Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 4 (12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3094266-3094312-3094315--0840-3095549- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
nur Alfred Berger, Martin Buber, Ernst Simon, Fritz Naphtali und Oscar Cohn genannt. Die heutige Krise, die Palästina als Kolonialland besonders hart trifft, lastet naturgemäß am stärksten auf der Arbeiterschaft. Wer denen, die unverzagt, ein großes Werk vollbringen, helfen will, sende seine Spende an Eduard Bernstein, Mitglied des Reichstages, Postscheckkonto Berlin 152083, Palästina-Arbeiter-Fonds._ „Israelitisches Ma'nnerheim" zu Bad-Nauheim. Das Männerheim hat einen herben Verlust erlitten durch den Tod seines langjährigen Vorstandsmitgliedes Herrn DavidFürthin Frankfurt a. M., der am 5. November 1926 in seiner Geburtsstadt Hanau zur letzten Ruhestätte getragen wurde. Der Verstorbene hing mit Liebe und Hingabe an dem Werke, dessen Mitbegründer er war und für das er bis in die letzten Tage seines Lebens treue Sorge trug. 16 Sücherschau Volk und^asse Eine Zeitlang hat die Rassentheorie von Chamberlain und Gobineau die mindere Intelligenz des völkischen Anhanges befriedigen können. Es genügte für sie, daß sie die Juden als eine geistig und sittlich minderwertige Rasse hinstellen und auf deren Kosten die arische Rasse als eine höherstehende, zur Herrschaft He.rufene rühmen konnten. Allmählich aber begann doch auch in antisemitischen Zirkeln in einer Anzahl von Köpfen das Flache, wissenschaftlich Unhaltbare dieser einseitigen Rassentheorie empfunden zu werden und man mußte sich für jene Kreise wohl oder übel dazu verstehen, den Versuch wenigstens zu machen, diese Lehre auf breitere Basis zu stellen und mit einem mehr wissenschaftlichen Anschein zu umgeben. Zu diesem Zwecke erschien den propagandistischen Machern der Antisemiten ein im Lehmannschen Verlag erschienenes Buch von Dr. Hans Günther unter dem harmlos wissenschaftlichen Titel „Rassenkunde des deutschen Volkes" besonders geeignet. Sie haben es seit 1922 in großen Auflagen verbreitet. Günther unterscheidet nicht nur, wie Chamberlain, eine semitische und eme arische Rasse, sondern eine nordisch-arische einerseits und eine ostische andererseits. Unter der elfteren rubriziert er die langschädlige, blonde, nordgermanische Minderheit und unter der letzteren die rundköpfige, brünette, alpine Rasse. In der Verteilung der Vorzüge, der intellektuellen ebenso wie der sittlichen, bedenkt er seine nordische Rasse ebenso wie Chamberlain und In unsGrsr öüekersbtsilung ^»^>»»^»WW»^M»»MMW^M»WWM»IW»WI sinclsn Lis?u Lksmukauncl öarmi^wa ^sisrn prei^ei-te Ke8okenko_ Gobineau ihre arische. Und ebenso bildet bei ihm die ostische dazu den Gegensatz in derselben Weise wie bei Chamberlain und Gobineau die semitische zur arischen. Günthers Lehre spitzt sich also nicht nur zu einer Deklassierung der Juden zu, sondern erstreckt sich auf einen viel weiteren Kreis der Erdbevölkerung und kann durch diese Verschiedenheit viel leichter das Gewand einer unbefangenen wissenschaftlichen Untersuchung annehmen, als dies der engeren tendenziösen, rein judenfeindlichen Theorie möglich ist. Diese Tendenz läßt den völkisch-antisemitischen Gegensatz zu den Juden lediglich als einen ethnologischen Teil ausschnitt der gesamten Rassenlehre erscheinen, der in Güntherschem Lichte nur als eine sich selbst ergebende Konsequenz seiner allgemeinen Rassenlehre erscheint. Und darin liegt für uns die große Gefahr, weil bei nicht scharf urteilenden, gutgläubigen Lesern derselben die abstoßende Tendenz der Antisemiten mit wisienschaftllchem Anschein verhüllt auftritt und gleichsam als wissenschaftliches Gift sich unmerklich bei dem nicht genügend kritisch eingestellten gutgläubigen Leser einschleicht, ihn ungewollt zum Anhänger der antisemitischen Hetze formt. Ilm so verdienstlicher ist es, daß der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens durch eine besonders gut geschriebene Broschüre von Studienrat Julius Schäffer mit dem Titel „Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn", die im Philo-Verlag erschienen ist, der Güntl)erschen PseudoWissenschaft auf rassentheoretischem Gebiete kritisch zu Leibe rückt und sie in ihren falschen Voraussetzungen und Resultaten, sowie in ihren verderblichen Folgen für Volk und Staat, namentlich in Deutschland, zeigt. Schäffer rekapituliert und erweitert alle die Einwände und Beweise, welche von Anfang an gegen die naturwissenschaftliche und geschichtliche Grundlage der rassentheoretischen Lehren antisemitischer Tendenz erhoben worden sind. Besonders verweilt er bei dem Nachweis der Unmöglichkeit, reine Rassen in dem heutigen faktischen Zustand der verschiedenen Volksstämme auszuscheiden, ja auch nur ihre Mischungsquote mit einiger wissenschaftlicher Zuverlässigkeit festzustellen und darauf der einen oder anderen bestimmte, ihr allein zukommende geistige und sittliche Charaktereigentümlichkeiten zuzuerkennen. Im einzelnen wird der Nachweis geführt, daß die hervorragenden Individuen, die auf den verschiedensten Gebieten im Laufe der Geschichte innerhalb der 'Nationen hervorgetreten sind, fast in gleicher Anzahl nach ihren körperlichen und geistigen Merkmalen beiden von Günther unter- K/lorck VosMestr. V. IQipeterv l^vleum Qlisnuks - l.euekter in grovsr kuswsnl! F^stz^n«^/» M^ß^ W WMMMMII besickti?en Sie bitte unsere neuen gv8vt?!iok geseküt-ten Lüromöbsl Sie vveräen über clie Scnönneit uncl (Züte derselben staunen! Außerdem emptenlen wir öüroma8eninen, Ka88en8eni-änke Zonreib^aren feine Zenreibgarnituren unä slle Süfosrtiks! in reicner Auswsnl unä 2u billigsten preisen. Von jetzt bis I^eujanr Zensuren ^ir ZeZenVorlsZe äieser ^n?eiZe 10°/o Nabatt! Wilkelm Vetter K.-Q. ZtÄl. 23 kskrig's «otsl vristol krsnkkur» s. ^. fllr c»sn Winter pensivnssdksmmen 2U äußerst xünstixen preisen jv«>vr mvövrnvkamßort