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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1925-04-01 · 8 (4.1925) · page 3

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
3 (1924-1925)
Issue
8 (4.1925)
Date
1925-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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sehr naturalistische Wiedergabe einiger Vögel läßt Mayer »och eine dritte ^cünstlcrhand annehmen. Die Mmialurcn erweisen sich als dem mittclrheinijchen Dunstkreis nahestehend: sie stammen wahrscheinlich aus dem Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts. Zu der demnach sich ergebenden Ectzwieriakcit. daß die Handschrist erst etwa huuvert Jahre nach Nicderschrist des Textes ausgemalt worden ist. wird in der sich an-' schließenden Beschreidunq des Ritus und Kommentars Stellung genommen, vowotzl Ritus wie Kommentar — dieser erwähnt als letzte Autonlät den im Jahre 1293 verstorbenen Meir von Rothenburg - bestätigen die Annahme Freittiantts betreffs Entstehung der Handschrift im Anfang des 14. Jahrhunderts. Geschrieben ist der Eoder von dem Sofer Israel b. R Meir aus Heise!, berg wahrscheinlich in. der Gegen» des Mittclrheins. A>on den mannigfachen Eigentümlichkeiten des ^iitus sei nur Folgendes erwähnt. An Stelle der heutigen Titte, die Kräuter zu Beginn der Scdcrfcier in Salzwasser zu tauchen, schreibt die Darmstädler Handschrift die sonst nur noch in einer einzigen deutschen Handschrift des lo. Jahrhunderts nachweisbare sitle des Eintauchens der Kräuter in .Eharvjses" vor. Während wir bekanntlich die mittelste Mazzoh zerbrechen und teilweise zu -Aolzikomen* weglegen, soll nach dem Darmstädtcr Coder die oberste Mazzoh zerbrochen werden, eine ^itlc. die beispielsweise auch von R. Eliasar v. Iehuda -Rokeach) gelehrt wird Auch gewisse Varianten in» Tcrt. beispielsweise in ..>ian m-jcNkunun', im Tischgebet und an anderen Stellen zeigen, daß!.er Darmstädtcr Cvder die ältere Tradition teilweise treu dewahrt hat. wie sie sich beispielsweise auch im englischen Ritus vor l29>» findet, mit dem unser Codex stellenweife Berührungspunkte aufweist. Die Handschrift schließt mit dem Licde »äciir bu", das sich von der bei uns üblichen Form abweichend, in wahrscheinlich ursprünglicher Gestalt findet. Omerzählen. Zahlenlied und Lied vom Lämmchen fehlen, wie in allen vor etwa l5W entstandenen Handschriften. Der größte Teil des Kommentars stammt von dem schon erwähnten R. Eliasar b. Iehuda aus Worms, wie ich durch Vergleich mit verschiedenen Handschriften der Bodleiana in Örsord und des British Museum in London festgestellt habe. Bemerkenswert ist die Erwähnung des Kommentars, daß während des dritten Kreuziuoes jrn Jahre 1188 die Juden von Mün-cnbcrg (Oberhessen) beschuldigt wurden, eine Ehristin in einen Brunnen geworfen zu haben und von dem damaligen Dlznastcn von Münzenberg beschützt wurden. Merkwürdigerweise wurde im Jahre 192<i in der Nähe von Darinstadt bei einem größeren Münzenfuny im Odenwald auch ein Münzenbcrgischer Brakteat mit bebräifchrr Umschrift aus dem Ende des 12. Jahrhunderts entdeckt, der das betreffende Ereignis überraschend bestätigt. An die Beschreibung des Darmstädter Coder schließt sich ein größerer Anhang, in dem das Ergebnis der Untersuchung von zwölf deutschen, drei italienischen, einer leoanlinischen. einer französischen und zwei spanischen illustrierten Handschriften niedergelegt ist. Es gebührt dem Verlage Karl W. Hiersemann in Leipzig Dank, daß er durch naturgetreue Nachbildung der Darmstädtcr Haggadahhandschnft weiteren Kreisen Gelegenheit geben wird, die Schönheit des Coder kennen zu lernen und dadurch die Liebe zu dem kleinen BüeH» lein. das wir in diesen Tagen wieder lesen werden, zu befestigen und zu Verliesen. ie Se;!cber des Gemeindeblattes baben eine Änderung ibrer Adressen nicht an die Vers2nd!?el!e des Gemeindeblatts. sondern bei dem Postamt belanntMeben. für das sie bis zu ihrem Wohnungswechsel zuständig waren. Zur Frage der Mischehen. Vo» Ar. Sora «dinger. Wir können uns den nachstehenden Ausführungen ' nicht durchweg