Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 5 (1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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haben, trennen sich die Wege. In diesem Schuljahr haben wir vom Herbst ab eine Gabelung in 2 Gruvvcn (eine dausroirtschaftlich» .pädagogiichr und eine kaufmännisches ourchgtjuhrl, und von Wcig» naauen od sohlen sogar 3 Abteilungen «.eine hauswinfchafUiche. eine zindergärlnerisaze und e.ne kaufmännische) in^cdlem We^ttreir nede»einanoec arbeiten. Der echt jüdij^e Geist harmonischer Gemeinschaft, ohne den unsere ilroeit zur Er?olg.ofi^tcir verur.cilr märe, zcrgr sich en besonders schöner Form i,» dem Verhältnis der jungen Madchen zueinander. Es ist intercsjaa » zu beobachten, wie ia»«eu die Schu.ertnnen, d:c aus allen Gauen ^eulsctilands stummen, alle wögt chen DiaUkte sprechen und die oerjchieoc. arUgjic schUtvorbereilung m.tdringeu, trog groizerUnlerichiede des Alters, des Tem pet ame.ts. des Milieus fichan.iltandcrs^»icoe.i. fläi verfteqen und ^reu»d» schalten knupien, dl« das kurze Fraucnsctiulmhr überdauern. Viel l»agl dazu ncher un>er schönes Fraucnichutycim bei, in dem ein Sr»t>er Tcrl vcr prakt-sche» Ätderr na, ad,^lclt. draußen — an der Peripherie der Stadl — herr.lch gelegen, aufs vcguemste mit auen yauswl.tsazasUla.e.i Ein.l^rungcn ausgciialtel, bietet es u«ielen sai-lcrl..ncn eine einzigarrrge V.löung.-, ».ern- und Ai» deusnaue und trägt viel zu de.«: Gcnng.cn unicres Frauen,chul« Werkes vei Als »»s^i.ders glückl^a.cn ttmuan^ ourscn mir es oezeraznen, dag der größte Ter! unserer ausivarligen «chulerlnnen hier - im judifazcn >schwe,lcrn>,^us — in ei .e^t ^rciie o^rditdltcher jüdischer grauen, deren ^eden Fürsorge und Op>er bedculct, ein ideales Heim geiunden hat, dem neben dem Kruft und der Würde auch Froqjuul und Gc>eüigkeir niazr ermangelt. ^jt nun unsere Frauenjctiule eine „Lurus-^uule", mie nlanche behaupten möchten? «re u-are es vtc^eiml, wenn wir uns »it sprelerlicoem Tun, mit Ha.dhcitcn begnügten, mcnn wir aus tiefernsten »itngen einen dilellanll>chen Zellvertreio maancn. sie wäre es vleUeicht, wenn unsere jungen Maoaicn nach Besuch der Fruucnschule n^ch ein Jahr in die 4)andclsfumlc muk.ic», um dort die lür den kaufniännifchen Beruf nötigen »ven-.tttinc und Fertigkeiten zu erlernen. Die>e ^lipxc, an cer schon ma»che Fraue»jä,u.e geicheitert ist, vermeidet unfere Fraueuschule jedoch, indem ne neben oen eigentlichen jzraueufa,uliachcrn noch ji-vrel k^uimännlsche Bildung vermulra, daij man vs» der ^chulvank unmiticloar ins >to»tor übertreten ka,n. Außerdem verstnaifr das ^chtU-jzcugilis der xsraucn>chule auch noch ge.vissc äußere „Bereailigung.n". so oer»urzl sich u. a. sür die Fraucnichülcrinnen die Ausbltoung auf dem Lllndergannerinncn- und Horlneriiiiienjeminar um ein halves Jahr, und btim ttiutrilt in eine Wohlsahrlsntiule (soziales Frauenseminar) befreit der Itachioeis des erfolgreichen Bcfuilis einer Frauen» schule von der Vorprüfung. Koch das ist nicht die Hauptfach«! Die wesentlichste und wichtigste „Berechtigung.', oie unsere Frauenschülerinnen ins Leben mimehmen, ist die, vag sie zu der gzussnung „berechtigen", dereinst tüchtige Hausfrauen, ^.'lüticr und «caarsdurgcr zu werden, Frauen, die allen Lebenslagen gewachsen sind und auf die man sich unter allen Ilmiianoen verlassen kann, Frauen, die mit der Zu^erlassig-ici! im Hvicinen oie Treue nn Großen verdinoen. Frauen, die oas alliüdijche ^dcul der Eschcs chajil, des wackeren Weioes, zu oerivirkuchcn beilrebr sind. Die gesaime jü:ische ^raueiuvell aber, vor aucm die berufene Führerschaft der Fr^uenorganisutioncn. sei hicrinil aufgerufen, unserer jungen Fraucnschute ihr Iulcrcjie zu jchciikcn und an ihrer werteren Ausgestaltung mit Äal und Tac niilzuarbkilen, daniit unsere Frauenjchule eine stelle werdr, von der geistige und siitliche Kräfte zur Vertiemng und Veredlung des jüdischen Fraucnrum» ausgehen. Sesamtorganlsatloa der deutschen Zudea. Der Ausschuß des Deutsch. Israelitischen Gemeindebundes hat sich in seiner letzten Ätzung mit der Frage der Wiederaufnahme der Aröeuen für die Schaffung der Gesamtorgamsation der deutschen Juden beschäftigt. Man war sich darüber eimg. dag der tteineindebund. der hierzu von den deutschen Juden auf dem Gemeindetage vom 23. Januar 1921 das Mandat erhallen und sich bisher, nur um die Organisation des Preug'.schen Lanoesveroandes nicht zu stören, in der Öffentlichkeit zurückgehalten hat. berufen sei, in dieser hochwichtigen und dringenden Angelegenheit die Initiative zu ergreisen. Es