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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1925-09-01 · 1-2 (9.1925) · page 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
4 (1925-1926)
Issue
1-2 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ß; z 4 Z!Z » » Es in in der-: kurzen Rahmen, der dem Verfasser dieser seilen hier zu Gebote stcdl. schier unmöglich. Julius Ploikcs sielscitigcs Wirken auch i-ur annädernd wiederzugeben, ja nicht einmal alle Gcdic!? anzuführen, in denen er an hervorragendster Stelle gearbeitet und geschafft — es darf nach dieser -Richtung auf das frankiurtlogc herausgegeben und in dein seine Pcnönliciikc't möglichst allseitig zu würdigen 'versucht wurde: es muft hier genügen hervorzuheben, das; er die hohe Bedeutung des 1l»adbängigcn Ordens Bne»Brift aar bald erkannt, daft er sich ihm mit voller Seele angeschlossen und kür seine Ausbreitung in Deuliciiiand tätig gewesen, daß er die 5?rganisationsbestredungcn der deulsclicn ^zudcndcit in ihren Ansängen begleitet und befruchtet und an dein Gcsthaffcncn an sichtbarster Stelle gcardcilcl und das; seine überraaendc Stclluna in der Gemeinde ihn für deren Vcrlrcruiig in den qros.cn jüdischen Weltorganisationen, io insbesondere in der von Baron Moritz Li?:: Hirsch s. A. begründeten ^ewish Eolonization Associalivn geradezu prädestiniert bat. Diese letztere Tätigkeit dal den Namen Julius Plolkc i» der ganzen jüdischen Welt verbreitet, und dort namentlich, ivv ^uden uin ihres Glauben? und ihrer Abstammung nullen litten und leiden, ist dieser Name bekannt und hochgeschätzt und sein Andenken unvergessen. Dr. Blau. Ser Zörne-Plah. Erinncrunacn von Michael Moses Main;. verlassen ivir die alte ^udengaiie. so vrr^ivrigen siili aus dem Borneplan. wo der tägliliie Markt abgehalten wurde, die Strai.cn, während sich anschlicftcnd an das Hospital der Gcmcindc der bestehende alte .Friedhof anreiht, die Ställe, nw die sterbliclien llberrcsie unserer Vorväter in doppelt ausgesüllten Säiichlen ruhen, während die Geister jener grofte» Männer immer weitere Früchte dringen, und der Geist, den die graue Erde nicht zu decken vcrniag. den ^zuden. die sich stets zur Ausgabe Hellten, lautes und Edles zu fluten und dieses in Bescheidenheit auszuüben, eine geistige Weltherrschaft zu vrrschanrn weis-.. Zum Eingang des Jahrhunderts finden wir gegenüber nach dein Main gehende Strafen, wo den ^uden ein Wohnen gestattet wurde. So warstrikt dem Ende der ^zudenaasse gegenüber der Wallgraben, au» ivelchcm die Wiegen großer frankfurter Familien standen. Da hat dn-5 Bankhaus I. ^z. Weitler seine erste Stätte ausgeschlagen, haben die Gründer der früheren firma Moritz B. Goldschmidl mit ihren geistreichen und wohltätigen Nachkommen das Lich! der Well erblicht. Zurrst, in späteren fahren, wurde die firina ^. Wriller Sohne nach der Zeil verlegt und deren zweß Häuser im Wallgraben verkauft und das eine der beiden Häuser als Bersorgunqshaus eingerichtet. Während jetzt der Prachtbau des Vcrsorgungshauses aus dem Nöderderg nicht Platz genug »aftt. alle die Vcriorgungsbeoürsligen der Gemeinde auszunchinc!!. wurde das Versorgunqshaus aus dein Wollqrabrn nur von 2 Insassen bewohnt. Gern hilibrrrit suchten die Herren der Verwaltung die 2 Insassen auf und erkundigte» sich nach deren Wohlbefinden Als dir freundlichen Besuche der Vorsiands-Herren den wenigen Schützlingen des Versorgungshauses lästig wurden, sagten sie dem Vorsteher: .Wenn Sie uns durch?hre Freundlichkeiten