Selbst-Emancipation
- Journal
- Selbst-Emancipation
- Volume
- 1890
- Issue
- Heft 2 (16.4.1890)
- Date
- 1890-04-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2. als doK öKo ugp m i f Ae °Hr i Wip. d^eft Er- /, ücitDtzeilDtU auf He Gefackmtmenschheit-/ angeiUndets? -Zn Ldie ^oMglwWräe Diltürar-^ E,M ganzen MeiDcnDchll^tesHthulen sich;:? in farbenreicher bunter^ AbwcckMmg' die verfchic-"" denen Stämme desselben nach ihren verschiedenen Anlagen; je mannigfaltigeraber die helfenden, Kräfte/' desto -' größer ' der > -Erfolg. Und wies her l j Nationalismusnachaußen Culturarbeit im Interesse der "Gesammtckcnschheit bedeutet, so ist er nach innen .das.wahrhast demokratische und sociale Princip der, Gleichheit und Wohlfahrt. Jeder Sohn des Volkes ist dem andern - gleichwertig" und hat ein gs eich es A nr e ch t auf di e - E rr u n g ens chaf t7en des V.o l kc s,. a u-f''seineHi-lf-e- und.-seKnd'-Ehr-e; solange aber und wo n"o'chd Nfte^e r'st'e"ü'n'd'letzte Coivj equcuj" desrsiational e'n-Hri-ncsips ^niAt durch-s's geführt ist', gibt es "'aü'ch" reinen" mäh'-" reu unL echbeat-^atsiomullüsutms^4^m-... ^ern kleinlich-eitlen Racendünkel, ' '"" Freilich " werden die süciälistrschen 'Ultras mit deck reinen Socialnattonaliscküs/wie er" hier Meichket niürde, nicht' zufrieden Dm.' 'Eine Welt ohne Staaten, oder der Weltstaat, —' das find ihre Lustschlösfer." Wie"^ seht; .'sie' Ällkch^-ünds" Geschichte damit Geckält 'anthun, 'würde'bereitsgezeigt'. Ms'ob nach einem' aügeüomckenen Augenblicke der Verwischung der Völkerünterschiedc ein Jahi^chüt" nicht genügen " würde!" hin eine nöüe" "Völkerlistä'zu'" schaffen"? Und/' was' näher liegt, als' ob alle' 'Stämme' gleiche Anlage zur Lösung "de? socialen Frage" mitbrächten,' — und feWr, als ob "nicht nach Land und Volk' und Klima die sociale Ftage überall ein anderes'Ge'- stcht' hätte und anderer' Lösungsmittel bedürfte'? So lange' aber und' w o noch das so'- ei ali stlsch ePrin'c ipseiüehe rvörrag c n d steW ahrh e i t, d i'e B e a ch t u n g d e r 'V o lk s- -und 'Ska at s p erf ö n l ich k'e'i t, Aurze Nebersicht der Lortschrltte der -jLdifHm'-''DÄMsatiöN''''tN''-''NUMns . während der letzten 7 Zrchre. Vortrag,'gehÄten bei der'feierlichen Versammlung des Vereines. . „Bnej -Ziock!> in Moskau, amiLCHmmka-Frste 1889,von,M.ftfsischkiu, Ingenieur.*) , i;; i^Wenn wfr einen Blicks aus-die:-Karte Pafästina's .und.-^die.Paräuf. verzeichneten. neu entstandenen -Wischen -rColonien - werfen,.- so >, scheu wir, - daß: diese, letzteren: ihrer: geographischen- Lage nach ip, zwei-,Hauptgruppen ^zerfallen,,-in.- eine judäischeulrd,.-yne, galjläische. Beide, .liegen.^ in nächster Nähe von, eimutder nndvon den!, einzigen Häfen.. Palästina.-D: Jaffa. und. Chaifa. .Galiläa und Judäa uutcrscheiden:fich von einander sowohl durch Klima als -durch Bodenbeschaffenheit;: das' Klima ,GaWa?s.. ist mäßig und. dem der. wärmeren,, Gegenden .Europa's ^ähnlich,. während., das Klima, Judäass uns. an die, ttopischen .Gegenden Asiens,und. Asrika's.erinnert.,,,Was.s.die-Bodenbeschaffenheit dieser f;, beiden -■ Gruppen ,7gnbettifft; so ist ebenfalls die GMläa's, derjenigen, Judäa's . weÜ! vorzuziehen,,—/dMu Galiläa. ist fast,durchwegs -ftuchtbar..,Hier,.begetznet.