a» schließen, veröffenilichen sie aber troft'em a>» Beitrag zur Erörterung «ine» iideraii» wichtige» Problems. Die Schrift!. In der jüdischen Presse wurde vor kur,em amtlichem -Material über die Mischehen in Preußen gebracht und von verschiedene» Gesichtspunkten näher erortei». D., da» Thema für die deutsche Judenh?;» ngn dessnderr? Bedruiung grniororn ist. sei es mir gestattet, von einer besonderen ^eiie ans dazu Stellung zu nehmen. Vor allem wäre darauf hinzuweisen, daß die grundsätzlich alle Ehen zu den Mischehen zählen, die zwischen einem jüdischen Ehegatten und einem von Juden ab st am inenden, aber getauften Ehegatten geschlossen werden. Diese Falle sind außerordentlich häufig, aber in ihrer Besondciheit statistisch nicht faßbar. Vermutlich würde die Kurve der Mischehen wesentlich günstiger verlausen, wenn die hier gekennzeichntttn Fälle nicht mitgezählt würden. Dabei handelt e» sich aber nicht nur um ein statistisches, sondern weit mehr um ein religiöses und erzieherische« Problem. Die Menschen, die solche Ehen eingeben, stehe» in den meisten Fällen weder zu ihier angestammte», noch zu ihrer.neuen' Religion in einem inneren Verhältnis', zumeist wohl waren rein äußerliche Gründe für sie maßgebend, im besten Fall solche, wie sie Moses Mendelssohn in dem bekannten Brief an seine Tochter a»f;ählt, gewissermaßen ein Ja-sagen zur aUaciiieitt-chrisllich deutschen Kultur. Die Eheschließung mit einem Aiiaehäliaen der allen Glaubensgemeinschaft zeigt ja dcnllich, daß diese Assimilation nur eine scheinbare mar Ader auch aus der anderen «eitc handelt es sich wohl stets um religiös Gleichgültige. Die Kinder aus solchen Ehen nun, der Abstammung nach reine Juden, werden auch von ihrer Umgebung als solch« angesehen. Formell mögen sie zwar Christen, in seltenen Fällen sogar Juden, in den meisten Fällen Konfessionslos sein, — gemeinsam ist in allen Fällen ein irreltgiöses Milieu, in dem sie heranwachsen. Aus Berichten über den Rassenantisemtlismus unter den Schülern höherer Lehranstalten und seine Wirkung auf die jüngeien und schwächeren Binder weiß man übrigens, daß die Kinder aus solch-» .Mischehe..' den, Angriff in gleichem Maß wie ihre übrigen jüdiichen Mitschüler ausgesetzt sind. Im Gegensag zu den Kindern aus einem jüdischen j Elternhaus fehlt es ihnen aber an jedem Aürkhalt. an jedem! Argument des Wissens oder des Glaubens; sie sind absolut wehrlos den schweren ui-d verbitternden Erlkdn'sscn preisgegeben, vor denen sie kein noch so gerecht denkender Lehrer, keine noch so liebevollen Eltern schützen könne». Hier liegt eine große und schöne Aufgabe für die jüdische Jugend. Sie könnte diese .verlorenen Kinder" in itzi-n '»K»». digiii Kreis ziehen und ihnen etwas y!>n der religiösen Atmosphäre oetittilteln, die ihnen ihr Lnernhans nun einmal nicht geben kann. Vorausgesetzt natürlich, daß die Eltern mit dieser Einjlußnahme einverstanden find. Ich glaube, daß man hier viel Gutes tun» viel Leid mit ein wenig Liebe und Verständnis lindern könnte, und daß man keine dankbar-ren Gäste habe,« wird als eben solche Kinder, die doch auch von Natur aus eine gewisse Empfänglichkeit für jüdisches Erleben mitbringen. Sind aber die Kinder gewonnen, so geht über sie der Weg zu den Herzen der entfrrmd-ten EU-rn, um .zurückzuführen 5üs Herj der Väter zu der« 1 Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern", denn auch 5 diese Väter, die fremd gewordenen sind. .Kinder Israels" geblieben. Aus der Gemeindevertretung ettzung vom 4 Zebruar ,925. Dss Projekt des n e u e n Gemeindefriedhofe» ander Friedberoer Wart? ist weiierg-färöert: mi! der Anlage soll dei stimmt noch in diesem Jahr begonnen werden.! Es hat sich üü-äßlich de? l!-i:?th-d:cn Wahlen zum Preuj ßischen Landesverband aezeigt. daß d?e Gemeinderegister der l ErqSnzung bedürfen. Haupt,Schlich handelt es sich um die Erfassuna der feit Zuge,ogenrn. wie auch um die Nachträge der! seil dieser Zeil infolge iln.zuZ-. W-gzugusw. ein it'.retenen Veränderungen im Bestand der Gemeinoemiislieder Die außerord-nt- S

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