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Selbst-Emancipation · 1890-05-02 · Heft 3 (2.5.1890) · p. Seite 6

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Journal
Selbst-Emancipation
Volume
1890
Issue
Heft 3 (2.5.1890)
Date
1890-05-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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welcher es fortan bcn- Staatsbürgern aller -,E»n-. sessionen ans gleiche:Wcise gestattete seinsollen dem Vatcrlande als - Offiziere ihre' Dienste zu lucifjcti.: Es scheintüberflüssig zu ärklärcn, daß in dieser Beziehung die kaiserliche Cabinetsordre .deut-- lich -genug - spricht.: Und. doch haben sich -wieder einige. „judcnsreundlichc" Blätter -gesunden/- die hinter dem Worte ch ristlich — man höre und staune — nur den Ausdruck der Humanität > suchen, welche ein Gemeingut aller Confcssioncn sei! Also christliche Humanität haben wir hartköpfigen Juden uns doch schon angeeignet i Man kann sich Lei solchen widersinnigen Worttüsteleien nur schwer entschließen ob mansie. auf-.'bloße Bornirthcit oder, nicht vielmehr aufein-absichtliches! Sandindicaugenstrcucn, wie wir es bei diesen -,;judenfreundlichen^' Blättern gewohnt: sind, zurückführcn soll. . Auf. die Interpellation- Bebels und Genossen in Betreff der Nichtzulassung jüdischer Referendare zum Nichtereide, wovon .ich Ihnenbereits Bericht " erstattetegab der sächsische Justizministcr - Dr. - v. Abeken folgende bezeichnende Antwort-: -- - - - >! -„-Ich habe int Namen der Regierung folgende' Er-; klärung abzugeben : Die-Verpflichtung eines Referendars/ auf. den Mchtereid macht. sich nothwendig, wenn - der- - selbe zeitweilig zu richterlichen Geschäften verwendet werden soll. Inwieweit das bezüglich der Referendare' jüdischer Cvnfeffion : zu geschehen hat und' ob'- Jahresremuncrationen zu bewMgen.sind,-darüber Hab-die An-; stellungSbehörde innerhalb der, vom, Gesetze, vorgeschriebenen-Schranken zu befinden.. Die Gründe, welche zu, einer Ablehnung ' Veranläfsnng / gäben und 'f auf die' Niemand ' ein Recht hat/ sind - weder "dem ' Betheiligtenselbst mitzutheilen, noch einer öffcntüchen- Besprechung zu nnkrstellen. Die- Regierung .bestreitet, daß-ihr-Verfahren mit einem KeichSgesetz in Widerspruch,steht und,, lehnt die weitere Beantwortung der Interpellation ab." Ein Cömmentar ist überflüßig/ Lioni. London, 5. April.1890. Ünter der Üeberschrift: „Änsiedlung der Griechen in- Kleinasien - und der Juden im unteren Syrien" veröffentlicht der hier erscheinende »Lpectator« einen Aussatz, in welchem es u. A, heißt: ,,Die Einwanderung der Juden in das heilige Land ift güllntitativ viel geringer, obwohl verhältnißmäßig schneller erfolgt/ als die der Griechen im. Noxden der asia- / tischen Türkei. Ihre Anzahl betragtgegenwärtig' 35.000 Seelen, welche sich aus folgende 10 Städte vercheilen: Jerusalem, Saphed, Liberias, Jaffa, Hebron,. Sidon, Haifas Aceo; Sichkm-dde'r Nablus und Gaza. Doch ist in diese Ziffer die Menge vereinzelter und kleiner AnsiMungeii wichl einbe- ' ' griffen, 'welche über' dasganze Land''verbreitet' sind, sowie diejüdischen Colonien/welchejctztin größerer'Anzahl 'vorhanden siäd/'-Die^'Gbsammtsumme beträgt' - siHeilich" iÖ.OÖOf wahrscheinlich sogar 45.000; dies bedeutet eine vierfache Ver-' mchrung seit der ° letzten Zählung vor 25 Jahren/ welche' eine Anzahl von '10.000 ' Seelen' ergab? Die Einwanderung der Juden verspricht in 'Zü- . kunft ein wichtiger Faktor^zur'Vermehrung''der--' selben zu werdend Aber ' weit -mehr als - das An-: wachsen der Zähl ' jüdischerlÄnwohner in Süd- Syrien dürfte der Umstand bemerkenswerth sein/ daß' die Juden'beginnen/ denBoden--zü'cültiviren.' Die Wischen'- Colonien/ welche//lange' Zeit eine'-' - nur unsichere Existenz -geführthatten/ genießen/ jctzt^einen' geörbneten-Z/üständ. Die Männer'Le- - währen sich nls tüchügeLandleute,' da sie - selbst' die Arbeit verrichten- und der-Ertrag ihres Bodens .'