Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1893
- Issue
- Heft 13 (1.9.1893)
- Date
- 1893-09-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Sewst-Gmancipakron. Seite 5. zu beglückwünschen. Der Vortrag war bereits lange zn Ende, als die t Zuhörer noch immer in Gruppen beisaminen blieben und die gewonnenen Eindrücke besprachen. | Der zweite Bortrag hat Tags daraus, am 21. d. M. inRszeszow stattgesnnden, wohin sich Herr Ehrenpreis in Gesellschaft zahlreicher Tariioiver Gesiiinnngögenossett begab. Der Erfolg war daselbst ein nicht minder großer, worüber Sie übrigens von Ihrem Rz. szower Corcespond ntcn aussührlichen Bericht erhallen werden. Es haben sich diese populären Vorträge als das geeignetste' Agilalionsimltcl zur Verbreitung d s Zionismus bewährt uud sollte fux deren Abhaltung in allen galizischen Städten von unseren hierländischeu Gesinnungsgenossen Sorge getragen werden, um die breiten Schichten nnscrerNation zu gewinnen; denn nur mit dem Vol'e fcmn für das Volk gearbeitet werden. 'Ed. Sanv. Nzeszow, de» 12 Etat 5653. Der Ausschuß unseres Berciues „Ehvwewe Zion" entwickelteine rege Thatigkeit, dank welcher die Anzahl der Bcreinsniitglieder von. Tag. zn Tag wächst. Letzthin wurden die >im die Vorbereitung der jüdischen Bewegung verdienstlichen Zionisten, Dr. A. Salz aus Taruow und Älarkns Ehrenpreis aus Lemberg cingcladen, Agltatiousreden zn Hallen. Dle>clben langteil auch am Sonntag den 8. d. M. in Begleitung der Herren Sigismund Bromberg und Schwager und Joses Traum ans Tarnow hier an. — Vor einem sehr zahlreichen Auditorium sprach Herr Markus Ehrenpreis nahezu eine Stunde in hebräischer Spräche über die Geschichte der jüdisch-nationalen Bewegung, deren Veranlassung und Entwickelung, schilderte in beredten und gemeinverständlichen Worten die schädlichen Folgen der bisherigen Ajsiinilationsbestrebungen, welcher er die linnicr weitere Kreise einnehmende Zionsbewegung enlgcgenstcllte, von welcher allein wir Juden unser Heil zn erwarten haben. Auch in der DiSkusston, die nach seiner Rede eröffnet wurde, vcnhcidigte er in hebräischer Sprache seine Ansichten über die Zionsidce in geläufiger und schlagendster Weise. Besonderes Staniicii rief auch die Fertigkeit hervor, mit welcher Herr Ehrenpreis die - hebräische Sprache gebraucht Ein nicht cndenwollender Applaus drückte dem Redner den Dank der Versammlung aus. — Nach Herrn Ehrenpreis ergriff Herr Dr. A. Salz das Wort, um in deutscher Sprache und in ebenfalls fast cinstiindigcr Rede das Programm der Zionisten auscinaudcrzusctzen. In einfacher, allen Zuhörern verständlicher Sprache, wies Redner unwiderlegbar nach, daß' die Förderung der jüdischen Colonisation in Palästina, Hebung des jüdisch-nakivnalcn Bewußtseins, Pflege der hebräischen Sprache und Literatur, sowie der jüdischen Geschichte, die einzigen Mittel sind, die Lage der Juden zu verbessern und daß hiezu weder die Assimilation, noch auch die internationale Socialdcmokratie siihrcn können. Redner, schloß mit der Aufforderung an die conservativen Juden, sich der von der fortschrittlichen jüdischen Jugend getragenen ZionSbewegung anzuschließcn, damit vereinte Kräfte das ErlösnngSwerk beschlcilnigen. 