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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1926-10-01 · 3 (10.1926) · page 14

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
5 (1926-1927)
Issue
3 (10.1926)
Date
1926-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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14 Aus unserem Röntgeninstitut. Die Frequenz unseres Institutes ist iir stetigem, wenn auch langsamen Steigen begriffen. Im Monat August wurde zum ersten Mal die Zahl von 200 neuen Patienten überschritten. Israelitische Religionsschule. Anmeldungen für die Religionsschule nimmt Herr Rabb. Dr. Horovitz noch bis zum 1. November in seiner Wohnung, Staufenstr. 30, werktäglich von 3—4 Uhr, entgegen. In der Israel. Religionsschule, Hermesweg 25, können noch Anmeldungen am 24. Oktober zwischen 10 un>d 11 Uhr erfolgen. EZ chaim: Anmeldungen können noch bis zum 1. November werktäglich von 2^—3^ Uhr in der Israel. Religionsschule, Hermesweg 25, erfolgen. Verein der „Synagoge Königsteinerstraße". Am Samstag den 2. Oktober d. I. fand abends in dem Trausaal der Synagoge an der Königsteinerstraße eine Versammlung statt, in der eine Vereinigung gegründet wurde, die bezweckt, in dem Kreis der Besucher dieser Synagoge das Interesse an allen Bestrebungen wachzurufen und wachzuhalten, die das jüdische Gemeindeleben positiv-liberaler Richtung berühren. Herr Oberregierungsbaurat Cohen eröffnete die Versammlung, begrüßte die Erschienenen und legte dar, daß die Vereinigung die Absicht habe, im Rahmen der Aufgaben einer Synagogengemeinde an der Vertiefung des positiv-liberalen Judentums mitzuarbeiten, dessen Machtwillen in der Weltkonferenz des liberalen Judentums in London sich so lebenskräftig offenbart habe. In enger Zusammenarbeit mit dem Synagogenvorstand und den Herren Rabbinern, die sich bereitwillig zur Verfügung gestellt haben, will die Bereinigung ihr Ziel erreichen insbesondere durch den Kampf gegen religiöse Gleichgültigkeit und Lauheit, die passiven Jnoifferentismus mit Liberalismus verwechseln, durch die Pflege jüdischer Gesinnung und jüdischen Lebens in und außerhalb der Familie, belehrende Vorträge über jüdisches Wissen, durch die Behandlung synaqogaler Fragen zur Stärkung des Sinnes für Werte und Bedeutung des Gottesdienstes und damit zur Hebung des Besuches der Synagoge >an der Königsteinerstraße, durch Mitwirkung bei der Vertiefung religiösen Fühlens und Denkens bei der Augend (Erziehung. Belehrung und Unterstützung von Bestrebungen, die diesen Zwecken dienen), durch beratende Mitarbeit an den Gemeindeausgaben. Die Vereinigung Plant, Vorträge halten zu lassen, Arbeitsgemeinschaften zu bilden, Elternabende einzurichten usw. Im "Anschluß hieran setzte Herr Rabbiner Dr. Seligmann nochmals im einzelnen den Zweck der neuen Gründung auseinander; er begrüßte aufs herzlichste die Unterstützung, die den Rabbinern in ihren Bestrebungen zuteil werde, es sei nunmehr möglich, einen Austausch der Gedanken zwischen Gemeinde und Rabbiner stattfinden zu lassen. Im Sinne der alten Chewras werde die Synagoge dann nicht mehr allein Gebetshaus sein, sondern auch Versammlungs- und VereinsHaus werden. — Nachdem verschiedene Redner ihre Glückwünsche ausgesprochen hatten, konstituierte sich die Bereinigung, der sofort zirka 130 Mitglieder beitraten. Es wurde beschlossen, als erste Veranstaltung eine Eltern Versammlung abzuhalten, in der über die Frage des religiösen Unterrichts gesprochen werden soll. Beitrittserklärungen sino zu richten an Herrn Ob erregier ungsbauratC o he n, Bettinastr. 