Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 3 (10.1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Heute gilt es den früheren Ruhm Frankfurts, die größte überparteiliche jüdische Jugendorganisaion Deutschlands in seinem „Montefiore-Verein" zu haben, zurückzugewinnen. Dazu bedarf es nicht nur der zielbewußten opferfreudigen Mitarbeit der .gesamten Jugend, — Eltern, Erzieher, Gemeindevertreter usw. müssen weiteifern, diese Aufgabe, die im Gemeindeblatt Nr. 1/2 dieses Jahrgangs S. 14 mit Recht gegenwärtig als „die jüdische Aufgabe schlechthin" bezeichnet werden konnte, nicht nur zu erfüllen,'sondern so zn erfüllen, daß Deutschlands jüdische Jugend wieder, wie einst sagen muß: „Frankfurt voran!" LWS. Trieb. Ler/k-M. Was bietet der Montefiore-Verein seinen Mitgliedern? Jeden Montag: Leichtathletik, Gymnastik, Jeden Dienstag: Heimabende (drei verschiedene Gruppen), Jeden Mittwoch: Vorträge namhafter jüdischer Führer und Gelehrten, Bücherausgabe <die Bibliothek umfaßt mehr als 100V Bände), Jeden Donnerstag: Verjch. Arbeitsgemeinschaften (Talmud Schiur, engl. Sprachunterricht), Geräteturnen, Jeden Freitag: Freitag-Abend-Feier, Jeden Samstag: Spielabend, gesellige Zusammenkünfte, Sprechchor, Jeden Sonntag: Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung Frankfurts. Gesellige Zusammenkünfte. Heim und Geschäftsstelle: Goetheplatz 5, II., Lese- und Bibliothekzimmer: Goetheplatz 5, IV., Turnhalle: Bornheimer Mittelschule (Linie Nr. 12, Station Martin Lutherstraße), Sportplatz: Fröbelwiese (Linie 12, Station Schwalbacherstratze). Passives Mitglied kann jeder ehrenhafte Jude werden, der einen Mindestjahresbeitrag von Mk. 12.— leistet. Der Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge, Langestraße 30. sucht Schellen: 1. für eine Anzahl Kontoristinnen, Stenotypistinnen, Verkäuferinnen, Lageristinnen und Lagerarbeiterinnen,' 2. für Kochaushilfen, Hausdamen und Haushälterinnen in frauenlos^n Haushaltungen, Haustöchter und Stützen mit Familienanschluß, 3. lohnende Heimarbeit. Offene Stellen für tüchtige Wirtschafterinnen, gut empfohlene Köchinnen, Alleinmädchen und einfache Stützen sind gemeldet. Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege. (Langestraße 30.) Der A n sschuß der U n t e r st ü tz u n g s ve rein e, der seit Gründung der Zentrale besteht, hat alle 14 Tage seine Sitzungen und berät über die Unterstützungen, die zu groß sind, als daß sie ein einzelner Verein leisten könnte. Für die größten Notstände muß hier Hilfe geschaffen werden, handelt es sich doch allzu oft nur um die Aufrechterhaltung von Existenzen, um Hilfe für in heutiger Zeit besonders schwer leidende Angehörige des Mittelstandes, die durch entsprechende Gewährung von Mitteln vor dem Aeußersten bewahrt werden sollen. Der Ausschuß setzt sich aus Vertretern der großen Unterstützungsvereine und der Logen zusammen, außerdem nehmen Vertreter einiger großer Firmen teil, die sich gleich den Vereinen an den Hilfsaktionen beteiligen. In letzter Zeit sind die Mittel außerordentlich schwer zusammenzubringen; die Zentrale sieht sich deshalb veranlaßt, an die hiesigen Wohltäter heranzutreten mit der Bitte, in diesem Ausschuß, der von so außerordentlicher Bedeutung ist, tatkräftig mitzuwirken. