Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 3 (1924-1925)
- Issue
- 7 (3.1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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»ine besondere Treppe, die direkt vom Saal auf die Straße führte Aber auch hier konnten wir tretz Geduld nicht lange verbleiben, wir suchten nach Bauplätzen und abermals wurden uns viele Enttäuschungen, vi» uns die Vorsehung ein Licht aufgehen ließ Die für alle Zwecke von „Lemilus Lkesecl" zugängliche Frau Baronin Wilhelm von Rothschild war bereit, das schöne Haus Havauerlandstraße 17 für unsere Zwecke zu kaufen und uns zu schenken unter der Bedingung, daß im Parterrestock des Hause« auch der Kindergarten für IsrLk'.Ke» seine Ruum« Uchkeiten gratis erhalle. Wir waren hoch erfreut Lder da» hochherzige Geschenk, welches uns nicht nur unsere Räume schaffen, sondern auch die ZinsttnsZngc in dem schönen Hause uns auch soch die Miitri für vi» unentgeltliche Beköstigung der Armen bringen iollie. Wir bauten eine besondere Treppe, die den Eingang zum Kindergarten vom schönen Ga»ten aus bilden mußte, wobei wir allerdings die Einholung der daupol zril chen Erlaubnis vergaßen und für dieses Vergehen gecen das Baugesrg mit Mk. 10.— Geldstrafe bcleat wurden, aber unser Zweck war erreicht. Fröhlich war das schöne Haus den beiden schönen Werken der Menschenliebe geweihl. Wie eiqen-lich vorauszusehen war. waren die Räume für den Betrieb einer «Uppenanstalt zu klein, aber der schöne große Garten zeigte u»s, daß der Raum genügend war. ein »Auhel Awrohom", ein »Ze t Abraham»*, zu bauen. Die gute Frau Baronin wußte ihren edlen Mann zu gewinnen, daß er eine große Summe zum Neubau eines würdigen geräu» «igen Hauses schenkte. M t d m fortschreitenden Bau wuchs auch die Munisizenz des als Füh er für dir alles Gute und Edle der Welt o^m Himmel gesch.nkten Baron Wi'hclm von Rothschild, und wir konnten krästiu daran gehen, das Hau? zu da en. Nach dem Muster unseres grlßen Gasta»bers erhielt da^ Haus vier Eingänge, der eine Eingang für Männer, der andere »ü> Frauen, der dritte für Kinder und endlich einen Eing.ing, wo oersitiäm e Arme ge^en eine ganz kleine Vergütung >n einen: d^-iZndrre» Säichen Miitagstisch erhielten. Das Hau^ wurde so» einem er»en hiesigen A-chilekten erbaut und der Neuzeit enrsp-echeno e-nuer chcet Nun konnten wir rüstig an die Arbeit geh ». u» dem Hunqr,qrn sein Bro» zu reichen, und den Bedrückten ein Haus zu öff-ren. den Nack en bekleiden und den Armen Bruder nennen, indem wir unsern Arm, unsere Elüze oe't>idtn konnten. Uns da der Edelmut der sel. Frau Baronin Malhilde von Aoth-child in ih'en edlen Wirken immer weiier wuchs, so wußte sie ein Depot in der Euppenanstalt zu errichten, wo Wöchnerinnen nicht nur die Ainderwäsche grait» erhieltrn, sondern zur Bcxämpfuug von Krankheiten, die früher n»r ,u häufig bei armen Wö^tinerinnen vorkamen, Betten. Unterlagen reine Wä che. Handtücher, Seife, Waschschüsseln, Fiebermrssee etc. ... Der gute Herr Baron, der etwas ängstlich, aber überaus edri oerania^l war, Halle in einzelnen Raten den aonjen. Bau der Suppe, anstatt und deren Einrichtungen bemrutgt und auch noch einen Fonds geschaffen, der den Hedammen, damit dieselben nicdt zum Nachteil der armen Wöchnerinnen umfangen würden, eine ansehnliche Zahlung für ihre Dienste sichert«. So hat sich d-e selige Baronin ein dauernde» De« kmal geschaffen, und diese wenigen Zeilen sollen am ersten Iuhresta, ihre«. ToZe» em Zeichen der Dandba keit sein, die ,hr aus so »ielea Herzen in die Ewigkeit na-t.f.lgt. «. AI. Amtliche-Anzeigen deS SemeindevStstands j Nitgliederverzeichais. Bei der Wahl «um Landesvkrband hat sich ergeben, d"ß d> Mit l ede.'verzeicduiZse der Gea einde urvollständig und teilweise iehlerkaf: find, Zur ^'vskläe >?> i nrrd durau« h-auewiei-n. Saß es «ich dat>ei um e:u a!