Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 7 (3.1927)
- Date
- 1927-03-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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meinschaft. Dann wird uns die Purimgeschichte Wegweiserin aus aller Not der Gegenwart in srohere kommende Zeiten. Ein geheimnisvolles Wort spricht von einer verborgenen Stätte, wo göttliche Tränen fließen, wie Gott sagt: „Im Verborgenen weinet meine Seele." Und als ein Rabbi dagegen jenen Psalmvers anführte: „Mächtige Fröhlichkeit strahlt an Gottes Stätte," da wurde ihm zur Antwort: „Das eben ist das Göttliche, unter Tränen zu lächeln, das.Leid durch Freude zu überwinden;" Diese wahrhast menschliche, wahrhaft jüdiche Auffassung bejaht das Leben, auch wenn es schwer zu tragen ist, denn nur im Leben selbst kann und muß der Mensch sich bewähren. „Über Nacht, über Nacht, kommt Leid und Freud, Und eh' Du' s gedacht, schwinden sie beid' Und gehen dem Herrn zu sagen, Wie Du sie getragen. Das Buch Esther in der neueren Literatur. von vr. David Hartmann ist auch kein biblischer Stoff so oft für die Bühne bearbeitet worden wie das Buch Esther. Man hat eben frühzeitig erkannt, wie dem Jahre 1327 haben wir in .der Sprache des Landes, auf dessen Boden sich die Esthergeschichte abgespielt hat, im Persischen, eine poetische Bearbeitung unseres Buches aus der Feder des jüdisch-persischen Dichters Schahin aus Schiras. Der gelehrte Bibliophile Elkan N. Mler in London hat auf wiederholten Reinamentlich das ganze Reformationszeitalter hindurch die Ge¬ Verbreitung der Bibelkenntnis und zur Bekämpfung päpstlicher Haupt ist die Zahl der Komödien, Dramen, Singspiele, Operetten handelnde Jesuiten-Komödie, von der wir wissen, ist im Jahre 1577 zu München auf öffentlichem Markte, in Anwesenheit des ganzen Hofes und zweier zu Besuch dort weilender Erzherzöge, aufgeführt worden. Sogar der Landgraf Moritz von Hessen schrieb Schwester gu Schmalkalden aufgeführt 'wurde. Hervorgehoben zu werden verdient, daß das Marionettentheater Jahrhunderte hindurch an dem Estherstoffe festhielt. Noch in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts war Efther Repertoirestück der bekanntesten Marionettenspieler. seren Blick nach den romanischen Ländern richten. Der 1562 zu Madrid .geborene Lope de Bega, einer der genialsten Dichter Racine aus dem Jahre 1689. Wie ein hohes Lied des Glauhöhere Mädchenschule zu Saint-Cyr bei Versailles einige Stücke Jahre 1904 bei der Jahrhundertfeiier des Philanchropins in fran- Chöve der israelitische Jungfrauen, die zu dem Zartesten nnd an jüdische Musik anklingender Weise vertont, zu Gehör gebracht 1773 entstand ^„Das I a h r m a r k t s fe st zu Plund^r^srechten dramatischen Zusammenhang. Der Dichter selbst wollte bekannte später über den Stoff, er sei „nichts Geringeres als die deutsche Literatur der nächstvergangenen Jahre in einem Scherz-