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Selbst-Emancipation · 1893-05-18 · Heft 6 (18.5.1893) · p. Seite 2

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1893
Issue
Heft 6 (18.5.1893)
Date
1893-05-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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€>cuc 2 Ketbst-HmcmcrpaLron. Nr. 6 zuzusühren! Wo noch keine Zwcigvcreinc existire», rufet sie ins Leben! Schaffet größere Verbände, in Andern,'wo Palästinavereine noch nicht..zu, gemeinsamem unzersplitterlen Wirken znsammengetreten sind! V ' -;;; Organisation d er C olo ni s a t i o ns-T hätigkeit ist eine unserer nächsten und wichtigsten Aufgaben. Erste Couferenx der Ualronaljuden in Galizien. Für den 23.. und .24. April d. I. hatte ein vorbereitendes Comitc, dem zumeist Mitglieder des Lcmbcrger Vereines „Zion" angehvrtcn, eine Versanunlnng von Dclegirtcn der galizischen Nationaljuden eiiiberufen. Die Berathnngcn wurden jedoch erst am 25. Abends abgeschlossen. Vertreten waren: „Zion" durch mehrere, „Ahawath Zion" in Tarnow durch drei, „Admath Israel" in Stryj, „Volkslesehalle" in Drohobyoz, „Hasmonaca" in Czcrnowitz, gcsinimngsgenössische Gruppen in Brvdh, Prczenizin durch je e i n eit, Gruppe in Zloczow-durch zwei Delegaten. Außerdem war der Herausgeber der „Selbst-Emancipation" gekommen. Als Zuhörer wohnten der Delcgirtcnversammlung eine größere Anzahl Lemberger Parteigenossen bei: t Herr Dr. David Hescheles, Präses des „Zion", begrüßte die Erschienenen in herzlicher Weise, und verwies sie auf den parteiorganisatorischen Zweck des Dclegirtentages. Nach der Begrüßung constituirtc sich der Parteitag und. zwar ergaben die Wahlen Herrn Dr. A. S a 1 z (Tarnow) als Vorsitzenden, Herrn Ludwig M a n s ch Lemberg als ersten und Herrn Dr. Jthamar E rd c l b e r g (Zloczow) als zweiten Vorsitzenden-Stellvertreter. Dr..S alz ernannte; zu Sekretären die Herren David Malz (Lemberg) und ■ Adolf Stand (Lemberg). Auf Antrag des Herrn Malz wurde nachträglich Herr Dr. Birn baum — derselbe kam nämlich erst am 22. Nachmittags an, als die Verhandlungen schon im vollen Gange waren, .— einstimmig zum Ehrenpräsidenten der Versammlung gewählt. Nach Erledigung der Formalicn begannen die Referate, an welche sich Discussionen und verschiedene Aiilragstcllnngcn schlossen. Refe.ratc erstatteten Herr Adolf Stand „über die bisherige Entwicklung der nationalen Bewegung in Galizien", Herr A. D. K or ki s (Lemberg) über „Grundsätze und Aktionsprogramme der jüdisch-nationalen Partei in Galizien" Herr Dr. A. Salz über „Organisation der Bewegung", Herr D. Malz über „Parteiprcssc" (Verhältnis der Przyszlosc" zur Partei, Rechte und Pflichten des Redactions-Cvmites und des Redactcurs, Herr M. Ehrenpreis (Lemberg) über „Die Jargonlitcratur in Galizien und die Nothwcndigkcit einer Reform derselben", Herr S. Bromberg Tarnow über das Verhältnis der jüdisch-nationalen Partei in Galizien zur ganzen, außcrgalizischen Partei-Organisation der Cvlonisationsvcreine (Anschluß an den Verbünd „Zion"), die anßergalizische Partcipresse (Erklärung, der „S.-E" als Parteiorgan), Herr M. Ehrenpreis über „Verbreitung der Kenntnis der hebräischen Sprache, jüdischen Geschichte und Literatur", Herr M. Sprecher (Lemberg) über „Constitnirnng der Partei" (Nächstjähriger Parteitag. Exccutivcomitc und Parteileitung für Galizien Redactionscomite der „Przyszlosc"). lieber die einzelnen Referate und daran sich knüpfende Anträge des Referenten und anderer Delegirtcr entspannen sich regelmäßig sehr eingehende Debatten, an welche» sich fast sämmtliche Dclegirtc betheiligten. Leider fehlt cs uns an Raum, den Wortlaut der durchaus sachlich und interessant gehaltenen Referate, sowie der Ausführungen , der.'anderen Herren, wiederzugcbcn. Wir wollen daher hicr bloß^die wichtigsten Beschlüsse des Parteitages verzeichnen. " A. G r u n d s ä tz c. 