weiter belästigen, verlassen wir das Haus, und Sie könne» sehen, wie Sie Versorgungshaus hallen." Die zweite Strafte, welche gegenüber der ^udenqasse »ach dein Main führte, war die Mainstrafte. Hier wohnten di: besser siluirrten Mitglieder der Gemeinde und auch solche Geschästsleute. deren Nachkommen berufen waren, eine grofte Nolle in der Gemeinde zu spielen. Als erste Nedenslrafte der Mainstrafte sinden wir die Nechneiilrafte. an welcher wir Halt machen, um den qroften Meister Nadoi Beer Adler, jenen geistreichen Mann, der von Napoleon l. zu dem Sanhedrin nach Paris gerufen wurde, zu bewundern. Der arofte Geiit ein?? Nabdi Beer Adler war noch mit Bescheidenheit geziert, er wuftte als Stislsrabdiner in der Lob Neis-Schule zu wirken. Die .xainüie Adler spielt dem. Adle? al-Zch in der jüdischen Geichinne eine grofte Nolle. So finden wir den Bruder Nabdi Beer Adler s bis zu seinem Lebensende als Ehies-Nadbi in London, wo er seinen Geist nicht nur der Weltstadt sondern allen englischen Kolonien -.uqängiq machen konnte, ^zn der Nechneislrafte finden wir die Wiege weiterer aller, ehrwürdiger Familien. Die zweite Nebc-nkraftc der Mainnraftc war die fischerseidnrafte. wo wir sie.'? deroorraaenöe fannlien einnchen sehen: da stand die Wiege der würdigen Familie kulp. des Dr. Emden, oes Schwiegervaters des dcrühmleii Dr. med. Schwarzschild, und des bis in die Nc»-.e!: >nr,h i. i-: H?n-7S medizinisches Wiiirn. verbunden mit gros-er Lieben^-!' rdi-?!?.::. bekannten Dr. med. Neubürgcr. Am Ende der Strafte, der Langcnrafte zu. nndcn wir ein bescheidenes Häus- .-i?::. na:i? '.velchc-. viele ^>adre hindurch eine einfache Droschke den sei. Baron Wilhelm o. Rothschild brachte, um bei dem klugen Besitzer. Nabdi Solomon Pilsen dtiien weise Talmud- Lehren zu gcnicftcn. War Nadbi Salomen Posen der geistvolle Gelehrte, so wuftte er seinen Geist bis in die Neuzeit «l verpflanzen und seine Söhne. Jacob S. Posen und Wilhelm Posen, als hervorragende Führer des jüdischen Wissens der Welt zu schenken. .Nehren «vir zu unsrrcin ^udenmarkl;urnck und betrachten den Wirrwarr der Strafte, so iindcn wir nach der Westicitc die Dvminikancritrafte. deren groftes Xlvstcr zu bc'ci'rcibcn niilit unsere Aufgabe ist. Nur ein Haus fesselt unsere Auiincrksamkcit: die Eoinpostcll^Snnagoge. die den vrthodoren Gemeinde Mitgliedern von der Gemeinde überwiesen wurde. Während der schwache Bau von nur einer kleinen Schar von Andächtigen besucht wurde, kam in ihn Licht und .Kran, als der geislrcichc Nabbincr Horovir, dci seiner Ankunil von Gurken, von der Eomvroinift-Parlei der Gemeinde berufen, die kleine Eomposlellbos Snnago.ic angewiese» crhicll. Nasch konnte der grofte Gci» eine- Nabbincr Hc'ruvin mntvoll die schwachcn Mauern sprengen und sein Li>l>l »act> dem Börne Platz vcrpilanzcn. Wir müssen weit znrnchgrciscn. iven» wir da; Z'ild dc-> Zn> dcnmarktcs. wie es am Eingang des in. "u.hrti.noens n>ar. bc schreiben wollen. War ja bis ungefähr I>il<' die Stadt mit Wällcn umgcdcn. dic bis zum Eingang dcr Nc>l»iciarabcnilras:c iulntcn. i nd es dienten die Wallgräben nur uir .'lblage von ^Uuiini: und .^lochen, deren ivirklichen Wcrl die ^ndnjlric niclil zu s.'