52. Der Jahresbeitrag ist auf mindestens 3 Mark festgesetzt. Verein „Montefiore". „Was aber von sachlichen Differenzen geblieben sein mag, das tritt heute ganz und gar in den Hintergrund gegenüber den ungeheuren praktischen Aufgaben, die uns wieder die Zeit stellt, Aufgaben, die nur ein in sich geeimgtes, in machtvoller Vertretung geschlossenes deutsches Judentum zu lösen hoffen kann." (Prof.-Dr. Franz Oppenheimer, Frankfurt a. M., Neue jüdische Monatshefte) Vor mehr als drei Jahrzehnten ist in Frankfurt a. M., als einer der ersten Städte Deutschlands, die Idee, die jüdische Jugend auf unbedingt überparteilicher Basis zu sammeln und ihr zu zeigen, daß unser Judentum uns Aufgaben aufgibt, die „nur ein sich geeimgtes, in machtvoller Vertretung geschlossenes deutsches Judentum zu lösen hoffen kann", Wirklichkeit geworden. In langsamem Aufstieg hat der „Montefiore-Verein", der Träger dieser neutralen Idee in unserer Stadt, schließlich mehr als 2000 Mitglieder um sein Banner geschart. Wahrlich ein Ruhmesblatt für die Frankfurter jüdische Jugend, aber auch ein Ruhmesblatt für die Frankfurter jüdische Gemeinde und ihre Vertretungen, die es als eine selbstverständliche Ehrenpflicht ansahen, die Bestrebungen dieses Vereins, der es stets verstanden hat, kleinlichen Parteistreit aus seinen Reihen fernzuhalten und seine Mitglieder zu erziehen, die Anschauungen auch des politischen Gegners kennen und achten zu lernen, nach Kräften zu fördern. Dann kam das wirtschaftliche Chaos Deutschlands, die Hochflut des Antisemitismus und zugleich das Hineinströmen der Jugend in die Tendenzbünde und Organisationen, über deren Wert oder Unwert hier nicht zu richten ist. (Der Verfasser hat selbst längere Zeit einer jüdischen Tendenzbewegung angehört und steht ihr auch heute noch nahe.) Aber eines muß hier mit M>er Klarheit und Offenheit gesagt werden: von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, ist von diesen vergessen worden, daß über dem Trennenden hinweg es ungeheuere praktische Aufgaben für alle in Deutschland lebenden Juden gibt und daß das Gemeinsame bewußt gepflegt werden muß in der überparteilichen Organisation und in ihr gerade die Jugend — die neue Generation — es als ihre vornehmste Pflicht zu betrachten hat, Wege zur Erfüllung zu suchen und zu finden. Kein Glied eines Körpers wird aus die Dauer sich selbst gesund erhalten können, wenn es sich nicht bewußt bleibt, daß es Daseinsberechtigung nur so lange und in so weit hat, als es dem Gesamtorganismus dient. Langsam dämmert diese Erkenntnis in den Kopsen der verantwortungsbewußtesten Führer unserer Tendenzbünde und Organisationen, während andere weniger Weitblickende auch heute noch einen fanatischen Kamp? führen gegen'alles das, was nicht zu ihrer Par:eifahne schwört. »^L^^^LS^^WLS^W^^LSLSS^^LS^^^^^^^^^^^^^LSLSL^L^L^LÄLSL^^LS» H Erste Frankfurter Dampfwaschu. Platt-Ansialt A A Fernsprecher Hansa 482S G. Trabinger, Frankfurt am Main Gutleutstraße 55. A A Neuzeitlich und besteingerichteter Großbetrieb am Platze für Kragen, Manschetten und Oberhemden. V 8 ------------- Streng pünktliche und regelmäßige Bedienung frei Haus. ------------ »^LL^^S^^SSSS^L^^^^LS^^^^^^L^^^^^^^LS^SSSSL^LSSL^^LSLSSSSS^^» A.lle neuen k^ord-I^odelle u. IVsktoren sc» I^sxer lieferbar » 2 Lit-er, okken ...... 2445.— 2 8it-er, xesckl......4Z5V.— V2 w.-QnassiL ..... 2S50.—?reise ai) Berlin 2li2ÜAlicli I^iererunFL-I^nkosten /Meinige autorisierte Vertretung in Frankfurt s. lVlsin kobort (Zer.sek cz. m. 0,«. 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