Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 6 (2.1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Hochzeit unter freudiger Anteilnahme weitester Kreise zu erleben Bald danach, zwei Tage nach seinem 62. Geburtstage, erlag er einem Herzkrampf. — Sechs Jahr« find darüber hingegangen. Die Gemeinde ist seitdem weiter gewachsen und mit ihr die Arbeiten «ad Zargen. Die neue/Heimstarte der Gemeindeverwaltung zeigt neue Gesichter Aber da» Bild Berthold Baers leuchtet durch die zeitliche Ferne nur noch reiner und wärmer in dir Herzen der Bielen, die ihm in Arbeit und Freundschaft nahegestanden haben. Rabdiner Dr. Ealzberger- Vanldirettor a. A. Sermann Mier. Geb 6. Aug.!85S und gest. N. Jan.!W zu Frankfurt a M. Unsere Gemeinde und unsere Stadt ist um eine markante Persönlichkeit ärmer geworden — ein Verlust, der bei dem Ad- und Zuströmen der Menschen vsn Ort zu Ort. wie es unserer Zeit eigentümlich um so inniger zu bedauern ist- Einer, der mit allen Fasern seines Herzens an seiner Vaterstadt und seiner Muttergeii:einde hing, der sich deren ruhmreiche» Vergangenheit eng verbunden fühlte, der mit allen Krusten seines Wesens und seines Könnens am pulsierenden Leben ihrer Gegenwart teilnahm und, den Blick weit über das Weichbild seiner engeren Heimat hinausrichtcnd. innigst Sorge trug um die Zu Kunst srines Vaterlandes wie der Menschheit, ein Jude, der Mensch sein, ein Mensch, der Jude sein wollte und beides war, — ist in Hermann Maier dahin gegangen. Wie war er stolz — im edlen Linn des Wortes — ein Urenkel des alten großen Frankfurter Rabbiners Pinctias Horowin zu sein? Wie war er ausgeschlossen allem freien geistigen Streben dieser rasch lebenden Neuzeit! Erbauung des Herzens suchte er voll treuer Anhänglichkeit im Gottesdienst unserer ehrwürdige» Hauptsnnagoge, Erhebung der Seele bei den Vorträgen» der Denker und Gelehrten des allgemeinen Wissens. Bildung des Volkes, die den ganzen inneren Menschen erfaßte, verbreitet zu sehen, war ihm höchster Wunsch und dieses Verlangen stärkste Triebfeder bei seiner eingehenden Arbeit in den hierfür wirkenden Verbänden. Und über der geistigen Wohlfahrt vernachlässigt er die Fürsorge sür des Leibes Notdurft nicht. Auch auf dicsc-n Gebiet war er in allerlei Körperschaften rührig tätig, od im R-Hrner: ^nserr? Gemeinde, ob bei interkonfessionellen Einrichtungen. Sein ganzes Wesen aber überstrahlte die aus dem Grunde seines Herzens ausquellende Güte. Seine echte Liebenswürdigkeit machte ihn liebenswert bei allen, die ihm nahekamen, und das waren Menschen aus allerlei Gesellschaftsklassen. Herman n Maier bleibt ihnen und uns unvergessen? Lnser Röntgeninstitut. Kürzlich wäre» Ä) Monate verstrichen, seitdem wir in Zeiten wilder Inflation, unterstützt durch die Gönnerschaft hochherziger Gemelndemitglicder, ein neues Röntgeninstitut gegründet hallen. Das rssg Veranlassung sein in kurzer Rückschau die Enlwickelung dieser Gründung zu betrachten. Um nach den Kriegsjahren unser schönes Krankenhaus wieder auf die Höhe moderner Behandlungsmethoden zu bringen, wollten wir eiae aeuzeilig eingerichtete, nach den jetzigen Erfahrun>ea geleitete Röntgenabteilung angliedern. Darüber hinaus sollte ade? auch unseren Gemeindemitg'.iedern, Aerzien wie Kranken der Stadt, eine Einrichtung zur Verfügung stehen, die in jeder Hinsicht mit den anerkannten Instituten Deutschlands wetteifern könnte. Die Kranken sollten dabei sicher sein, daß bei allen notwendigen Maßnahmen die höchsten Anforderungen des Rituale kaum zu behebende Schwierigkeiten gezeigt. Auch sollte das Institut eine Lehr-und Forschnngsstätte sein, die sich an Problemen mitbeteiligt, wie