'Auch Herrn Dr. Salz wurde nngetheiltcr, lang anhaltender Beifall gezollt. — Nun wandte sich Herr S. Bromberg in kurzer aber zeuriger, in alle Herzen dringender Rede in polnischer Sprache an die Jugend und forderte dieselbe auf, am zionistischen Programuic fcstzuhalten. Die Worte des Redner« fanden allgemeinen und lauten Beifall. Zum Lchluffe.recapitulirte Herr Moriz Holzer, Vice-Präses des Vereines, die wichtigsten Punkte des zionistischen Programmes, er wies mit begeisterten und beistillig aufgciiommenen Worten auf die segensreichen Folgen hin, welche aus dem gemeinsamen Vorgehen der jüdischen Eonservativen und Fortschrittler entstehen können, und forderte daher die anwesenden Nichl-Nereinsmitglicdcr zu dem Beitritte in den Verein aus, welcher Aujfordcrung sofort Folge geleistet wurde. — Abends fand zn Ehren der Gäste, ein Banquett statt, bei welchem das Vereins-Präsidium sammt vielen Ausschußmilgliedern und viele hiesige Akademiker aiuvesend waren, und das in der aaimirlcsten Stimmung verlief. Es gab der Toaste gar viele, und zwar in hebräischer, deutscher und polnischer Sprache. Besondere Zustimmung weckte der Trinkspruch auf Baron Edmund Rothschild in Paris, den Gönner und Beschützer der jüdischen Colouieii in Palästina. Sonst wurden auch nni Begeisterung ausgenommen die Toaste auf den eisrigsten Vorkämpfer dcö Zioinsmiis in Oesterreich, Herrn Dr. Nathan Birnbaum in Wien, auf Herrn Dr. A. Salz, Präses des Executiv- Cvniitc's der galizischen Zionisten und Herrn A. Kork iS, Chefredactenr der „Przyszlofc". Noch in der Nacht wurden Telegramme mit „doiinerudcm Hoch" an Hc>r» Dr. Birnbaum und Herrn A. Korkis aufgegeben. — Vor Mitternacht schloß das fröhliche Mahl. Die guten Folgen dieser AgitationSrcden ließen nicht lange auf sich warten. Es treten täglich neue Mitglieder dem Vereine bei, so daß derselbe jetzt schon über 200 Mitglieder zählt; wenn cs weiter so fort geht, werden wir bald die ganze hiesige jüdische Gemeinde zu unseren Vereinsmitglicdern zählen. Auch viele Damen sind dem Vereine „Chowewe Zion" als Mitglieder beigctreten. Josef Schaufel. Ncntra, 13. August 1893. Wie „Egycnlösög" berichtet,hat der gewesene jüdische Reichstagsabgeordnete und jetzige Branntweinbrenner Krausz Lajos deMcgyer nach Ankauf des BrodajkerHerrschastsgntes nichts dringenderes z» thnn gewußt, als alle in der Umgegend befindiichen Heiligenstatuen, die durch die Zeit und Ungunst der Verhältnisse dcsect geworden, auf seine Kosten ausbessern zu lassen. Der „E." bringt diese Notiz ohne jedwede rcdactionelle Nachbemerkung, es sei uns daher erlaubt, eine solche dahin zu machen, daß der „tolerante" Herr Krausz de Megyer, — dessen Wahl zum Abgeordneten s. Z. den Anlaß zn dem draconischen anticorrnptionisti'schen Wahlgesetze gegeben hat — zur Gesellschaftsklasse der jüngeren Wahrmann's, Schosbergers:c. gehört, nnd daß der „Egyenl.." noch nie von ihm eine Spende für jüdische Zivecke gemeldet hat. Z’wi. N u ß l a n d. Odessa, den 23. August 1893. In dem Berichte, welchen Sie in Ihrer letzten Nummer über die Generalversammlung des Vereines zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer uud Handwerker 'in Syrien und Palästina brachten, .ist die Liste der gewählten Ausschußmitglieder eine