gemeindevorstands, Herr Kantor Levu sprach für die Gemein debeamten, Herr Rechtsanwalt Dr. Schönberg sür den konservativen Gemeindeverein und Herr I. Hamburger sür den Talmud-Thora-Verein. Der Gefeierte, der auch von seinen Kollegen und Freunden reich beschenkt worden war, dankte mit schlichten Worten sür die ihm zuteil gewordene Ehrung. Anstalten und Vereine preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Ludengesetz. In Hannover und Kassel haben unter Teilnahme von Vertretern des Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden Besprechungen über die llberleitungsbestimmungen zu dem Gesetz betr. die Verfassung der jüdischen Religionsgesellschast in Preußen stattgefunden. Die Verhandlungen sind noch nicht zum Abschluß gelangt. K ,,LeIsIvsiss"-<ZrvkvfSseksreS Vsuiiusstssas IS Innaoer <S5l eis»«? Hsnss Tr8tkla88igk Ku8tünrung in tte»'i'en8tä«-kkvä8l:nk, vamenu. ttsu8naltung8wä8ene ^bnolunA uncl LieierunZ trei tlsus.?o8tver5Sncl nscn 2u8WÄrt8. M