Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1891
- Issue
- Heft 23 (1.12.1891)
- Date
- 1891-12-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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alt, verh., nebst 4 Kindern aus Woin, Rußland. 48—49. Am 28. Juni 1891 H. Jakob Haukin, Fruchlhändler aus Czernigow, Rußland, sammt Gattin Chawe. 50—51. Am 28. Juni 1891 H. Baruch Kornhäuser sammt Frau Slate. 52. Am 28. Juni 1891 H. R. Lublin. 53. Am 3. Juli 1891 H. Moses Bass, ledig, 23 I. alt, aus Salsuwe, Gub. Kowno. 54. Am 4. Juli 1891 H. Schije Hersch Friedmann, 23 I. alt, verh., Tapezierer. 55. Am 5. Juli 1891 H. Moses Pinchas Blaustein 20 I. alt, verh. Taglöhner. 56—58. Am 7. Juli 1891 H. Meier Lichtenzweig, 31 I. alt. Schneider aus Warschau, sammt Gattin und Kind Samuel. 59. Am 8. Juli 1891 H. Leeb Jtkind, 30 I. alt, verh., nebst 2 Kindern ans Borisov, Gub. Minsk. 60—61. Am 8. Juli 1891 H. Josua Glitsin 45 I. alt, aus Sklov Gub. Mohilew, sammt Sohn. 62—64. Am 12. Juli 1891 H. Tobias Blumberg, 32 I. alt, verh., aus Warschau, nebst Frau Fanni und ein Kind Chaim. 65—67. Am 12. Juli 1891 H. Jsak Rotlevi, 25 I. alt, Posamentier aus Warschau, nebst Frau Mirl und 1 Kind. 68. Am 15. Juli 1891 H. Leb. Welinsky, ledig, 20 I. alt, Schlosser aus Antipoli. 69. Am 16. Juli 1891 H. Samuel Taladitzky, ledig, 18 I. alt, Schmied aus Chonisch. 70. Am 16. Juli 1891 H. Moses Weinstein, ledig, 18 I. alt, Kellner aus Kischlneio. 71. Am 17. Juli 1891H. Abraham Grünblatt, verh., 21 I. alt, Tischler aus Lodz. 72. Am 22. Juli 1891, H. Alexander Bragin, 29 I. alt, stuä. phil.. aus Minsk. 73. Am 4. Aug. 1891 H- Hirsch Mescberowsky, ledig, 20 I. alt, stuä. techn. aus Elisabethgrad. 74. Am 4. Aug. 1891 H. Abraham Schklowskh, ledig, 23 I. alt, stuä. toob. aus Elisabethgrod.75. Am 10. Aug. 1891, Fr. Rachel Cantor, Hebamme. 76. Am 11. Aug. 1891. H. Falig Schorr, ledig, 33 Jahre alt, Taglöhner. 77—80. Am II. Aug. 1891 H. Abraham Silbermann, ledig, 53 I. alt, Zimmermann aus Redin sammt Gattin Sarah und 2 Kindern. 81. Am 11. Aug. 1891 H. Godel Kornfeld verh., 26 I. alt, Taglöhner aus Odessa. 72. Am 23. Aug. 1891 H. Moses Mendel Werner, verh., aus Russisch-Polen. 83. Am 25. Aug. 1891 H. Asriel Rosenblum, ledig, 20 I. alt, Taglöhner ans Novi Alexander. 84—86. Am 10. Sept. 1891 drei Brüder Buttermann, 17, 18 und 29 Jahre alt, Maschinisten zu deren in Jaffa befindlichen Vater, Sodawassererzeuger befördert. 87. Am 20. Sept. 1881 Fr. Malte Dyegot, Hebamme, (hat in Wien den Hebammenkurs absolvirt und wird in den Colonien ihre Praxis ausüben.) 88—95. Am 11. Oft. 1891 H. Israel Kronewit, verh. 40 I. . alt, sammt Gattin Bela und 7 Kindern (männlichen Geschlechtes) im Alter von 22, 19, 11, 9 Jahren u. s. w. 97—98. Am 1. Nov. 1891 H. Max Kaufmann, 52 I. Handelsmann, sammt Gattin. 99—100. Am 1. Nov. 1891 H. I. Groner, 38 I. alt, Handelsmann, sammt Gattin. Außerdem wurde durch Vermittelung des Vereines Frau Riwke Kosmatzky aus Winnitza zu ihren Kindern, welche durch die israelitische Allianz in Wien nach Amerika befördert wurden, dorthin geschickt. 