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Selbst-Emancipation · 1893-02-28 · Heft 3 (28.2.1893) · p. Seite 4

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1893
Issue
Heft 3 (28.2.1893)
Date
1893-02-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 KelVst-GmancrpaLion. Nr. 3 Volkes. Schon in den ältesten Büchern, welche die Grundlage unserer Religion bilden, steht als erstes der Gebote, das wir beachten müssen: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." Mit diesem „wie dich selbst" wird nicht ein höheres Ausmaß von Liebe verlangt, sondern eine ganz bestimmte Art von Liebe. . Wie mich selbst, liebe ich den Menscheil, den ich für.meine Zwecke gebrauche, nicht. Diesen liebe ich wie mein Hausthier. Denjenigen, den ich liebe, wie mich selbst, den darf ich für meine Zwecke nicht gebrauchen. Auch in anderen Bestimmungen findet sich dieser Gedanke ausgcdrückt, da heißt es: „Weh Dir, wenn du dich mästest vom Schweiße deines Nächsten." An einer anderen Stelle wird die Grundlage jener socialen Ordnung, in der allein die Ausbeutung möglich ist, direct angegriffen; es ist dies der von Einzelnen mit Beschlag belegte Boden. Mit dürren Worten ist in unseren heiligen Büchern ausgesprochen, daß die Erde nicht Eigenthum eines einzelnen Menschen sein solle . . . Dergleichen Ideen waren wie bemerkt ausschließlich den Juden eigen. Kein anderes Volk hat sich mit solchen Ideen jemals vor den Juden befaßt, nicht einmal die edelsten und erhabensten Geister der anderen Nationen. Es wird stch Niemand unter uns einbilden, edler zu sein, als Plato, Aristoteles oder Sokrates. Diese Männer aber haben über diesen Punkt ganz anders geurtheilt, als die Juden. In ihren Augen war die Ausbeutung der Menschen durch die Nebenmenschen eine Nothwendigkeit, Sclaverei und Knechtschaft ein Naturgesetz. Sie wußten nichts von jener anderen Forderung des Pentateuchs, daß der Knecht i» jedem siebenten Jahre freigclassen werden müsse; ihnen war die Sclaverei mit Vernunft und Recht vereinbar. . . Nach alter arischer Auffassung sind die Menschen weit entfernt, gleichberechtigt zu sein." Zum modernen Arierthum übergehend, sagt dann Dr. H e r tz k a: „Dieser innerste Kern unserer und dev christlichen Religion war den arischen Völkern lange unbewußt, und cs geschah auch sehr Vieles, um sie nicht zum Bewußtsein dieser Thatsache kommen zu lassen. Ein volles Jahrtausend blieb bei Todesstrafe die Lectüre jener Bücher verboten, die doch die einzige Grundlage aller Lehren der christlichen Kirche sind; der christliche Laie durfte weder das Nachbarn ihrem Geiste Ketten anlegten, damit er sich nicht erhebe, weil er nach außen dringend keinen Platz, sich zu bethätigcn und zu entfalten, fand, und daher wieder zurück nach innen mußte; weil diese inneren Gedanken der Welt da draußen diametral entgegengesetzt waren, — darum scheinen uns die Geistesbahnen dieser unglücklichen Genies krumm. Das unnatürliche Leben, bittere Leiden des Exils führten ihren Geist und die Entwicklung desselben irre. Der Wahnsinn bei anderen Völkern grassirt mehr in den unteren Volksschichten, unter den Rohen und Ungebildeten und kommt von Hirnmangel, von Trunkenheit, Ausschweifungen, Liebe und überhaupt von unerfüllten oder im Uebermaße erfüllten Leidenschaften. Der Wahnsinn bei den Juden findet sich mehr in den höheren Kreisen, bei den Gebildeten, den Erfindern, den - Denkern, den Talenten und Genies. Nun will ich einige Bilder von jüdischem Wahnsinn und seinen Ursachen geben. Huben ben Hordecbai Brainin. (Fortsetzung folgt.) alte, noch das neue Testament lesen. Das nützte aber Alles nichts. Dieses semitische