Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 5 (1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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w Aber nicht nur tn dem Pavillon der .freien Wohlfahrtspflege" (Liga) ist die jüdische Wohlfahrtspflege beteiligt, sondern auch an einer anderen Sonderausstellung, die unter dem Titel: »Hygiene der Juden' auf der groben Düsseldorfer Ausstellung er« richtet werden wird. Das Programm dieses jüdischen Pavillon» umsaszt folgende aroße Gebiete: 1. Das jüdische Reiigionsgesctz in seiner biologischen Aus- Wirkung. 2. Der jüdische Stamm 3 Die jüdischen Wohlsahrtseinrichtungen tn Deutschland 4. Ein- und Auswanderung. 5. Siedlungen. Die Arntralivohlsahrtsstelle der deutsche» Juden steht vor der großen Aufgabe sowohl das Ausslellunusmaterial für den Pavillon der freien Wohlf^hrtspsleae (Liga) als auch für den jüdischen Pav.llon und zwar hier sür die Abteilung: .Die jüdischen Wohlsahrtsetniichtungen tn Deutschland' zu beschaffen. Für beide Ausstellungen werden benötigt: 1. virlse.tiges charakteristische» B i t d e rmaterial von ven geschlossenen und halboffenen jüdischen Wohlsuhrtseinrichtu« gen; 2. von eigenen Answlten: Modelle? U. Statistisches Material über die verschiedensten Gebiete iz. B. ehrenamtliche Mitarbeit in der jüdischen Wohlfahrtspflege, Zusammensetzung der Pfleglinge in den jüdischen Anstalten und die Gründe sür deren Einweisum,; Beteiligung der Juven an interkonfessionellen Einrichtungen, Verpflegung von Zltchtjuden in jüdischen Krankenhäusern: Täiigkctt der tüdischen Einrichtungen für Gesundheitsfürsorge in der offenen Fürsorge u. a. m Um dieses photographische und vor allem statistische Material zu erlangen, ist die Zentralwohlsahrtsstelle gezivungen, immer wieder Rundschreiben und Fragebogen an vie verschirocncn jllatschen Wohlsabrtsetnrichtungen heraufzuschicken, und sie erwartet, Sah alle Einrichtungen, an die sie sich mit Ersuchen um Mitarbeit und Materiallieferung wendet, sie bereitwilligst uütrrsiützcn. Es liegt Im größten Interesse des Gesamtjudcntuins — vor allem der deutschen Iudenhcit, dasj auf die>er Ausstellung der Beweis erbracht wird, was das Judentum auf dem Gebiete der Hngiene und der Sozialen Mr,orge geleistet hat und jetzt noch drroorbringt und wie seine uralien Erkenntnisse die Grundlage sür viele sozialpolitische und so^ialhngienische Gesetzesvorschrijten der gesamten «ulturwrlt bilden. Vesuch der Gottesdienste an den hohen Feiertagen 1925. Zur Vervollständigung unserer Tabelle, die wir in der letzten Nummer des Gemelndeblatts veröffentlicht haben, find uns dankenswerter Weise noch folgende Mitteilungen zugegangen: Gottesdienst Männer- Frauen-Sitze insgesamt Tiferes Iisroel. Echüdenstrosze 2 Verein Wohltätigkeit. Langestraße 2» 103 24N 86 160 194 400 Wohltun tn schwerer Zeit. Von Rabblnalsassessor Apinsly. In seinem Abschiedslied erinnert unser Lehrer Moses das Volk daran, wie ost es Gott vergessen habe. Dazu sagt ein volkstümlicher Erklärer folgendes Gleichnis: Einst geriet «in Schiff in schwere Seenot, und der Kapitän forderte die Passagiere auf. allen überflüssigen Ballast über Bord zu werfen. Da warfen viele der Auswanderer in ihrer Verwirrung zuerst ihre Tallis- und Tesillinbeutel ins 57!eer. So sei es auch sonst in