3. Da die Mittel des Vereines nicht ausreichten, um allen an ihn gestellten Anforderungen zu entsprechen, hat sich die Bereinsleitung mit der Israelitischen Allianz in Wien in Verbindung gesetzt und hat mehrere russische Flüchtlinge insbesondere die oben sub. .76, 82—87, 97—100 angeführten durch gemeinsame Action mit der Allianz nach Palästina befördert. Original-Correspondeiyen. ‘ Oesterreich-Ungarn. Wien, den 29. November 1891. Das Parlament bietet immer ein wenig Gelegenheit zur Ausbeutung der Judenfrage. Nebst den berufsmäßigen Antisemiten auf der äußersten Linken, welche die günstige Gelegenheit des „Wiener Tagblatt"-Scandales und des Plener'- schen Steuerantrages nicht vorübergehen ließen, ohne ein bischen mit den Juden umzufpringen, haben sich auch zwei Mitglieder des Polenclubs vernehmen laffen, Teliszews ki und Podlaszecki. Die beiden beklagten sich über das Ueberwiegen der israelitischen Unterofficiere in den ruthenischen Regimentern. Diese Klage sei jedoch „nicht etwa ein Ausfluß von Antisemitismus, sondern nur in dem Bestreben begründet, dem einheimischen nationalen Elemente, welches für den Militärdienst ganz vorzugsweise geeignet sei, die! gebührende Berücksichtigung in der Armee zu! sichern." T e l i s z e w s k i hatte auch einige Tage! später, wieder unter Verwahrung gegen den j Antisemitismus, etwas Anderes an den Juden! auszusetzen, wofür ihm die Antisemiten und! Jnngczechen mit vielem Beifall lohnten. Die liberale „Oesterreichische Volkszeitung" hat gelegentlich des durch das „Wiener Tagblatt'' verschuldeten Börsenkrachs und der dadurch veranlaßten Parlamentsdebatte Herrn Dr. Lueger, den bekannten hiesigen Antisemitenführer anssallend belobt. Doch ist die Auffälligkeit für uns geringer, da wir zwei Dinge wissen: 1. Daß die „Oesterreichische Volkszeitung" nicht von Juden redigirt ist und 2. daß sie fast lauter nichtjüduche und verschwindend wenige jüdische Abonnenten hat- Bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen wurde die antisemitische Partei geschlagen. Das veranlaßt die „Wiener Sonn- und Montagszeitnng". zu verkünden, daß „der Antisemitismus draußen im Absterben begriffen ist" und dem Verganischen „Deutschen Dolksblatte", welches erzählt, daß der Antisemitismus in ganz Deutschland riesige Fortschritte macht, Lüge vorzuwerfen. Nun, diesmal hat das Antisemitenblatt die Wahrheit gesprochen. Trotz der Berliner Wahlen ist der erschreckende Fortschritt des Antisemitismus in Deutschland eine Thatsache, die von den dortigen Zeitungen direct zugegeben wird. Wien, den 29. November 1801. Am 14. d. M. fand die ordentliche Plenarversammlung des 17. Semesters des akademischen Vereines „Ladimat," statt, aus deren Verlaufe wir hier nur die Wahl des Herrn Med. Drd. Siegmund Werner zum Präses und des Herrn Med. Drd. Max Rosenthal zum Vicepräses hervorheben und aus daS wärmste begrüßen. Die beiden neugewählten Führer der „kvaäimaü" sind bewährte und verdiente Kämpfer für die jüdisch-nationale Sache und ihre Wahl ist allen Zi onistcn welche sie kennen, eine sichere Gewähr dafür, daß der erste jüdisch-nationale Studentenverein trotz der mannigfachen Anfeindungen und Schwierigkeiten, mit welchen er zu kämpfen hat, treu und unverrückt festhalten wird an den Tendenzen, die ihm seine Gründer tradirt haben. Auch sonst läßt die .Aadimal»" überall einen beträchtlichen Aufschwung erkennen; besonders deutlich manisestirt sich derselbe bei Betrachtung der Bibliothek, die sich unter Leitung des außerordentlich rührigen und aufopferungsvollen Bibliothekars, Herrn Med. Drd. Liebster bei einem Stande von über 1200 Bänden in einem musterhaften Zustande befindet und mancher wohl dotirten Bibliothek als Vorbild dienen könnte.An den Samstag-Abenden finden im Vereinslocale Vortrags- und Discuffionsabende statt, welche von Gästen und Mitgliedern zahlreich besucht, stets einen recht animirten Verlauf nehmen. An jedei» Dienstag werden fortlaufende Vorlesungen aus der jüdischen