ungcuaue. Gewählt erscheinen in das Comite die Herren Grünberg, Margulics, Fifcher»wirsch, Pnriz und Barabasch z» Ersatzmännern die Herren Ginzburg, Rabinowitsch, Dr. Himmelfarb, Z ei tlin und R. David Salomo S lo ntsch; zu Caffacontroloren die Herren Weinstein, Rechlsanwalt Pitkis, Dr. Michelso», Lubarsky, Towbin. Herr Ä. S. Wisso tzky ais Moskau hat 10.000Francs für die Jaffaer Schule und 10.000 Francs für die palästinischen Arbeiter gespendet. In einem Briefe an das Eomite in Odessa spricht er die Hoffnung aus, daß auch andere reiche Juden diesem Beispiele folge» werden. Aber leider findet das Beispiel keine Nachahmiing, auch in Odessa nicht, juo die Reichen zumeist zu den Zionisten sich zählen — aber für die «ache, — ausgenommen Herrn Weinstein, der im vergangenen Winter 16.000 Francs gespendet — nur ihren Mund, nicht ihre Tasche öffnen Umso bedeutender ist die Anzahl der kleinen Spenden, welche im „Hamelitz" veröffentlicht werden. So sind in deii ersten drei Monaten vom Beginn der Sammlnng zur die Arbeieer 600 bis 700 Rubel zusammeugekoiilineil. Gegenwärtig werden die Ausweise wieder spärlicher, aber das hat. wie Ihrem Correspondenten hier von verläßlicher Seile gesagt wurde, seinen Grund nur in emer langsameren, weil nicht mehr täglichen Bestätigung der Spenden durch den „Rnmelitr". Die Redaetion sollte doch wieder de» allen Modus der täglichen regelmäßigen Ausweise ailfuchmen. Jsch Jehudi. Jerusalem, 13. Juli 1893. Die türkische Negierung hat, um den Verkehr zwischen Jerusalem nnd den transjordanischen Thcilern zu erleichtern, eine sehr schöne Brücke gebaut. Eine andere Brücke, aus dem Wege von Jaffa nach Sichem wurde in Angriff genommen. Schließlich wurde die Verbesserung der Straße zwischen Jaffa und Jerusalem begonnen. In Jaffa hat sich eine Gesellschaft gebildet, lue lche bei der Negierung um eine Coneession zum Hafenbau nachsuchen will. Jaffa besitzt nämlich keinen eigentlichen Hafen, sondern bloß eine offene Rhede, weshalb das Landen mit Gefahren verbunden ist. Der Ban müßte weit mehr als eine halbe Million Francs kosten. Zmitdi. Jerusalem, 26. Abh 5653. Die gesundheitliche Lage unserer Stadt ist gegenwärtig, wiewohl die Sommerzeit geiviß nicht die gesündeste ist, im ganzen befriedigend. Die Luft ist gut und viele Jaffaer Aerzte schicken ihre Kranken nach Jerusalem behufs Lustveränderung. In Jaffa selbst wüthet eine influenzaartige Krankheit, »amentlich unter dem arabischen Theile der Bevölkerung, ivelcher nicht sobald ärztlichen Rath einholt.*) Baron Edmund Rothschild hat in der Colonie Rischon l'Zion ein Krankenhaus eröffnet. Dr. Mas6 leitet dasselbe. 8. E. Tiktin. Wotizen. Dr. Sigmund Elkan. In voriger Nummer brachten wir die Nachricht von dem Hingange des gewesenen Herausgebers unseres Blattes, Herrn Dr. Sigmund Elkan. Wir tragen nun Folgendes nach: Der Verblichene wurde am 5. Jänner 1863 in Strakonitz (Böhmen) geboren, absolvirte das Gymnasium in Pilsen, kam 1882 an die Wiener Universität, wo er 1886 in den Akademische,! Verein „Kadimah" cintrat. Im Frühjahr 1890 *1 In der Correspondenz Jerusalem in der vorigen Riiwincr nnseres Blaues soll es don, wo von der Influenza die Rede ist, slall »ganz Jerusalem" „ganz Palästina" heiße».