Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 4 (1925-1926)
- Issue
- 3 (11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Amiliche Anzeigen des Gemeindevorstands Anstalten nnd Vereine Kultussteuer. Wir haben festgestellt, daß in einer oerhältn:,mäßig großen Anzahl von Fällen diejenigen Steuerpflichtigen, die selbständig Reichseinkommensteuer zu entrichten haben, es unterlassen, mit ihren Einkommensteuerzahlungen gleichzeitig auch die Aultu»« steuer abzuführen. Da infolge der großen Anzahl von Steuerpflichtigen die Mahnungen durch die Finanzämter zur Zahlung rückständiger Steuern nur in größeren Zeitabständen erfolgen können. e»igrhcn der Gemeinde häufig für längere Zeit die ihr geschuldeten Kultussteuerbeträge Wir richten daher die dringende Bitte an unsere Mitglieder, sorgfältig darauf zu achten und gegebenenfalls das mit der Erledigung der Struersachen befähle Personal darauf hinzuweisen, daß regelmäßig mit der Einkommensteuer auch die entsprechende Kultussteuer im Sinn der nachstehenden Bekanntmachung entrichtet wird. 1» Die Kultussteuer für das dritte Quartal (Oktober—Dezember l925) ist durch Gemeindebeschlus; wie bisher aus 15 "v der Äeichseinkommensteuer festgesetzt worden. Die selbständig veranlagten Gemeindemitglicoer werden ersucht, die Kultussteuer gleichzeitig mit der Reichseinkommensteuer an die zuständigen Finanzkasien zu entrichten. 2) Die Gehalt- und Lohnempfänger werden darauf hingcwiesen, bah der zweite Hebetermin für die Kultussteuer am 15 November ds. I. beginnt. Uin pünktliche Entrichtung an die auf den «tcuerzetteln angegebenen städtischen Stcuerkassen oder Überweisung aus deren Postscheckkonto wird dringend ersucht. — Bei allen Zahlungen ist Vor- und Auname. Beruf, Wohnung und die ans dem Stcuerzettel ausgedruckte Hebebuchnummer anzugeben. — Solche Lohnsteuerpslichtige. welche wegen der Höhe ihres Einkommens außer dem Steuerabzug noch weitere Einkommensteuerzahlungen zu leisten haben, entrichten von den letzteren gleichfalls den Zuschlag von 15" o. und zwar an die zuständige Finanzkasse. Im übrigen wird auf die öffentlichen Bekanntmachungen der Finanzämter sowie auf unsere Bekanntmachung in Nr l 2 des (^emeindeblatts vom^September—Oktober ds. I. Bezug genommen. Einweihung des Shrensriedhoss. 5 Der auf dem Friedhof an der Rat Beilstrasje befindliche Ehrensriedhof der Gemeinde soll am Sonntag, den 8. November, vormittags l l Uhr eingeweiht werden Die Anlage des Ehrcnsrievhoss beruht auf Entwürfen des verstorbenen Architekten Alar Seckdach und wurde von dem Bildhauer Leo Horooitz zu Ende geführt. Zur Teilnahme an der geplanten schlichten Feier laden wir insbesondere die Angehörigen der Kriegsopfer hiermit ein. Eine beschränkte Zahl von Einlaßkarten ist beim Pförtner des Gemeindehauses. Fahrgasse 146. erhältlich. «itteiloag. 7° Aus verschiedene au uns gerichtete Anfragen stellen wir hierdurch fest, dag die Israelitische Gemeinde de? durch einstweilige Verfügung des ^andgcn.lits vom 14. September angeordneten Schließung des neu eingerichteten Gottesdienstes in dc? zuletzt als Gesiiiästslokal benutzte» früheren Synagoge an de? S ch ü i, e n st ra ße vollkommen fernsteht. Von der Zriedrich.VilhelM'Vittona-Snftung. In unerwartetem Ma5e hat die jüdische Veamtenschatt von der ihr durch die Friedricl^Wilhelm-Viktona-Stifrung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebund es gebl-tencn Gelegenheit, durch Abschluß einer ^ebensoeriicheruna bei der Viktoria eine Selbsthilfe für ihre Alters« und Relikten-Versorgunq zu üben. Gebrauch qrmacrit. Die überaus liberalen Bedingungen, i Übernahme von der von dem Versicherten zu zahlenden Prämien» haben auch bewirkt, daß die Abschlüsse über namhafte Summe», in den meinen Fällen!<>.»») Mk. getätigt wurden. ^«t>er Kur»?,, eines hs!d:n ^,ah?:s. scüdcni die ^rirdrich-Wilbelm-Viktoria-Stiftung ihre segensreiche Tätigkeit wieder aufgeiiommcu hat. sind bereitsZuschußbeivilligungeit in Gc» samthöhe oon Mk. tl..'