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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1925-05-01 · 9 (5.1925) · page 4

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
3 (1924-1925)
Issue
9 (5.1925)
Date
1925-05-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Aachrus für den verewigten Sern, Philip? Schiff, gesprochen bei der Sestanung im Samen der Sememoeserwaitang von Serrn Zech!S5nwalt Sr. Söuard Saenoaiö. stello. Dorsitzend. des Gemeindevorstands. Der Eigenart des herocrrogenden Manne:, an dessen Bahre wir uns in Trauer versammelt haben, seiner Natur, der aller Lärm und alles Gepränge fern lag. wurde es wenig anstehen, wenn wir in lauten Worten sein Lob künden wollten. Und doch darf in dieser Stunde, in der wir uns trennen von dem. was sterblich wa? an Philipp Schifs. ein Wort des Abschieds nlcht fehlen im Numen der Israelitischen Gemeinde Frankfurts. Dieser Abschied kann nur tiefempfundenen Dank bedeuten. Auf der Höhe seines Lebens hat Philipp Sch-ff nahezu zwei Jahrzehnte lang der Gemeindeverwaltung angehört, davon Ui Jahre dem Gemeindevorstand, und er hat in dieser langen Zcit mit der Schärfe seine» Verstandes, der Klarheit seiner Zdeen vnd der Energie seines starken WIllei.s die Dinge, denen er oorzustihen hatte, gemeistert, er hat ihnen seine Eigenart aufgezwungen und so »inen tiefgreifenden Einflusz auf die Führung der Gemeinde ausgeübt. Al» er aus dem Lorstand schied, schien er dann in Jahren, in denen andere beginnen sich zur Nuhe zurückzuziehen, die Arbeit für die Gemeinde auf anderen Gebieten von neuem beginnen zu wollen, und er ist bis in das hohe Alter hinein ihren wichtigsten sozialen Einrichtungen verbunden geblieben, überall fördernd und leitend und andere zum Guten anspornend, überall ein Lorbild treuesler hingebungsvoller Pflichterfüllung im Dienste der Gesamtheit Das war der äußere, meitaestreckte Rahmen seine? reichen, gesegneten Tätigkeit für unsere Gemeinde. Aber damit ist noch nicht das gesagt, was für sie wohl das Entscheidende war- In einem tiefen Worte des ideal gesinntesten unter unseren deutschen Dichtern, den der Heimgegangene nach auf dem Sterbebette wenige Tage vor dem Tode citiert hat, wird unterschieden zwischen dem, was in der sittlichen Welt die Tat und was die Gesinnung bedeutet. Wesentlich und beispielgebend ist für die Frankfurter Gemeinde die Gesinnung, aus der heraus Philipp Schiff für sie tätig war. Wenn jedem von uns gesagt ist, dak Du Gott, den Herrn, lirben sollst becho' lewuwcho uwechol nasschcho uwechol meaudecho. mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele und aus voller .Kraft, so hat Philipp Schiff als treuer aufrechter Jude , nicht nur dies G-dol erfüllt, sondern er schien es auch zu übertragen auf seine Beziehungen zu unserer Gemeinde. Er hat ihr in Wahiheit angehangen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele und aus voller .llrasl. Perlraul wie wenige mit den Geschicken der Gemeinde, mit ter seine Familie seit Jahrhunderten verwachsen ist. und fest im Loden der Gemeinde wurzelnd, hat er au» tiefer Liebe zu ihr alles ersaßt, was sie betraf Darum blieb er auch nach dem Ausscheiden aus dem Lorsland eng verknüpft mit ihren Institutionen, mit ihrem ganzen L?k?n und -nit ihrsii besten Männern an» allen Richtungen der Gemeinde Dabei bleibt es bezeichnend für die Weile seine« Blicke», datz er in jüdischen Dingen am nächsten mit einem Mann von den Anschauungen Julius Plolkes verbunden war und dasz er andererseits in hohen Iahren mit fast jugendlicher Begeisterung zu den Füßen von Nehemia» Anton Nobel sag und sich ihm nahe a»schiosj. «„» solcher Gesinnung heraus war seine Persönlichkeit di» in da» hohe Alter hinein für viele von uns. die wir in Perehrung zu ihm empor sahen, eine Art Mittelpunkt der Frankfurter Gemeinde aersorden, und Über ihre Mauern hinaus schienen sein roeitgeachtete? Name und seine Person kennzeichnend für die Eigenart unserer Gemeinde. Er war und blieb ihr treuester Sohn, und fS? diese lange Jahrzehnte bewahrte und stet» bewährte Gesinnung bleibt ihm di« Gemeinde dankbar über da» Grab hinaus, in da» wir ihn «un betten Für all seine Lieben und für den weiten Kreit