herrschte ferner darüber Einmütigkeit, dag es mit Rücksicht auf die inzwischen geschaffenen Landesverbände nicht möglich sei. die für den Reichsoerband auf dem 15. Gemeindetag angenommene Berfai,ung unverändert aufrecht zu erhalten, dag es vielmehr notwendig sei, den Verhältnissen Rechnung zu tragen und die Kompetenzen, die die Landesverbände sich gegeben, zu respektieren. Das bedeutet in -rit-r Reih-, safz. ss^zei: Lahdes-' verbände vorhanden sind, nicht die einzelnen Gemeinden, 9 sondern die Verbände Mitglieder der Reichsorganisation werden, daß serner eine Besteuerung der einzelnen Gemeinden durch den Reichsoerband nicht stattfinden könne, sondern lediglich die Verbände gewisse Matrikularbeiträge an die Reichsorganisation abzuführen haben, insbesondere auch zur Schaffung eines Leistungs-Ausgleichssonds. Die eingehende Aussprache ergab über die Frage des einzuschlagenden Weges, daß rechtliche Bedenken dagegen, dag der D. Z. G. B. der Träger der Reichsorganisation werde, nicht vorhanden seien, dag andererseits das Mandat von 192 l. sowie gewichtige Gründe geschichtlicher und vermögensrechtlicher Art für den D. I B. als Träger der Gesamtorgamsation sprechen. Es wurde betont, dag die formellen Schwierigkeiten einer entsprechenden Aenderung der Vclfafjung des D. I. G. B. nicht bedeutend seien und dag das zuständige Reichsmlnisterium sich grundsätzlich bereit erklärt habe, die Organisation anzuerkennen. In Würdigung der Dringlichkeit dieser Angelegenheil wurde beschlossen, dag der Gemeindcbund an die Landesvrganisativnen eine Einladung zu einer Aussprache über die Verwirklichung des Vorhabens ergehen lassen solle. Gleichzeitig wurde angeregt, dag diese Einladung möglichst gemeinsaln mit dem preußischen Landesverbände, ' dem gröglen Landesverbände, ergehen möchte. In diesem Sinne ist noch am gleichen Tage die schriftliche Aufforderung an den preußischen Landesverband ergangen, gemeinsam mit dem Gemeindebunde die Einladungen an die übrigen Landesverbände zu versenden. . Es ist zu hoffen, dag in absehbarer Zeit die Reichs- Organisation des deutschen Judentums Wirklichkeit sein wird.! „Gesolei."! Große Ausstellung flir Gesundheitspflege. Soziale i Fürsorge und Leibeslibungen Mai-Oktober 1U2U in Düsseldorf. Beteiligung de? d-u'.schen Judentums an der Ausstellung Grsolri. Wie schon aus dem Namen hervorgeht, gliedert sich die gevlan'.e grvs;e Ausstellung ln Diissrldoif in .t Huupt. ediete. Für die Hauptabteilung ,G." — (Z^ e s und he itspsl ege sind folgende > »roge Gruppen v »rgese^n: Eu^ciilk und ^'cirrbung. die über- > tragbaren Nraiintiliten. Ernähren i. 5.'uft und zUuna, Siedlung und Wohnung, Arbeits» u»o Ge «crbe!,i> ziene. Kroiikciioersorg <ng . und Kiaiikenveizandluiig, Der Mcnjch in seinen gesundheitlichen j Beziehungen zu Tieren und Pflanzen. Fern.rhin sind innechach die.rr Abteilung ,Ge' noch einige so»ldeia!)teilungen in Ausficht genomnen Das Programm der 2 Hauptabteilung: .So" — Soziale Fürsorge u »sagt folg iise grosi? Gebiete: Familienfiir« sorge, Bolksunslt'.ett, Hiolks^ruilklieite», und Vulks^ebcechen, Bildung?« und Erz eh^ittgssulsorgk, Wirtschaftliche Hürsosge, Fürsorge durch Versicherung uns verich ebene sondergruppen Die ü. Hauptob:eilung: .Vei" — Leibesübungen »nel' »in, Anfchauunz von dem mode-nen Zoort uno oen inodernrn Leibesübungen geben und nameniltch deren große Bedeutung sür die Gesundung des Volkes zeigen. Innerhalb dieser großen Ausstellung ist ein besonderer Pa- > villon »ür dir freie Wohliahrtspslege vorgesehen, in welchem die 5 großen Verbände, die in der »Liga der freien Woljlsuhrlspfl ge' zusammengeschlossen sind, sonie auch noch tintge außerhalb der Liga steh nde Organisationen der freien Woglfuh.tspflege aus.'.'ellen werben- ^n dieser vonderausstellung sollen die bedeutenden Leistungen und Ausgaben der freien Liebcslätigkeit auf den verschiedenen Gebieten in die Erscheinung treten. An dem Liga-Paoi!lon ist die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden beteiligt und zw^r »st sie beauftrag», die charad» terislischen Cinrichiungcn, Acbeit^gebiete und Arbeitsmrthoden der Juden in der Gesunzh»il,für>orge, in drr Erziehung und Gefahreetensürsorge. in d?r Altersfärsorgr und der Fürsorge für besondere Berufe und Notstände recht anschaulich zur Darstellung zu bringen Es liegt im größten Interesse un'erer jüdischen Wohlfahrtspflege, die sich ihr bietende ein«gartize G-l-,zi:^ und neben den an?>->-.n ksnfrssi^ncllc., Llizunisalionen, der Cari as und der Inneren Mission, ihre Leistungen hier wirdsanl . »u zeigen.