. war im letzten-Jahre ein-'derariig«,--daß"'sid'..von/--' den bcdeutendstendcutscheu Ansiedlern bei Jaffa nicht übcrtroffcn werden. Eine Aufzählung der,/, Colonien wird ein. Bild von dem Umfang, welche. diese Bewegung annimmt, geben, -wobei zubcden-/ ken ist,/ daß/ es ' sich -nur' um einen - Zuwachs der letzten' zehn Jahre/handelt, während welcher noch dazudie türkische NegieruiigderGrüiiduügjüdischer Ansiedlungen die schwersten Heininnissc ent-. gegensetztc. . r- ■ - -- - ----- Die erste und-größte aller jüdischen Colonien ist diö' unter dem Namen »Betd/acst likrvad» bekannt^ '. Ihr' gehören * 3Ö0 Personen an, / welche * ein . Terrain von 14.000. Duman bewohnen-, — ein Dunam; ist etwa-900 Quadratmeter. .Sie hat 101 thätige Feldarbeiter, 107 Stück Vieh - und - eine Anzahl ' von Pferden. Ihre -Weinberge sind gegenwärtig mit, nahezu 50.000 Reben bepflanzt,/ die Olivengärten enthalten etwa 160 Bäume außer Fruchtbäumen . anderer Art.,—. Die nächstwschtigc Colonie ist »Äcdron sastol»« nahe bei Samaria. Sie erstreckt sich über 10.000 .Dunänr,- hat 550 - Seelen (160 Feldarbeiter), 260. Stück Vieh, 30.000 'Reben, Sodann kommt, in Betracht >Uiscdon Qerion», welche Colonie für die, Rebencultur von -hoher-Bedeutungist ,undschon große Erfolge errungen hat. -Die-Ansiedler, sind hier 160' an der- Zahl/" aber sie habeneine 'verhält- / nißmäßig große Zahl von Erwachsenen, welche'/ fast allesammt Arbeiter/ sind. Ihre Weingärten/ enthalten über .500.000 Reben, abgesehen. von / jungen/ Schößlingen,- /die zur/ Erweiterung' der Anpflanzungen' eingesetzt wurden. Sie' haben 3000 Oliven-,' eine gleiche Anzahl von' Mändelbäninen' und' 100 Stück. Viich.' Die Juden 'dieses' Landstriches * zeigen eine /besondere Befähigung' - für ' Wein- und LaNdbäu- Die dem Umfange' nach nächst-" große Colonie ift /»'Maslcereth Baitlia * bei Ekron. Ihre Ausdehnung beträgt 5000 Dunam mit 181 / Seelen, welche Plantagen mit 15.000 Bäumen, deren'Zahl beständig/wächst, und 130 Stück Vieh besitzen. Dann'folgt »R.oscd?inai>- mit/einem/ Areal -vdn''3600 Dunam und ' 178 Colonisten, deren' gegenwärtiger ' Besitz aus 250.00li- Weinstöcken, "3000 - Oliven-,2500 Frucht- und 3000 CrtronenbäümeN/'besteht.'' Die Colonie' ^6ackäba->' erstreckt' sich - über 3600 /'Dunam' und' besteht aus// 32 ‘ Ansiedlern. Nennenswerth'' sind noch - /die Colonien »I7acdÄa1ü' R.eübea«' '»)es8uct'Üama-- alod» Niid »sestnäkste». — Dies/sind'die Haupt-' sächlichsten Ansiedlüngen-'d'et' „Kinder Israel"/iw Lande - ch'r'er' Väter?' Wer '-/außerdem' mögen /noch' vereinzelte' Farmer in°---.riichi.-geringü:.-'M^chhr auf palästinensischem Boden' ansässig seins -'wo vor'noch nicht 20/ Jahreü die Idee'eines'/jüdischen" Ackcrbauers oder Farmers nur Gelächter' hervorgerNfeii hätte.' Es verdient envähnt zu werden/ daß' diese/ Coloniän. > ihre' Entstehung 'keiner ' Liebeserweisung. verdanken/ - dennäußer - in einem -Fälle 'häbendie' Ansiedler -keine Hilftirgend welcher Art' erhalten/- . Sie sind das'spontane-Ergcbniß''desvoneiüer-groß'en Zähl Juden des östl i ch' e n E u r o p'a s - - g e hegt e n W ü n s ch' e s/ n ach 'd e m heilig e N-' L an d