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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1926-09-01 · 1-2 (9.1926) · page 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
5 (1926-1927)
Issue
1-2 (9.1926)
Date
1926-09-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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sich sonst in ähnlichen Formeln nicht und gehört eigentlich an eine ganz andere Stelle des ganzen Eides, wie ein Zeichen auf dem Papierblatt auch ausdrücklich angibt. Der unten folgende Text gibt den unter Berücksichtigung dieser Tatsache rekonstruierten Wortlaut wieder. Die Formel L ist von einer Hand des 14. Jahrhunderts auf der letzten Seite des in der Frankfurter Stadtbibliothek aufbewahrten Dombuches XIV nachträglich eingetragen. Der Wortlaut zeigt nahe Verwandtschaft mit dem Judeneid des Schwabenspiegels. ^. Daz daz war sij, als helffe dir der got, der laub und groß geschaffen hat, hymel und erden, berge und tayl. Daz daz war sij, als helffe dir der got, der die Heilgen tz gemacht hat. Daz daz war sij, als helffe dir der got, der die Heilgen zehen gebot mit sin(er) Heilgen rechten hant in ein steine(n) taffel geschr(ieben) hat und gab die h(er)n Moysi uff dem Berge Synay allem ysrahelischem folke zu tröste und die funff buch(er)e Moysi. Und obe du unrecht sweres, daz din grieß niemer kome, da du glauben hast hien zu komen, in den Barn h(er)n Abrahams. L. Diz ist der iuden eid, wie sie sollen sweren um ein ieclich ding, daz zu irrn stet; diesen eid sal man also geben: Ich beswere dich bi der selben ß, Kie got schreib und gab Moysi, ob ditz daz selbe buch sei, daruf ein iude eim Cristen menschen zu rehte sweren solle, so daz dich dieser man oder diese frauwe zihet. Du sprechest, daz du des unschuldig sist, so dir got helfe, der da geschuf hiemel und erde, laub und grazz, des e niht en waz, und ob (du) unreht sweres, des dir nummer gehelfen die fünf buch Moysi; und so du nummer mustes en bizzen, du mustes dich aller dinge bescheizzen als der Kunig von Babilon. Ob du unrehte swerest, daz daz selbe swefel und bech uf dich rinne, daz da regente über Sodoma und Gomorro; und ob du unreht swerest, daz du versinken mustes in der erden als der Dathan und Abiron; und ob du unreht swerest, daz du werdest zu einer saltz sule, also wart Lotes hauffrauwe, da sie sich umme sach; und ob du unreht swerest, daz sdazZ dich die meselsucht bestß als Neaman und Mariam, Moyses swester; und ob du anreiht «swerest, dcvz «dich daz aegicht unid die ballen suht besitz; und ob du unreht swerest, daz dich daz blut durch g«; und ob du unreht swerest, daz din griez nummer kumme zu anderm grieze-f. und ob du unreht swerest, daz din lip verfluchet si und din sele nummer kumme in den baren Hern Abrahams. Als du gchworen hast, a-ls m.u^ze dir Helfen der got Abrahams und Waakes und Jacobs. Amen. — Und wene man dem iuden den eid gibt, so sal ime die hant in dem buche sin biz an die riste unt sal mit barfuzzen in eme seutroge uf einer seuwe haut sten und sal die erden über daz haubt. werfen mit der rehten hant, der (!) unter dem tröge ist. Das Reichsehrenmal. Von Dr. Steffen Kann. Die Toten sind gleich. In gleichen Betten, mit gleichen Kreuzen liegen die ungezählten Millionen Söhne und Brüder aller Völker und Rassen. Ich sah ihre Gräber in den langen Jahren des Krieges, ich sah sie nach dem Kriege hoch oben in den Schluchten der Dolomiten und am Schilf des englischen Meeres, ich sah sitz in den einsamen Tälern am Jordan und auf den waldlosen Kuppen Mazedoniens; ich sah sie auf den Feldern Frankreichs und in den Ehrenhöfen deutscher Städte. Viele, viele Gräber sah ich und diese Gräber gehören allen und niemanden. Fremde verweilen und beten dort. Diejenigen, die um eigene Toten weinen, werden die Gräber ihrer Toten nie sehen. Weit ist der Weg und unbekannt das Grab. Für die unerkannten Gräber und die unerkannten Toten flackert in Pavis am Are de Triomphe das ewige Feuer des Nichtvergessenwollens aus dem blütenbesäten Stein; für sie stehen in London alle Räder der riesigen Stadt ein Paar Minuten im Jahre im Schweigen des Gedenkens; für sie baut Deutschland ein Jahrzehnt nach dem letzten Kampf das Ehrenmal. 5 Diejenigen, die der Krieg übrig ließ und die er dem Leben zurückgab, haben die geschworene und gut bewiesene Kameradschaft schlecht gehalten. Die Erinnerung an das Gemeinsame erstarb, das geringe Trennende erstand gigantenhaft. Parteien zerspalten sie, Haß herrscht dort, wo Treue herrschen sollte. Wir selbst mußten uns ja in Not und Zwang zusammenschließen, um den „guten Kameraden" zu beweisen, daß auch wir unsere Pflicht getan und daß mehr als ein Zehntausend jener Toten einst zu uns gehörte. Wir mußten es sogar tun, gleich nach dem Kriege, als die Erinnerung noch ganz frisch war, als die Münder der Toten noch ganz laut von dem Opfer schrien, das sie gebracht. 5 Es war mir sehr weh ums Herz, als ich als Vertreter des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten zum Besuche der Toteninsel bei Lorch am Rhein in den Rheingau fuhr. Ich hätte es mir 1914 nicht träumen lassen, daß es nach einem Jahrzehnt einen Unterschied geben sollte zwischen jüdischen und nichtjüdischen deutschen Soldaten. Ich schämte mich um der 12 000 toter jüdischer Kameraden willen, daß man sie vergessen und geschmäht, daß man um die Lebenden gelacht und gehöhnt hatte, daß man das rote vergossene Blut der Gefallenen, daß man die Trauer der Frauen und Mütter gedemütigt hatte. 5 Hell leuchtet die Sonne über den deutschen Strom; silbergrau fließen die ewigen Wasser zu Tal; grüne Reben um sie, graue Burgen mit ragenden Söllern und liebliche Städte und heitere Weiler am Ufer. Der Rhein!ist deutsch--- trotzdem. Trotz Niederlage, trotz Besatzung strömt hier in Ewigkeit deutsches Leben, deutsches Leid und deutscher Wille. Kein Platz ist mehr deutsch als Lorch am Rhein. Um keinen war mehr Kampf, keiner war mehr Grenze, aber auch keiner mehr Wall, mehr Fahne und Hoffnung. Auch für uns, nachdem wir seit fast zwei Jahrtausenden so gut wie alle sein wechselndes Schicksal geteilt haben... -X Wir waren von den angrenzenden Provinzialverbänden mit anderen militärischen Frontkämpferorganisationen von den rheinischen Behörden eingeladen worden. Burgfrieden herrschte. Wenn ich auswärts esse, gehe ich ins . . . Park-Hotel Nasche/n.MNsna" Qegr. 1SS0 "1 Qutlsutstrssss 13 (am Svtiauspisltiaus). Inkadsr: S. SV»ölV7tt4l.. I's!. ttansa 2002. Spe-islitst: XKKQeN, tt>5kkeNNeiVIveN bei garantiert tsciellossm Sit-, öilligsts pfsiss! pünktlieke Hbkolung! Kürzeste l-iefer-eit!

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