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Selbst-Emancipation · 1892-07-18 · Heft 14 (18.7.1892) · p. Seite 149

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1892
Issue
Heft 14 (18.7.1892)
Date
1892-07-18
Page
Seite 149 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 14. Selbst-Emancipation Seite 149. 21/« Kg. wog — und es finden sich noch jetzt oft solche — so war das einzige Mittel, sie ohne Verletzung zu transportieren, dass zwei Leute sie auf einem Stocke trugen. Wäre den Mohammedanern der Genuss des Weines erlaubt, so würde Kanaan ohne Zweifel noch das renommirte Weinkarte sein, welches cs mehr als tausend Jahre lang unter der arbeitsamen Hand der Israeliten war." .1. b. LI. Eingesendet. Sehr geehrte Redaction! In Anbetracht dessen, dass die einzige in russischer Sprache er» scheinende jüdische Zeitschrift „Woschod", welche auch in vielen zionistischen Kreisen gelesen wird, durch falsche Correspondenzen über den Stand der nationalen Angelegenheit in Berlin und zugleich über die hiesige russischjüdische Studentenschaft irregeführt wird, so erlaube ich mir, der ich mit diesen Verhältnissen wohl vertraut bin, die löbliche Redaction der „S.-E." zur Richtigstellung der in der letzte» Correspondenz erwähnter Zeitschrift angegebenen Thatsachen um Aufnahme folgender Zeilen zu bitten. In der betreffenden Correspondenz heißt es u. A.: „Endlich sind unsere heißen Nationaljuden zu dem Schlüsse^ gelangt, dass die Nattonalidce mit Palästina nichts Gemeinsames habe. Man kann ein eifriger jüdischer Patriot sein, ohne Anhänger der palästinischen Idee zu sein. Wir können sogar kühn einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass unsere Nationalisten zu der Ueberzeugung gekommen sind, dass die Palästinaidee gewisserniaßen noch der nationalen schadet, weswegen sie hier einen Verein mit Namen „Der junge Israel" gegründet, an dessen Spitze Dr. Böhlendorn steht. Das Ziel des Vereines ist, unter den deutschen Juden vermittelst Broschüren und öffentlichen Versammlungen die Nationalidce zu verbreiten, die Liebe zu ihrem Volke und zu seiner Sprache. Wer die Hauptaufgabe des Vereines besteht darin, die lieberjiedlung russischer Juden sowohl nach Argentinien als auch nach Nordamerika durch Wort und That zuunterst ü tz e n. Die Leiter bemühen sich zunächst, dass Mitglieder des Vereines deutsche Juden werden, und nehmen nicht gern russische Studenten auf, welche als hitzige Palästinenser bekannt sind." Dazu gestatte ich mir folgendes zu bemerken: Falsch ist erstens die Behauptung, hier seien Nationaljuden zu der. Ansicht gelangt, Palästina habe nichts mit dem nationalen Gedanken zu thun. Abgesehen von wenigen ganz unbedeutenden Elementen, welche durch das Verbot der Pforte etwas kühler und in jeder Beziehung indifferenter geworden, beharren alle früheren Palästinenser treu bei ihrem Programm, leben in der Ueberzeugung, dass cs auch jetzt ein großes Feld für zionistische Thätigkeit gibt, und Hope», besonders was die Studenten anbetrifft, dass es ihnen in der Zukunft vergönnt sein wird, das Ihrige zur besseren Organisation und zur Abschaffung manches äußeren Hemmnisses in der palästinensischen Angelegenheit beizutragen, weswegen sie sich jetzt einer größeren individuellen Ausbildung hingeben. Nur von einem einzigen hervorragenderen russisch-jüdischen Sttldenten ist es mir bekannt, dass derselbe „Argentiner" ist und zwar nur in bedingter Form, indem er voraussetzt, dass dem Plane von Baron Hirsch die Centralisation auf einem Territorium mit nationalen Tendenzen zu Grunde liegt, was nach neuesten Berichten sehr zweifelhaft zu sein scheint. Mas speciell deutsche Juden anbelangt, so waren unter denselben überhaupt nur viele Anhänger der humanen Zionsidee, was sie selbstverständlich auch jetzt sind, während den echten Nationaljuden unter ihnen, die nicht sehr zahlreich sind, auch jetzt der Jordan ebensowenig durch Panama, wie Jerusalem durch Buenos Ayres ersetzt werden kann. Die darange-- knüpfte Betrachtung, dass man eifriger jüdischer Patriot sein könne, ohne Anhänger der palästinischen Idee zu sein, ist also höchstens eine persönliche Meinung des Correspondenten, nicht der Nationaljnden. Ebenso falsch ist darum zweites, dass die Nationalisten zur Überzeugung gekonimcn seien, die palästinensische Idee schade der nationalen. Diese Worte sind einfach ein Räthsel. Falsch ist drittens, dass die Nationaljuden deswegen einen Verein „der junge Israel" gestiftet. Die Gründer von „Jung-Jsrael" sind ausnahmslos