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Selbst-Emancipation · 1893-08-15 · Heft 12 (15.8.1893) · p. Seite 4

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1893
Issue
Heft 12 (15.8.1893)
Date
1893-08-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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III'TWI1 Seite 4 KeWst-Gmancipation. Nr. 12 Ein Colonist von Gadrah hat in diesem Jahre 32 Medschidjes durch Viehzucht verdient. Das Gut Wedi-Chaware bei Chederah ist zu verkaufen. In den Colonien, welche nicht vom Baron unterstützt werden, macht sich der Mangel eines gelernten Agronomen sehr fühlbar. Lolli Halevy. Jerusalem, 21. Juli 1893. Es sind keine guten Nachrichten, welche ich Ihnen heute mittheilen muß. In ganz Jerusalem herrscht die Influenza sehr stark. Ja der Colonie Sichren Jacob macht sich im Gegensätze zu Rcchowoth, wo, wie in ihrem Blatte bereits beringet wurde, sich die Colonisten vollständig an eine bescheidene und bäuerliche Lebensweise gewohnt haben, ein übertriebener Luxus unangenehm geltend. Amithi Verschiedenes. Belli Halevy. Diese zwei Worte sinden unsere Leser seit einiger Zeit als Berichterstatter unseres Blattes aus Palästina angegeben. Mit diesem Pseudonym bezeichnet sich eine Gruppe erprobter und tüchtiger Zionisten in Palästina, welche, um den auswärtigen Gesinnungsgenossen ein genaues Bild alles dessen, was daselbst vorgeht, zu verschaffen, an die zionistischen Zcitungsredactionen und an hervorragende zionistisch gesinnte Personen regelmäßige Berichte unter dem Titel „Miclithabliim m’erez Israel" (Briefe aus dem Lande Israel) versenden. Das Wissenswertheste ans diesen Berichten theilen wir unseren Lesern mit. — In ihrem Thamus- Bcrichte befindet sich auch folgende sehr bezeichnende Stelle: „Als eine der wichtigsten Aufgaben der Colonisation können wir es betrachten, die häßliche Eigenschaft unserer Brüder in den slavischen Ländern zu entwurzeln, daß sie den Me n scheu nach seinem Reich thume schätzen. In unsere mLa nde, besonders im Gebiete der neuen Colonisation ivird der Mann na ch seinen V o rzü g e n, n i cht n ach seinem G e l d e geschätzt". Dieser Ausspruch, der nur soweit zu corrigircn ist, daß er für alle Juden in gleichem Grade, und auch für die Nichtjnden, wenn auch in etwas gcriugereiu Grade, gilt — freut uns ganz besonders. Wir begrüßen cs mit Genugthuung, daß man der s o c i a l-sittlichen Seite unserer Bewegung, welche wir schon längst betonen, und welche, aufrichtig gestanden, in gewissen gcsinnungsgenössischen Kreisen nur zu lange schon vernachlässigt wird, in Palästina selbst erhöhte Aufmerksamkeit schenkt. Wenn die Führer solche Grundsätze anssprcchcn, so läßt sich hoffen, daß sich die Verhältnisse im verjüngten Palästina in einer Weise entwickeln werden, daß sie die materielle Grundlage für die Vcrwirklichnng solcher Principien bilden. Denn, das mag Bcth Halevy beherzigen, durch bloße Worte werden Volksmasscn nicht zu anderen socialen Anschauungen bekehrt. Gegen die Masseneinwaudcruug wird von Leid Halevy folgender Appell an auswärtige Gesinnungsgenossen gerichtet: „ Th u e t, w as i n Eu r c r M a ch t l ieg t, um d i e M a s s e ne i n iv a nd e r u n g zu v c r h i n de rn; a u ch a b g e s e h e n v o n i h r h a b t I h r v i el e Wege, um für die Colonisation zu wirken. Helfet den jüdischen Tagl öhnern. unter stütz et d i e ber e i ts existirenden Coloniecn, gründet verschiedene Genossenschaften nach dem Muster von „menucliah w ’ n ach Iah“, errichtet Ban k en, — n ur in Massen ziehtnicht heran!" — Diese Worte verdienen volle Berücksichtigung. Keren Kajeiuetii (ewige Stiftung) ist der Name