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Selbst-Emancipation · 1893-06-01 · Heft 7 (1.6.1893) · p. Seite 4

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1893
Issue
Heft 7 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Zewst-Gmancipairon. sichtliche Stimmung in die Herzen derselben gepflanzt und trotz sengender Sonne und reichlichen Schweißes — er fließt stärker sogar als Eure Gaben — arbeiten sie munter fort. Ihre Antlitze spiegeln die Hoffnung wider, welche sie beseelt, und vor ihren Augen steigt das Bild auf, welches ihre Phantasie ganz erfüllt. Es ist nichts Großes, was sie erhoffen — ein jeder bloß dreißig Dulam mit Weinreben bedeckten Bodens, in der Mitte ein Holzhäuschen mit einem Gemüscgärtlein. So etwas kostet nicht viel, bei zweitausend Mark, und mit zwanzigtausend Mark ist es möglich, eine Ausstellung von zehn solchen Bildern in einer der Colonien zu bewerkstelligen, welche sicherlich an Aumuth und Schönheit miteinander wetteifern werden. Die Hoffnung, welche Eure Spenden anregtcn, chat die Mühebeladenen mit Thatkraft ausgestattet und entschlossen, sich fürderhin auch selbst um sich zu .kümmern, treten sie mit Hilfe des Executivcomites der „Zionsfreunde" zu einer Genossenschaft zusammen, welche den Bodcnerwcrb zum Endzweck hat, und zahlen opferwillig, jedem Genüsse entsagend, ihre Beiträge. Ans den Details,' die ein Originalbericht*) der vorigen Nummer der „S.-E." über diese Sache brachte, ersehet Ihr, daß diese Männer Aussicht haben, jährlich 10 Arbeiter init kleinen Grundstücken von je 30 Dulam auszustattcn, welche mehr als die Hälfte der Bedürfnisse, sogar der Berheiratheten, zu befriedigen vermögen. Brüder l Die Hoffnung, daß 10 Lohnarbeiter je ein Stück Boden zu Eigenthum erwerben werden, ist gewiß eine erfreuliche, aber wie gering ist sic im Vergleich zu der Zahl der gegenwärtig im Lande befindlichen Lohnarbeiter! Die glücklichen Ausgelosten machen ja jährlich nur zwei Proccnt aller Arbeiter aus. Was sollen die Uebrigen thun? Sollen sie wirklich ein halbes Jahrhundert, bis iu's Grcisenalter warten, bis die Reihe an sie kommt, die Hoffnungen ihrer Jugend sich verwirklichen? Und die Ansgelostcn selbst, werden sie alle ihre Wünsche erreicht haben? Sie werden doch nur den Boden erlangt haben, woher sollen sie dann noch das Bctricbscapital nehmen?, Brüder! In Euerer Hand liegt das Wohl dieser Euerer Brüder, bei Euch ist die Möglichkeit, in wenigen Jahren ihre ganze Hoffnung ohne zu viele Mühe zu verwirklichen, wenn Ihr nur auch in Zukunft dem Exccutivcomitc des „Vereines zur Unterstützung u. s. w. " weiter die Gaben und Spenden an Euren und Eurer Freunde Freudcntagcn zuwcudet, auch als unterstützende Mitglieder**) diesem Arbeitcrbunde beitrctet. Brüder! Bedenket,- daß Ihr mit zwei Mark, welche Ihr für die jüdischen Lohnarbeiter in den palästiueiisischcn Ackerbaucolonien spendet, fünf Reben auf Israels Erde pflanzet, und mit zweitausend Mark eine fünfgliedrige Arbeiterfamilie daselbst ansässig machet. Darum Pflanzet und colonisiret recht viel auf diese Weise und Ihr werdet auf den Bergen Zions die Zweige vermehren, deren Schatten auch Euch und Euren Kindern zu Gute kommen wird. Im Namen der Mühseligen, welche Euch ihre Zionsgrüsse senden: Jaffa, den 5. Jjar 3653. O. Eisenstadt. Aufruf. Die segensreiche, sowolzl humane als nationale Wirksamkeit des