>«»». jähriiltauzgcfprottieii worden. Die gesamte versicherte Summe beträgt Mk. I.-u>0.<X»>--. der davon oo» der Stiftung übernommene Vrtrag dciäuil sich auf ungefähr Mk. »io«».««»». . I„ progressivem Maße iväciist auch die Zahl der beim .Kuratorium ciülaufcndcn!?»rugrfuchc. von denen z. Zl. tt/> in > Vxarbeitung find.! Ein jo erfreuiithes Vild die vorstehenden namhaften Ziffern! oon der durch die Stiftung geleisteten Fürsorge bietet, so kann sich j das.Kuratorium do^i, der drohenden To.lfo.llie nicht verschließen, dag in absehbarer Zeit die Greine drr ^.'eistungsiähigkeit erreicnt wird, wenn es nittil gelingt, »cue Ei-iiiatiineaueUeii durch Veteiligun^ der a» der Versorgung der jndiitiicn Vcamlenscliait am nächsten intcressirrteii ^.'andesoerbälide z» erlangen, betrafen doch die bekanntlich uiiorrkür^t zur Verteilung gelangenden gesamten Einnahmen ,z. Zt. im Höchfisalle??IK. »><>.<-i>1. Es ist also bei Innchaltung der z. Zt. geltenden Grundsätze:! Auszahluiigstcnnin zum »i5>. ^cbensjubr. keineswegs vor dem Iadr, Zuscliujihöhc bei VersiUicrungen bis Mk. l>>.>»x^.— ' - der Prämien, die über Mk. U>.«x»>. miiausgchendcn Vcträgc können fortan; nitiit bcrüclisiUNigt ivrrdcn. <u erkenne" d.,ft i-ii^,«.'»-. ^.-» nur noch Vormcrkui'gen oorgenoiimicil werden können, deren Verüchjulitigung in chronologn^ier Reihenfolge der Eintragung bei .^rciivcrduiig oo» Vctragcn crfol.icn kann. Außer den vorgenannten »>.', Anträgen dürften no,Ii?Ue Anträge von Vewcrdcrn. die bis »um I>>. September li<!5, ärztlnli uiilcrsuciit sind, anstandslos zur Erledigung komnien. Andere Vcamtc. die iiaU> dem genannten! Termin bei» Absttiluß einer Versicherung deabsiclitigcn. tuen gut. sich durch Ansragc beim Vüro des Deutsch-Israelitisciien Gemeindel dundcs nacli den Zlussiclitri! für die Erlangung des Zuschusses zu Sa» Erholungsheim in Oberstedten. Nahe hinter dem Gotischen Hause bei Homburg v. d H. liegt Oberstedten Das erite Hans, das wir oon Dornhoizhausen kommend, treffen, ist hübsch und stattlich in einen großen, vis an den Wald hiuaujreichenden Garten ringedellrt. der ihm zur Zeit einen lustig bunten Herbstkranz um die Züge windet Weiter hinauf geht er tn einen Gemüsegarten und dann in Wiese uns Buschwerk über. Ganz oben zielU der Wald seine grüne Grenz« »nie. Hier steht eine offene, gedeckte Halle mit Liegestühlen, genau am Wald. Da» schöne, freundlich umgebene Hau», das weithin übe? die Ebene den Blick freiläßt au' drei Gedirac: Taunus. Vogelsderg und Spessart, ist ein Erholungsheim, das Frau Zlorc» Gei seu hei m e r, die noch heule trotz ihrer »4 Jahre vorbildlich Rüstige, in glücklicherem. Zeiten, nämlich l»Nl). zum Andenken aa lizre Euecn. c»>e in ^raiiinurt nocq unorrgenenen Eduard und Adelheld ttann. gesli'let hat. Es war al» ein Genesungsheim gedacht, in dem.'(1 erholungsoedürmge Menschen jüdischen Glauben» riluell sollten leben können. Ader sein reichlich gefristete» Ve« lriedskapltal slosz mit Hunderltausend anderen Vermögen während der groszen Inslationsschmelze in den Abgrund. Der Zentrale iuc »üdische Wohlfahrtspsiege iit e» zu danken, daß das Heim seinem ursprünglichen Zwecke weiter erhalten bleibt. Neben seldltzahlenden Patienten gibt es solche, die von ihren Krankenkassen aus geschickt werden. Kranke trifft man nicht dort, nur Erholunqsdedürslige. Die Anmeldung hat bei der Z«ntrc»le. Langestraße zu erfolgen, die auch Unbemittelten die Ausnahme ins Heim rrmöglichr. Alle näheren AusKünste übe? Verpflegungsprei» etc. sind ebenfalls Langeslraße A> z« erhallen. Da» Heim kann Damen und ü Herren ausnehmen. Die Zimmer 5nd weiträumig, luslig. alle münden auf grsz? Veranden, die im Winter sür Liegekuren benutzt werden. Keine oon ihnen ist nach Norden zel-iz:». ^eS<? Zimmer dar selnen vchrani- und Waschraum mir fließendem Wasser Die Verpflegung iit ausgezeichnet und besteht au» 5 reichlichen Mahlzeiten. Im Parterre denndet sich ein großer hübscher Speisesaal, der edensalls von einer geräumigen Veranda flankten wird, außerdem find Salon»