Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 4 (12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3094266-3094312-3094315--0841-3095550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
schiedenen Rassen zugeteilt werden müssen, also jeder Behauptung von der Ueberlegenheir der einen über die andere jede faktische Grundlage entziehen. Viel wichtiger als diese sich auf die Vergangenheit erstreckende Beweisführung ist aber für die Gegenwart der Ausblick, welchen Schäffer mit eiserner Konsequenz für die Zukunft entwirft, wenn man etwa die Folgerungen der Güntherschen Rassenlehre in der Praxis verwirklichen wollte. Mit Recht führt Schäffer aus: „Der Lehmannsche Verlag steht vorne an im Kamvse gegen die Juden. Mit durch ihn sind dem deutschen Volke die politischen Konsequenzen eingehämmert worden, die aus dem Gegensatz einer edlen und einer minderwertigen Rasse innerhalb eines Staates zu ziehen sind. Was gegen die Juden recht ist, muß gegen die Alpinen billig sein. Was würde das bedeuten? Zuerst und vor allem eine Vergiftung der persönlichen Beziehungen der einzelnen Volksgenossen zueinander." Den Gedanken, daß der nordische Mensch als der wertvollere, der nichtnordische als der wertlose gelten soll, findet Günther nur für ein Zeitalter anstößig, das den einzelnen Menschen als höchsten Wert ansieht. Gleichzeitig versichert er, "nie werde die neue Erkenntnis sich etwa gegen den einzelnen Menschen wenden .... „Den deutschen Brüdern, die ostischen Blutes sind, wird darum versprochen, sie um deswillen doch nicht gering zu achten, so lange sie bestrebt sind, sich als gute Deutsche zu bewähren, und wer sich ostischen Blutes weiß, wird in sich die hohe! Verpflichtung fühlen, nun erst recht gerade, weil ihm vielleicht einzelne Eigenschaften der von einem" glücklicheren Schicksal bedachten nordischen Volksgenossen fehlen, alles daran zu setzen, ein ebenso tüchtiger und wertvoller Angehöriger des deutschen Volkes zu sein." Warum, so fragt Schäffer in ferner Kritik der Güntherschen Rassentheorie, bewilligt man diese Gnade nicht auch unseren jüdischen Volksgenossen? Warum genügt da der geringste Schimmer fremdrassiger Merkmale, ja der bloße Name, auch die geistigen Leistungen zu disqualifizieren? Vermutlich wird Günther die Antwort auf diese kritischen Fragen schuldig bleiben. Weiter zeigt Schäffer in seiner Kritik Güntherscher Theorie deren Unvereinbarkeit mit dem im demokratischen Staat verkörperten Grundsatz der Gleichheit aller derer, die ihm als Bürger angehören. Günther tröstet sich freilich, daß auf rassische Gedankengänge eine gegenwärtige Staatsleitung schlechterdings nicht eingehen könnte, daß kein Staatsmann in absehbarer Zeit öffentlich' auf Rassenfragen werde hinweisen dürfen. Der Zeitgeist, die öffentliche Meinung sei dafür noch nicht reif. Auch wir können uns einstweilen mit" diesem Tröste Genüge leisten. Wir sind der Gewißheit, daß die Zukunft, die Günther erhofft, sicherlich in absehbarer Zeit, ja überhaupt nicht eintreten wird. Schäffer schließt seine Darlegung mit dem bemerkenswerten Satze: „Ich glaube nicht an das Blut, an den Fatalismus der vererbten Materie, sondern an die sieghafte Macht des Geistes, so auch des Geistes der deutschen Kultur, der allen deutschen Rassen, auch den deutschen Juden, den Siegel des Deutschtums aufzudrücken imstande ist." Ueberall da, wo man in jüdischen Kreisen die Beobachtung machen muß, daß die Güntherschen Schriften des Lehmannschen Verlages in christliche Kreise einzudringen beginnen, wird es sich in unserem Interesse empfehlen, für eine möglichst umfangreiche Verbreitung der Schäfferschen Gegenschrift zu sorgen. R. Bernhard Kurt ne r, JüdischeSagen und Legenden. 