Geschichte abgehalten. Samstag, den 26. December d. I. findet im Hotel Union/1X.,sNußdorferstraße die diesjährige (9.) Malkabäerfeier des Vereines statt; das hiefür constituirte und von Herrn Med. Drd. Albert Schwarz geleitete (Somit« trifft bereits mit Eifer und Umsicht die Vorarbeiten, um diese Feier wie alljährlich zu einer glänzenden zu gestalten. In seiner Sitzung vo»r 22. d. M. faßte der Ausschuß den Beschluß, die Herren Rüben B r a i n i n hebräischen Schriftsteller in W i e n, D. M a d e r, Proseffor an der Lehrerbildungsanstalt in Ezernowitz, und L. M o z k i n, cand. math. in Berlin zu correspondirenden Mitgliedern des Vereines zu ernennen. Gleichzeitig wurde beschloffen, eine Agitationsbroschüre, bestehend aus der Geschichte des Vereines, und Tendenzartikeln, herauszugeben und fortan Semestralberichte an alle zionistischen Vereine zu versenden und eben solche von ihnen zu erbitten. ßzernorvih, 20. November 1891. Es muß jedem Jüdischnationalen zur Freude gereichen, wenn er im fernen Osten unserer Monarchie eine stramme Verbindung entstanden sieht, die in begeisterter Weise in Wort und Schrift für die hohen Ideale des jüdischen Volkes eintritt. Die Agitation ist eine lebhafte und fand deutlichen und beredten Ausdruck in einem Vortrage, den der derzeitige Vicepräses der Verbindung, Herr stuä. zur. Philipp M e n c z e l am 7. November d. I. in der israelitischen Volksschule hielt. Das Auditorium bestand zum großen Theile aus Studenten. Als Vertreter der israelitischen Eultusgemeinde waren erschienen die Herren B altin est er, Gemeinderath und Vicepräses der Eultusgemeinde, und Gemeinderath Gerbel. Der Redner entwickelte in glänzender Weise das Programm der jüdischnationalen Partei und fand bei den Zuhörern nngetheilten Beifall. Redner schloß mit den Worten: „Für die Renaissance unseres Volkes wollen wir eintreten, für seine Menschenrechte wollen wir streiten; wir sind uns bewußt, daß Rosen aus diesem Wege nicht gestreut sind, aber jugendliche Begeisterung gepaart mit ernstem Willen wird uns zum Ziele führen; in dem Bewußtsein für die hehren Güter unseres hartbedrängten Volksthums einzustehen, wird uns kein Opfer zu groß sein. Denn für Volkes Ehr' und Wohl wollen wir unsere Fahne erheben." — Samstag, den 21. November, fand ein geselliger Abend statt, zu dem auch mehrere Gäste geladen waren. Dabei wurden die einzelnen Punkte des nationalen Programmes einer eingehenden Besprechung unterworfen. Die Discussion war lebhaft und anregend. Solche gesellige Zusammenkünfte und Vortragsabende werden von nun an allwöchentlich stattfinden. Deutsches Reich. Merlin, den 25. November 1891. Gestern hielt hier Herr Dr. Herzberg, der bisherige Direclor des jüdischen Waijenhanses in Jernjalem, vor einem zahlreichen Publikum einen längeren Vortrag über die Fortschritte Palästinas während der letzten zehn Jahre. Nachdem er einige interessante Mittheilungen über die Vergrößerung der jüdischen Bevölkerung in den palästinensischen Städten gemacht hatte, gieng er zum Hauptthema über, nämlich zur Schilderung der Entwicklung der Colonien seit dem Beginne der neuen Aera. Er erzählte schlicht und einfach als Augenzeuge, welche Kämpfe und Drangsale die jüdischen Bauern auf dem Boden ehemaliger jüdischer Cultur durchzumachen gehabt habe». Er betonte ausdrücklich, daß er kein Schwärmer der Palästinacolonisation sei, daß er sogar sehr wohl die Schwierigkeiten kenne, welche derselben auf Schritt und Tritt entgegentreten; indeß müsse er gestehen, daß die Macht der Idee alle ökono-