-.maN',.schr oft m:*) - Aus dem Russische»' übersetzt von'A.'!Diümänt. S c l b ft - E m a n c i p a r i 0 n. -/ : .. iv 5:. Nr. 2. 4i e r s ch mäh 1, gi b t c ssk-ei n-e n <ech tc?n u n dmv csih r e n So Ma Ms in n 8j s ö n d.e'r.n f. g r oHn äü l i g -'üb er s p.a n.n t!e- W e ltr et-'^ . tu n'g!s rb m an ti k. - " - .^... ,,-V. ^'Dic"?lnschaüüngen, ' welche hier vertreten werden, sind keineswegs neu, sic find das Erbgut des.Judenthums.. .Die.großen Propheten des -ssryeljtisch.cn ^Volkes'Hlbenf tut grauen., Altcrihüm in dem Doppclbildc der Mcssiasidec die Vcr-" einigung von Volksthum und Mcnschenthum in ' hinreißend .herrlicher Weise geschildert. ' Zions! ' goldene" Zukünftszcit und der "Gesäm'mtiuenschhctt endliche Erlösung" fließen für dic großen Seher . der, jüdischen Vergangenheit in Eins .zusammen.-, Doch wir wollen für diesmal nicht weiter -auf-verflossene -Zeiten- .reflectiren^ vielmehr sehen,- - ob gerade die-Züdeü': bei den gegenwärttgen Ver- "hältiüssen oder 'der" "zü" erwartenden' ZukUnft zu ' besonderer Anhänglichkeit - an ein ziel-und - grcit- ' zeitloses an sich unwahres Weltbürgerthum bef -rechügtsind... Macht - uns dieauflodernde Lohe - der socialen Bewegung mit einein Male so unternehmmtgslusttg? ' Oh, "seien wir ' g'ettost! Die arische Menschheit' mit ihren " unglaublichen Bärb'areicn ist für den Socialismus Ler Liebe noch länge''nicht reif; was sie jetzt in' bangen, wilden Wehen zur Welt bringen" will, wird 'trotz der Attstrcngungcn ' edel denkender Vorkämpfer der Socialismus'des'Neides und' der rohen Gewalt sein; wir täüschen uns'' schwer und vcrhängnißvoll, wenn'"wir uns auf die Siege dieses Socialisckus so ganz ünbändig. fteüen.' Und siegt er auch' so,' daß'D seine f eigene ' Rohheit' besiegt, so känn üüd' wird' er ja umsoweniger "den' wcltbürgerlichen' Ättstrich haben, sondern" die Menschheit wird wohl' in' befferer Lage; "aber weiter in Staaten und "Völkern^^ ihre 'Aufgaben 'erfüllen. ' Und" wir 'werden 'dann' weit'er dast'chen — als ein magerer stechender' Organismus, den jede' unsanfte' Berührung schinerzt,' ein Volksthum ohne Heimat, " e i n n a t i 0 n a l e s E t wü's, wasserreichen! Flüßcheii"-und! Bächen, welche' auf den von ewigem" Schnee bedeckten Libanon^ und Cherckon entspringen; ebenso" wird beim Brünnengraben das "Wasser' nicht sehr ' tief in der Erde gefündöm Judäa dagegen hat mit Ausitahckc eines kleineu am Meere gelegenen Landstriches^ der Saromfcheü-Tiefebene, einen felsigen Boden, zuck Ackerbau völlig'" ungeeignet üüd! zum Weinbau üür theilweise" verwendbar. Flüße.und Bäche sind' hier -selten' und! 'aüch nüterh'alb - der Erde wird bas Wäffer üur'' sehr-' tief' gefunden; selbst in dem" gepriesenen - Sarönischeü 'Thäle'- nur in der^Tiesevon'!20 Metern und noch mehr. - - v Nach" deck Voraüsgegangcncn -' hätte man erwarten -sollen, "daß die Colonisatiön hauptsächlich nach Galiläa" verlegt werdenwird; 'und doch hat sich" gerade^ das" Gcgeütheil hcraüsgestcllt. Die Mehrzahl ' der : Colonicn,! und ' zwar ' die 'besten derselben/siüd in Judäa zu -treffen. Was'erklärt nun"dieses Räthsel? Aü'geüschciülich der Mstäüdj daß' -wir ■ hier nicht ausschließlich mit! phhsischeii Factbreü,, soüderü "atich" 'noch mit eiüeiit sehr - "wichtigen'Factor, - dein - "geiMenp--zu-"rechnW'"-"habenj d 1:! -' h. - d «mit, -' tniviesernc -" jcd c der - "genaüntcn beiden ' Gegenden:: Palästinas Berührungspunkte d esse n .h.c r v ochr sifg c n d c A n l a gcuf'fü r c i n g e d e i hl sich c.