'Die i am ,23 , 24. und 25. April 1893 versammelten Delcgirten der Jüdisch-Nationalen in Galizien erklären als Grundsätze der Partei: 1. Die jüdisch-nationale Partei in Galizien erstrebt als Theil der. jüdisch-nationalen Partei die Wiedergeburt des jüdischen Volkes mit dem Endziel des Wiederaufbaues eines jüdisch-nationalen Körpers in Palästina (Antrag Brom berg). '.'II. Die jüdisch-nationale Partei in Galizien sieht die. Nothwcndigkcit ein, die politischen, socialen und ökonomischen Interessen der Juden im Lande zu vertheidigen und erachtetes daher für ihre Pflicht, eine selbstständige jüdische Politik in Galizien zu betreiben. (Antrag A. Korki s). , SBefmfS Durchführung deZ Grundsatzes I erachtet )ie jüdischnatiouale Par:ei in Galizien für nothwendig, das jüdische Nationalbewusttscin zu wecken und zu pflegen und zwar durch: :i) Verbreitung der -Nenn tu ist der hebrä ischen Sprache als nationaler Conversationssprache nnter den Juden, sowie der Kenntnisj der jüdisch u Geschickue u >d Literatur. b) Di.- Ilntcrstntznng der Pälästiiia-ColoiiisatioiiSbestrcbiiiigeii verinittelst Colonisationsvereine nnd -Genossenschastcii. o) Die Jnteressirung der jüdisclicn Massen für die speciellen Geschicke des gegenwärtigen Judeiilhiiuis. (n bis e Anträge Dr. Birnba n in.) n soll erreicht werden durch : 1. Gründung eines jüdischen Schiilvereines, d.r priv te Kiiabenurrd Mädchenschulen zu errichten hätte, zürn unentgeltlichen Unterricht in der hebräischen Sprache; die Unterrichtsmethode soll eine a<l hoc gewählte Localcoiiirni'ssien überwachei-, 2. Gründung von Safah bernra lr-Verciiien behuss Pflege hebräischer Convelsation. , 3. Gründung hebrä'r'schcr Leseliallen nnd Leihbiblivtl eken. : 4. Reform oes Religionsnntelrichtcs und . Einberufung,einer Enquete von Fachiiiäniicrn behufs Abfagung entsprechender Anträge und behuss Bekanntgabe derselben an den Landesschnlrath nnd das Unterrichtsministerium. 5. Herausgabe hebräischer. Lesebücher und sristernatischer Schulbücher. ~ 6. Herausgabe polnischer undJargon-Brochuren behufs Erweckung eines Interesses für die hebräische Sprache. - 7. llnentgel licher Verkauf hebräischer Werke seitens der einzelnen Localorganisatione». . ' . - . 8. Herausgabe einer 10 Heller-Bibliothek als Bolksbibliothek im Jargon, welche theils Neudrucke berühmter älterer Werke, theils neue Werke belletristischen, populärwissenschaftlichen, geschichtlichen Inhalts umfassen soll, behusS Verbreitung der Bildung nnter den Volksmassen. (1 bis 8 Anträge M. Ehrenpreis.) Grundsatz II soll dnrchgcsi'rhrt iverden durch: a.) Einwirkung ans die.jüdischen Cnltusgcmeinden und das Bestrebe», in denselben eine jüdisch-nationäleMajorität zu erlangen. . d.) Bestmögliche Ilnterstiitznug jüdischer Erruerbs- und Wirthschaitsgenoffenschastcn nnd aller Institutionen, welche .Eanfleuten und Hand-, werkenr billiaen Credit gewähre». , c.) Gründung von j ü di scheu V olksvcreinenzurHe bring des geistigen und moralischen Niveaus der Volksrnassen.. . (n bis k Anträge Dr. Salz.) In Bezug auf die Organisation beschloß der Parteitag, daß die j ä h r l ich e n galizischen Delcgirtentage als das Hanptorga» der Partei zu gelten habe», und die jährliche Wahl eines Executiv- und Llgitationscömites bei. den Delegirtcutagen: In Betreff des Verhältnisses der galizischen Partei zur ganzen nationalen Partei wurde unter Anderem beschlossen: Die nat io n alj üd i sch c" Parte i in Galizien erachtet sich als einen Theil der jüdischnationalen Partei aller Länder. Als.solche anerkennt, sie den innit.sten Zusammenhang mit der ganzen Partei und unterwirft sich deren Leitung und Beschlüssen in allen principielleu Punkten, welche die ganze Partei betreffen

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