e ' al s L ä'ndwtr-t-h'e -z-u r u'ck zu k c h^en/' wclch'e'wohl wissen/ daß' - sic - nur in - dieser -Eigenschäft-sich'" dauernd' daselbst - niederlassen könNen/ - Sie/ ' gehören i der besseren Clässc an, was schon die bloße Thatsache' beweist, däß sic sich der Beschäftigung' mit/dein' Ackerbau , widmen,/ und /unterscheiden sich sehr/- wesentlich von den Wanderbettlcrn, welche in den Augen . der . meisten ivestcuropäischeu Juden den - Typüsfür diese Menschenklaffe abgcben. Sic - härren aus bei der Arbeit; d'e'r Hebräer, "der cinma l die Hand an den P/flug gelegt h at, ,will ih n nich/t.wicder verla ssen".. - St./Petersburg, 31. - März -1890.. Die/- Statuten des/Pereines zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina habeN die Genehmigung der'rüffischcii Regie-, rung erhalten, welche sich; gegen Vereinsbildungen, besonders jüdische, sonst sehr ablehnend, verhält.. Esist dies geradezu ein Ereignisfür.die russische Judenheit, im Besonderen, wie für'die - Judenheit überhaupt, dem aber, der uns dazu . verholfen hat, Herrn Alexander Zederbamn, Herausgeber , des hiesigen hebräischen,Tageblattes. „Haine- > litz" -gebührt-mehr-als-Dank -und. Anerkennung., Die Colonisationsbcwcgung, welche - unter den ruffischen. Jiiden /tausende und abertausende Anhänger. zählt, aber bisher unter dem Mangel eines, öffentlichen Vereines ungemein litt, hat. von dem. neuen. Vereine viel zu erivartcn. Es ist - eine oberste'Leitungfür die- Bewegunggeschaffen, und alle die Nachtheile,- worunter besonders die den Zionsfeinden gebotene' Handhabe zum Gemunkel über die. Berivendung der Gelder und in Folge, dessen, das schivächere Fließen der/Letzteren, sind aus der Welt geschafft. -//- -/ / / / Um. die epochale. Bedeutung . des /neugegrün? deten Vereines zu würdigen, muß man bedenken, daß wir./russische,Jiiden ja die Haüptinasse /der, Zionsfreunde liefern/ und allein vdn /allen unfern Stammesgcnossen»nt der Palästinaiden scit.Jahren .bekannt undvertraut, sind./. Wer.hätteaber,' nachdem w ir. in unseren Bestrebungen gichemmt ivaxcn, und die- Freunde. Zions außerhalb Riiß-,' lands verhältnißmäßig /noch/wenig -zahlreich sind,' die Sache leiten sollen. / - /. ' Es ivird Ihre Leser wohl intereffircn, einige Päragraphe / der' - Statuten. des neugegründeten Vereines /zu hören. . § 1) Der Verein , verfölgt/ nur den - wohlthätigen Zweck, /Juden,/ die/' sich// in Syrien und ^alästinw niederlässen, "üm dort von ihrer Hände, Arbeit (iwinentlich voiu Feldbau) zu leben,.- zu unterstützen.// — § 2) Zur Erreichung, dieses Zweckes gibt/ der Verein den .Ansiedlern die /ihr Leben/ der/Arbeit und' namentlich dein FeÜbaü/widmen,'..Uizterstützüng-.-im' Geld, Acker-- geräthen und'Werkzeugen. Amnerkung:/ Der Verein schränkt seine Thätigkeit nach Lem/ Wörtlantc'. der, M.l/ ünd 2'-^^..er/-M,kein,/liecht,-.-'Perso-?iien.-zu,mnterstützen,!,-lvelche -/sich -,,ndch nicht - in Syrien und Palästina niedergelaffen -haben, solider» erst behufs Colonisation dahin auszuwandcrn beabsichtigen- und" ihnen/die Reisesp'csen zu 'geben; auch 'ümskch».eniM//ist-»/,bttechügk, einc Maffcnauswanderung der Juden nach Syrien und.Palästina-zu fördern. / § 8)- Die -Geschäfte des Vereines! werden -1:) durch' die, Plenarversamin- Aung/"2:)/durch -däs-Comift/besorgt- / —' §'~14) Der Htz/^dH/,DHM/MfiE^'stch/./w'/Odeffal-^' ./. ./Zuul/Schluffe,-'sei die Hoffnung ausgesprochen/- daß. - der..ncueVerein-sich bewähren -und . unserem- Volke Segenbringen werde. ' sosel. - -

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