.ui cn wuftte. Ein ganz primitives Häuschen stand au? dein niedrig gclcgcncn ^zudenmarkl und n>ar die Schlaiitätte gcnaniil. wcil dicsc> sasl incnschenunn'ürdige Gebäude »nr von dnrclncisciidcn armcn ^zuden als llbcrnachlungs-Stätte bcnützl wurde. Es ftiilc'iici: sich nun. »ach dcm Friedhof gelegen, einige kleine Häuser an. die als Xrankcnhaus dcr besseren.Utassen dienen sollten u»d »ucl, dicnlcn. De» einzigen Vorzug, den der Borne Platz bis m den Wciilci! katlc. war dic Entwäsiernng. indem dic alle Bninbach alle Grunc' mauern unterspülte und eine natürliche Entwässerung aller Häui'cr dcr altcn ^»dcngassc bildctc. Ans dein ">ude»marlit bis an die Mauer des alten ,xriedhoss waren alte Gewölbe von Eiscnhänd lern und sonstigen Geiorrbctrcibcndcn. Znrrst in den ^i'er fahren nahm dic Stadl nach der Seite, dic um die Ncciincigrabcnsiraftc bis zur Langcslras.c .'c. suhrt. gröftercn Ansschwung. Dic faiiülic v. Rothschild erbaute als erstes Dankesopfer iür die Vorsehung, die ihr Glüchsgüter. sandte, die Israelitische Xrankcnkaiie. So zeigt ein Abbild, welches im Sitzungssaal dcr .^rankcnkassc angebracht, noch, wie ei» fainilicn-Mitglied mit dem Baumeister dic Pläne zu dem Prachtbau studiert, und es »»irden Künstler herbeigezogen, oicscs Monument dcr Dankbarkeit zu verschönern. So weist die gcwiilblc Decke in dcr Hallssimagogc »och ein italienisches Meisterwerk aus. indem die>c Wölbnng durch lau!?? einzelne sogen-Ziu-le..Gurirniöpfe ' hergestellt wurde, und das Meisterwerk, welches schon mehrere Geschlechter hiiiö»r>ti keine Ausbesserung nötig machte, wurde von italienische» Mnlcrliliiiitlcrn verschönert. Gchcn wir nun dic Ncch»e1grabriistrafte durch, s» schlieft! sich da das Phikantrvpi». dic Gcincindeschulc. an. Niir kvnimcii zum Haus, wo dcr wohltätigc Ehef des Hauses Z. H. Zt ern. Herr Sigmund Stern, der sein ererbtes ideelles Gut. die Wohltäliqkeit mit in die neue Strafte in seinen zeitgcmäftcii Prachtbau nahm. Verdanken wir >a diesem Wohltäter die Sterns che Waise n - Stist un g, welche Waisen in Familien unterbringt. Wir finden in der neuen Strafte die firma E. M. a n n K E o. unö Sir Bank, firiiiü Gebr. Bus,, deren Enck? lrvtz iijtes iciilcü edlen Treibens es verstanden, besonders i» Baiiern grofte Kuiiaschast herbeizuziehe«, was die jüngere Generation, vir diese Güter nicht erhalten wollte, zum fallen brachte. allererster Zeit war der Gründer dieser firina mit der grofte» firma L. A. Hahn, jetzt Effekten- und Wrchsclbank vereinigt. Am Zciiluiie der Strafte sinden wir das Haus Oplin. welches als erstes Haus in dcr Nechnriqrabenslrafte von dessen Ahnen .Ein'ecn Trum" erbaut wurde. Hier müsse» ivir etwas länger verweile». Als dieses Haus von Enseek Trum erbaut wurde, sagten sich dic Bewohner dcr allen Huocnqaise: .Enseek Trum baut am Ende der Welt." De» Namen Trum erhielt dieser Erbauer, weil seiü Bater berusen war. die Trommel iTru»ii»el> -u führen, als die Zudrn wieder in hiesige Stadl von Hanau rrtournierrn durilen. nachk-em ihr Bedränger, der bekannte Vincens fetlimlch. aus Befehl des Kaisers von Oeslerreich hinaerielire? ward und vir nöpie seiner Gesellen als warnendes Beispiel uuf die Spitzen des Turmes k»?r Mainbrüche aufgesteckt wurden. So hat das Haus von .Eni'ech Trum" nicht am Ende der Weit, aber am Ende einer Zeitgcschichlc gestanden, wo niittelaiierüche Tyrannen-Macht und Nohcir ihre Herrschaft cindüftte und honcntlich ein ewiges Grab gesunden haben wiro. KnaöenchSre beim jüdischen Gottesdienste. Von Dr. N. Ehren reich.? erEhor der Snnagoge a:n B ö r n e p I a tz in in seine!:: Benandk als gemischter Ehor ernnli.h bedroht, und;war men. Eine ganze Ainahl gerade der begabtesten ^zunaen inuft in zz^ >z»^M^!M^Mi-^ ^1'""'^' ''??Sff^? H i?- ^>.-».«»A>! ' -s?' 1

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