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Selbst-Emancipation · 1892-01-18 · Heft 2 (18.1.1892) · p. Seite 23

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1892
Issue
Heft 2 (18.1.1892)
Date
1892-01-18
Page
Seite 23 (sequence 9)
Language
German
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Nr. L SelbsL-Emancipation Berlin, den >0. Jänner 1892. Am 2. Jänner hal sich hier ein neuer Verein constilnirt, welcher de» '.'kamen fuhr:: „25 ercin f >'i r s üdi s ch e Geschichtcu » d ri t e ritt ii r" und dis Ziel verfolgen will, die Kenntnis der jüdische» beschichte und Literatur unter den Juden z>, verbreiteir nnd das jüdische Bcivnßtseiu zli heben .ln der erstell Versammlung, welche von etwa '0 Personen besticht war, befanden sich auch Dr. G. K a r p e l e s, Rcdactenr der „A. Z d. I " undDe. r c v i n, Rabbiner der Resormgemcinde Bereits bei der ergen Zummmenkn»» entwickelte sich eine interessante Debatte, als ein Statutcnparagraph erörtert wurde, durch welchen religiöse Fragen ausgeschlossen wurden, da sowohl Reformer als auch Orthodoxe anwesend waren, so entstand bei dieser Gelegenheit eine Mciiiilngsdissercn;. welche das Zustandekommen des Lercincs gefährdete. Die verschiedenen religiösen Richtungen beschuldigten einander der Intoleranz und konnten sich in dem Punkte nicht einige», ob Bibclkritik zulässig sei. Bcsänstigend wirkten die schönen, herzlichen 'Worte deS greisen, verdienstlichen Gattschnlk L e v n, welcher aus die äußeren Gefahren hinwics nnd zur Einigkeit mahnte. Endlich kam es zur Genehmigung der Statuten, nach welchen hänstge Bersannulungen mit 'Vorträgen und Diskussionen stattsindcn nnd jüdische Zngcndschristen hcrausgcgcben nnd als Prämien vectheilt werden sollen. An nnd für sich ist die Gründung dieses 'Vereines von geringer Bedeutung, da derselbe keine nalionalc Tendenz verficht und iinch das Wort „jüdisches Bewußtsein" noch keine bestimmte Physiognomie angenommen hat Jüdische Vereine lommcn hier >ehr oft am, sie nehmen aber meistens eine» assimilatorischen Eharacier an, oder gehen zu Ewnnde Der akad. „Verein für jüd l'ü'sch u l'it." war bekanntlich von national gesinnten russisch-jüdischen Studenten vor etwa acht Jahren gegründet worden, hat fich jeboef) immer mehr nnd mehr zu einem asumilatorls.hen 'Vereine hcransgebildct, in welchem der Geist der Burschenschaft herrscht »nd alle brennenden Fragen nicht erörtert werden dürfen. Hoifcn wir jedoch, das; das Schicksal des neuen 'Vereines ei» besseres sein wird, wir haben einige 'Berechtigung, grösiere Hoisunngcn an denselben zu knüpfe», da sich in ihm viele nationale E cmcnte befinde», welche bekanntlich in solchen Fällen keine Arbeit scheuen, jedenfalls ist die Thatsache sehr erfreulich. daß z gleich mit diesem Vereine sich auch ein ähnlicher in Köln nnd ein Grm 'Verein in Magdeburg gebildet hat. Zu bemerken wäre noch, das; in der Kommission, welche in d hiesigen iieucn Verein vor zwei Wochen gewählt worden in, alle Parteien vertreten sind, so das; sie auch Rakionalsiiden enthalt. Sie besieht an» folgenden Akitgliedcrn : Dr. G. K a r p c l c S, Dr. H. H i t d c s h e i - m!' r. Dr. r> - « i H, Dr. H. M. G o h n, Rudolf Ak'v s s e, W B a m- » b *) Was den Kölner 'Verein anbetrifft, so ist es von »hei m e x im Vorstand desselben sich bc- Lant eines privaten 'Berichtes ans Paris hat S ck)j(J c i d der bekannte Adminifirator Rothschilds, auf dem Makkabacrfeste der dortigen „'Vnei Zion" die hochbcdciitsaiiie Miiiheilnng gemacht, das; das Verbot der Pforte ohne Zweifel binnen knrrcr gen rnrnckgenommen werden wird, Er könne darüber keine näheren Erlänkcrnngcn geben, damit dieselben nicht in die Ocssentlichkeit dringen sollen P »glnttd. Houston, den 38. Dezember 1.891. Am 39. d. M. 6Nh Abends uevauftattetc der hiesige jüdisch-nationale Verein „Bin Zion" in Sanders Hotel ein Makkabäerfcst. Herr S t o », der snr den Abend crivählle Borsitzciid! eröffnctc die Feier mit einigen passenden Worten, weiche d jetzige Lage der Gesellschaft und deren Absichten sür die Zulun schilderten. Herr R a b i n o u i tz hielt sodann einen einstür digcn Vortrag, ivclcher die Zuhörer ungemein fcsscuc. Er n klärte die Bedeutung von Channkah so ansgezeichnel, schildert die Siege der Makkabäer in so glänzenden Farben, daß allg, meiner Beifall ihm lohnte, Nach einer Panse, ivährcnd ivelchc Damen Erfrischungen reichten, hielten die Herren S c >v nn Deimond nationales Reden, ivelchc mit Begeisterung ansgt *) W. Bambus »nd A. Kap find ausgesprochene Füdischiiattoua! D H. Hildesheimer »nd Dr. Bk Enh„, sowie Dr. ocarveles sichen : mindest dem Ralionalindenthum nngcmcin nahe: Ükndols Masse ist Ass milanl nnd Dr. Levin als Prediger der Sonnlagsgcmcinbe in Bcrl! fortgeschrittener gicsormcr Tie Redaction. Seite 23. nominell wurden. Der VorilEcndc brachte alsdann einen Toast auf die zionisti'cht B \ >g der Well ans, welchem Toaste ans die jüdisch-vaUo >a o >nng in Engla >d, und ans die Kolonisten in Palästina solgicn. Nachdem noch jüdisch-nationale Gesäuge voll den .nereen D c i in o n d, -C o h e n und L e i t ii e r vorgeiragen, »nd vom Herrn I ü r ch i aus der Guitarre begleitet wurden, endete die Feierlichkeit mit einem Hoch ans die jüdische Nation. S. Schneider. London, den 9. Jänner Unter dem Borsipr des Herrn Josef Pr a g hielt die „Ehowewe Zion Association" am 2. d Al. eine sehr zahlreich besuchte 'Versammlung ab. Ziliiäckist wurde eine Zuschrift des Colonel G o l d s m i d — des »enernaiiilten >5'e»eralvirectors der argentinischen Eolonisalion — verlesen, worin dieser Führer der Zionss-.cnnde Englands erklärt, er werde die in Argentiilien von ihm z» saininelnde» Ersahrnngen später in den Dienst der Palästinasache stellen. Gr hoise bei feiner Rückkehr ans Süvamerika die Zionisten bestens organinri zu finden. Dieses Schreiben wurde mit großen, Beifall cr»fgeno»i»ic». Hiewns brachte Herr P r a g die von der „Ehowewe Zion" in den lebten Wochen erzielten Fortschritte zur .Nenntniß Er machte auch vie Mittbcilnng. das; am z n G n n st ender jüdische « E o 1 onisaiio n P a l äst i n a s an welchem die Spitzen ver eng'ischcn Aristokratie, wie Herzog von A r g h l, Earl os A ü e r d c e n ». '. w lheilzmichmeil versprochen habe», und das eine Demonstration der 2 heUle» sür die Zionsidee werden soll, stattsiilden werde. Diese Mittheilniig erregte natürlich die grösne Scnsalion Es wird ans nie Engländer zweifelsohne mächtigen Eindenck machen, wenn die als praktisch nnd nüchtcr» bckannien Schölten sür die Zionssache cintrete» werden. Grosze Befriedigung rief a»ch eine Ansprache des von einem Vodenankanfe in Palästina nach r>keiv-2>ork znrückkehrenden Rech sanwaltes Adam R o s e n b c rg hervor, welcher der nothwendigen 'Bereinigung aller Z i o n s f r c n n d c das lbori redete. Rach einer kurzen aber hochinteressanten Ansprache des gegenwärtig in vaiiOmi weilenden Sekretärs des liidisch'-ngtioualcn 'Vereines „Tacsche l'schon Zion" in Eonstanttnopel, Herrn Sets, belcnchtctc sodann Rcv. M a c c o l> y den Zustand der argentinischen Eotonisten, der sich nach cingelansc»-» Nachrichten als höchst unbefriedigend erweist Redner sprach Hiera ls sie Erwartililg ans, daß Oberst Goldsmiv mit Persönlichkeiten, wie dem bisherigen Dircctor — ein getanfler Ftide — aiisränmen werbe. Znt» Schlüße besprach Reo. M n c c o b y den 'Verlust, welchen alle Zionsfreiiiide durch den Tod Dr. Leo,iPinsker'serlitten,des Autors der durchlt-.W :>k a HKinowi c; ins Englische übersetzten „Anroetiiancipaiioil" nnd gab damit den Anlas; zu einer imposanten Dranerknndgebmig sür den Dihingeschiedeiie», an ivclcher sich viele Anwesende, besonders Herr Alben F i n k c n st c i n und Herr Rabbinowicz. der llederseper der „Antoenianeipaiion" ins Englische, durch Reden betbeiligtc» Bulgarien. Mddrn, de» 8. Jänner 169-2. Die „Seibst-Emancipation", ganz besonders aber der von dem Parlciorganiisalions- Comitö in Wien versendete Ansrns haben hier gute Erfolge gezeitigt. Es hat sich hier cm Verein „Ahaivath Zion" gebiidet. der 1.) Propaganda der Zioiisivee, 3.) Uiitcrstützung zionisi.scher Zeitungen, 3.) Verkehr mit anderen zionistischen Vereinen, 4. ) Vertretung jüdischer Interessen bezweckt. — Die Vereinslcitnng besteht ans den Herren : S. :>i e s c t o s f, Präsidenten 5. B e n j o s c p h, Schriftführer; M. I. H a f s o r Eassirer; B. S a in u c l, A. M c nabe m »nd M. (j I i c, weiteren Aiisschlißmitgiiederif. Wir werden uns hier bemühen, ähnliche Vereine in anderen Städten Bulgariens zu gründen. Jerusalem. 10. Deccmbcr 1891. Am 4. Dcccmbcr 1891 wurden die ersten 49 Kilometer der Eisenbahnlinie Jaffa- Jerusalem — bis über Nämlich hinaus — dem Verkehr übergeben. Eine Comnlission. bestehend ans dem französischen Gcneral-Coiisnl in Jerusalem, dem Dircctor der Bahngescl! schüft, F r ii d i g c r, dein Vaii und mchrcren türkischen Beaiiiien, befuhr die Strecke und war sehr zufrieden, silähercs über die Bahn werden >vir noch bringen. In Jaffa fand eine Eoliie'.enz jüdischer Lehrer statt, welche bericthen, wie man die Eiziebnng der Kinder in dem Sinne gestalten könne, datz sie einet jeiis;n ausgeklärlen, civili-

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