>"lnen hvrrdeit d^ß ader der Grweindeoo-stand d - -r üoer amtliche Materialien zur Auf. stellun^ und l "U^ f .' ^'e livligung dieser Lerzeichnissverfügt. D e e n'chiä^r^:, A dk!t^i: weiden seil einer Reitze o-n Iavren dadurch noch bei, noers erschwer!, daß die Ve-wa'tuna der Kultussteuer den Finaniämlern iiberlrazen ist. sodaider Gemeindroorftand die Namen der steuerzahleroen Mitglieder der Gemeinde, 5 > soweit diese selbständig zur Reichseinkommenstruer veranlagt sind, üderdaupt nicht kennt! Die unausgesktjlen Bemühungen, die Mitqliederoerze'chnisse! der Gemeinde auf den heutigen Stand zu dringen, können nur dann von Erfolg begleitet sein, nvnn die Gcinei»dem!l^lirder selbst den Borstand hierbei unterstützen.?»»äctist richten wir duher die dringende Bitte an alle Empfänger de? Gemetiidedlalls. da» dieser Nummer beiliegende Formular genau auszufüllen und sodann unverzüglich dem Gemrindedüro. Fuhr gasse zumstellen. Wenn die Zustellung weiterer Formulare sn ss'.ch? Gemeindcmitxjiikdkr. die da» i?>rmel»deoialt nicht erhalten, gewünscht wird, so bitten wir nm Anaade der Adrrssen. Außerdem ist es dringend erforderlich, daß die Gr'i r'»demit».«i?d-r dem Vorstand von Adressenänderungen unverzüglich Kenntms j Im Verein mit einer Reihe anderer Maf-.nat,men. d?e vom! Borstünd auf Grund der Erfuhrunuen dri der Wahl zum Landes-! verband bereits ergriffen worden sind. wi,d es noraus'ichtlich! möglich sein, auch ohne amtliche Unterlagen. >n absehdurer Zeit! ein einigermaßen vollständiges MilglieZeroerzeichms iicrzustcUen. Bekanntmachung betr. Kultussteuer. 1) Die KultussteucrderIiraelitischen Gemeinde Frankfurt a.M. ist für dos leftle Vierteljahr des Rechnungsjahres l'.«.'t/U^5 <l. 1. 1^25—3». »»2.») von o. H auf tS v. H. der Reichseinkommensteuer erhöht worden 2) Diejenigen Angehörigen der Israelitischen Gemeinde, die zu monatlichen Elilkoininensteuer-^i.rausiahlungen oer» pflichtet sind, haben gleichzeitig mit den am l". .^edruar und l>>. März l!>Z5 iällig n>erdenc>en Vliraiisjnhlunlien unch c>ie entsprechende erhöhte Kultussteuer an die «uitän<>lge Finanz« daise zu entrichten. Die fehlenden '.» o. H. für den Monat Januar >92 sind spätestens mit der im Monat Marz l»2.> fällig werdenden Vorauszahlung n,icdzuzahlen Z) Die zu vierteljährlichen Eil,komm-k,.s!euervs?au?« zahiungen t'rrvsiichletcn ballen die Kuuussteurr f»r da» tenie Vier.eliahr des Rechnungsjah r^ li«2»/2'> mit der im Mo»»t Januar 192 . fälligen Vlirau?zahluna zu. en ricbten Die durch die Erhöhung ans 16 o. H eriork>erli 7>e Nachzahlung der Kultussteuer ist spätestens am 1». März U,25 an die zuständige Finanzkasse zu leisten. 4) Die Lohn- und Gehaltsempfänger haben die auf sie entfallede rückständige Kultu-steuer ivälrttens am tl>. März l!«^.^ an die städtisct-e Einziehungsitelle. Bu»1,gasse 14. Erdgc ctiosi, zu entrichten. Die Einziehungsstelle ist an den Wochentajen von 8'/» bis 12'/» U?r geöffnet. K) Sämtliche Angehörigen der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. werden hiermit aufaefoidert, die riickstä"diue Kullussteuer bis /,u den qenannten Terminen zu rnlrlchten Von da ub wird die kosirnpslichtige Beitreibung eifolgen. Frankfurt a. M, den » Februar l9^ü Vorstand der Israelitischen Gemeinde Die FtnanZSmter l. ll und lll. Wahl zum Landesverband. Da» Wahlergebnis wurde ,n öffentlicher Si»,.,ng des Kreiswahlaussctiusses ovm b Fedru«r li<25» wie folgt festgestellt: Wahloorschlag Nr l erhielt r.5,27 Summen Wah!vor,ch.'ag Nr L erhielt 3«--4 Stimmen Wahloorschlag Nr A erhielt l'i» Stimmen. Danach entfallen: auf Wahloorschlag Nr. l sech» Abqe-.?dn«t«. und zwar Dr. Richard Merzbach. Dr Eduard Baerwald. Stefanie Forchheimer. Henri, Rothschild.Willi, Dreofus,Willn Wolf, auf Wahloorschlag Nr. 2 nie? «bzs--rs.ixte. und zwar . «»rauum Horovig, Hugo Fränkel, Dr. Hugo Emmrrich. i Mox Kahon. Sememdebidlivthek. Das Lesezimmer ist od l ». Februar d I. bis auf weitere» außer zu den bisherigen Zeiten (Samstag und Sonntag o^rm 1"'/»-l Uhr. nachm. .t'/.—tt Uhr) auch Montag di^ Donnerstaq abe, ds 7 - S Uhr und Freitag abends nach Schluß des Golle»- dienstes bis 9 Uhr geöffnet. Bücherausleihe: Werktags vorm. I2-l Uhr. natvm. , Sonntags vorm. l t-l ,