Zeiten de? Not, daß die .Renschen sich am ehesten von dem trennten, was ihnen das Heiligste sein sollte. Auch heute ist es nicht anders. Wer immer mit Wohlfahrtspflege zu tun hat. erhält häufig von denen, die er um Gaben angeht, die Antwort: „Bei den heutigen Zeiten mutz ich leider meine AusgabenMr Wohltätigkeit stark einschränken; die Spesen werden immer größer und der Verdienst immer Klemer*. Wieviele aber von denen, die so sprechen, entschließen sich mit der gleichen Ruhe, ihre Ausgaben für Wohnung und Kleidung, für Theater. Bälle und Reifen einzuschränken? Und noch eins: Wie oft kommt die Klage des Armen an unser Ohr, daß er nicht nur keine Hilfe, sondern auch noch harte Worte und unfreundliche Behandlung erfahren müsse, während es doch immer jüdische Art war. sich selbst m dem armen Bruder zu sehen, wie schon Raschi das Thorawort.Der Arme mit Dir" ausgelegt hat. Nicht dies ist der Weg des jüdischen, des gerechten Wohltuns; sondern in der Not dessen zu gedenken, der in noch größerer Not ist und den Bittenden nicht zu beschämen, indem man ihn sein bitteres Los fühlen läßt. — das verlangt unser jüdisches Pflichtgefühl allezeit von uns, aber tausendfach in Zeiten der Not. wo aus manchem (Hebenden ein Nehmender geworden ist. Bon seinem Uebersluß zu geben, ist keine Kunst, aber wenn der Uebersluß sich verringert, dann kürzet zuerst bei euch zuhause, bevor ihr dem Armeren sein kärgliches Teil beschränkt! Reichen Lohn oerheißt euch das Psalmwort: .Wohl dem, der den Armen bedenkt!" Mac Saas. Geb. 14.5.1874 zu Ge-Gerau. gest. lt. 12.!92S zu Frankfurt a. M. Als der festliche Eabbat-Channkka seinen Einzug geHallen hatte, als das Gotteshaus am Börneplag zu Ehren des Tages gerade mit dem prächtigen Thoravorhang. gespendet von Herrn Jsaac Haas, geschmückt war, da hat der Tod diesen edlen Wohltäter dem Lichte und der Weihe des ewigen Sabbats entgegengefahrt. Aber über unsere Gemeinde ist damit ein schwerer Verlust hereingebrochen. Jsaac Haas war ein Mann von c:anz ungewöhnlichem Ausmaß des Wohltuns. Er war es in einer Zeit, dit der Liebestätigkeit, der Opserwilligkeit. der Gebefreudigkeit oft genug ermangelt, ihrer aber mehr als je bedarf Jsaa: Haas hat der Forderung unserer Tage voll entsprochen. Ob vor der Öffentlichkeit oder im Geheimen, ob bei einzelnen Armen oder in wohltätigen Anstalten, od man ihn rief oder ob er ovn selber kam — überall war seine mildtätige Hand zu spüren. Besonders dem Krankenhaus unserer Gemeinde hat er au» der Fülle seiner Güte gespendet. Sein warmes Int-r-ss? ha! -? auch für die Ausgaben de» Tentralverein» deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben» tatkräftigst bewiesen. In unserer Gemeindevertretung, wohin ihn da» Vertrauen seiner Wähler berief, hat er leider nur «in Jahr wirken können. Er sah sich aus Gesundheitsrücksichten und im Hinblick auf seine beruflichen Pflichten gezwungen, von diesem Amte zurii. zutreten. Sein Andenken bleibt unvergessen. ^l.l_l^i>l^.l<0>>I^rI^»l Q«amtprSmieneinnakme l924............. Kopital und ke»erven «ter lrn Xon-ern vereint«,«» L««ll»cdaS«n ln»«««m» Kilian- Verzicnenins»-^tt!en-(ie5eIl5ckt»K ln verlm -Vi!07SA!5t» -Vi I02277SZ2 ^lU»n»!»«t>«o»v«r» v»vtl k 6 >o N.>rUa vlodu» V»r»,ci»»r»o«» 4. 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