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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1926-06-01 · 10 (6.1926) · page 6

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
4 (1925-1926)
Issue
10 (6.1926)
Date
1926-06-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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.Tar" in Venedig, seine Zurückweisung durch die italienischen Juden, hernach seine prunkvolle Ausnahine durch den Papst und schließlich durch den König von Portugal schildert. Mit bedachter Kunst enthüllt uno Prot» Stück für Siilck und zögernd nur das Geheimnis des Fremden. Der Flüchtling nus de», Prager Ghetto erscheint nun. seltsam Lllne und Wahrheit mischend, als ein Prinz aus dem jüdischen Königreiche Ehabor und verspricht dem Papst ein Heer von sünszigt«usend jüdischen Kriegern, um ihm im Kampfe gegen die Türken beizustehen, klar e»tl»llllt sich das zwiespältige Wesen dieses Realpolitikers im Widerspruch zu seinem liebsten Freund und Lchüler Saiomo Mvlcho. dem n'underjchönen Jüngling aus Portugal, der als Maranne erzogen und sich sasl gegen R«-ubenis Willen in freier Wühl ihm aiigrschlvisrn hat. Dieser Schüler mird sasl wie Kepler in Tlicho Vrahes Weg zu Gott Zieubenis höchstes Glück und höchstes Leid. Mit ihm beginnt der Untergang des Politikers. Den» dem Silinler ist es nichl vrrllrhrn, mit dem Lösen zu paktiere», weil seine reine Seele es nicht sieht. Er slirbt. wie er es sich ersehnt hat. den Tod aus dem Schcitrrhausen .als ein Prandvpier vor Gott." Aver auch Reubrnl zieht er mit sich ins Verderben. Leine diplomatischen Pläne mis.liiigrn, alles vcrläsit ihn. Erstirbt eine» vergessenen Tod In de» Kerkern der Inguisitivn. Mit ungelöster Frage rnllästt uns das Puch. Wer hat Recht. Reubeni oder Molcho? Wa» will Gott? Handeln oder Dulden? Handeln, das mit Notwendigkeit schnldhaft wird, oder unschuldiges Leiden / Die Qual dieser Frage wäre unerträglich. >»e,>n Vod sie nicht durch ei» letztes Geschehen gemildert hätte. Dem gefesselten R«ubcni bringt Alknbez der Dichter die Abschrist des erste» Vandcs von drin grvsien Werke, a» dem Joseph Euro danials arbeitete .in Liebe zu Neubcni und zu Molcho und ni,l>ts anderes sieht vor seiner Seele," den Siliulchun Aruch. Und der bestürzte und Enttäufchle sieht in diesem gigantischen Puche die neue Einheit des Volkes, die seiner Hand misigiückte, die Einheit der Gcseiic. die das Volk .im Iugrciscn gleichsam zu einem einzigen, i» sich völlig gleichartigen eisernen Körper unzerstörbar machen würde." Nicht mein Weg. so sühlt R-?ubeni. Aber eines siebt er nun klar: keine Angst! Dieses V»ch wird mein Volk zlisammeiikaltcn und ertialten. bis der Andere kommt stärker als ich!" Nicht mein Weg - so jühlt Reubeni Nicht mein R'eg so sühlt. wie es uns schein». Mar Prob mit il>m. Und doch ists, als habe ib>» an dieser Stelle der Benins jüdischer beschichte die Feder aus der Hand gcnoinmen. VI'> hierher erzählte sein Puch von dem .Messias ben ^oscf." ivie er im Talmud heis;t dem Krieger, der im Kampfe fällt. Aber der lelile Hinweis aus die Einigung der Juden im leiste er gehört schon ins Reich der Auku-:!!. ::: das Reich des Messias den David, der am Ende der Tage die Erfüllung