6. Bändchen. Frankfurt am Main. 1926 (I. Kauffmann). Geb. Mk. 2.—. Es war im Juni 1902, als das erste Bündchen der Kuttnerschen Sammlung erschien. 24 Jahre später, am 1. Juli 1926, ist der Verfasser verschieden. Der Verleger hat nun mit der Herausgabe des nachgelassenen Bündchens in pietätvoller Weise einer Ehrenpflicht genügt. Kuttners großes Verdienst war es, daß er unermüdlich aus der Fülle des vorhandenen Materials den Stoff gesammelt und gesichtet und damit einer breiteren Öffentlichkeit Einblick in die reiche Welt des jüdischen Sagenschatzes gegeben hat. In unermüdlicher Ausdauer hat er seine Absicht verfolgt und so ein halbes Dutzend Bändchen herausgebracht. Inzwischen mögen Wohl größere und umfassendere Sammlungen ähnlicher Art, mehr unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten 'bearbeitet, erschienen oder wenigstens begonnen worden sein. Kuttner aber ist auf diesen Wegen in neuerer Zeit der Pfadfinder gewesen, zumal er der gegebenen Volkstümlichkeit des dargebotenen Stoffes mit vollem Bewußtsein Rechnung getragen und seine Auswahl immer aus den verschiedensten Gebieten jüdischer Legendenliteratur getroffen hat. Möge auch das vornehm ausgestattete Schlußbändchen der Kutrnerschen Sammlung weite Verbreitung finden und die jüdische Leserwelt dem Heimgegangenen Verfasser -so den schuldigen Dankeszoll abstatten! R. N. O^^Q^A^^QO Em ^iv'O-Buch für die Hand der Lehrenden und Lernenden in Gemeinde und Familie 1. Teil. Gesammelt und geordnet von Nathan Adler, Frankfurt a. M., 1926 (I. Kauffmann) Brosch. 2.25.— Der Verfasser hat mit seinem 60 Seiten starken Büchlein einen ausgezeichneten Gedanken verwirklicht. Die sinnigen Auslegungen des Midrasch aus den ältesten Zeiten bis hinunter zur Gegenwart haben ihm die Bausteine für seine Homilien geliefert. Zu jedem Wochenabschnitt der Thora ist an der Hand obiger ^/e/ve^'a 8ekvel!kk köM-VeiMeruiM-Kmllzeiislt Ks?, vir. Krtklir Lökme! Nocn8trak6 49, 1'elekön: Nsnss I06S Lei iLi'avütiseköm l(i-anlcsnpjlegel' kinclen pfleAebellürttjZe Leute ^utnsnme mit ritueller VerptlexunZ- Lmptenle micn sucn ausser 6em tisuse in IVIa88agv, Pflege unlt ttüknersugen8vkneil!en. 1. (Zrünedsum pr.keserenzen. frieäb«rg«rlan6kr.26. 1>I.N.Sl6S K0IMIUkeXNAU8 Inn.?rsu /^äa ^äler lelekon: Carolus 42569 o LerZerstr. 21 Kaktee / 7ee / Kakao / 8cnokola«le Pralinen / vessertxeback "X"^" lani- Unterriekt nkytkmi8okv K^mnastik vptvilt IU jvllSl'?«lt ekr. Manäelbaum, z^».^? einlgo Hilällvkon kiinnvn SN rnMmIsokem Untoi'i'Iotit tvilnvkmen. Oase ^xcelsior im Hotel Excelsior Behaglicher Kamiltenaufenthalt Eigene Konditorei Lieferung feinster Konditoreiwaren ^l^^ H>!5>^k/I/^^ l^IS^S'I's^SS^ SS L»XT VOl^I^r-lIVI^ I->XIVIIl_Il-^<2/^r- ^lk^ StI!^l^SW05?O!Sl<^«'s l-^/Xl^i-l^'l'S l<O l^^k^tl Verls», ^mtiiut 5i>be5be5iecke, hlss, plll^ellso.Isfelvvszcke, 7i5cke,Aük!e,HssiIttM I^eppenlsufen »k. ^^^ZV^L?»«.,. ^o/eion^n^u/kk , LO»55H>lSl^Z^ 5?OSel25L»^s 1^^7322