Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 5 (1926-1927)
- Issue
- 1-2 (9.1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Antwort des Herrn Präsident e n. Meine Herren! Ich habe den Brief, den Sie mir unterm 25. v. M. zu schreiben sie Ehre erzeigt haben, als auch die demselben beigefügte Adresse, der Versammlung, welcher ich vorstehe, mitgeteilt. Die Versammlung, m. H., hörte dieselben mit großem Interesse lesen, und gab den dariin mit so vielem Edelmut ausgedrückten Gesinnungen und Wünschen ihren gerechten Beifall. Sie glaubte Ihnen dadurch den verdienten Dank zu leisten, indem sie für die Einrückung Ihrer Adresse in ihre schriftlichen Berichte einmütig stimmte und mir, als Präsidenten, den Auftrag gab, Ihnen im Namen Aller, für den ehrwürdigen Beifall, den Sie unseren Bemühungen erteilen, gehorsamst zu danken. Wir haben alles getan, was die Umstände erlaubten; wir hätten noch mehr getan, wenn nur etwas von dem, was sich jetzt ereignete, schon vor fünf und zwanzig Jahren Statt gefunden hätte. Inzwischen scheint es, daß ein gleichzeitiger Zusammenfluß der Umstände glückliche Resultate vorherbestimmt, die. in einer nicht fernen Zukunft izu Stande kommen werden. Die Vorsehung, m. H., hat uns mit einer ganz besonderen, Gnade überhäuft, indem sie dem großen Manne, der uns 6eherrscht, die Idee gab, unserer Erniedrigung ein Ende zu machen. Von den vielen Triumphbogen, welche Seinem Ruhme überall errichtet werden, wird der unserer Wiedereinsetzung in alle Rechte, der Natur und der bürgerlichen Gesellschaft nicht der mindert dauerhafte sein. Die Anregung, welche von Seiten Frankreichs bewirkt wird, der Einfluß, den -dasselbe in Ansehung der Meinungen und der Macht auf das feste Land Europa's hat, läßt uns hofsen, daß in mehreren Staaten, wo man es sich zur Ehre rechnet, diesem Muster zu folgen, sein Beispiel nachgeahmt werden wird. - Die Zeit wird kommen, da nicht mehr lächerliche und verhaßte Leidenschaften an den Demütigungen, die sie uns fühlen ließen, einen Wohlgefallen finden werden. Die Bahn der Hochachtung und der Wertschätzung ist uns geöffnet. Lassen Sie uns dieselbe mit emporgehobenem Haupte und mit einem reinen Zutrauen betreten; lassen Sie uns den Rost unserer eigenen Vorurteile abwerfen, und so die Vorurteile Anderer besiegen. Wir haben unter unfern Glaubensgenossen zu viel Kaufleute und Bankiers, nicht genug Grundeigentümer, Handwerker und vorzügliche Ackersleute und Soldaten. Wir alle sollten den Wunsch hegen, daß es in den gesetzgebenden Zwecken der Sou'veraine liegen möchte: uns den freien Ausübungen dieser Gewerbe näher zu bringen. S-ie, m. H., nehmen gewiß an diesen unseren Meinungen Teil, der gute Geist, welcher in Ihrer Adresse herrscht, ist uns Bürge dafür, so wie er es Ihnen sein muß, für 'die ausgezeichneten Gesinnungen aller Mitglieder unserer Versammlung und besonders desjenigen, welcher die Ehre hat zu sein Meine Herren Ihr ergebenster und gehorsamster Diener -Furtado." Furtados Hoffnungen erfüllten sich ja bald auf deutschem Boden. Zwei Frankfutter Judeneide aus dem 14. Jahrhundert. / Mitgeteilt von Dr. Erich KlibanSky-Breslau. Die. beiden im Folgenden veröffentlichten Frankfurter Judeneide finden sich nicht in Kracauers Urkundenbuch der Frankfurter Juden^es darf daher angenommen werden, daß sie bisher noch nicht Publiziert sind. Im einzelnen ist zu den beiden Stücken folgendes zu bemerken: befindet sich im Frankfurter Stadtarchiv Untergewölbe l5 65, 19. Es handelt sich um ein Papierblatt, das vielleicht bei amtlichen Vereidigungen von Juden als Konzept gedient hat. Die Niederschrift dieses Blattes wird nicht, wie das Revertorium des Stadtarchivs angibt, „um 1430", sondern bereits etwa 40 Jahre früher anzusetzen sein; denn die von Krakauer (a. a^ O. Nr. 413) veröffentlichte Urkunde, in der der oberste weltliche Richter Hans von Rossigen Auskunft gibt über die Form des Judeneides in Frankfurt bis zum Jahre 1392, hat offenbar dies Papierblatt benutzt, da ein Schreibfehler in der letzten Zeile unverstanden übernommen worden ist, so daß die Schlußformel dort lautet: „und obe du unrecht swerest, daz din gr:ez nummer komme, do dn glauben hast hyn zu kommen, in den daran Abrahams und zu den fünf büchern her Moysi". Dieser hier gesperrt gedruckte Schlußteil findet N//1gV/?0^ ^6S?V/V?^6/7ckL/vLe/V^Ltt4?^/ U>Ne/?ok M/gsA/s As/ss s^bs/ e.«/^sruco^s7Z /?/?? 6s(7/?e/?/?Ä/ne/-'L W0»5«K Mutti, Mutti, Onkel hat Fepat in den Hosen! tü'e?an/e Ha? «rat/urok üe/m Hünen/er so^on 5/. ^<?.— S/7? SSg«//? ^er>os? von /?. is/ tü'e ottes/s Kose AS- 56^e//^e/?a^e/nLena/k/, Lt/e«5/»He»/ /»<»/. I^cv? L Kosen sn ive/'t/en tüese/^e/7 aösenott Te/s/onru/ ^?<Z?ne»- ^Lassen Äs s/cn t/urck Äie /t/e5ss/»-ei/en cü's //ose n/cnt ver- «/erSen/. /5i'r> Ziesel-, ^anH/ur^ a. 5/., ^/eus 5e/nr>. s^?//r/<ass/? »>0i?7eHn?s //s/?stnns/c/s?e/ ^ro^Ns lucn/aser /e/ns/er enA/. ^/eunstten. />a» >4^e//e/?7. tt>//s /Vs/ss. ^H?es./tostners l/e?arHe/rr»ngj. S^/S7/0^ ^^/c?'S ^0 6^4^? ^c/5<5^^/(7/M^7^ 7^6^/(7/^ ^^ST^^-^O^^T' ^4^N55(7^W T^^ST'k/S^ ^VL^O^LL^ MI^ I i Kaisers Xskkee Lesckskt — VLKLi? Zvcx) I-II.Iäl^k'I - Leste öe^u^8o.ueUe für je6en t^ausnalt. 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