Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 7 (3.1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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einen genauen Etat aufstelle, während bisher der Gemeindevorstand dem Präfekten jeden Monat eine Übersicht Wer die Kassenbestände und die bezahlten Rechnungen hatte vorlegen müsseu. Ganz neu war die Forderung, daß die Vorsteher anch auf die Entschuldung der Gemeinde bedacht sein müßten lind zn diesem Zwecke einen Schuldentilgungsfonds gründen sollten, dem alljährlich ein gewisser Betrag zuzuwenden sei. Ebenso wie das Steuer- und Finanzwesen stellte Jtzstein durch eine Reihe von Vorschriften das Vormundschaftswefen auf neue Grundlagen und gestaltete die K r a n ken - u n d A r m en - anstalten um, die nicht zeitgemäß 'verwaltet wurdeu. Es bestanden damals zwei Gemeindespitäler, das alte Spital und das neue, das nach dem Bombardement von 1796 errichtet worden war. Da aber diese Häuser nur zur Beherbergung von Fremden dienten und nicht zur Aufnahme einheimischer Kranken, war die Krankenpflege der seit 1738 bestehenden Männer- und der 1761 gegründeten Frauenkrankenkasse übertragen. Der Vorschlag Jtzsteins, die beiden Stiftungen zu vereinen, drang nicht durch. Man glaubte 'in der Gemeinde, daß durch Dezentralisation für die Patienten besser gesorgt wäre. So beschränkte sich Jtzsteins Sorgfalt ans die Gemeindehospitäler. Er verlangte ein genaues Verzeichnis ihrer Einnahmen und Ausgaben, auch die allmonatliche Vorlegung einer Liste -über die an arme Studenten und Fremde verabreichten Zehrpfennige. Während die Ausgaben der Krankenkassen aus den wöchentlichen Beiträgen der Mitglieder und durch milde Gaben und Vermächtnisse bestritten wurden, hatten die Spitäler Einnahmequellen verschiedenster Art. Im Jahre 1810 beliefen sich die Eingänge auf 9642 fl. 33 kr. und setzten sich aus folgenden fünf Posten zusammen: Zuschuß der Gemeinde von 3090 fl., Gaben bei religiösen Verrichtungen in der Synagoge, Spenden bei Sterbefällen, Einnahmen aus Vermietung der Schulsessel und Sporteln bei Beschneidungen und Hochzeiten. Dem standen im gleichen Jahre Ausga'ben von 9101 fl. 13 kr. gegenüber. Sie verteilten sich auf die Kosten für Beleuchtung der beiden Synagogen, für Geld- Verteilung an Arme, „deren lsider gar viele sind" (jeder von ihnen erhielt monatlich 30 kr.) und an bedürftige Durchreisende, für Speisebillette an Arme zum Sabbat, für Laternengelder und für „viele unbestimmte Ausgaben, die sich nicht vorher sehen lassen". Ein etwaiges Defizit, das ja in anderen Jahren leicht eintreten konnte, war von der Gemeinde zu decken. Dohm und die Ludenemanzipaiion. Vou Dr. Willy Cohn, Breslau. Vor uus steigen jene Tage ans, in bellen Männer wie G o t thold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn und Nikolai sich zu eiuem reineil Freuudschaftsbnnde zusammenfanden. Es war eine Zeit, in der für Haß und Feindschaft kein Ranm war, Humanität regierte die Ltuude. Aus dieser Zeit stammt das Büchlein, von dem hier die Rede sein soll. Ans dem Titelblatt ist zu lesen, daß das Buch „mit königlich preußischem Privilegio" gedruckt ist. Vielleicht hatten gar des großen Friedrich Augen auf dem Manuskript geruht, das der ehemalige Pagenhofmeister seines Bruders Ferdinand Christan Wilhelm Dohm: „U eber die bürgerliche V e r b e s s e r u n g d e r Jude n" geschrieben hatte. Er war ein Mann von dreißig Jahren, als er diese Arbeit in die Welt hinausgehen ließ und besaß schon einen geachteten Namen. In Lemgo im Fürstentum Lippe am 11. Dez. 1751 geboren, studierte er in Leipzig, der damals bedeutendste« Universität, znerst Theologie und dann Rechtswissenschaft. Altona und Dessau waren vorübergehend seine Wohnsitze. Berlin sah ihn in dem vorher schon erwähnten Hofamt - dann trieb es ihn aber wieder zum Lernen. Wir finden ihu iu Güttingen mit staatsrechtlichen, geschichtlichen und volkswirtschaftlichen Studien beschäftigt. Schon niit 25 Jahren ist er Professor in Brannschweig, dann finden wir ihn im Preußischen Staatsdienst als geheimen Archivar und Kriegsrat. Mannigfach waren noch seine Aemter wie auch seine Publikationen, bis er im Jahre 1820 im Alter von f^ast 69 fahren starb. Zuerst mag ihn zur Beschäftigung mit der Geschichte des Judentums ein rein wissenschaftlicher Beweggrund getrieben haben. Dann erwuchs aus diesem Studium ein warmes Interesse für die Geschicke unseres Volkes, und es mag ihn der Gedanke geleitet haben, „aus der unglücklichen Geschichte der Juden die Folge zu ziehen, daß die drückende Verfassung, in der sie jetzt noch in den meisten Staaten lebeil, nur ein Ueberbleibsel der unpolitischen und unmenschlichen Borurteile der finsterstell Jahrhunderte, also uuwürdig sei, in unseren Zeiten fortzudauern." Er betont, daß es ihm nicht möglich gewesen sei, die Studien in dem Ausmaß fortzusetzen, wie er es ursprünglich gewünscht hätte, hält sich aber doch für sachkundig genug, seine Ansichten den Regierungen mitzu- VI5I<Zjr.5c?5 XsiserLtnsIZs 4 5»n«>sev«rl»suk imk^t-eiss dscjsutsncj si-mäkigtsr Qsgsnstäncis in /N/?^^^ - /</?/57^/^ 6/^5 - 5 7^/^V6 l/T' Svsiss-, lXaffss-, I'ss-Soi'vios. Katfss-, 7ss-, lVIoooatasssn, 1>inkgarnitursn, Salat-, Kompott-, Ovstsonalsn, Kuelisnplatton, l.iköi'- uncl Wsinrömsr, l-inzslglässr Wasonga>'iiitufsii sto. Oekler'5 Libliotliek franktui-t a. IVlain lel. 9365 100000 KSnäe ätte weukelten 8katkenauplat28 lAesterpIst? Eintritt tSZUck ^bonnem. per IVWnat Nk. l.KV /^don. kür weuneiten p. IVWn.3— vi!8 tdlllillkiiikllt dmedtlgt?ll klWslIgeill ümtsmli SU Mm Hge. WM. üllllll ll.?elektsg! MW I IM. 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