Gift, dieser semitische Sauerteig, der hineingetragen war in die europäische Welt, wirkte unablässig fort und machte sich immer mehr Luft durch wiederholte verzweifelte Bcfteiungsversuche der europäischen Völker, denn alle Versuch stürtzten sich ausschließlich auf der Semiten Bücher, unter denen ich nicht bloß das alte Testament, sondern auch das ueue verstehe, denn auch dieses wurde von Semiten geschaffen und athmet semitischen Geist. Allgemach ist es gelungen, im Principe den Grundsatz zum herrschenden zu machen: „Alle Menschen sind gleich berechtigt". In der Praxis ist dieser Grundsatz nicht verwirklicht worden, und wenn wir nach meiner Ueberzeugung ‘ jetzt endlich an der Schwelle eines neuen Zeitalters stehen, welches diese Lehre zur Wahrheit machen wird, dann theilen sich in Viesen Erfolg zwei Volksstämme: Der semitische, der die Idee der Freiheit und Gleichberechtigung in die Welt gebracht hat, und der moderne arische, der die Mittel für die Verwirklichung der Idee endlich nach nahezu 2000 Jahren geschaffen". Dr. H e r tz k a zeigt nun, daß der arische Geist dadurch, daß er die Naturkräfte in den Dienst der Menschheit gestellt, erst die Möglichkeit geschaffen habe, die jüdischen Ideen zu realisiren, während unser Versuch, weil unsere Geisteskräfte nicht darnach geartet waren, die Natur der Cultur dienstbar zu machen, scheitern mußte. Und so kommt Dr. Hertzka zu dem Schluffe: „Nur mit vereinten Kräften aber können wir das Ziel erreichen, denn mir haben den Gedanken geschaffen, und der arische, moderne Forscher hat die Mittel hierzu dargeboten. Was das Erhabenere, was das Größere ist, darüber zu streiten, wäre müssig. Nur vereint können wir dieses Ziel erreichen und seien Sie beruhigt, die arische Welt wird auf ihrem weiteren Fortschrittsgange sehr bald zur Erkenntniß dessen gelangen, was sie uns gerade im gegenwärtigen Momente, an der Schwelle der socialen Revolution zu danken hat und was wir ihr sind." In der Leichtgläubigkeit, die sich in den letzten Worten ausdrückt, zeigt sich, daß auch scharf ausgeprägte Individualitäten, wie Dr. H.ertzka eine ist, nicht davor behütet sind, hie und da mit der großen Menge zu trotten. Der altarische „Kastengeist", dessen Stärke Dr. Hertzka auch für unsere Zeit zugeben muß, wird, meint er wohl, bald und durchaus verschwunden sein, und die Welt uns Dank wissen. Ei, so schnell wird sich die arische Welt so gründlich geändert, die Menschen ihre Natur umgemodelt haben? Es ist das alte Lied, das alte Sichverlassen der Juden auf Andere, in Folge dessen sie immer verlassen sind. Es ist wahr, die semitische Rasse hat den Begriff der socialen Gerechtigkeit auf die Welt gebracht; es ist auch wahr, daß eine Ahnung dieses Begriffes nunmehr auch in der arischen Welt vorhanden ist, aber auch nicht mehr als das. Was darüber vorhanden zu sein scheint, ist nur ephemeres Product einer angestrengten und begeisterten Propaganda von semitischer Seite, das jenseits der großen Revolution fast in ein Nichts zerstieben wird. Erst nach gänzlicher Socialisirung des arischen Rassencharakters, welche nur allmälig vor sich gehen wird, wird sich auch in Europa und Amerika definitiv das Ideal einer neuen glücklicheren Gesellschaft verwirklichen können. Bis dahin wird aber unser jüdisches Volk seine herrlichen sittlichen Ideale immer nur mit neuem Leid, welches ihm der „altarische Kastengeist" oder sonst so ein Geist zufügen wird, bezahlen, und dadurch, daß es den Gegenstand zum anttsocialen Judenhaß abgibt, den Läuterungsproceß der Völker nur verlangsamen, selbst aber immer mehr verkommen.

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