Palästinenser, sogar sehr überzeugte Palästinenser. Für die Competeuz des Correspondenten spricht wenig die Thatsache, dass der ' Name derart entstellt ist. Nicht ganz der Wirklichkeit entspricht die Behauptung, dass der neugegründcte Verein durch Broschüren und öffentliche Versammlungen die Nationalidee zu verbreiten beabsichtigt, sondem durch Vereinsversammlungen und Verbreitung geeigneter Lektüre. Falsch, absolut aus der Lust gegriffen, ist ferner die Behauptung, der Verein habe die Hauptaufgabe, die Übersiedelung russischer Juden nach Argenttnien als auch nach Nordamerika durch Wort und That zu befördern. Abgesehen davon, dass der Verein nur den theoretischen . Zweck verfolgt,. die Hebung des Nationalbewusstseins auf zionistischer Grundlage zu erstreben, gibt es in dem Verein keinen einzigen Anhänger "der ausgesprochenen Idee. Falsch ist fünftens die Behauptung, dass russische Studenten nicht : gern ausgenommen werden; cs befinden sich fünf russisch-jüdische Studenten im Vereine, einer von ihnen im Vorstande. Es treten nicht viele ein, weil sie selber einen landsmannschaftlichen nattonalen Verein besitzen, sodann aber meistens der deutschen Sprache nicht so mächtig «sind, um actio theilnchmen zu können. Ter Eintritt einer großen Anzahl derselben wird von ihnen selber nicht gewünscht, da der „Verein Jung-Jsrael" leicht einen russischen Anstrich annehmen könnte. Dass sie „hitzige" Zionisten sind, würde bei der Aufnahme nur für sie sprechen. Hochachtungsvoll Berlin, den 28. Juni. L. Mozkin. Löbliche Redaction! Infolge mehrerer auf mein „Eingesendet" in der vorletzten Rümmer bezüglichen Anfragen sehe ich mich veranlaßt, bekannt zu geben, dass der Transport des Weines aus Palästina einige Wochen in Anspruch nimmt und es aus diesem Grunde rathsam ist, mit eventuellen Bezügen die kühlere Jahreszeit abzuwarten, da die große Hitze den vorzüglichen Wein und somit auch die Production im h. Lande discreditieren könnte. Tarnow, Juli 1892. _ Josef Traum. „Jordan". Mitte August erscheint der zweite Jahrgang des vom Vereine „Admath Jeschurun" in Wien herausgegebenen Kalenders „Jordan". Derselbe wird nebst Kalendarium für das kommende Jahr, - Märkten, diversen Tarifen, einige den Zionisnms betreffende Abhandlungen sowie belletristische Aufsätze enthalten. Etwaige Beiträge für den „Jordan" sind bis spätestens 28. Juli d. I. an die Adresse des gefertigten Präsidenten (Dr.M.T. Sch nirer, Wien, XIX., Döbling, Hauptstrasse 30.) zu richten, und finden nach Massgabe des noch vorhandenen Raumes Verwendung. Nicht verwendete Beiträge werden (an die genau anzugebende Adresse des Absenders) baldigst retournirt. Der Preis beträgt 30 kr. Unsere verehrten Gesinnungsgenossen werden höfl. ersucht, Subscriptionen auf den Kalender womöglich gleichzeitig mit den entsprechenden Geldbeträgen baldigst an die Adresse des Herrn S. Bauer (Wien, VIII., Wickenburggasse 18.1 einznsenden. Dr. M. T. Schnirer Dr. O. Koke sch dz. Präsident. _ dz. Schriftführer. Gesinnungsgenossen! Die hebräische Sprache hat durch die unermüdliche Arbeit hervorragender Schriftsteller in den letzten Jahrzehnten eine ungeahnte Entwicklung genommen. Ohne an ihrer ursprünglichen Kraft und Großartigkeit etwas eingebüßtzu haben, genügt sie nunmehr allen Ansprüchen des modernen Lebens. Sie vermittelt in Tagesblättern die Kenntnis der Ereignisse, in Werken Bildung und Wissen und dient dem geschäftlichen und anderweitigen Verkehre. Umso bedauerlicher ist es, dass die hebräische Sprache trotz dieser Entfaltung großen Kreisen des jüdischen Volkes fremd ist, ja, dass sogar solchen, welche sich gerne mit ihr befassen würden, die Gelegenheit hiezu abgeht. Diese aber mangelt nur deshalb, weil die Erlernung des Hebräischen gegenwärtig ein mühsames Psadfinden durch ernen Urwald der verschiedenartigsten Literaturdenkmäler ist, welches ein oder zwei Jahrzehnte in Anspruch nimmt. Nichts steht jedoch im Wege, die Errungenschaften der Pfadfinder in einem Sprachwerke zusamnienzufassen und so dem Publikum ein Mittel in die Hand zu geben, die hebräische Sprache vom rein sprachlichen Standpunkte mit verhälttnsmäßig geringer Mühe und in verhältnismäßig kurzer Zeit zu erlernen. Ein solches Sprachwerk soll der Briefliche Zprach- und öprech-Unlerricht zur Erlernung der hebräischen Sprache von Rüben Brainin und Dr. Nathan Birnbaum werden. In mindestens 80 Briefen, von welchen monatlich zwei, und zwar je einer am Anfänge und in der Mitte des Monats, erscheinen,

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