Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1893
- Issue
- Heft 6 (18.5.1893)
- Date
- 1893-05-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Selbst- ErntmcMlion. Avypnrmrnts-Prrise lZuskndunz inbegriffen) Für Oesterreich-Ungarn gcmzj. st. 4 „ Deutschland „ Mk. 8 „ Rußland ,, Rbl. 4 „ Amerika „ Doli. 2 „ die übrigen Länder „ FrcS. 10 Halbu. vierteljähriges Abonnement zu den entsprechenden Thcilbeträgen. Das Abonnement kann mit jeder Nummer beginnen. Einzelne Exemplare 18 kr. Hrgan der Monisten. Herausgeber und Lhefredacteur: Kt Pr. Wathan Mirnbaum. Erscheint Anfang und Mitte eines jeden Monate-. Kedartio« Administvation Wien, N./3, Miesbachgaffe 12. (Sprechstunde: Taglichnurvon 6 bis 7 Uhr Abends.) Unfrankirte Briefe werden nicht angenommen und Manuskripte nicht retournirt. Mt. 6 Wien, 18. Mai 1888. VI. J-Hrgmz. . Organisation der Colonisationsthätigkeit. — Erste Conferenz der Nationaijuden in Galizien. — Aus Palästina: Jaffa. Jeru ^UIJWU. salem; Verschiedenes: — AnS anderen Ländern: Wien, Wien,Wien, Lemberg, ftrntau, Berlin, Bukarest; Notizen. — Recension. — Subscription. — Correspondenz der Redaction. — Correspondenz der Administration.— Jnsesrate. Fortan befindet sich die Redaction nnd Administration unseres Blattes: II.!,, Mieslmchsaste \% An unsere geehrten Leser! Die vvn uns eingeleitetc Action zur Verwandlung der „Selbst-Emancipation" in ein Wochenblatt nimmt einen sehr erfreulichen Fortgang. Nach dem gegenwärtigen Stande der Unterhandlungen ist das wöchentliche Erscheinen unseres Blattes ab I. Januar 1894 gesichert. Bis dahiu wird die „Selbst-Emancipation" pünktlich zil Anfang und Mitte eines jeden Monates erscheinen. Die Administration. Organisation der Colonisationsthätigkeit. Allmälig organisirt sich unsere Gesinnungsgenossenschaft. Während die galizischen Zionisten, die vereinigten Vortheile eines fruchtbaren Bodens und voller Bewegungsfreiheit genießend, sich als politische Partei auf dem jüngst stattgehabten Delegirtentage galizischer Zionisten orgamsirten, entstehen neue Organisationen vvn Vereinen, welche der praktischen Colonisationsthätigkeit gewidmet sind, in Rumänien und in Oesterreich. Auch ertönt wieder der Ruf nach Centralistrung der gesaminten zionistischen Sache von verschiedenen Seiten her. In Oesterreich speciell ist der Verband „Zion" der Colonisationsvereine in seiner Constituirung begriffen. Durch den Beschluß obenerwähnter Delegirtenversammluug, überall in Galizien für die Bildung von Ortsgruppen desselben einzutreten, wird er ivohl mächtig gefördert werden. Hoffentlich wird bald eine stattliche Anzahl von österreichischen Colonisationsvereinekt im Verbände eine erfolgreiche Thätigkeit entfalten, gleich den ähnlich organisirten Vereinen „Esra" in Deutschlai d, „Chovcve Zion Association" in Großbritannien und „Verein zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" in Rußland. Alles hängt nur von dem Eifer der Gesinnungsgenossen ab. Diese werden nicht übersehen dürfen, welche gewaltigen Vortheile eine vernünftige und maßhaltende Colonisationsthätigkeit, wie wir sie mehrfach im vorigen Jahrgang« unseres Blattes empfahlen, unserer Sache dringen muß. Durch eine solche wird einer beträchtlichen Anzahl unglücklicher Brüder dauernd geholfen und die wirthschaftkichc und sittliche Atmosphäre im Lande unserer Bätet von Miasmen gereinigt werden, welche die größten Gefahren für das Endziel unserer Bewegung in sich bergen. Durch ununterbrochene Bemühungen auf dem Gebiete der praktischen Colonisation wird ferner an alle unsere Mitkämpfer in Folge stets neuer unvermeidlicher Schwierigkeiten die Nothwendigkeit herantreten, auch nach Behelfen anderer, mehr ideeller oder politischer Natur Umschau zu halten. Schließlich hat die von Colonisations-Verbänden, -Vereinen und Genossenschaften entwickelte Propaganda auch die Bedeutung, daß sie die jüdischen Bolksmaffen disciplinirt, organisirt und nothwendigerweise zum großen Theile die Kosten einer aus Weckung des jüdischen Volksbewußtseins hinzielenden Agitation mitbestreitet. Alles das sind Gründe, welche jeder national gesinnte Jude würdigen muß, wobei wir freilich unter national Gesinnten nicht jene verstehen, welche mit dem leeren Schalle des Wortes „national", alles gethan glauben, sondern jene, die das jüdische Volk aus dem zweitausendjährigen Elend des Mangels einer schützenden Heimstätte für seine jedesmaligen Verfolg en befteien möchten. Es gibt, wie aus den Berichten hervorgeht, noch sehr viel zu thun im heiligen Lande. Nicht die Natur ist es, die in Palästina mit ihren Schätzen kargt, im Gegentheile wie könnten alle die Fluren in tropischer Pracht blühen, wie könnten hier große Industrien sich entfalten! — Nein, wir selbst sind die Schuldigen, wir waren die Kargen, wir Juden überhaupt und wir Zionsfreunde speciell. Wir haben nur zum kleinsten Theile unsere Pflicht erfüllt; wir müssen nun das Uebrige nachholen. Darum, Gesinnungsgenossen inner- und außerhalb Oesterreichs, tretet überall den Ortsgruppen der in Eueren Heimatsländern bestehenden Verbände für Palüstina- Colonisatio» bei und sucht ihnen auch andere Mitglieder