Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 3 (11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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^' David Mcver Iuda stammte aus der nach Alerander Dic5 seit in Frankfurt genannten Familie Grlbäuscr. Der Nanic Kllip soll möglicherweise ein? Berkc?cn:ng dcs Namens Xa!d sc:n. Um ^le Mitte des Iadrinrnderts kam es in der /frankfurter Iudenichast bekanntlich zu den sogenannten Kulv-Kann sä'en Wirren, tn denen die ^u Reichtum gelängte Familie Kuip die Vorherrschaft der AamUie Kann in der Gemeinde zurückdrängte. Die Familie bestand vamataus vier Brüdern, von denen David Mcricr zur »eiszen Lilie im Jahre, höchst besteuertes Gcmcindcmitglicd war. Er war mit Efther Oppenheim, der Tochter des aus den österreichischen Kriegen bekannten und von Prinz Eugen hoch» geschätzten Armeelieferanten Zsaac Nathan Oppenheim, verheiratet, der zu seiner Zeit zweifellos eine Ausiiahinestellung einnahm und zu den bekannten europäischen Figuren gehörte, so mag auch David Mencr im frankfurter Patriziat als eine Ausnahme gcbens besonders herzlich an. das ihm auf Ersuchen seiner Ehefrau von den anaescdcnttcn .vrankfurtcr Bürgern ausiicstellt ivurdc. als er auf einer «Geschäftsreise nach Wien ocrhaflcl und auf die Ehur-Mainzische Heilung starkendurq gebracht ivurdc. Kurz darauf hat Kaiser .^rran, l sich kräitig gegen diese .^esthaltung seines Honaktors bei dem Nurfiiriicn von Mainz verwahrt, und auch dies wird aewih ein Beweis dafür sein, daft die fraiikmrtcr annehmen konnten, das; ihr Audc einen kralligen Rückhalt hatte. Trotz alledem könnte das schreiben kühler und distanzierter gehalten sein, und es spricht gewichtig dafür, daß damals wenigstens ein reicher und cinfkuftreiclicr ^ude echtes Ansehen in Frankfurt genießen konnte. Das schreiben, das fowrt im Druck vervielfältigt wurde, lautet i Nachdem des Kanscrl. Hof-Factor David Mcner ^>uda Haußfrau Uns wchcinüthigsl ersuchet, ihrem auf seiner Acise nacher Wien gank unvcrmuthct angehaltenen und ivic es heisttauf die Ehur-MannHischc Vcslung slarckcndurg gebrachten Mann, ein dcglaudtrs .^»te«tat seines hiesigen Handels und Wandels wegen mitzuthcilen: Als haben wir cndcs unterschriebene zu Steuer der Gottgefälligen Wahrheit solches;utku» nicht nur kein Bcdencken getragen, sondern Uns; auch dazu im Gewissen verbunden qcacht und bezeugen hiermit, da»; von vorgedacktem Hof-Factor wir nichts als alles Liebs und gutes wissen, denselben als einen grundehrlichen aufsrichtiqen Handelsmann in allen mit ihmc gehabten Handlungen gefunden, und noch niemadlen von ibme vernommen, noch im geringsten mcrcken können, dasz er sich in verbo'ttene Händel besonders von Münkz-verringerunq melirt. indem? sein Handel gar nicht in Geldwechseln, sondern olofz in Wcrclbricien und meist solch«: Xet»«ti>8 so den Kanfcrlichen Hoff UirecKl«' oder in- Uircktv betroffen, bestanden, und noch bestehet. In Urkund dessen haben Wir dieses auf? Verlangen des Areslstcn Hauß'/srau mit reinem Gewissen in tlurilo von Uns; gestellet, und durch unsere Untcrschrint bcstältiget. franckiurt am Mamr den »Ztcn April!7 >i. ^acov Hederich (Zantsr«!. Frans von ^lpnen. Gebrüder Olenschlager. Johann Ludwig Harscher <K dompl. seger Münch. Johann David Vienne. ^nton .V-ri2 krend-tno. Johann Heinrich Hartman», von Stockum und Thurnevf;en. Hingerlin und stoltjenberg. IrantzMeermann sel.sohn älter. Johann Michael Roch. «Sebastian sterr:. Gebrüder KolonL-»ri. ^aton Z^ariz (Zusil-». Zlacob psss-v-nt. (s^ftian Ziegler und Löhne. Johann Georg t^eeese und söhn. Jok-ruie, Lm-r.uel p,sssvsn». Hermann Jacob «zarnhaber und söhne. Iohart« Vrsckner. lod-nn (Zoll L söhne. Zsh. vsn F?-^. Johanne» von Stockum, ^ohasn Nicolaus von Olenscklaaer <^«i^ps^. Peter v'orville. Georg Franckh. Johann Georg Höllken. Ehrenfricd Klon. Dominic» krentsnn fiiii. Go»1lied Kaüffclin. W. H. Manskopf. Peter Clemens Äübeck. Diesteewegh und Erpel. Ä»ar Andreas Li->cr>«er«-. Wenne Xe»ln»c. Peter elu )ohann Mcolaus Bruder. Barensield und Edelmann. Johann Petsch. Mattheus Langen. Benjamin Meqler sel. söhn und Konsorten, l. >lsns-«.n. C. stöcklein. Philipp Zacob Haan. Alerander sarostn. Johann Georg Iacobi sel. Wittib. Engelhard und Fischer. Johann Georg Koch, jüngern. )ohann Thomas Vors:!:d5 se!. Witt. Justus ^riederich Hiltebrandt. ^acod »zriederich clu Alerander Barnt. David und Jacob c!e >>'euiville. s-'^es»^ k'elli. ^^'hal.