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich einige Herren und Damen, die ein besonderes Interesse an unserer Arbeit nehmen, entschließen könnten, an den Beratungen teilzunehmen und bei der Durchführung der Unterstützungen durch GeWahrung von Zuschüssen mitzuhelfen. Die Zentrale denkt dabei, wenn auch nicht ausschließlich, so doch besonders an die Vertreter größerer Firmen, von denen schon einige im Ausschuß sitzen. Hier gerade ist dem edlen Menschenfreund Gelegenheit gegeben, zu wirken und denjenigen zu helfen, mit denen er Wohl das größte Mitleid hat, die er aber gar nicht kennt. Durch den Unterstützungsausschuß der Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege hört er von all denen, die bittere Not leiden, nnd er wird Befriedigung darin finden, ihnen zu helfen und Wohlzutun. Die Zentrale ist jederzeit gerne zu mündlicher Rücksprache bereit und begrüßt mit Freuden jeden, der mit ihr zusammenarbeiten will. Telephonische Anfragen unter Hansa 9548. Warnung! Ein junger Mann, sehr elegant gekleidet und von den gewandtesten Manieren, der sich als Porträtmaler Dr. Ivo von Tamarsky oder Dr. Hirschberg oder Dr. Mat - kowsky vorstellt, sich Vorschüsse auf Bilder geben läßt, bald behauptet selbst lungenkrank zu sein, bald wieder für seine lungenkranke Frau und zwei Kinder vorstellig wird, hat eine ganze Reihe hiesiger Gemeindemitglieder derart für sich einzunehmen gewußt, daß sie ihm größere Beträge gegeben haben. Alle seine Angaben sind unwahr. Welches sein wirklicher Name ist, konnte endgültig noch nicht festgestellt werden. Sein Paß lautet auf den Namen Mathias Schuhberg, geb. 15. 9. 1900 in Philipfoch (Tschechoslowakei), ausgewiesen am 4. 8. 1920 aus Paris. Dringend ersuchen wir. keinem Bittsteller irgend etwas zu gewähren, ohne sich vorher mit uns, bezw. den uns angeschlossenen Organisationen in Verbindung gesetzt zu habe n. Gerade in jüngster Zeit mehren sich die Fälle, daß die Unwürdigsten am meisten verstehen, Gelder für sich zu sammeln, die heute den dringendsten Interessen und den vielen Würdigen und schwer Notleidenden entzogen werden. Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M., Langestraße 30. Jüdische Adoptionsvermittlung. Es ist wohl das traurigste Kapitel des Menschheitsslends, daß es Mütter gibt, die nicht imstande sind, ihre Kinder zu ernähren, zu kleiden, zu erziehen und sie etwas lernen zu lassen, die sich von ihnen trennen wollen, um sich selber wieder emporzuarbeiteil, und den Kindern die Möglichkeit geben wollen, in geordneten Verhältnissen, gesunde Menschen zu werden. Es sind nicht die schlechtesten Mütter, die uns bitten: „Gebt mein Kind in gute jüdische Hände-, ich kann nicht für es sorgen!". Andererseits gibt es Frauen mit mütterlichem Empfinden, denen das Erlebnis der Mutterschaft versagt ist, die sich nach einem Kinde sehnen, an dem sie nnd ihre Familie neue heilige Aufgaben zu erfüllen haben. — Wir wollen beiden helfen. Die Zentralstelle für jüdische Adoptionsvermittlu.ig des Jüdischen Frauenbundes sucht Mütter für die ihr gemeldeten Kinder, sucht Kinder für oiesich meldenden Mütter Wer hier mithilft, dient dem Judentum! (Geschäftsstelle: Elberfeld, Genügsamkeitsstraße 7.) Jüdisch-Theologisches Seminar in Breslau. Im Wintersemester 1926/27 werden folgende Vorlesungen und Uebungen gehalten: I. Seminarrabbiner Prof. Dr. Michael Guttmann : 1. Talmud Baba me.zia sstat.) Abschn. V (60 b ff.). 2. Talmud Makkoth (curs), 3. Jore Dea ji-OI-SN (W 98 ff) 4. Die halachischen Midraschim. II. Dozent Dr. Isaak Heinemann: 1. Einführung in die Geschichte der Kaböala, 2. Teil, 2. Lektüre aus More Nebuchim, 3. Grundlinien einer jüdischen Homiletik, 4. Homiletische Uebungen, 5. Abschluß der hebräischen Grammatik, 6. Aramäische Grammatik mit Lektüre. 7. Raschi zur Thora, 8. Talmud Berachot. III. Dozent Dr. Albert Lewkowitz: 1. Die Philosophie Spinozas in ihrem Verhältnis zum Judentum, 2. Die geschichtliche Entwicklung des Christentums (Fortsetzung), 3. Die Hauptrichtungen in der Pädagogik der Gegenwart und ihre Bedeutung für die Methodik des jüdischen Religiönskskrig'5 NotsI vrktol clen HVin«se krsnkkur» s. psnzionzsdleommsn 2ii ankerst xünstixen?reisen I«C»vr mvÄernv comkvr«