oerer, die ihm nahe gestanden haben, ist e» schwer. Abschied nehmen zu müssen von einer so seltenen, ausgeprägten Persönlichkeil, von der da» Wort gilt: .Er war ein Mann, nehmt alles nur in allem." Wir aber wissen gerade in der Stunde des Abschied», daß das Andenken eines solchen M-nncs sich zum Legen erweisen wird für die Gemeinde, der seine Arbeit und seine Liebe gegolten hat und die ftolz auf ltm war. und wir geloben, das; die Erinnerung an ihn und an sein oorbildZ'ches Wirken den Augenblick überdauern wird, in dem wir seine Hülle dem Boden de? osn ihm so gelirdten «Zairrstabr anverirauen mit dem alten, ehrwürdigen Scheidegruß. »Ziehe hin in frieden.' Amen Aus der Gemeindevertretung, j Sit;«:-, SSM 1. Avrii Bor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Borsiqende des Hinscheidens Philipp Schiffs, indem er mit beredten Worten die Lerdienfte würdigte, welche nch der Verstorbene sowovl wahrend seiner Mitarbeit in der Gemeindeverwaltung als auch später durch «eine ausgedehnte vorbildliche soziale Tätigkeit um die Frankfurter Gemeinde erworben!?at Dit Anwesenden haben zu Ehren oes Verstorbenen die Rede des Bor;ige::oen stehend anqedört In der gleichen Sitzung wurde eines Ereignisses von allgemein jüdische? Bedeutung, de? Einweihung Vel hriirüischrn Universität in Jerusalem, gedacht- Hierzu hatte die Frankfurter Gemeinde telegrafisch ihre Glückwünsche entsandt. » Innerhalb der Tagesordnung wurden folgende Gegenstände deHandel!: Bewilligung eines Budqerzwölflels zur Forlführung der Gemeindeaeschüste bis zum Abschlug des Hausdalk^olnn-; kü> l!«^5. Abtraquna einer Pasiiohnvothek. Bewilligung oun Geldmitteln zur Beschaffung van Mazzen für Unbenntlelle. sowie für oie Pefsachoerpslegung in den Gefängnissen. Als Ersah für ausgeschiedene Mitglieder sind gewählt worden: in den Lorstand der Hauplsnnagoce die Herren Elias Gut und Benno Strupp. 5er Synagoge am Bornevlat-, die Herren Sigmund Singer und Cor' Weil, d^r Syinigoac an der z<önigstetnerstrasze F-au Marie Bloch-Offenheimer und Frau Dr. Dora Edinger. der Snnagoge Bockenheim die Herren Moritz Breslau, Julius Herr^iann und Alberl Strauß, in den Schulrat des Philanthropins Herr Dr. Richard Merzbach. In nichtöffentlicher Sitzung wurden einige Personalfachen erledigt. Die Verhandlungen der ötkuna vom 2Z. Jon!!«5»5 galten hauptsächlich der Beratung des von Regterungsdaumeister Frist Nathan. Frankfurt a M., gemäß dem Antrag der Friedhofsdaukommifsion vorgelegten zweiten Lorprojekts. Es wurde deschlojfen. Herrn Baumeister Nathan mit der Ausführung der Anlage zu betrauen und für die zunächst erforderlichen dringenden Arbeilen einen .Kredit von Mk. H»"^), bereitzustellen Gleichzeitig wurden Unterdommissionen für die Bearbeitung einer neuen Denkmalsordnung und iür die Prüfung einzelner Fragen des Fricdhofsbaus ein^csctN Die Anlage wird in mehreren Bauabschnitten erstellt werden. Die Mittel iür den Bau muffen in Form einer Anleihe beschaffwerde», woz-i der«is die einleitenden Schrille unternommen sinv. In wenigen Wochen wird mit den notwendigen Erdarbeiten degonnen werden. Die Abrechnung für die neu erstellte Maschincnanlage der Mazzenbäckerci wurde vorgelegt und die Kosten hierfür auf Mk"!»»t<'>7 festgestellt. Die Anlaae. nach den neusten technischen Erfahrungen und den neuzeitliche» Anforderungen der Hngiene erbaut, bedeutet für die Gemeinde einen mustergültigen Betrieb und eine wertvolle Bereicherung ihrer rituellen Einrichtungen. Amtliche Anzeigen des GemeindevorfiandS Ka.tusjlel.er. Die .Gemeindebehörden haben den Kultussteuersatz für das am!. April beginnende Rechnungsjahr!925 noch nicht endgültig festgesetzt. Bis zur endgültigen Regelung ist vorläufig, ebenso wie im Dieneljahr Januar März, ein Zuschlag von 15-» der Reichseinkommensteuer jeweils mit der Einkommensteuerzahlung an die Zinanzsassen zu entrichten. Die Lohnsteuerpflichligen erhalten besondere Veranlagung. Statistisches Zllerlblatt Eine große Anzahl von Gemeindemitgliedern hat bisher das von uns versandle statistische Formular nicht an uns Mrückgeschickt. Wir bitten nochmals dringend darum, dies umgehend nachzuholen und dürfen wohl

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