ücs Liüdt. Earl Gcnh. Ionzimsacobt^z»imirt.e»ichi>rch. jnserib Krenlznc». Gebrüder Ettling. Johann Mich. Kvch sel. Wiltib. W. ^l. Haiscl. Johann Dwerhagen »In r'i,v. j.ie«r>us von c?e XVitlle. Ernst Christoph Mehl. Johann Thomas Hagenre^er. Abraham Zordis? sel. Wittib und ^od». Du r'av X von rlns«?n Johann Earl Dörzapff. ^ohann Ulritb steuz. Aus der Gemeindevertretung. sistung vom September »9^5 Bor Eintritt in die Tagesordnung entbot der ilel!vtrlreke»5e Dorsistenoe Herr Naslali Fromm der Bersammlung die herzUchsten Glückwünsche zum Jahreswechsel unk» teilte mir. das; das Mitglied der Gemeindevertretung Herr 'Direktor Lu ve scu zum Ehrenscnalor der technischen Hochschule in Darmsladt ernannt worden ist. Die Versammlung begliickwiinschle den Ausgezeichiieten zu seiner auch für das Judentum ehrenvollen Ernennung. Uuf Antrag der Kommission für soziale ^ür>Vr,,e wurden ,niu ersten Mal aus dem Etat der Gemeinde gr^szere Mittel zur ttnterstüt-.ung der geschlossenen Wohlfahrtspflege bereitgestellt- Eine Anzahl von Anitallen und Btrrinei: erhicllrn auf diese Weise Beihilfen., die ihnen hoffentlich eine gewisse Erleichterung in ihrer augenblicklichen Notinge gewähren. Der Bericht der Rrligionsiiiiterrichtskliminissioii über ihre Wünsche und Erfahrungen anliiszlich des sei! O>i?r„ i'i-'-s ^,::?!?e; luu'eiwcn ^chuijanrs und ein Bericht des Äesercntcn für d:n Zleligionsunterricht über den Umfang und die Bcrteilung dieses llnter« richts an den städtischen und private» Schule» wurde zur ^timtois gebracht, und die Kosten für vier weitere stunde» hebräischen und Äeligionsuntrrrichts sowie eine Subvention an die jüdische Schulküche für das laufende Jahr wurden bewilligt. Die Kultusgemeinde Heddernheim erhielt für die Zwecke ihrer snnagogcnherstellung einen Betrag von Mk. ><«»> —, während ein Antrag der Israelitischen Äeligionsschule auf Gewährung einer spende zur Einrichtung der vergrößerten Si>iiagoge lliilerlindan und ein Antrag de-; Herrn Direktor G.'aü.bcrg uuf Gew>itn»n<, eines zinslosen Darlehen» nn den Bercin selbständiger israelitischer Handwerker und Gewerbetreibenden, sowie ein Antrug des Herrn Jacob Wolfs auf subventlonierung der hebräische» sprachschale der Zinanzliommission zur Borbrraliing üd.rwicsrn wurde Der Berpachlung der Ma,zenbäckerei an die Firma ).'!ar Lcvi wurde zugestimmt und der Borsland ersucht, wegen Beseitiqung de^ ... groken llnzuträg'.ichkcit-n sührenden Marktes vor der Synagoge am Börneploh in der energischsten Wkije zu sorgen. Ein- Zuwendung des Herrn Dr. Felir Kausfmann bestch-nd in dem Saioiiwn de ^ossl's Haschirim, wurde niit Dank zur .Uennlnis genomrren. und es wurden einige Ersatzmitglieder für ausgeschiedene Koninnssionsmitglieder gewählt Nach Beendigung der Tagesordnung brachte Gemrindeoertreler Rothschild zur spräche, daß in weiten Kreisen der Gemeinde- Mitglieder über die in diesem Jahre vorgenommene Erhöhung der Plaggebiidren in den Egnagogen berechtigte Miszstimmungen und Vertretung im gegenwärtigen Zeitpunkt tiessler wirtschafillcher Depression zu dieser von zahlreichen Vemtiiidemilglieoern schwer enwsun« dene Maßnahme gegriffen hat. Namen» des Borstands erwiderte Syndikus Dr. Mayer, dasz über diese Angelegerheil bereits eingehende Erwägungen im Borstand gepflogen worden sind, und die wie Zugegeben werde, berechtigten Klagen verständnisvollen Wiverhall gefunden haben. Wenn auch in diesem Jahr eine Erniägigung der Gebühren schwerlich möglich sein werde, so gehe die Absicht des Vorstands dahin, gelegentlich der Vorarbeiten sür den Etat eingehend zu prüfen, od eine Reduktion im nächsten Zahr stattfinden könne. Wenn irgend möglich, werde sie erfolgen. Bei dieser Gelegenheit wllnschte^xrr Zejir.Melier Maßnahmen, damit Härten unter allen Umständen vermieden werden, wie Stundungen und jede Art Entgegenkommen seitens der snnaqogenoorstände. die in jedem Fall, wo es gewünscht werde, zur Verhandlung mit den synagogendrsuchern persönlich zur Verfügung stehen müglen. Die vorgebrachten Wünsche wurden dem Borstand als Material zur besonderen Beratung überwiesen. Ja nichtöffentlicher Sitzung wurden alsdann noch einige Personalangelegenheiten erledigt. ^^M^,^ - ^-^ ' ' " 5 T