eines Vereines, der sich in Jaffa gebildet und zum Zwecke gesetzt hat, eine große Summe zu sammeln, welche in zinsentragendeu Staatspapieren angelegt und deren Zinsen zur Unterstützung von Unternehmungen, welche dem Eoloniiationswerke dienen, verwendet werden sollen, Bevor nicht 100.000 Francs beisammen sein werden, wird der Verein seine Thätigkcit nicht beginnen. — Betli Halevy weist darauf hin, daß es nothwcndig ist, die verschiedenen nationalen Wohlthätigkcits- und Bildungsanstalten in Palästina von den ungewissen Spenden der Neichen unabhängig zn machen, und daß dieses Ziel nur durch.einen solchen Fond, wieder begründete, erreicht werden kann, und fordert zur Beitragslcistung auf. Wer einmal 2'/„ Francs einzahlt, ist Mitglied; wer sich verpflichtet, diesen Betrag jährlich zn bezahlen, ist fixes Mitglied. Wer jährlich 20 Francs beiträgt, ist Gönnermitglied wer auf einmal mehr als 200 Francs einzahlt, ist Gönnermitgicld auf Lebensdauer. Fixe Mitglieder, welche dem Vereine auch sonst großen Nutzen bringen, werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. — Beiträge werden vorläufig an den Obmann des Executivcomitcs in Jaffa Herrn L. B i e n st o ck gesendet; demnächst wird ein Comite gewählt werden- — Dieser neue Verein, der von großer nationaler Bedeutung zn werden verspricht, verdient seitens der Gesinnungsgenossen die größte Förderung. Die Militärpflicht der Inden wird offenbar in nicht zn ferner Zeit in der Türkei zur Thatsache werden. Letll Halevy fordert dazu auf, die jüdischen Kinder für das Heer durch Unterricht im Turnen und der türkischen Sprache vorzubereiten. Golusdamen. Leih Halevy berichtet uns über das ergötzliche Detail, daß in Palästina einwandernde reiche Inden oft viel von ihren Fräulein Töchtern anszustehen haben, welche darüber murren, das; sie von den Eltern in ein Land gebracht wurden, in welchen; cs gar keine Belustigungen gibt. Aber auch von den Herren Söhnen haben besagte Eltern in dieser Richtung viel zn leiden. Europa liegt eben den jungen Leuten noch in den Gliedern. Das lustige Europa, die Heimat der Leiden ihres Volkes, missen diese männlichen und weiblichen Gigerln so schwer. — Wir hoffen, das; das heilige Land diese mit sittlichem Aussatze Behafteten heilen wird. Nemaucj erez. Herr Alter LazinskY, ein Mann von erprobter zionistischer Gesinnung und ausgezeichneter Agitator, der in seiner Heimat Palästina schwere Kämpfe mit den dortigen Finsterlingen, welche die Zionsidce aus egoistischen Gründen befehden, zu bestehen hat, weilt gegenwärtig in Wien. Derselbe weis; uns als Agent des Jcrusalcincr Vereines „Nemanej erez" Folgendes zn berichten: Der Verein „Nein an cj erez" wurde am vergangenen Chanukahfcste von Jerusalemer aufgeklärten jungen Leuten gegründet. Die Gründer waren dabei von dem Grundgedanken geleitet, ihre Kräfte der Bolkssache zur Verfügung zu stellen. Insbesondere sahen sie die Nothmendigkeit ein, gegenüber der in letzterer Zeit stets bemerkbarer hervortretcndcn Abneigung der hohen Pforte gegen das jüdische Colonisationswerk, welche nur den Verläumdnngen seitens an dem Schaden der Juden und des türkischen Reiches intcressirter Kreise zu verdanken ist, den loyalen Sinn der jüdischen Bevölkerung Palästinas und den gewaltigen wirthschaftlichcn Werth der Colonisation für die Türkei zn betonen. Als speciclle Zwecke verfolgt der Verein erstens die Erlaubnis; zur Ansiedlung von eingeborenen Juden, türkischen Staatsbürgern, auf den Privatgütern des Sultans bei Sichern und im Ostjordanlande, den sogenanntcn „ Aradi sanije“ — wosür bereits ICO Lästige palest!, c»

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