§: wi rth sch a schliche s V 0 I k s l eb c-ft : ich ->"fe l eu d c rcÄZchr Ml i tt c r u n g.. v e r k ü in m e ruf eine'fBürdc für die Völker, — mit. einem Worte: cTn V 0 f t, ' das seinen tu a h r c n Beruf v e r f c h l t h a t. . Dartim dürfen wir nicht allzufcst auf die Lösung der socialen' Frage,''auf den' Sieg demokratischer Prinzipien, als unsere endliche Erlösung bauen; wir müffen vielmehr "trachten, daß dje -Lösung der socialen Frage durch die Thatsachc unserer unorganischen .Einschiebsel . in die Völkerschaften Europas üicht verlangsamt und in krumme Bahnen gelenkt werde, wir, müssen unseren geistigen, und sittlichen Kräften das ihnen dringend nothtvendige Gebiet fürselbstständige Bcthäügung in national-socialer Bczichung'"cinräumcn7"Uüd 'stehen "wir einmal wieder als Volk ünt'cr'Völkern, als Gleicher unter Gleichen, "da, dann-können wir hoffen, daß wir, .d a s cl a s- -s i s ch e V 0 l k-d e-r B a r m h e r z i g k e i t -und des Gefühls, tut wahren und echten Socialisusiusf "im". Socialismüs" der Liebe allen' voraneilei'si werden, und daß "hierin, die "stolze "Europa wieder ein ''Anlehenf bei uns ' machen wird," wie sie ein solches, vor" zwei. Jahrtausenden mit uüserem Sittengesetzefgemacht hat. "" ’i‘" Antisetnittsmus:: und Nationaljudenthum. -' Eine Wiener antisemitische -Tageszeitung ividmct unserem- Blatte 'einen Leitartikels den - sic „Selbst-Emancipation" überschreibt. -Dieser Aufsatzcon'statirt init Gentlgthüung eine gewisse Uebcreinstickinung: der Tendenzen des antiseckitischen und unseren - Organes, nicht ohne - Zweifel - in das Ernstgemcintscin unserer Bestrebungen zu setzen und die ganze - national-jüdische - Bewcgting mit den historischen Erinncrungen der - Juden aufwcist.- Die ersten! Colonisten sind bei": ihrem Vorhaben" ziveifelsohne' von - ganz änderen - 'Gefühlen beherrscht gewesen; als von lüsternem - Verlangen nach irdischen Gütern; cs^ handelte sich für diese offenbar nur darum," ein rein patriotisches und religiöses Bedürfniß zu befriedigen, ' weshalb sie also in erster: Lime sich , darum zu bekümmcrü hatten, welche von > diesenbeiden. Gegenden- ^! in ihre nt,"' dem j ü d i s ch nt Sinne cultürfähiger ist. Von -diesem Standpunkte ausgehend/ intlßtcü sie der judäischcn 'Gegend den Vorzug s geben. Denn dort! liegt Jerusalem, jene -Stadt/ - die so- - viel intb-: so " laut ' -zum ' Verstände ' Und1 - dcm ^Hclzcu eines jeden Juden: sprichi und - ein Zeuge der chciiialigeu -Größe- und" Herrlichkeit -Israels istl Mit" cinein Worte,- Judäa--war" und' ist: in geistiger Beziehung zur:Coloüisationdurch die' ersten Emigraüteü äus : Europa "am-"geeignetsten. —: -Nach Galiläa-' dagegen "müßtenmehr diejenigen strömen, welche ihremftüheren' Wohnorte nach-mehr! mit dein asiatischen^ Lcbeü bekannt waren und denen " die -materielle - Wohlfahrt -scheuerer - ist als "t ic-- ideale? Und die Wirklichkeithat cs^'äüch bestätigt: " Die" judäischcn Colonicn - sind