dringt. Seutschvöllische „Wissenschaft". (Hret vuchdesprechuugen). Wer den Verlaus der deulschvöikischen Pewegung in Deutschland in den letzten Jahren ausmerksamer beobachtet, kann die eigenartige Feststellung machen, das: die zunehmende Stabilisierung de« Geld- und Wirtschaftslebens auch die kampsmethoden der Judengegner bectnslus.t. Wahrend zur Fett der Inflation und noch nachher in den Wahlkämpfen des Jahres Ni2» sich die Kraft der Deutschvölkischen in der Herstellung und Verteilung von Flugblättern. Klebezetteln und dünnen Proschüren, die für den Augendliek geschrieben waren und deren Inhalt bald wieder in Vergessenheil geriet, austobte, spielt heute das wissenschaftliche Werk in der Reget äus;erlich gut ausgestattet und in tausend«» von. Exemplaren unentgeltlich den Lrjejalen. Bibliotheken u,w. den Behörden und gemeiimüyigen Organisationen überreicht, die Hauptrolle zur Aufklärung über die Fremdheit der Juden und ihren verderblichen Einfiufl auf alle Nichtjndeü. Durch den Schein der Wissenschaftlich!:«., die solche Pücher iniolge der Mitarbeit sonil ernst zu nehmender Kopse oder des guten Rufes ikrrr V«rleger an sich tragen, ist ihnen eine >:alt!iche Leserzah! sicher, die zwar, wenn sie sich aus gebildeteren Kreisen zusammeniekl. die Unhalldarkeit allzu großer Übertreibungen und Entstellungen, die sich darin sindrtt. erkennen mag. aber immer das Werk aus der Hand k legen wird in dem Geiahl. mit den Juden müsse doch etwas nicht stimmen . . . »emper aliciuiä baerel Das Opfer einer solchen Täuschung itt sogar die .Frankn-rle? Zeitung" geworden, die bei einer Würdigung des angesehenen. Verlags Englert Schlosser in ihrer Num-ner vom März ds. Is. die leqte Neuerscheinung, ein in l>« Lieierungen oorgciehcnes .Völkisches Handbuch" mit dem Obertitel .Deutsche Politik" rühmend erwähnt und dabei ausdrücklich demerkt, dasdas Wort .völkisch" nicht im parteipolitischen Sinne aufzufassen sei. Vielleicht geht diese wohlwollende Peurteilung der .Frankfurter Zeitung" auf die Ankündigung des Verlages Englcrt L Zchlojser selbst mrück, der im Nachrichtenblatt des Vürgerausschuiies der Stadt Frankfurt vom Juli l'«^'. Tertproben aus dem Werk brachte und im Nachrichtenblatt vom Februar I!»-». das Handbuch ausdrücklich als ein .ernstes politisches Werk" bezeichnet. Aber wie sehen die Dinge in Wirklichkeit aus? Zwei Lieferungen des Handbuches «der lt. und >>>. Teil» tragen den Titel: .Die Fudcn im deutschen oiientlicheii Leben" und »Die öffentliche Meinung und ihre Veherrschung". Die Vr'ürch» tuiig. die der Kenner der Verhältnisse bezüglich der objektiven Darstellung eines Stöfs, s haben mus;. der. wie das Handbuch sagt, im Auftrage des reinanliicmiluch eingenellten — .Vereins Deutscher Studenten" bearbeitet wurde, wird zur erschreckenden Gcwischcit. wenn man die auf die Juden beuiglichen Stellen licit. Da hcis;t es in dem Kapitel Kbcr die .Juden im dcutfchcn ö^cntlichen Leben". Seite I: .Daneben darf nicht vergessen ivrrden. das; iveilene Kfeijc au,Ii der Gebildeten bereits in solchem Maf-e jüdischer Abhängigkeit vcriallen f,nd. daft der natürliche Seldflcrhallungstrieb das Gennfien fchiveigen dcif.t' Seite .... wenn aber diese Mcnichen. die immer die Mafze sind, an allen wesentlichen Punkten des staatlichen und mir:- Uhaftlichen Lebens heute Hilden finden, so ist es natürlich, das; sie >lui.ig iverdeii und FufaminenhaNlie suchen. Schüef.