Aschkenas. Scphard. Hospitales „Lobär Ziem" in Jaffa ist eben so wenig als das Licht der Sonne und der Segen des Frühregens in Palästina in Frage szu *) Diesen Origiualbericht wolle mau bestimmt Nachlesen. Nedaction. **) Unterstützende Mitglieder zahlen sechs Francs jährlich. Ehrenmitglieder zahlen einmal 200 Francs oder zwanzig Francs -jährlich. ziehen; zweifelhaft ist nur, ob es uns gelingen wird, diesen Segen für die Dauer zu erhalten. Die Kosten des Hauses belaufen sich auf mindestens tausend. Francs monatlich und trotz der generösen Spenden einiger unserer Gönner ist das Haushattungs-Conto mit einer so, erschreckend hohen Schutdcnsummc belastet, daß Niemand mehr borgen will — und wohin soll das führen? Soll etwa das Hospital geschlossen werden? Und gerade jetzt vor der heißen Jahreszeit? Sollen wir diese Genugthuung der Mission gönnen'? Sollen wir ihren Händen die Masse der arnieii Taglöhncr überliefern? Mildherzige Brüder! Das dürfet ihr nicht zulasten. Gleichgiltigkeit ist hier nicht ani Platze. Niemand, dessen Herz für Israel warm schlägt, darf sich bei dieser Gelegenheit passiv verhalten. Es helfe Jeder, der kann; auch die kleinste Gabe wird uns willkommen sein. Ihre Ehrwürde», die Herren: Rabbiner Dr. Hildesheimer in Berlin, Gypsstraße 12a und Dr. A. .Salvendi in Dürkheim a. d. H., Bayern, sowie die Pekidim und Amarkelim von Amsterdam und das geehrte Comitc des Lemann- Zion-Vercins sind gerne bereit, Gaben für uns entgegen zu nehmen. - Mit Hochachtung Der Vorstand: Chaim Schmerling, Nissim Cohen. M. P in es, C. Lop in, I. Mochi, Simon Rvkeach, I. M. Assikvwitz. Jaffa, den 5. Mai 5653. Ich crsltche, obigem Ausruf der Leitung des hiesigen Hospitales in Ihrem Blatte Raum zu gewähren, da dieses Krankenhaus große Auslagen und kleine Einkünfte hat. Ergebenst Nastali Herz Haleny, Rabbiner in Jassir. Stampiglien des HosPitaleS, der Israelitischen Gemeinde Jaffa und des Rabbiners Halevy^ Aus anderen Ländern. Qrigmal-Correspondettzen. Oesterreich-Ungarn. Wie», 28. Mai 1893., Paulus Meyer, der traurige Märchenerzähler, ist über Requisition des Leipziger Landgerichtes wegen Verleumdung durch die Presse hier verhaftet worden. Inzwischen hat die Literatur dieses Falles schon cincn bedeutenden Umfang gewonnen und es wimmelt in den intcressirtcn Blättern von Berichtigungcn, Antworten u. s. w. Hoffen wir, daß das elende Subjcct von der Strafe ereilt werden wird. Die liberale Gcmeindcrathspartei hat über Antrag des Bürgermeister Dr. Prix beschlossen, den Antisemiten zwei Stadtrathstelleu abzutreten. Als Motiv wird äuge-, geben, das; die Antisemiten durch Beobachtung der Vcrwaltnugsschwicrigkeitcn in der nächsten Nähe an größere Sachlichkeit gewöhnt werden würden. Dieses Motiv mag beim Bürgermeister wirklich vorliegcn; daß aber die anderen Gcmcindcräthe in dieser Frage ihre ursprüngliche starre Opposition gegen das Stadtoberhaupt aufgabcn, zeugt von einer wohl durch die letzten antisemitischen Wahlersoige hervorgcrufcnen bcmerkensiverthen Nachgiebigkeit. Wien, den 28. Mai 1893. Der E i uz clv crciu Wien des „Zion"/ „Verbandes der österreichischen Vereine für Colonisation Palästinas undSyriens" hielt gestern Abcndsseine ersteconstituircude G c ner a l v c r s a m m l u n g ab. Der abtrctende Ausschuß des Bercines „Adinath Jefchuran", (welcher sich , eben jetzt

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