Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1893
- Issue
- Heft 4 (20.3.1893)
- Date
- 1893-03-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. 3 Setbfl-GrnancipaLron. Seite 5 Aufzubringen ist: 1.) Ein Betriebscapital ftir den Anfang, um, bevor die regelmäßigen Einkünfte des Blattes den Ausgaben gleich werden, diese zur Gänze bestreiten zu können. 2.) die Caniion Per 4000 fl., welche das österreichische Gesetz von allen Zeitungen, die mindestens einmal in der Woche erscheinen, verlangt. Diese Caution kann jedoch in zinsentragendcn Staatspapieren deponirt werden und ist bei einem Blatte von der Art der „S.-E." in ihrer Totalität gesichert. (Uebrigens ist Aussicht vorhanden, daß in nicht zu ferner Zeit die Cautionspflicht gesetzlich aufgehoben wird.) Gezeichnet haben: für das Betriebscapital:! Herr Moritz Moses, Kaufmann, Kattowitz,! Ober-Schlesien. fl. 500; Herr Leop. Pnnl Löbl, Verwalter, Wien,II., Afrikanergasse 0.. . „50 Bisher zusammen . . fl. 550 Für die Cantion Herr Moritz Moses, Kaufmann, Kattowitz, Oberschlesien. fl. 500 Herr Leop. Panl Löbl, Verwalter, Wien, II., Afrikanergasse 9.. . „ 100 Bisher zusammen . . fl. 600 Die Verpflichtung zum Erläge der fubscribirten Beträge besteht erst daun, wenn die ganze Cautionssumme von 4000fl. und für das Betriebscapital mindestens 2000sl. gezeichnet Durch Zeichnung von mindestens 50 sl. für das Betriebscapital oder 100 sl. für die Cantion tritt man in das „Comitö der Gönner der S.-E." und erlangt dadurch eine Reihe von (in den Snbscriptionsbögen dctaillirten) Rechten, worunter besonders das der Beschlußfassung über die Person desjenigen, bei welchem gegebenenfalls zunächst das Geld zu erlegen ist, hervorzuheben ist. Minderbemittelte mögen sich bemühen, auf dem Wege der S am ml un g größere Beträge zu verschaffen, oder V er eine zur Zeichnung größerer Beträge zu veranlassen. Auch die Veranstaltung von F e stl i ch k e i t e n zu Gunsten des Fondes wird den Gesinnungsgenossen besonders nahe gelegt. In diesen drei Füllen aber sind die betreffenden Beträge gleichzeitig mit der Zeichnung bei einem Machthaber zur seinerzeitigcn Ausfolgung zu deponiren. Auf Wunsch stehen Snbscriptionsbögen zur Verfügung. Die Veröffentlichung der subscribirten Beträge erfolgt auch in der „S.-E." Doch vergesset auch nicht, Zionisten der Erfordernisse des Augenblicks. Der lang ersehnte Moment, unsere Ansichten dem Urtheile weiter Kreise vorlegen zu dürfen, ist gekommen; wir sollen ihn unbenützt nicht vorüberstreichen lassen. Bis das Wochenblatt entsteht, muß im besten Fall einige Zeit vergehen. Bis dahin müßte die „S.-E.", wenn auch nur zweimal im Monate, so doch regelmäßig, in vergrößertem Umfange und verstärkter Auflage erscheinen; bis dahin müßte Artikeln von der Wichtigkeit z. B. des heutigen Leitartikels durch Veranstaltung von Separatabdrücken die größtmögliche Publicität gegeben werden u. s. w. Dasalles aber erfordert Geld, mehr Geld als die regelmäßigen Einnahmen des Blattes decken können; darum spendet, sammelt! Erkennt die Bedeutung des Augenblicks, dann wird nach einer kurzen Spanne Zeit unsere in weite Volksschichten gedrungene Bewegung an Mitstrebenden reicher, — die einzelnen, namentlich die ärmeren Gesinnungsgenossen mehr entlasten können. Darum opfert, ein Jeder nach seinen Kräften, ans dem Altäre Zions! Aie Administration. Zur bevorstehenden Generalversammlung des „Aereines;nr Alnterstiihung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien nnd Palästina." Der nennte Februar 1890 ist ein für die Zionisten in Rußland denkwürdiger Tag. An demselben wurden nach vieler Mühe die Statuten des Palästina-Vereines vom Ministerium des Innern bestätigt, nnd erst dann konnte man hoffen, daß sich das Streben der Zionisten, den im Lande unserer Väter angcsiedeltcn Brüdern zu Hilfe zu kommen, im gewünschten Maße realisiren werde. Der Puls des Zionismus begann stärker zu schlagen. Drei Jahre sind verflossen und während des Monats April dieses Jahres wird die Generalversammlung zur Bestätigung des ersten „Dreijahreberichts" einberufen werden. Dieser Umstand selbst erzeugt den natürlichen Wunsch, einen Rückblick ans die Thätigkeit des Vereines während dieser, drei Jahre zu werfen. Um mit den Geldmitteln des Vereines anzufangen, so erweist sich, daß im Durchschnitt gerechnet die jährlichen Einkünfte des Vereines mit vierzigtauseud Rubeln angej nommen werden müssen. Daß diese Summe einerseits für das zionistische Judenthum in Rußland eine zu kleine und andererseits auch nicht hinreichend ist, um etwas Beträchtliches im „praktischen" Sinne zu verwirklichen, kann keinem Zweifel unterliegen. Hier offenbart sich der Grund, warum die Protocolle des Ausschusses so .oft die traurige Thatsachc der Ni ch t b esri e di g n n g vieler dringender Bedürfnisse der palästinensischen Ansiedler constatiren. Ungeachtet dessen hat das Comite die Colvnie Gadrah, gewissermaßen auch Pcthach-Tikwah vom Kampf um ihre Existenz befreit und ist auch vielen Ansiedlern anderer Colonien zu Hilfe gekommen. Wenn die Verwirklichung der Einrichtung der Colonie Gadrah als wesentliches Verdienst des Odessaer Ausschusses bezeichnet werden darf, so muß als solches Verdienst des ersten Präsidenten des Executiv- Comite in Jaffa, des Herrn Jngieneur T e m k i n die Anfrechthaltung der „ideellen" Richtung der Colonisativnssache verzeichnet werden. — Zum großen Bedauern I aller Zionssreunde erwies sich aber Herr Temkin in; praktischer Richtung als.sehr unzureichend. Vom edlen Wunsche geleitet, in möglichst kurzer Zeit größere Resultate zu erreichen, hat er ganz den reellen Boden verloren und damit den Interessen des Vereines großen Schaden verursacht. Das von der armenischen und griechischen Presse hervorgerufene bekannte Verbot der Ottomanischen Regierung der Ansiedlung jüdischer Emigranten in Palästina, das als Gewitter das heilige. Land glücklicherweise von; vielen Miasmen befreit hat, wurde die nächste Veranlassung! des Verfalles des ersten Exekutiv-Comitc.! Da dieser Umstand die Nothwendigkeit, einen „guten Praktiker" zum Chef des Exekutiv-Comite's zu bestellen,! ganz deutlich gezeigt hatuiid da der Ausschuß—dem Anscheine