sie an interkonfessionellen Anstalten und Instituten anderer Konfessioren gepflegt werden, und gleichzeitig Acrzten, die Möglichkeit einer Fachausbildung geben, was aus antisemitischen Gründen vielfach groß? Schwierigkeiten machte. Die äußeren Umstände, unter denen das junge Unternehmen sich entwickeln mußte, waren ungemein schwierig- Geldentwertung und Geldknappheit ließen es ost fast unmöglich scheinen, au» den täglichen Einnahmen die VrUicdskvsten zu decken. Die Verwaltung war dazu behördlich gezwungen, Kassen wie Privaten Leistungen in Papiermark zu berechnen, während die Fabriken nur nach fremden Volute", üescrti». Friner veraniaßre die exzentrische Lage des Krankenhauses wegen der verhältnismäßig hohen Fahrspesen Acrzte und Kranke zentral gelegene Institute auszusuchen, auch wenn sie nicht entsprechend leistungsfähig waie». Da die Rentabilität eines Röntgeninstitutes ganz wesentlich von der Iahresfrequenz abhängig ist, bildete die strikte Beobachtung rwn Sabbat- und Festtagsruhe einen Faktur, der in der freien Konkurrenz mit anderen Instituten natürlich hcininte, zudem ist ein großer Teil der Röntgenuntersuchungen aus rituellen Gründen auch am Freiing nicht durchführbar- So mußte die wesentliche Arbeit wöchentlich auf 4 Tage zusammengedrängt werden. Noch schwieriger waren die Verhältnisse in den Zellen der Hauptfeicrtage Das konnte nur durch intensivste Ausniiliung der übrigen Tage und Nächte ausgeglichen werden. Trotzdem gelang es, die Frequenz dauernd zu heben. Der monatliche Zugang neuer Kranker beträgt das fünffache gegenüber den Monaten nach der Gillndung, wa5 am besten die Entwickelung kennzeichnet. Außer den Frequenzzahlen gibt auch die wissenschaftliche Arbeit und der Lehrbetrieb einen Maßstab für die Leistung. Das Institut beteiligte sich an den Fortbildungskursen, die auf Veranlassung des Stadtgesundhettsamtes für die Aerzte Frankfurts gehalten werden, und an einem Kurs, den die medizinische Fakultät der Universität einrichtete. Das Unioersitäts-Inslttut sür physikalische Therapie oertraute für feine Kurse unserem Röntgeninstitut einen wesentlichen Teil seines Arbeitspensums an Die Teilnehmer der in Nauheim tagenden deutsche» Röiltaengesellschajl besuchten es im letzten Frühjahr, um besonders ausgebaute Methoden kennen zu lernen. Das Institut fand eine besondere Anerkennung dadurch, daß die Leitung der .Iiilernali»nalrn Arbeiterolnmpiade" auf Veranlassung des Sladtausschusses, es mit der Durchführung der umfanareichen Rölirgenimlersuchumien bei den Wettkämpfer» betraute. Das sind Arbeiten, wie sie in diesem Umfange noch niemal» durchgeführt waren und die demnächst in einem größeren Werke, das allen Nationen zur Verfügung stehen soll, veröffentlicht werden. Die Neuartigkeit dieser Einrichtung war auch Deranlass»r>g diese Arbeitsweise de« Instituts für den bekannten Film .Die neue Großmacht* anfzunehmen. Um den innigen Konner mit anderen wissenschaftlichen Instituten ausrecht zu erhalten, wurden auf einer großen Zahl wissenschaftlicher Kongresse Arbeiten vorgetragen iso auf dem jährlich stattfindenden Kongreß der deutschen Röntarnqesrllschaft und dem Kongreß für innere Medizin, der Naturforschertaqung, größeren Kongressen in Sevilla, Karlsbad und London) Ferner wurden im Frankfurter Arztevereln und der hiesigen Rönlaengesellschaf: Vorträge und Demonstrationen gehalten. Während noch ein großes Ardeitsmateriai nicht publiziert ist, konnten doch schon etwa 25 Publikationen in ärztlichen Zeitschriften erfolgen. ZSAII^ -----— M s ^-F? S MUMM ZZIo ton fostliclikkitsr,. Wsingrosskön^lung. ^0 » o o Wsm kW» Sss't?sl-: f. u. Sömöri ZlMlMZlMlIWMMlZMMMlMMUN W