üch ii: denn ilur ei» kleiner S.h.'ltt;u der Auffafsung vom jüdifch^il! Strebe» »ach der Weltberrschait und zu der Überzeugung, öasj > überhaupt alle Lafler dieser Welt letzten Endes aui den ^udcn zurückzuiütiren seien und herrliche Feiten für die Menschheit einbrechen müs;len. wenn sich die Völker einmal auf die eine oder andere Weise der gefährlichen Gäste entledigt hätten '..! gcwis; ist, das; es keiner grojzangelegten anliscli«ilifchcn Propaganda bedarf, solche Gedankengänge im Volke -.u beleben." ' Seite .. wadrcnd kurzjchädel. unlerser.te Gejlalt. rundes Gesicht, breite Nase. Neigung ,u Fettansan. käufig blondes und rotes Haar den Osljudcn eigen find, die etwa neun Fedntel des Judentums ausmachen und heule in Deutschland >an allein vertreten sind." Seite .'»I .. . . dasi die Humanitatsbegrific jener Feit andere waren, als die der unscrigen. ivobei noui dahingeftelil »ein n ag. od icne Geivaittaten grausamer »aren als die. welche heute das deutsche Geiflesleben von den ^udcn m erdulden dat. Die Verichte über die Iudenveriolaunaen find durchweg stark übertrieben, fo sollen eininal in einer Stadt mehr ^-.uden erschlagen worden sein, als überhaupt noch viel später in Deutschland ansässig gewesen sein können." > Seite A": Vewcgung von l^O mit ihren Nachwir» j kungen vollendete dann die Emanzipation der Juden u.id ' legte damit den Grund <u der Herrschaft, die sie heule über das deutsche offen.iiche Leben ausübe». Hai. l>>» ^.u?>-uve'reiung so den verhängnisvollen Fuftand »n Deutschland herdeige-uizn. der jeden unbefangenen Volksdürgcr heute nötigt, sich eingehend i mit der Iudensrage zu deiafsen. so sind..." i Seite M: »Gemulswerte dageaen und alle jene Eiaenscha-ten.! die dem Deutschen am Mc::;.?-.: .?:icnltich erscheinen, rreun völlig zurück, nur eine wcintrli>.1ie Empfindsamkeit wandelt in der Erregung den Juden an." Seite ll: . . . die Talsache, da»; der unverhältnismäßig grosze Anteil der Juden am geistigen Leben ihrer Wirtsvoiker nur scheinbar schöpierischer Art iit. daf? er in Wirklichkeit o«elniehr in einen» Weitergeben. Umdeuten und Flüniamachen sremder Gedanken oeileht: wie lange Jahrzehnte der Geldwechsel ihr cigenlümlicher Perus war. so senen sie jer: das schwere und für den Dagesgebrauch ungeeignete Gold sch-iv'erischer Gedanken in leichte Scheidemünzen um. nach der das Volk gierig greift, weil seinesgleichen ihm diese leichtere geistige Ko>t nur selten zu reichen verliehen." Sene N: .Nicht die Pedürini''« der Menschen oder der Wen der Ware sind für die jüdische Wirticha-tsaunasiung wesentlich, sondern das Go'chä'r an sich, mag es sich heule um d:e Gründung eines Tdeaters. morgen um P:crdraucrci, übermoraen um Ei^^7e::c:'.^rof,ba''.dei >?d«r den Verlag ei^.c: .Kultur"-Zeitschrift handeln " Seile l:>: .Für sie «.die Juden' dielet die Wirtschaft! keine genügen und f^ialen Fragen, ne jeden in ihr gan-i unbefangen nur die Möglichkeit des Geldveröienens und denuzen sie. ia:?e:l irgend das Gesek es genattet."

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